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am 28. Oktober 2012
Von den Sängern bietet diese Einspielung (1999) ein für das Label Naxos außergewöhnliches Staraufgebot. Mit Gösta Winbergh steht ein akzentfreier, stimmlich sehr gut disponierter Florestan zur Verfügung, den ich mit großem Abstand lieber höre als z.B. René Kollo (unter L. Bernstein - DG) oder James King (K. Böhm - DG). Alan Titus (Don Pizarro) ist ebenfalls sehr gut disponiert, gestaltet akzentfrei und glaubhaft bösartiger als z.B. Theo Adam (bei Böhm). Insbesondere der sonore Kurt Moll übertrumpft als Rocco stimmlich mühelos solche Vergleiche wie Manfred Jungwirth (bei Bernstein). Die zu früh verstorbene Inga Nielsen wurde von der Fachwelt nicht nur als Salomé gefeiert, sondern gestaltet auch die Leonore hier vorzüglich. Ausfälle wie z.B. den doch unangenehmen Akzent der Jeannine Altmeyer (unter K. Masur - RCA) gibt es in dieser Einspielung nirgends. Der Bass des Wolfgang Glashof (Don Fernando) kommt nicht an den legendären Martti Talvela (Böhm) heran - klar, alles kann man nicht haben: Eine nicht lange aber wichtige Partie. Herwig Pecoraro (Joaquino) und Edith Lienbacher (Marzelline) gestalten erfreulich und stimmlich makellos. Eine Überraschung hält das sauber und ausgewogen spielende Orchester bereit. Michael Halász setzt mehr auf sensiblen Wohlklang im Unterschied zu expressiveren Herangehensweisen Wilhelm Furtwänglers oder auch Karl Böhms. In puncto des guten Klanges hat diese Aufnahme einen Vorteil gegenüber allen genannten Aufnahmen (Furtwängler, Böhm, Bernstein, Masur). Die sehr natürlich wirkenden Dialoge überzeugen in Bezug auf Regie und deren gesamte, unauffällige Integration. Zuletzt soll die gute Wortverständlichkeit des ungarischen Radiochores erwähnt werden. Fazit: Eine meiner oder vielleicht die Lieblingsaufnahme dieser Oper, wobei zuvor Nikolaus Harnocourt (1994) bereits eine erfrischende digitale Aufnahme einspielte. Meike Nordmeyer schrieb in OMM: "Es konnte also eine Fidelio-Einspielung gelingen, die nicht nur mit hochwertiger solistischer Leistung aufwartet, sondern auch eine außergewöhnlich gute Zusammenarbeit aller Musiker bietet, und die damit durchaus bestehen kann vor bekannten älteren Aufnahmen. Hier liegt also beste Naxos-Leistung vor: Großes Hörvergnügen zu kleinem Preis!"

Inga Nielsen (Lenore)
Gosta Winbergh (Florestan)
Alan Titus (Don Pizarro)
Kurt Moll (Rocco)
Edith Lienbacher (Marzelline)
Herwig Pecoraro (Jaquino)
Wolfgang Glashof (Don Farnando)
Hungarian Radio Chorus
Nicolaus Esterházy Sinfonia/Michael Halász
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