Kundenrezensionen


15 Rezensionen
5 Sterne:
 (8)
4 Sterne:
 (2)
3 Sterne:
 (1)
2 Sterne:
 (3)
1 Sterne:
 (1)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sagenhafter Holländer
Von allen Aufnahmen der Oper - live oder Studio - hat mich diese am meisten überzeugt, und zwar vor allem wegen des Holländers von Franz Crass. Eine wunderbar sonore Stimme, die die Sehnsucht und Verzweiflung der Rolle wiederzugeben in der Lage ist wie kein anderer. Einige weniger überragend attackierte Spitzentöne stören mich da nicht - immerhin...
Veröffentlicht am 30. März 2003 von vully

versus
25 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Studioaufnahme=technisch perfekt, dramatisch unbefriedigend?
Der Disput, ob Opern auf Tonträgern nur im Studio oder nur als Liveaufnahme genießenswert sind, tobte vor einigen Jahrzehnten, in den Frühzeiten der Stereophonie. Beide "Lager" hatten gute Argumente: nur Studioaufnahmen seien in der Lage, ein ausgewogenes Klangbild ohne Störgeräusche zu liefern, sagten die einen, während die anderen davon...
Veröffentlicht am 21. Dezember 2002 von MRuhnke


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sagenhafter Holländer, 30. März 2003
Von 
vully "vully" (Neuhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Von allen Aufnahmen der Oper - live oder Studio - hat mich diese am meisten überzeugt, und zwar vor allem wegen des Holländers von Franz Crass. Eine wunderbar sonore Stimme, die die Sehnsucht und Verzweiflung der Rolle wiederzugeben in der Lage ist wie kein anderer. Einige weniger überragend attackierte Spitzentöne stören mich da nicht - immerhin war Crass ein echter Bass, kein Bariton wie die meisten Konkurrenten, zudem war es ein Live-Mitschnitt.
Dazu war Anja Silja für mich eine nahezu ideale Senta: Sie hatte trotz aller Kraft in der Stimme eine jugendliche Ausstrahlung, die die Schwärmerei der Senta glaubwürdig erscheinen läßt, und bewältigt die technischen Schwierigkeiten sehr achtbar - zumal sie die Ballade einen Ganzton höher singen muss, als die meisten Konkurrentinnen. Für mich kein Vergleich zu der sonst als Referenz genannten Leonie Rysanek mit einer viel zu reif klingenden Stimme (Astrid Varnay hatte dasselbe Problem).
Dazu kommt ein guter Daland mit dem sehr komödiantischen Josef Greindl, wenn auch nicht mehr mit seiner früheren Kraft. Fritz Uhl ist ein ordentlicher, kein überragender Erik.
Das Orchester spielt sehr engagiert, der Chor leidet teilweise unter den bei Live-Aufnahmen üblichen Unsicherheiten - da ist nicht alles ganz synchron. Trotzdem ist Wolfgang Sawallisch hier eine mitreißende, temperamentvolle, aber nicht gehetzte Aufführung gelungen.
Der Klang ist - insbesondere angesichts des Alters der Aufnahme (1961!) ausgezeichnet.
Und so hat Klemperer vielleicht die besseren Sänger der Nebenrollen (Kozub, Talvela als Erik und Daland), aber Crass singt einfach schöner als Theo Adam, zudem liegen mir die Tempi Sawallischs mehr. Alle anderen Aufnahmen kommen hier musikalisch nicht heran - insbesondere nicht die hochgerühmte Dorati-Einspielung mit schleppenden Tempi, der zu reifen Senta Rysanek (dazu mit unebener Stimmführung) und dem zwar beeindruckenden, aber groben und schwer verständlichen George London.
Daher: Wer Angst vor der Live-Aufnahme hat, soll zu Klemperer greifen, der Rest kann Crass und Silja hier genießen.
(Kleiner Geheimtip: Fricsays Berliner Aufnahme mit einem sehr individuellen, aber mitreißenden Josef Metternich als Holländer, Greindl, Windgassen und Haefliger, aber - deshalb keine Referenz - einer knödelnden Senta Annelies Kupper)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


23 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zur Zeit beste Gesamtaufnahme des Werkes!!!, 25. Juni 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Wagner: Der fliegende Holländer (Gesamtaufnahme) (Wien 1992) (Audio CD)
Die hier von Naxos zu einem Preis, der jeden Vergleich spottet, veröffentlichte Aufnahme ist die zur Zeit wahrscheinlich beste Aufnahme des Werkes. Besonders zu erwähnen sind der zur Zeit junge erfolgreiche deutsche Tenor Peter Seiffert der einen sensationellen Erik singt sowie Ingrid Haubold, die mit glockenklarer Stimme als Senta begeistern kann. Jedoch auch der Rest der Besetzung kann als "Ideal" gelten. Solch einen lebendig gesungenen Holländer wird man wohl leider nicht so bald auf einer Bühne sehen können und bei solch einem Preis muß man einfach zugreifen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einmalig: Franz Crass der "geborene" Holländer, 6. August 2000
Von Ein Kunde
Es ist einfach unbegreiflich diese Stimme, dieses Timbre, ich finde es sucht seines gleichen, Dieser Basso Cantare (=singen) singt und wie er singt. Mit einer umwerfenden stimmlichen Gestaltungsgabe entwickelt Franz Crass die Figur des Holländers in allen Facetten. Auch wenn er im Jahre 1961 in Bayreuth nur einsprang in dieser Rolle aus dem Chor heraus für den erkrankten George London. Er ist mehr als ein Ersatz; er ist der Holländer schlechthin für mich: Stimmkräftig, intonationssicher, ausdrucksstark, und mit viel Tiefe für das tiefe fis ausgestattet. Auch wenn die hohen f's nicht so durchdringend kommen, denn man muß bedenken, das Franz Crass auch einen Komtur und einen Sarastro fabelhaft gesungen hat. Er ist umwerfend auch wenn im dritten Akt die Kraft etwas nachlässt so muß man doch bedenken DAS IST KEINE STUDIOAUFNAHME sondern ein LIVEMITSCHMITT. Welche Stimme ist uns da in den 70ziger auf dem Höhepunkt seiner Karierre abhanden gekommen. Gerade das Duett mit Senta ist ein Ohrenschmaus "Wie aus der Ferne..." ist eindrucksvoller und dank dem Orchester unter Sawallisch auch nie steigerungsfreudiger gespielt worden. Auch die Aufnahmetechnik muß man bewundern. Im Gegensatz ist die Studioaufnahme von Dorati mittelmäßig. Alles Gute ist aber wie immer nicht besammen, der Rest des Ensembles läßt etwas zu wünschen übrig. So stellt Franz Crass als Holländer den Daland bei dem Duett im 1. Akt in den Schatten. Auch die Senta die ihre Ballade im Orginal a-moll statt einfacher g-moll singen muß ist oft etwas unsicher. Ebenso wie Erik. Aber Franz Crass wertet die Aufnahme so auf das schon allein er die Aufnahme wert ist. Diese Stimme. Vergessen ist George London mit seiner über aus kräftigen Stimme die aber mit akuten Intonationsproblemen kämpft( ich möchte ihn nicht bei einem Livemitschnitt mit Crass vergleichen müssen, wegen dieses Lasters). Allerdings hat London in der Dorati Einspielung ein besseres Ensemble vorallem durch Tozzi zur Verfügung. Hätte nur Franz Crass an seiner Stelle gestanden in einer Studioaufnahme. Aber Franz Crass ist einmalig!!!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


25 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Studioaufnahme=technisch perfekt, dramatisch unbefriedigend?, 21. Dezember 2002
Rezension bezieht sich auf: Wagner: Der fliegende Holländer (Gesamtaufnahme) (Wien 1992) (Audio CD)
Der Disput, ob Opern auf Tonträgern nur im Studio oder nur als Liveaufnahme genießenswert sind, tobte vor einigen Jahrzehnten, in den Frühzeiten der Stereophonie. Beide "Lager" hatten gute Argumente: nur Studioaufnahmen seien in der Lage, ein ausgewogenes Klangbild ohne Störgeräusche zu liefern, sagten die einen, während die anderen davon überzeugt waren, nur in einer Liveaufnahme würde die Athmosphäre der Aufführung bewahrt, nur hier hätten Sänger wie Orchester die Chance, die Handlung auch akustisch überzeugend darzustellen. Der Streit indes ist verstummt, seit sich viele Produzenten und Dirigenten von Studioaufnahmen um "Live-Athmosphäre" bemühen (s. Soltis "Ring") und spätestens im Zeitalter der Digitaltechnik Liveaufnahmen technisch nicht nachstehen müssen.
Warum dieser Exkurs? Weil wir es hier mit einer Studioaufnahme zu tun haben, die, obwohl in den 90er Jahren entstanden, im Verdacht steht, die meisten alten Vorurteile über Studioaufnahmen zu bestätigen. Ein Rundfunkorchester mit einem Chor aus einem anderen Lang kombiniert, keine parallele Live-Aufführung des Werkes, und einige Solisten, die in ihren Rollen eher dramatisch eher unerfahren sein dürften. Darf man also eine Studioaufnahme erwarten, die "steril" klingt und dem dramatischen Geschehen nur unzureichend Rechnung trägt?
Das trifft zumindest für das Dirigat von Pinchas Steinberg zu. Handwerklich kann man ihm und dem ORF-Orchester kaum Vorwürfe machen, doch vom musikalischen Charakter des "Holländers" sind sie Lichtjahre entfernt: Statt düsterer Schauerromantik und dem Aufblitzen von Wagners "Zukunftsmusik" hören wir einen Hang zum Schönklang, der jeder Operettengala zur Ehre gereichen würde. Schon in der Ouverture trauen sich die Blechbläser kaum, ihre Instrumente beim Holländer-Motiv mal richtig verzerren zu lassen, alles klingt sanft, zurückhaltend und weich. Das geht in den "volkstümlichen" Passagen des Werkes noch in Ordnung, aber bei den großen Szenen mit dem Holländer und Senta fehlt es komplett an dramatischer Glaubwürdigkeit und Spannung. Das gilt auch für den Chor, mit dem die Zusammenarbeit ansonsten erstaunlich gut funktioniert, hier werden mehr richtige Noten abgesungen als den Gehalt des Werkes zu transportieren.
Leider haben sich auch die Solisten davon anstecken lassen: Alfred Muff hat stimmlich ausreichendes Format für die Partie des Holländers, aber zu einer Charakterisierung der Person, zu einer glaubwürdigen Darstellung seiner Verzweiflung, dringt er an keiner Stelle der Aufnahme vor, selbst in "Die Frist ist um..." und im Duett hören wir Schöngesang, allzu sehr bedacht auf Meisterung der technischen Finessen inkl. Tiefen und Höhen. Ingrid Haubold leistet sich ebenfalls keine technischen Fehler, aber sie klingt als Senta unglaubwürdig, weil zu alt, und läßt mit starkem Vibrato ihre Stimme manchmal metallisch klingen. Erich Knodt gibt einen blassen Daland, trotz des Gefühls, er würde nur vom Blatt singen, ist er irgendwie unverständlich. Die einzige positive Überraschung in jeder Beziehung ist Peter Seiffert als Erik, der stimmlich wie von der Deklamation her in Höchstform ist und die wenigen Szenen mit seiner Mitwirkung zu Höhepunkten der Aufnahme werden läßt.
Technisch hingegen, und das bestätigt alte Vorurteile, ist die Aufnahme ohne Fehl und Tadel, klingt räumlich und klar bei immer guter Textverständlichkeit.
Empfehlen kann ich sie dennoch nicht, allzu schwer wiegt die Tatsache, daß hier an den Intentionen des Komponisten vorbeimusiziert wurde, wenn auch auf hohem Niveau. Zum Kennenlernen des Werkes für wagnerunerfahrene Hörer kann das ein Vorteil sein, aber führt auf Dauer in die Irre. Zumal starke Konkurrenz aufwartet, ich empfehle nur mal exemplarisch die (vor allem technisch gesehen absolut) historische Aufnahme unter Antal Dorati (die Besetzung London/Rysanek/Tozzi ist definitiv eine andere Liga), und die dramatisch gesehen IMHO packendsten unter Woldemar Nelsson (Bayreuth) und Leif Segerstam (mit Grundheber/Behrens/Salminen, leider nur als Video erhältlich). Da wird Wagners Frühwerk nicht durch die rosa Brille des Studio-Schönklanges gesehen, sondern bis in psychologische Tiefen dargestellt, ja scheinbar fast gelebt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nichts da mit "steriler Studioaufnahme" - niemand braucht eine bessere Einspielung!, 9. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Wagner: Der fliegende Holländer (Gesamtaufnahme) (Wien 1992) (Audio CD)
Richard Wagner (1813 - 1883): Der fliegende Holländer. Romantische Oper in drei Aufzügen. Libretto: Richard Wagner. 2-CD Box. Besetzung: Alfred Muff (Bariton, der Holländer); Ingrid Haubold (Sopran, Senta); Erich Knodt (Bass, Daland); Peter Seiffert (Tenor, Erik); Jörg Hering (Tenor, Steuermann); Marga Schiml (Mezzosopran, Mary). Rundfunkchor Budapest, Einstudierung: Péter Erdei; musikalische Assistent: Ronald Schneider; Sinfonieorchester des ORF Wien; Gesamtleitung: Pinchas Steinberg. Aufnahme: September 1992 im Konzerthaus Wien. Produzentin: Malgorzata Kragora; Tonmeister: Josef Schütz. Erstveröffentlichung 1993. Gesamtspieldauer: 137'53".

Wagners vierte Oper, der "fliegende Holländer", darf nicht mit den Maßstäben seiner Spätwerke gemessen werden. Obwohl er sicher ein Genie war, ist Wagner sehr wohl an seinen Aufgaben gewachsen. Hier hört man nicht nur das Neue an seinem Schaffen - die "Leitmotive" sind überall -, sondern man hört auch Einflüsse von Carl Maria von Weber, Beethoven und Berlioz (musikalisch) und Goethe und Tieck (literarisch). Die typisch romantische Zaubergeschichte wird nacherzählt, aber nicht erklärt, das muss jeder für sich selbst.

Der israelische Dirigent Pinchas Steinberg hat diese Oper eingehend studiert und auch ohne Weltstars eine Aufnahme vorgelegt, die von den Kritikern gefeiert wurde ("Editor's Choice" der angesehenen britischen Zeitschrift "Gramophone"). Die Vorzüge fangen schon bei der Ouvertüre an - ich kenne etliche Versionen, aber keine, die so klar, so logisch eingängig und gleichzeitig so wirklich romantisch-bewegend daherkommt. Hier geht es keineswegs nur um stürmischen Lärm oder um Hornrufe, sondern auch die Senta- und Erlösungsmotive werden wunderbar ruhig und erhebend aufgeführt. Wie überhaupt die orchestrale Leistung hier gewürdigt werden muss: Die Musik kommentiert und begleitet die Sänger auf eine Weise, die nicht nur stets durchhörbar, sondern gleichermaßen intellektuell und emotional ansprechend ist.

Die Sänger, die im leeren Konzerthaus mit ein wenig Hall aufgenommen worden sind, mögen zwar keinen großen Namen haben, leisten jedoch Erstaunliches. Ist Bass Erich Knodt vielleicht noch ein wenig zu sympathisch als Daland, so beeindrucken seine männlichen Kollegen Alfred Muff, Peter Seiffert und Jörg Hering mit wunderbaren, unverbrauchten Stimmen. Nirgendwo wird hier übertrieben oder überdramatisiert, dennoch bleibt die Spannung bis zum letzten Augenblick erhalten. Und die beiden Sängerinnen Ingrid Haubold und Marga Schiml haben beide die notwendige Kraft und Festigkeit für diese Rollen. Sicher könnte man, wenn man unbedingt wollte, den einen oder anderen Punkt im Vergleich mit älteren Aufnahmen kritisieren, aber nachdem ich mir diese Aufnahme auf zwei sehr guten CD-Playern gehört habe, meine ich, sagen zu müssen, dass niemand eine bessere Einspielung braucht. Wagner-Neulinge erst recht nicht, aber auch "alte Hasen" werden hier gut bedient.

Falls Sie beim Hongkonger Label Naxos und dem günstigen Preis Ihre Zweifel haben sollten, möchte ich hier noch die Qualität der ganzen Produktion unterstreichen. Nicht nur der Klang ist exzellent (klar, räumlich, dem Bühnengeschehen nachempfunden), auch das 60seitige Beiheft ist ungewöhnlich gut geraten. Es gibt sogar, für Naxos eher ungewöhnlich, ein gedrucktes Libretto (nur in deutscher Sprache), das höchstens drei, vier gelegentliche kleine Druckfehler aufweist. Der dreisprachige Aufsatz zu Beginn bedarf der Ergänzung durch ein gutes Lexikon oder eine Musikgeschichte. Die Künstlerbiographien sind ausführlich, aber nur auf englisch - und es fehlen Fotos.

Fazit: Dicke Empfehlung, zu diesem Preis nicht zu verpassen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein echter Hörgenuss, 5. März 2008
Von 
Wilhelm Kaiser "Alexander" (Wiesbaden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Wagner: Der fliegende Holländer (Gesamtaufnahme) (Wien 1992) (Audio CD)
Die Furore dieser im Jahr 1993 entstandenen Aufnahme ist eigentlich auf erste Sicht erstaunlich, beruht die Beliebtheit wohl kaum auf einem Superlativ; jedenfalls kommt die Aufnahme ohne weltberühmte Stars der Opernbühne aus. Andererseits verdient die Aufnahme nicht die Einordnung als durchschnittlich. Unter den Aufnahmen des fliegenden Holländers gefällt mir die vorliegende Aufnahme am besten, weil sie mir am schlüssigsten und nicht zuletzt am ausgewogensten erscheint. Die meisten Aufnahmen leiden unter einer erheblichen Unausgewogenheit. Ist die Partie des Holländers oft glanzvoll besetzt mit enormer Präsenz und einer eher schon wuchtig zu nennenden Dominanz, sind die anderen Partien, vielleicht mit Ausnahme derjenigen der Senta, häufig ausgesprochen schwach besetzt. Manchmal schwächelt selbst der Holländer.

Schon die Ensembleleistung ist ein Genuss für das Ohr. Alfred Muff singt die Partie des Holländers mit schöner Stimme, aber nicht nur das. Er ist auch zu den von der Rolle geforderten dramatischen Steigerungen fähig, indem er über die entsprechende Durchschlagskraft verfügt, ohne den Hörer mit Stimmgewalt zu erschlagen. Der Holländer muss gerade nicht mit dämonischer Abgründigkeit charakterisiert werden. Im Kern geht es um die Erlösung des Holländers von seinem traurigen Schicksal. Die psychologische Durchdringung der Rolle lässt jedenfalls eine gewisse Breite von Deutungsmöglichkeiten zu. Der Steuermann wird von Jörg Hering gesungen, dessen helle und jugendfrische Stimme überzeugt und prima abgebildet ist. Vor allem das schöne Lied Mit Gewitter und Sturm aus fernem Meer ist beeindruckend interpretiert, auch wenn der Sänger nicht das Kaliber von Peter Seiffert hat, der den Jäger Erik ebenso schön und dramatisch wie makellos in allen tenoralen Lagen der Partie charakterisiert.

Nicht zuletzt ist Ingrid Haubold als Senta ein echter Pluspunkt der Aufnahme. Wer behauptet, die Stimme würde altersbedingt unter einem Vibrato oder Tremolo leiden, den kann ich beim besten Willen nicht verstehen. Frau Haubold glänzt nämlich mit schöner und sicherer Stimme, auch die dramatischen Spitzentöne klingen angenehm im Ohr. Eine bessere Senta gibt es wohl kaum. Die Partie des Daland ist durch den seriösen Bass Erich Knodt ebenso adäquat besetzt, nicht nur seriös, wie es sich für einen Vater (der Senta) geziemt, freilich ' schon aus logistischen Gründen - durch den scheinbaren Reichtum des ersehnten Schwiegersohnes verlockt, sondern auch fähig, bei dramatischen Zuspitzungen ohne Mühsal mitzuhalten.

Der Chor des Budapester Rundfunks wurde durch Peter Erdei bestens einstudiert und geleitet. Die Mädchen singen betörend schön - die männlichen Stimmen erklingen ebenso hervorragend, sie beeindrucken in allen Phasen, so dass man sich in Bayreuth wähnt. Das Spiel des ORF Symphonie Orchesters, geleitet durch Pinchas Steinberg, ist opulent.
Trotz der aktuellen Besteinschätzung wäre eine Bewertung mit der höchstmöglichen Punktezahl etwas zu viel des Guten. Vor allem das Orchesterspiel und das Klangbild sind von einer Traumbewertung etwas (geringfügig) entfernt. Jedenfalls scheint eine Steigerung möglich zu sein. Wer nicht abwarten will, ist mit dieser Aufnahme aber bestens bedient.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So waren die alten Zeiten, 28. Mai 2009
Es gab sie, die mitreißenden Dirigenten, den Schwung, das Tempo, den Sängerwahnsinn - positiv ausgedrückt: Eine Anja Silja mit jugendlichem Sopran, die mit voller Wucht in ihre Partie geht. Sawallisch dirigiert mit einer solchen Leidenschaft, dass der "Holländer" Gänsehaut verursacht. Der 2. Akt mit den großen Chorszenen ist nie wieder so geheimnisvoll, so mitreißend dirigiert worden, Sawallischs Gefühl für Rhythmik. Man möchte diese intellektuellen Dirigenten von den Bühnen scheuchen und sich Lehrmeister wie Sawallisch oder Stein aus den Gräbern holen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen gute Live-Version, 31. März 2010
Die Aufnahme ist für eine so alte Live-Produktion wirklich gut und das Ensemble kann sich auch sehen bzw. hören lassen. Franz Crass ist ein toller Holländer, wobei er mit dieser Partie meiner Ansicht nach im falschen Fach gelandet ist, denn der Holländer ist eine sehr typische Bariton-Partie und Franz Crass ein Bass und das hört man eigentlich auch. In der Zauberflöte hat er ja auch nicht den Papageno, sondern den Sarastro gesungen. Nichtsdestotrotz gefällt er mir als Hollönder und es ist unendlich schade, dass es nicht so viele Aufnahmen mit ihm gibt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schlecht aufname qualitet, 2. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Hab ich früher gehört im youtube diese holländer mit gleiche besetzung. Aber...
weis ich nicht wo diese aufname war gemacht, wie hab ich verstanden dass ist eine aufname direkt von die büne, dasss wegen qualitet sehr weit von studio aufname
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bester Klang u. Harmonie, 10. April 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wagner: Der fliegende Holländer (Gesamtaufnahme) (Wien 1992) (Audio CD)
Der Fliegende Holländer ist einer de besten Wagner Opern, wenn nicht DIE Beste. Ich hatte das Glück alle namenhaften Aufzeichnungen untereinander Vergleichen zu können (Keilberth 1955, Knapperstbusch 1955, Böhm 1971, Solti 1976/77, Klemperer 1968) sowie diese hier aus 1992. Die Aufnahme verfügt über eine gute Stereo-Substanz, so das sie problemlos auf einem 5.1 System gehört werden kann und ohne Gleichschaltung der Lautsprecher einen wunderbaren Raumklamg zaubert. Die Stimmen aller Beteiligten verwöhnen die Ohren. Alles kling sehr rein und harmonisch. Perfekt abgestimmt. Keine Verzerrung, keine der Stimmen wirkt aufdringlich - dennoch sind alle gut wahrnehmbar und die Texte sauber und verständlich. Lediglich die Aufnahme v. Solti v. 1977 (DECCA-Release) übertrifft diese klangtechnisch noch.

Die Diskussion ob man zu Studio o. Live-Aufnahmen greifen sollte, kann auch hier nicht abschließend beendet werden - es ist halt Geschmackssache. M.M.n. sind Studio-Aufnahmen zu bervorzugen, wer steht denn schon auf Nebengeräusche wie immer wiederkehrendes Husten o.ä. Stereo Fanatikern bzw. Verfechtern von Live Aufnahmen empfehle ich Keilberth's Stereo Release v. 1955. Sie hat auch mehr Dramatik.

Wer allerdings Operngenuss in höchster klangtechnischer Reinheit u. Harmonie bervorzugt, sollte zu dieser Aufnahme greifen - vor allem angesichts des Preises! 5 Sterne ohne Diskussion.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen