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Kundenrezensionen

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am 11. Februar 2001
Über die Aufführungspraxis Bach'scher Klaviermusik und den Gebrauch des Pedals gibt es die unterschiedlichsten Auffassungen. Legt Glenn Gould seinen Schwerpunkt auf die architektonischen Zusammenhänge, stehen für Sviatoslav Richter die klanglichen Aspekte im Vordergrund. Andras Schiff versucht zwischen diesen beiden Varianten einen Mittelweg zu gehen. Alle drei Wege haben jedenfalls eines gemeinsam: Sie zeigen die Grösse des Komponisten Bachs, dessen Musik flexibel ist und sich den verschiedenartigsten Darstellungen anzupassen weiss. Zu vergleichen ist das mit einem Kristall, das bei unterschiedlicher Lichteinstrahlung immer wieder anders erscheint und doch das gleiche Stück Kristall bleibt.
Dem klanglichen Kosmos des wohltemperierten Klaviers kommt die Anschauung Richters besonders entgegen. Mit der Konzentration auf das Klangliche verleiht er den Fugen etwas Geistliches und mitunter Meditatives. Richter legt den Schwerpunkt auf die melodische Architektur. In den Präludien wird die Bedeutung des musikalischen Fluss hörbar. Seine motorische Meisterschaft ermöglich es ihm, die klangliche Wirkung jederzeit in den Vordergrund zu stellen. Das verleiht den Stücken eine selten vernommene Selbstverständlichkeit und Lebendigkeit, die die achtundvierzig Präludien und Fugen auch nach Jahrzehnten zu einem Füllhorn an musikalischer Inspiration werden lassen. Daran kann nicht einmal die bescheidene Aufnahmequalität etwas ändern.
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am 14. Januar 2004
Richter sträubte sich zeit seines Lebens davor, Gesamtaufnahmen zu machen. Sein Repertoire war gigantisch - ohne Frage - aber Gesamtaufnahmen der Beethoven Sonaten, der Chopin Etudes, der Skriabin Sonaten, der Rachmaninoff Preludes usw. wird man bei ihm vergeblich suchen. Stücke, die er nicht mochte oder die ihm nicht lagen, sparte er ganz einfach aus und ließ sich von niemanden dazu überreden ein Werk aufzuführen, von welchem er nicht 100%ig überzeugt war. Somit bleibt wohl die Gesamteinspielung des „Wohltemperierten Claviers" Bände I und II die ganz große Ausnahme in den Tondokumenten, die uns Richter hinterlassen hat. In Monsaingeon's Dokumentarfilm „Richter - the enigma" erzählte der Pianist über seine intensive Beschäftigung mit Bach, dass er nämlich das gesamte erste Band innerhalb eines Monats auswendig spielen lernte. Man mag dies für etwas überdrehte und durchaus akrobatische Gehirngymnastik halten, die Resultate dessen jedoch lassen sich hören. Richter spielte in den folgenden Konzertjahren enorm viel Bach, so viel, dass die Leute ihn baten, damit aufzuhören, „ihnen so viel Bach zuzumuten". Zumindest zeigt dies Richters uneingeschränkten Enthusiasmus und seine nicht enden wollende Faszination für Bach. Richter selbst meinte ja, dass man von Zeit zu Zeit Bach hören sollte, und dass dies allein schon vom hygienischen Standpunkt aus eine gute Sache sei. Und Richters Bachspiel ist absolut überzeugend. Überzeugend vor allem, dass Richter für jede der insgesamt 48 Präludien und Fugen den richtigen Ton zu treffen scheint: mal stürmisch und brillant seine ganze Virtuosität ausspielend, mal ruhig und bedacht, mal völlig meditativ und entrückt. In manchen Fugen wie etwa der großartigen 5-stimmigen Fuge in cis-moll oder der h-moll Fuge aus dem ersten Band bleibt bei Richter die Zeit stehen, absolut beeindruckend, wie er das macht. Einmal hineingehört ist man gebannt und hypnotisiert von dieser höchsten Musik in Vollendung. Nur sollte man vielleicht nicht alle 48 Präludien und Fugen hintereinander hören, das wäre wohl des Guten zu viel. Und Bösendorfer hin und Steinway her, die Klangqualität ist wirklich mulmig, das einzige, was an den sonst makellosen Aufnahmen stören mag.
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am 24. Juli 2014
Erneut steht man nach Hören der vier CDs fassungslos vor dieser Kathedrale der Kompositionskunst. Schon in den siebziger Jahren besaß ich die LPs, aber die Pressungen waren leider nicht sehr gut. Im Zeitalter der CD kaufte ich mir dann bedauerlicherweise die stinklangweiligen Aufnahmen des jungen Andras Schiff (vielleicht macht er es heute ja besser). Bachs Werk kann in der Tat langweilig sein, wenn es so profillos, so harmlos gespielt wird. Richter hingegen erschließt den ganzen Kosmos dieses ungeheuerlichen Wurfs in einer Interpretation, wie sie nur dieser wohl größte und bedeutendste Pianist der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts schaffen konnte. Uneitel, markant, ganz dem Werk dienend, von meditativer und doch hochspanneder Ruhe bis zu völlig selbstverständlicher Virtuosität, immer so, wie es das Werk erfordert. Besser geht es nicht mehr. - Übrigens: Wenn einige Rezensenten einen wattigen Klavierklang beanstanden, habe ich dafür folgende Erklärungen: entweder haben sie selbst Watte in den Ohren oder eine sehr schlechte Wiedergabeanlage oder biedes, und wahrscheinlich gehen sie auch nie ins Konzert und wissen deshalb nicht, wie ein wunderbarer Bösendorfer-Flügel in Wirklichkeit klingt, nämlich genau so wie hier - völlig natürlich, warm und klar. Selten habe ich einen besseren Klavierklang auf CD erlebt wie hier, einfach nur großartig, so wie die Interpretation! Wer die klanglich aufgemotzten Aufnahmen des Klavierclowns Lang Lang für Musik hält, wird mit der natürlichen Klangschönheit eines Bösendorfer naturgemäß nichts anfangen können.
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am 24. Juli 2008
unter den Interpretationen des WTK. Ich habe diese Aufnahme (auch die von Innsbruck desselben Jahres) bereits seit vielen Jahren - ich höre sie immer wieder neu und entdecke viel Neues. Tontechnisch sicher beanstandungswürdig - nicht aber die Darbietung. Richter hat schon in jungen Jahren diesen Mikrokosmos von Bach verinnerlicht und nimmt uns auf die Reise mit. Mit überlegener Spieltechnik und noch überlegenerem Verständnis; Richter präsentiert nicht seine Virtuosität, es kommt ihm auch nicht auf eine "romantisierende" Interpretation an, sondern auf den Inhalt, die übergreifende Struktur wie er sie wahrnimmt und den Klang, den er empfindet. Gleiches gilt für seinen Antipoden Glenn Gould (der Richter große Anerkennung und Respekt zollte), der bei seiner Einspielung fazinierend akribisch Details entdeckt und durchleuchtet - beide Interpretationen synoptisch gehört ergeben ein so unterschiedliches aber geschlossenes stimmiges Bild und sind für meine Begriffe absolut. Richter hat noch viele andere Bach-Werke eingespielt, jedoch ist das vorliegende m.E. nach das beste.
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am 5. August 2004
Richters Spiel ist phänomenal.
Es ist sehr klar strukturiert und voller Dynamik, ohne jedoch irgendwann erkennen zu lassen, dass NICHT der Komponist im Vordergrund steht. Sein Spiel klingt zwingend logisch und wirkt dabei nie mechanisch, sondern immer äußerst spannend.
Ich finde, dass nicht eine der Präludien und Fugen von ihm lieblos gespielt ist - sozusagen gleichsam nur, damit der Zyklus vollständig aufgenommen wird.
Am wundervollsten gespielt ist nach meinem Empfinden die Cis-Moll-Fuge des ersten Teils. Das ist Magie pur. Man höre nur, wie bei Richter die kühnen Modulationen gegen Ende klingen.
Diese Aufnahmen haben mich in meiner Kindheit (übrigens im Bachjahr 1985) zu Bach und zur klassischen Musik geführt.
Und rückblickend muss ich sagen: Das war nicht der schlechteste Einstieg...
Der erste Teil des Wohltemperierten Klaviers wurde wiederholt als das Alte Testament der Klavierliteratur bezeichnet.
Für mich ist es das Alte Testament der gesamten klassischen Literatur und Richter ist der J.S. Bach dienende Verkünder des "Wortes".
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am 27. Oktober 2015
Ich bin mit dieser Einspielung sehr zufrieden und war schon beim Kauf froh, eine "Klavierversion" nicht Cembalo gefunden zu haben. Ich höre es immer wieder mit Freuden und auch die "Audio rip" Version funktioniert auf meinem MP3 Player problemlos
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am 16. April 2004
Als ich mir diese Version des WTK anhörte war ich vollends begeistert! Absolut intelligente und grossartige Einspielung von Richter. Disziplinierte Werktreue, grandiose Technik. Im Spiel ohne gesteuerten Perfektionismus, sehr musikalisch und gefühlvoll ohne überflüssige Sentimentalität. Er findet immer das richtige Konzept: voller Elan ohne zu übertreiben, nachdenklich ohne anzugeben. Ein glanzvoller Spielfluss einfach, den man nur duch Anhören nachvollziehen kann.
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am 25. September 2014
Für mich die beeindruckendste Interpretation des WTK und ich kenne einige. Richter ist un bleibt der Ausnhame Pianist! Angeblich konnte er die beiden Bände sogar auswendig spielen - das ist unglaublich! Leider war die Technik der damaligen Zeit nicht so weit wie heute - klanglich gibts da bei weitem Besseres aber diese Interpretation ist nach wie vor unerreicht!
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am 2. April 2002
Wenn Swjatoslaw Richter Bach spielt, bekommt ein aufmerksamer Hörer einen Eindruck, als ob ein Großmeister ganz vorsichtig und respektvoll das Testament eines anderen Großmeisters und großen Lehrers Satz für Satz liest, sorgfältig überdenkt und uns in die Gedanken und Passionen Bachs einweiht. Dabei spielt natürlich der deklarative Standpunkt Richters eine sehr große Rolle: möglichst auf jegliche Interpretation zu verzichten und so möglichst nah zur wirklichen Quelle zu kommen, die eigentlichen Gedanken des Komponisten an uns weiter zu vermitteln. Ein anderes Genie, dessen Aufnahmen als Enzyklopedie und Höhepunkte der Kunst der Interpretation in der Musikgeschichte betrachtet werden können, und dessen analytische Betrachtungen und Äusserungen immer sehr zutreffend und überzeugend sind, Glenn Gould, spricht über Richter in diesem Zusammenhang (am Beispiel der Interpretation der Sonate in B-Dur von Schubert) als über den größten "Mediatoren" der Kunstgeschichte...
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am 18. August 2000
Schön, einfach schön. Schön, auch mal seine Meinung über einen Künstler ändern zu können. Richter war bis jetzt nicht wirklich mein Virtuosen-Favorit - öfter mal konnte ich nur verlegen die Achseln zucken bei seinen Interpretationen (z.B. Schumanns a-Moll Konzert: wie mit dem Presslufthammer gespielt oder Rachmaninoffs fis-Moll Konzert: zum Gähnen). Bei dieser Einspielung jedoch überzeugt er mich vollstens. Spritzig, leicht, locker 'aus dem Handgelenk', dabei jedoch immer mit der nötigen 'Fugenstrenge' - einfach (Welt)klasse. Klangqualität ist ok, hört man die CDs etwas lauter, läßt sich natürlich nicht verbergen, daß sie 1970 aufgenommen wurden, aber dafür kann er ja nichts. Booklet ansprechend, alles bestens, viele viele Sternchen gibts dafür.
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