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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Zauberflöte als Musikdrama - Experiment vollauf gelungen, 31. August 2005
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Rezension bezieht sich auf: Mozart: Die Zauberflöte (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
An dieser rätselhaftesten aller Opern wird seit Jahrhunderten ohne wirklich vorzeigbare Ergebnise heruminterpretiert. Manche Puristen weigern sich, die "Zauberflöte" ob der gesprochenen Dialoge überhaupt als Oper anzuerkennen, wollen sie als Singspiel deklariert haben. Unmöglich, meinen andere, das Werk stelle den absoluten Höhepunkt der Wiener Klassik dar, sei die bedeutendste Oper des 18. Jahrhunderts und habe mit einem so "leichten" Genre wie dem Singspiel absolut nichts mehr zu tun (gibt es da nicht noch die "Entführung aus dem Serail?). So mancher Wagnerianer hingegen neigt der hochmystischen Musik und Handlung wegen dazu, Mozart als Propheten seines Idoles zu sehen und die "Zauberflöte" in den Kreis der Vorgänger des Musikdramas zu stellen. Wie man es also dreht und wendet, diese Oper entzieht sich konsequent jedem Schubladendenken, und das ist gut so! Man sollte sie als das sehen, was sie ist: Ein Höhepunkt des Musiktheaters schlechthin, ein vergnügliches und berührendes Stück mit einer Musik, deren überirdische Schönheit über den zum Teil sehr wirren Handlungsverlauf mehr als hinwegtröstet.
Noch ein paar Worte zum Libretto: Ich habe meine Zweifel, ob Emanuel Schikaneder die Intention hatte, ein Mysterienspiel für den "Eingeweihten" (Freimaurer oder sonstige Geheimbündler) zu schreiben, während das Volk sich am Budenzauber ergötzte. Ich glaube eher an die Theorie vom Unfall. Schikandeder, ein hochgebildeter und geschäftstüchtiger Theaterleiter, hatte seinen Freund Mozart, zu der Zeit nicht gerade Wiens angesagtester Komponist, damit beauftragt, sein neues Zauberstück für das Theater auf der Wieden in Musik zu setzen. Ein Stück, in dem ein junger Prinz, von einem Hanswurst (Schikaneder als Papageno) begleitet, im Auftrag einer guten Fee deren Tochter aus der Gewalt eines bösen Zauberers befreit. Als ein Konkurrenzunternehmen ein fast identisches Stück (die Zauberflöte war ein Zauberfagott) auf die Bühne brachte, mußte eben mitten im Stück umgedichtet werden. Schikaneder war belesen genug, um alles mögliche, was auf der Bühne Wirkung erzielte, zu einem reichlich verwirrenden, aber überrascheden und effektvollen Textbuch zusammenzukochen. Immerhin waren nur wenige Aufführungen geplant, Logik war Nebensache. Mit einem Welterfolg rechnete niemand. Der stellte sich anfangs auch eher zögerlich ein, Schikaneder "korrigierte" noch Jahre später die Aufführungszahlen nach oben und wurde nicht wirklich reich mit der "Zauberflöte". Mozarts trauriges Ende ist bekannt.
Seit über 200 Jahren jedoch erfreut sich die "Zauberflöte" nun ungebrochener Beliebtheit, ist verdientermaßen die wohl populärste Oper überhaupt, fehlt in kaum einem Musentempel auf dem Spielplan oder zumindest im Repertoire. Jedes Klassiklabel hat mindestens zwei Einspielungen anzubieten, allein bei der EMI konnte man zeitweise zwischen fünf! Gesamteinspielungen wählen. Die hier besprochene übt auf mich einen ganz besonderen Reiz aus.
Bernard Haitink sieht die Zauberflöte als Mysterienspiel, rückt sie in die Nähe des Musikdramas, ohne sie zu einem solchen werden zu lassen. Er betont die feierliche, geheimnisvolle Grundstimmung, verliert jedoch nicht die volkstümlichen Aspekte aus dem Auge. Das Grundtempo ist leicht gebremst, wodurch die Musik etwas erhabenes bekommt, jedoch lang nicht so gemessen - gravitätisch wie in der hochgerühmten Klemperer - Aufnahme oder so akademisch steif wie bei Karl Böhm. Dazu agiert ein sowohl sängerisch als auch schauspielerisch hochklassiges Ensemble.
Bei den Männern hinterläßt Siegfried Jerusalem für mich den besten Eindruck. Die ungewöhnliche Besetzung des Tamino mit einem (angehenden) Heldentenor passt in Haitinks Konzept und läßt Tamino zur wirklichen Hauptfigur und zum Träger der Handlung werden. Er ist kein bloßer Schönsänger, wie so mancher Tamino vor ihm (Gedda!), sondern durchlebt die verschiedenen Phasen vom etwas naiven Prinzen zum Eingeweihten mit großer Überzeugungskraft. Dabei singt er wirklich ausgezeichnet und hat auch seinen sonst etwas problematischen hessischen Dialekt gut im Griff.
An dem Papageno von Wolfgang Brendel könnten sich die Geister scheiden. Die beiden großen Wiener Papagenos Erich Kunz und Walter Berry muß man im guten Sinne vergessen, um ihn genießen zu können. Er ist nicht der Voglefänger "stets lustig heißa hopsassa", dazu ist seine Stimme zu schwergewichtig, geht zu sehr in Richtung Wolfram von Eschenbach oder gar Amfortas. Brendels Papageno hat immer etwas melancholisches, eine tragikomische Komponente. Er ist ein Mann aus dem Volk, der trotz aller widrigen Umstände nie seinen Optimismus einbüßt, der die Prüfungen widerwillig über sich ergehen läßt, ohne ihren Sinn zu begreifen, dessen Laune sich aber durch ein Glas Wein sofort bessert, und dem man seinen Selbstmordversuch (selten genug) auch wirklich abnimmt. Irgendwie möchte man ihn immer in den Arm nehmen, ihn knuddeln und trösten, er verliert nie seine Liebenswürdigkeit. Von den "ausländischen" Papagenos ist er für mich der Überzeugendste.
Roland Bracht verleiht seinem Sarastro eine sehr wohlklingende, tiefensichere und beruhigende Baßstimme, allerdings fehlt ihm ein wenig die Wärme und v.a. die Sicherheit des wahren Eingeweihten. Die einzige Besetzung, die man "diskutabel" nennen könnte.
Sehr gut agieren Heinz Zednik als Monostatos (etwas konventionell, dafür absolut rollendeckend), und Norman Bailey als Sprecher (der lange rezitativische Part mit Jerusalem ist ein Höhepunkt der Aufnahme).
Luxuriös sind die "kleinen" Rollen besetzt: Waldemar Kmentt und besagter Erich Kunz als Priester, sowie Peter Hofmann (ohne Geknödel) und Aage Haughland als Geharnischte - wo findet man das sonst?
Purer Luxus auch bei den Damen. Lucia Popp kann sich mit jeder anderen Pamina mehr als messen, ihre Stimme ist glockenrein und ihre Darstellung durchgehend überzeugend. Eine großartige Leistung dieser viel zu früh verstorbenen Sängerin.
Mit Edita Gruberova singt hier die Königin der Nacht schlechthin. Ihr wird öfter unglaubwürdige, kalte Darstellung vorgeworfen, von ihrer "Königin" kann das nicht behauptet werden. Von der leidenden Mutter im ersten Auftritt zu rachsüchtigen Furie in der zweiten Arie - alles ist vorhanden. Und niemand sonst meistert diese mörderischen Koloraturen mit solcher Souveränität. Fünf Sterne allein für sie.
Ein reizendes Kabinettstückchen liefert Brigitte Lindner mit ihrem alten Weib bzw. Papagena ab. Da versteht man die Freude des Papageno, der endlich sein Weibchen gefunden hat. Schade, daß diese Szene so kurz ist.
Das Ensemble wird abgerundet von den drei Damen Marilyn Richardson, Doris Soffel und Ortrun Wenkel, erst beinahe hymnisch verliebt in Tamino, später wunderschön zickig.
Wer also eine "tiefenschürferische" Zauberflöte sucht, dem sei diese Aufnahme wärmstens Empfohlen. Zur Ergänzung muß aber unbedingt die alte und doch ewig junge Karajan - Aufnahme von 1950 her. Beide sind mittlerweile sehr günstig zu haben. Man höre und genieße.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Traum aus Gesang und Orchester, 25. November 2002
Rezension bezieht sich auf: Mozart: Die Zauberflöte (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Diese Operngesamteinspielung ist ein absolutes Highlight.
Wundervolle Starbesetzung( Lucia Popp ,Edita Gruberova) und hervorragende Orchesterführung machen diese Operneinspielung zum Hörgenuss für alle Opernfans.
Besonders Gruberova überzeugt durch makellose Koloratur und stratosphärische Höhe!
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