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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterstück!, 5. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Ariadne auf Naxos (Audio CD)
Die Aufnahmen in der Serie "Great Recordings" haben mich persönlich noch nie enttäuscht.
Diese Aufnahme der ariadne wurde technisch gut bearbeitet, das Sängerensemble aber ist nicht zu überbieten, v.a. da jeder Solist stimmlich hervorragend ins Rollenbild passt: Da ist Elisabeth Schwarzkopf, deren leicht gekünstelter Sopran zur Kunstnatur der Rolle wird. Da ist Rita Streich, die ich nie besser gehört habe: exakt, sicher und doch auch dramatisch überzeugend, eben weil sie eine Zerbinetta-Stimme hat. Auch Rudolf Schock gibt eine sehr gute Leistung, überraschend stimmschön, nur in der oberen Lage leicht verquetscht. Hermann Preys prächtiger Bariton macht schöne Wirkung. Klangschwelgerisch ist Karajans Dirigat, aber da er ein starkes Sängerensemble hat, wird das nicht zum Selbstzweck.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alter Glanz, der nie vergeht, 9. März 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Ariadne auf Naxos (Audio CD)
Kaum ein anderer Komponist war so wandlungsfähig wie Richard Strauss. Zu Anfang seiner Opernkarriere ein getreuer Verehrer Richard Wagners wandelte er sich mit seinen beiden Dramen "Salome" und "Elektra" zu einem Vertreter des krassen Naturalismus, nur um mit dem "Rosenkavalier" eine weitere Kehrtwende zu vollziehen und den Vertretern den Wiener Klassik ein Denkmal zu setzen. Mit "Ariadne auf Naxos" betrat er ein weiteres Mal Neuland. Die Oper entstand als ein Dankesgeschenk an den großen Regisseur und Theaterleiter Max Reinhardt, der die Premiere des "Rosenkavalier" gerettet hatte. Und wieder gab es etwas ganz Neues vom Gespann Richard Strauss/Hugo von Hofmannsthal. Der Dichter ersann ein Konversationsstück im Stile Molières (von dem jedoch nach vielfältigen Bearbeitungen kaum etwas übrigblieb), in das die Aufführung einer Oper (bzw. zweier Opern gleichzeitig) eingebunden wurde.
Im Hause eines neureichen Wiener Großbürgers soll nach dem Souper die tragische Oper "Ariadne auf Naxos" eines hoffnungsvollen jungen Komponisten aufgeführt werden, im Anschluß ist ein Lustspiel mit dem Titel "Die ungetreue Zerbinetta" geplant. Leider gerät der Zeitplan durcheinander, so daß der Hausherr verfügen läßt, daß beide Opern gleichzeitig gegeben werden sollen. Unvereinbare Gegensätze stehen sich gegenüber, die "hohe" Kunst soll sich mit dem "Trivialen" die Bühne teilen. Allzu menschliche und aus jedem Theater bekannte Tragödien und Intrigen spielen sich ab und schließlich rauft man sich doch zusammen.
Zu Hofmannsthals wunderbar satirischem Vorspiel (die Szenen im Hause des Großbürgers) schuf Strauss einen modernen Parlandostil, der die Gefühle der jeweils handelnden Personen zusätzlich unterstreicht und die Figuren wunderbar charakterisiert, die Oper (die als Theater auf dem Theater gegeben wird) ist in strengem, klassischen Stil komponiert, die Nummern mit zahlreichen Schwierigkeiten gespickt (so zählt die Arie der Zerbinetta zum Schwierigsten, was die Opernbühne zu bieten hat).
"Ariadne auf Naxos" ist eine wunderschöne Kammeroper geworden, die, nach mehrmaliger Umarbeitung, ihre Uraufführung am 4. Oktober 1916 in der Wiener Hofoper feierte und nach dem 1. Weltkrieg einen kleinen, aber feinen Siegeszug auf den Bühnen der ganzen Welt antrat. Eine Oper eher für Genießer als für das Massenpublikum.
Herbert von Karajan war schon seit Beginn seiner Karriere ein glühender Bewunderer von Richard Strauss und seine Aufnahmen der Werke des Komponisten zeugen eindrucksvoll von der Verehrung, die der Stardirigent ihm entgegenbrachte. Kaum bei einem anderen Komponisten tritt der Pultstar Karajan so sehr hinter der Musik des Meisters zurück und zeigt sich als getreuer Erfüller des Willens des Komponisten. Seine frühen Aufnahmen der Strauss - Werke sind durchgehend wunderbare Zeugnisse dieser Verehrung. So auch die 1955 entstandene "Ariadne auf Naxos", die man auch heute noch an die Spitze unter den Einspielungen dieser Oper stellen kann.
Nicht nur Karajans Dirigat und das wunderbar spielende Philharmonia Orchestra machen diese Aufnahme noch immer hörenswert, nazu perfekt wurde das Sängerensemble von Produzent Walter Legge ausgewählt, der für sein Händchen, auch noch die kleinsten Partien mit den besten Kräften zu besetzen, bekannt war. So gibt es hier unter anderem den berühmten schweizer Tenorcomedièn Hugues Cuénos als Tanzmeister, den damals noch völlig unbekannten Hermann Prey als Harlekin, der seine Aufgabe bravourös löst und den großen Charaktertenor Gerhard Unger in der kleinen Rolle des Scaramucchio zu hören.
Natürlich wurden auch für die großen Partien ideale Besetzungen gefunden. Das "dramatische" Paar Primadonna/Ariadne und Tenor/Bacchus geben die große Elisabeth Schwarzkopf, die ihre Aufgabe gewohnt souverän löst und deren heute etwas gekünstelt wirkender Gesangsstil optimal zur eitlen Diva und der vom Schicksal schwer gezeichneten Prinzessin paßt, sowie der junge Rudolf Schock, der sich hier noch im Vollbesitz seiner wunderbaren Stimme zeigt und auch nicht den Fehler macht, den eingebildeten Tenor zur Karikatur des trällernden Holzkopfs zu machen.
Noch eine Stufe besser präsentieren sich Irmgard Seefried als Komponist und Rita Streich in der extrem schwierigen Partie der Zerbinetta. Seefried war so etwas wie Karajans Ziehkind, man kannte sich schon aus gemeinsamen Zeiten am Stadttheater in Aachen. Die Partie des naiven, ganz der Kunst dahingegebenen Komponisten, der zähneknirschend und leidend Konzessionen machen muß, um die nächsten Monate überleben zu können, war Seefrieds Paraderolle und gilt als eine der besten Strauss - Interpretationen überhaupt, der hier ein eindrucksvolles Denkmal gesetzt wird.
Rita Streich singt Zerbinetta in dieser Aufnahme so, als hätte der Komponist die Rolle allein für sie geschrieben. Als führendem Koloratursopran ihrer Zeit bereiten ihr die gewaltigen gesanglichen Ansprüche der Partie keinerlei Schwierigkeiten, außerdem gestaltet sie die flatterhafte, leichtlebige Zerbinetta, sonst gern als Paraderolle für Koloraturmaschinen mißverstanden, die sich keinen Deut um überzeugendes Schauspiel kümmern, außerordentlich liebevoll und voller Lebendigkeit, setzt die Meßlatte für Konkurrentinnen in dieser Partie in schwer erreichbare Höhe.
Insgesamt kann man sagen, will man eine Aufnahme dieses kleinen Schmuckstücks der Operngeschichte erwerben, so macht man mit dieser Einspielung auf keinen Fall etwas verkehrt. Zwar weist diese "Ariadne auf Naxos" bereits ein stolzes Alter auf und der Stereofan kommt hier nicht auf seine Kosten, allerdings wurde die Aufnahme, die ohnehin schon von sehr guter Klangqualität war, gründlich überarbeitet und remastert, so daß es nur noch ein leises Grundrauschen zu hören gibt.
Unbedingt zu empfehlen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Stimmig bis ins Detail – vollendete "Ariadne auf Naxos", 30. Mai 2014
Von 
Klassikfreund (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Ariadne auf Naxos (Audio CD)
Die eigentümliche Janusköpfigkeit dieses Werkes von Richard Strauss aus dem Jahr 1916 hat es mir immer ein wenig schwer gemacht, einen dauerhaften Zugang dazu zu finden. Rudolf Kempes Dresdner Aufnahme gelang das trotz ihrer herausragenden Qualität nicht, ähnlich sah es mit Giuseppe Sinopolis erstklassiger Interpretation aus. Die DVD-Veröffentlichung Christian Thielemanns traf jüngst musikalisch voll ins Schwarze, wenngleich die Inszenierung nicht vollends zufriedenstellte. Und nun Herbert von Karajans "Ariadne auf Naxos" von 1954 – sie hat mich von Anbeginn begeistert.

Das "Ariadne-Problem"

Doch woran mag mein Ariadne-Problem liegen? Kempe und Sinopoli liefern hochkarätige Einspielungen, aber Karajan und Thielemann heben sich vielleicht durch ihre ausdifferenzierte Klanggestaltung und die "fruchtige" Spielfreude von den Kollegen ab. So schafft es Karajan, den zahlreichen Facetten des Werkes Ausdruck zu verleihen. Bei ihm läuft die Oper niemals Gefahr, sämig oder zäh zu klingen. Er schafft den Ausgleich zwischen der "Vielfalt der Stile" und der "Harmonie der Kontraste" – zwei Wesensmerkmale der Ariadne, die der Strauss-Spezialist Bryan Gilliam hervorhebt.

Es läßt sich nur schwer beschreiben, aber die Ariadne klingt schnell trocken und faserig, viel schneller als zum Beispiel Salome, Elektra oder der Rosenkavalier. Es ist ihre besondere kompositorische Beschaffenheit, die den Keim für diesen Umstand legt. Hier jedoch glänzt Karajans Interpretation mit Farbenpracht, freudiger Elastizität und höchster Konzentration.

Verzaubernde Glanzleistungen

Unterstützt wird der Maestro von einem Ensemble, das zweifelsfrei einen kaum zu überschätzenden Beitrag zum Gesamteindruck leistet. Elisabeth Schwarzkopf (Prima Donna/Ariadne), Rita Streich (Zerbinetta), Irmgard Seefried (Komponist) und Rudolf Schock (Tenor/Bacchus) bilden eine makellose (Traum-)Besetzung. Dazu ein Orchester, das Philharmonia Orchestra, das die Absichten seines Leiters musikalisch tadellos umzusetzen versteht.

Mustergültig ist ebenso die Aufnahmequalität des Monomitschnitts. Ich kenne manch jüngere Aufzeichnung, die nicht derartig gut klingt.

Fazit

Insgesamt bietet diese Veröffentlichung eine Ariadne, von der man nicht mehr loskommt. So manch befremdlicher Opernmitschnitt Karajans aus den späteren Jahren ist hier noch in weiter Ferne. Der Maestro glänzt mit viel Fingerspitzengefühl und Verve, sein Orchester und seine Sänger tun es ihm gleich. Herausgekommen ist dabei eine Interpretation – stimmig bis ins Detail –, der auch nach sechzig Jahren noch ein Platz ganz vorn gebührt.
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Ariadne auf Naxos
Ariadne auf Naxos von Elisabeth Schwarzkopf (Audio CD - 1999)
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