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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Lyrisch, virtuos, transzendental,
Von Andre Arnold "Lateingott" (Rödental, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Violinsonaten Vol. 2 (Audio CD)
Wolfgang Amadeus Mozart, der die Violinsonate profilierte und dessen Sonaten im Groben auch weitaus bekannter sind als die Beethovens, galt lange Zeit als Vorbild in diesem Genre. Dennoch stammt die bekannteste Violinsonate vom Meister höchst selbst: die Kreutzer Sonate.Ursprünglich wurde diese Sonatenart entwickelt, um Abwechslung von der Klaviersonate zu bieten. Die Sonate für Klavier und Violine war also ursprünglich für Klavier mit Violinbegleitung gedacht. Beethoven entwickelte diesen Grundgedanken weiter und erreicht spätestens mit der eben genannten Kreutzer Sonate eine ausgeglichene Beteiligung der beiden Instrumente. Im Vergleich zu den anderen Instrumentalwerken fristen die Violinsonaten aber trotz ihrer Frische und Spielfreude eher ein Schattendasein. Dürfte ein Violinist frei unter den Sonaten wählen, entschiede er sich wohl in neun von zehn Fällen für die Kreutzer Sonate und im anderen Falle wohl für Frühlingssonate. Dennoch lohnt sich die Beschäftigung mit diesem Teil des Gesamtoeuvres, da vor allem in den langsamen Sätzen ein gewisser himmlischer Odem weht. Zudem ist keine andere Gattung durchgängig von derartiger Lyrik. Die Sonaten aus der mittleren Schaffensperiode des Komponisten sind gesammelt in op. 30. Ein recht einfach gestricktes Allegro beschreibt den ersten Satz der ersten Sonate in A Dur. Der zweite Satz hingegen ist von transzendenter Tiefe und erinnert stark an Chopin. Aber auch er hat wenig Neues und Einfallsreiches. Man könnte meinen, Beethoven habe sich seinen grandiosen Einfallsreichtum für das Variationsfinale aufgehoben, denn dieser Satz sprüht über vor Esprit. Dies hätte den anderen beiden Sätzen etwas mehr Not getan. Op. 30, 2 steht in c moll und ist äußerst expressiv. Langsam und sachte entwickeln die beiden Soloinstrumente ein düsteres und geradezu verträumtes Thema, das aber schnell von einem freundlicheren wie umgestimmt wird - typisch für Beethoven: Selbst im düstersten Gefühl schwebt etwas andächtige Freude mit - ein Zeichen für Beethovens differenziertes Verständnis für den Menschen. Der zweite Satz ist ein versöhnliches Schlaflied, das den Schmerz, der offenbar tief sitzt, einschlummern lässt. Ein fröhliches Scherzo mündet in ein erinnerndes Finale: Es beschwört den eingänglichen Schmerz erneut pochend herauf, aber nicht ohne diesem etwas Linderung beizufügen, geht es erst einmal ans Ende. Die dritte Sonate innerhalb dieser Veröffentlichung steht in G Dur und wird ob ihrer Kürze von nur einer guten Viertelstunde als "die kleine" bezeichnet. Eindringlich - ja, das kann man wohl sagen: So beginnt diese Sonate! Sie pocht und hämmert dem Hörer intensiv ein freudiges Hochgefühl ein. Das graziöse Herzstück dieser Komposition ist das Menuett, das einige wundervoll glatte, glänzende Themen hervorbringt und verarbeitet. Ein weniger zierlich als vielmehr brutales, aber dennoch dahin plätscherndes Finale beendet den Sinnenrausch. Dennoch ist kein Bruch zu erkennen, ja, man kann trotzdem sagen: Diese Sonate ist vollkommen. Zwischen den Sonaten aus op. 30 und der Kreutzer Sonate in A Dur besteht ein deutlicher Klafter, was Virtuosität, Dichte und Form anbelangt, so dass es dem geübten Hörer widersinnig erscheint, allein der bloßen Opuszahl 47 zu folgen und dieses Wunderwerk Beethovens den mittleren Sonaten zuzuordnen: Sie steht also sondiert für sich. Ursprünglich war sie dem Violinisten der Uraufführung George P. Bridgetower zugedacht; nach einem heftigen Streit mit demselben widmete sie Beethoven aber dem französischen Violinisten Rodolphe Kreutzer, der sie paradoxerweise für unspielbar hielt - die verbreitete Lehrmeinung über dieses extrem virtuose Stück. Dennoch zählt die Kreutzer Sonate zu den bekanntesten und beliebtesten Violinsonaten überhaupt. Sie dauert gute 40 Minuten und ist damit eine der längsten Sonaten ihres Genres überhaupt. Nach einem gewaltigen, doppelgriffigen Violinsolo eröffnet ein enorm ausdrucksstarkes Adagio diese alle Rahmen sprengende Sonate. Unbedarft beginnt das gar nicht so schnelle Presto, mündet aber dann schließlich in einen ekstatischen Wirbel, der schließlich mit dem Weltgeist eins zu werden scheint. Der Variationszyklus des zweiten Satzes moduliert gekonnt zwischen den Tonarten und ist wieder einmal von bestechendem Einfallsreichtum. Aufgrund der tiefgehenden und emotionalen Anklänge in diesem viertelstündigen Satz nimmt es nicht Wunder, dass Kenner gerade diesen lyrischen Satz als den eigentlichen Kern der Kreutzer Sonate bezeichnen. Das ursprünglich für op. 30, 1 vorgesehene Presto weist eher wieder zurück in längst vergangene Gefilde und lässt diese Sonate dennoch würdig ausklingen. In G Dur steht das op. 96. Ekstatisch züngelnd weidet sich das Klavier an der sanften Wärme der Violine. Hier schaffte es Beethoven einmal mehr, eine schöne, sogleich eingängige Melodie zu komponieren. Ein liebliches, heilsames Liedchen schließt sich an, das mit wenig Mitteln viel erreicht. Das burleske, düstere Scherzo trifft das dahin heitere, verträumte Stück wie ein Blitzschlag. Dennoch beinhaltet es auch versöhnliche Stimmen und bald ist es auch schon wieder vorbei. Sanftmütig und sensibel, wie dieses Stück nun einmal ist, erholt es sich nur langsam von den schweren Schlägen des Scherzos. Nichtsdestotrotz erklimmt es letzten Endes im Taumel des Prestos den Parnass. Und hier enden die zehn Violinsonaten - Gott sei gedankt! Kempff und Menuhin ergänzen sich perfekt für diese wundervollen Stücke. Es fehlt nirgends an Geduld, Wärme, Lyrik und Virtuosität. Die Klangqualität ist sehr gut für das Alter der Aufnahme. Fazit: Eine phänomenale Einspielung viel zu selten gespielter Meisterwerke, die wohl jedes Herz erfreuen können. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3.0 von 5 Sternen
Keine 3 DDD Qualität,
Von
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Violinsonaten Vol. 2 (Audio CD)
Man merkt doch den Unterschied dieser Aufnahme zu einer DDD Qualität neuerer Platten. Dadurch wirkt die Geige von Menuhin manchmal etwas schrill. Trotzdem kommt die Musikalität dieser beiden Ausnahmekünstler zum Tragen.Helleviwai Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Violinsonaten Vol. 2 von Wilhelm Kempff (Audio CD - 1999)
EUR 20,99
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