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5.0 von 5 Sternen Pergamenschtschikow - die ausdrucksstarke Referenz, 11. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Edition Bachakademie Vol. 120 (Suiten für Violoncello solo) (Audio CD)
Vier Aufnahmen der Cellosuiten sind mir wichtig geworden. Ich möchte sie nicht mehr missen: die jeweils zweite Einspielung durch Anner Bijlsma von 1992, Pieter Wispelweij (1998) und Julius Berger (1995/96) sowie die hier vorliegende Einspielung durch Boris Pergamenschtschikow von 1998. Natürlich habe ich noch weitere Einspielungen, und eine ganze Reihe anderer habe ich wegen "Glattheit", Langweiligkeit - oder neutral: weil ich "keinen Zugang" zu ihnen gefunden habe - wieder verkauft, darunter solche von Ma oder Maisky. Aber die genannten vier: sie stecken für mich den Raum ab, in dem sich die sechs Suiten definieren. Vielleicht könnte man noch die Aufnahme durch Heinrich Schiff hinzunehmen, so wäre jeder, der sich mit den Suiten ernsthaft auseinander setzen will, gut bestückt.

Welche Lücke unter den Cellisten der frühe Tod Pergamenschtschikows hinterlässt, offenbart - neben seiner Einspielung von Brittens dritter Solosuite und anderen Werken der moderneren Cellosololiteratur - vor allem auch diese Aufnahme der Cellosuiten Bachs. Sein Ton ist von größter Schönheit, runder Sonorität, reiner Klarheit, vielfältig wird seine Tongebung durch das edle Instrument unterstützt, ein Domenico Montagnana von etwa 1735. Pergamenschtschikow pflegt Tonschönheit jedoch nie um der Schönheit willen, er findet zu einem Ausdrucksspektrum, das einmalig ist, sein Spiel überzeugt in jeder Fassette. Er nähert sich dem Tanzcharakter eines jeden Suitensatzes in subtiler Ausdeutung an, nicht einen der von ihm gespielten Sätze höre ich, dessen Ausführung ich nicht als maßgeblich empfinden würde.

Pergamenschtschikow spielt nicht historisierend im eigentlichen Sinne, benutzt sein Instrument mit moderner Technik. Soweit ich dies hören konnte, stimmt er die A-Saite in der fünften Suite nicht herab und spielt auch die sechste Suite unverändert auf seinem viersaitigen Cello. Gleichwohl ist dies eine deutlich auf historischer Informiertheit basierende Interpretation. Sein Spiel mit einer unendlichen Vielzahl unterschiedlichster Ausführungsformen nutzt die ganze Verzierungspalette, die nach heutigem Kenntnisstand die Barockzeit dem Musiker zur Verfügung stellte. So erreicht er Spannung durch Vielfalt, fesselt unmittelbar durch seine Gestaltung.

Die Aufnahme wurde in einem Tonstudio erstellt, sie erscheint im Vergleich zu anderen - z. B. zu Julius Bergers Einspielung - etwas trocken, überzeugt aber dennoch, weil sie zwar nicht den Raum, aber das Instrument umfassend einfängt.

Für mich ist dies eine der Referenzaufnahmen, insbesondere auch für die schwierige sechste Suite und insoweit allemal auf dem viersaitigen Cello: sie führt die Reihe der vier oben genannten Referenzen an.
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