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5.0 von 5 Sternen Interessante Konzerte Martinus, 16. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Martinu: Klavierkonzerte (Audio CD)
Martinu ist DER tschechische Komponist des 20. Jahrhunderts (1890-1959). Er ist beeinflusst von der tschechischen Klassik-Tradition, also Smetana, Dvorak (wie auf ihn wirkt auch auf Martinu die tschechische Volksmusik), Suk (sein Lehrer) und vielleicht Janacek. Aber er - früh nach Frankreich gegangen - ist ebenfalls beeinflusst von der französischen Tradition, von seinem Lehrer Roussel, auch von Debussy; der frühe Strawinsky, Jazz, die frühenglische Madrigalkunst und der Neoklassizismus kommen als Einflüsse hinzu. In der Zeitgenossenschaft mit Ravel, Honegger und Milhaud kann er sich musikalisch sehr gut behaupten, bevor er nach den USA emigriert. Dort entsteht ein Großteil seiner Hauptwerke - eine Fülle hervorragender Kompositionen, die mit ihrer mitreißenden Rhythmik und warmen Melodik für sich einzunehmen wissen. Das unterscheidet ihn von Strawinsky: während dessen Werke eher kalt wirken und darum nach öfterem Hören vielfach eher abstossen, vermag Martinu auch dann noch zu fesseln - gerade auch heutzutage, weshalb er seit dem Ende des letzten Jahrhunderts zunehmend auch im Westen entdeckt wird. Martinus attraktive Musik hat als einzigen Nachteil, dass man nicht zu viele Werke von ihm in zu kurzer Zeit hören sollte, weil manches beim flüchtigen Hören ähnlich klingt - im übrigen aber hat sie den Test der Zeit bestanden.
Von Martinu gibt es sehr viele Konzerte, in denen das Klavier eine Rolle spielt. Wir hören hier Leichner (einen in der Tschechei bekannten Pianisten und Pädagogen) mit Belohlavek - bekanntester lebender Dirigent der Tschechei, zusammen mit der Tschechischen Philharmonie, einem Spitzenorchester, in Aufnahmen von 1986-89. Das 1. Klavierkonzert von 1925 ist noch jazzbeeinflußt (3. Satz) und zeigt sich bunt und attraktiv, während das 2. (1934) und das Klavier-Concertino (1938) im neoklassischen Stil erklingen. Das 3. (1948) ist z. T. düster bis tragisch, während das 4. ('Incantations' von 1956) zwischen Lyrik und Dramatik pendelt. Das 5. ('Fantasia concertante' 1958) zeigt sich anmutig. Insgesamt eine sehr farbige Klavierwelt mit Orchester, die hier attraktiv dargeboten wird.
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Martinu: Klavierkonzerte
Martinu: Klavierkonzerte von Emil Leichner (Audio CD - 1994)
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