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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. November 2002
Vergleicht man das erste Band des Wohltemperierten Klaviers mit dem zweiten, so wird man auch bei oberflächlicher Betrachtung bald die Feststellung machen, daß das erste Band wesentlich kompakter und einheitlicher wirkt, während es sich beim zweiten Band um Werke handelt welche in einer größeren Zeitspanne entstanden sind, und somit in gewisser Weise verschiedenere Facetten von Bachs genialem Schaffen offenbaren.
Nun, daß Glenn Goulds Aufnahmen provozieren und polorisieren ist wohl eine unbestrittene Tatsache; daher verwundert es wohl kaum, daß Gould-Fans wahre Anhänger des kanadischen Ausnahmepianisten sind, während viele andere sein Spiel äußert kritisch und skeptisch hinterfragen. Ein exzellentes Beispiel hierfür wäre etwa die Fuge in E-Dur. Man blickt in die Noten und meint die Absicht des so großen Meisters Bach klar erkannt zu haben: ein langsamer Choral, welcher an die Gesänge des Mittelalters erinnert. Gould jedoch scheut sich nicht davor diese Fuge doppelt so schnell, non legato und staccato zu spielen. Aber dennoch muß man sagen: das klingt! Auch eine solche Interpration kann also überzeugen, und Gould macht vor, auf welch vielfältige Art und Weisen Bachs Musik klingen kann.
Unbestritten muß festgehalten werden, daß Gould manuell ein sehr begaber Mensch war, verfügte er doch seinerzeit über eine vortreffliche Technik, welche es ihm ermöglichte auch in den schnellsten Passagen kristallklar zu spielen. Und wen verwundert es also, daß alle polyphonen Werke in voller Selbstverständlichkeit in größter Klarheit erklingen.
Die Tonqualität ist ordentlich, etwas gewöhnungsbedürftig sicherlich der Gesang des Pianisten, welcher hin und wieder mehr oder weniger deutlich zu hören ist.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Februar 2002
Glenn Gould, einer der bekanntesten Klavier-Interpreten, hat mit dieser CD ein Meisterwerk geschaffen. Kein anderer Pianist hat es je geschafft, das wohltemperierte Klavier in so schnellen Tempi zu spielen, und dabei, was Präzision und Durchsichtigkeit angeht, keine Wünsche offen zu lassen. Dabei versteht er sich sehr wohl darauf, die Stücke nüchtern und sachlich und ohne übertriebene Dynamik zum Besten zu geben. Glenn Gould war absoluter Perfektionist, was zur Folge hat, dass jede Betonung genau stimmt.
Diese CD ist in höchster Qualität aufgenommen und ist insgesamt ein klassischer Hochgenuss. Bach-Fans werden voll auf ihre Kosten kommen!
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Goulds Einspielung von WK II bleibt weit hinter seiner hinreissenden Interpretation von WK I zurück. Sicher, es gibt auch hier herrliche Stücke und Momente.

Ein charakteristischer Aspekt von Goulds Bachspiel ist sein feuriges Temperament, das die Stimmen in eine Art sportliche und kämpferische Zwiesprache treten lässt. Und dies ist nicht nur reizvoll und funktioniert bei vielen Stücken, es passt oft auch genau.

Aber bei WK II artet dieser Geist bei sehr viel Stücken in eine Art brachiale Tour-de-Force, in ein mechanisches Hämmern aus, das auch gar nicht mehr versucht, der individuellen Wesensart der einzelnen Präludien und Fugen gerechtzuwerden. Und die Tempi werden meistens so schnell genommen, als gälte es, einfach möglichst schnell mit der ganzen Einspielung fertig zu werden.

Bei diesem Gewaltritt werden viele Kleinodien schlicht übersprungen bzw. begraben, deren Schönheit erst ein kontemplatives Verweilen und ein lyrisches und singendes Cantabile-Spiel offenbaren würde. Stücke wie Präludium und Fuge 22 aus seinem WK I, BWV 867, findet man hier nicht mehr.

Vielleicht gibt es kein besseres Beispiel für das, was ich meine, als seine Einspielung von Fuge 9, WK II, BWV 878. Man vergleiche diese harte und herzlose Hämmerei mit seiner Einspielung des gleichen Stückes im zweiten Teil des unsterblichen dreiteiligen Fernseh-Interviews mit Bruno Monsaignon (Titel: Die Kunst der Fuge). Hier kommt Gould zu sich, hier ersteht eine prächtige Stimmung des Friedens, der Gelassenheit und der Andacht, die im übrigen auch seine späteren Einspielungen von Teilen aus BWV 1080 auszeichnet, um nur ein Beispiel zu nennen.

Gould kann auch dies, es ist keine Frage. Und ich bin selber ein begeisterter Gould-Fan. Aber diese Einspielung von WK II lässt doch zu wünschen übrig.
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6 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Juli 2003
Ich möchte die Klavierkunst Glenn Goulds keinesfalls schmälern. Er ist ein absoluter Techniker und versteht es auch diese in diesen Werken auf absolut akademische Weise umzusetzen. Auch in Sachen Tempo und Klarheit ist diese Aufnahme unbestritten sehr gut. Den Behauptungen, Bach hätte sich die Interpretation so gewünscht, sollte man sehr kritisch gegenüberstehen: Leider kannte man die unendlichen interpretativen Möglichkeiten des Hammerklaviers gar nicht und die Werke brillieren ja auch nicht auschliesslich durch ihren Aufbau und Rhythmus, die Einzigartigkeit jeder Nummer und deren kompositorischen Perfektion, sondern sind genauso als fragil, empfindsam und berührend zu sehen. In dieser Aufnahme geht jeglicher Klang und Schönheit verloren, und natürlich ist sich Gould dessen auch bewusst. Er spielt Cembalo auf einem Klavier.
Ich empfehle die Aufnahme von Svjatoslav Richter. Mich persönlich spricht diese Art von Klavierspiel viel mehr an.
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2 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. November 2002
Glenn Gould ist unter den Bach-Interpreten einer der perfektesten. Das Wohltemperierte Klavier ist eine seiner schönsten Einspielungen. Ein CD guter Qualität, unbedingt zu empfehlen, um die eigene Bachsammlung zu vervollständigen. Interessant sind natürlich Vergleiche zu anderen Interpreten, die z.T. ganz andere Akzente setzen.
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