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am 2. August 2008
Glenn Gould hat mit 32 Jahren aufgehört, öffentlich zu spielen. Und dieses öffentliche Spiel mit zahlreichen boshaften Bemerkungen abgewertet.
Richtig ist sicher, dass er Angst vor Menschen hatte. Ebenso sicher eine Krankheit, die sich um Laufe der Jahre verstärkte- zahlreiche Anekdoten ranken sich darum. Ein Mensch, der in späteren Jahren für die meisten Menschen nur noch telefonisch- dort allerdings exzessiv- existierte.

1959 ( nicht 1956) war er in diesem Zirkus noch präsent. Und wir , die Freunde klassischer Musik, können dafür danken.
Selbst für den esoterischen Teil. Wer ist uns fremder ? Schönberg oder Sweelink ? Für mich wäre es letzterer. Schönberg klingt unter Goulds Händen irgendwie kristallin, ganz interessant.

Dem Genius loci erweist Gould mit KV 330 Referenz. Nicht ganz so verbrecherisch wie seine Studioeinspielungen, aber für einen Salzburg-Besucher 1959 sicher provozierend, so gehackt, die aberwitzigen Tempi.

Im Zentrum stehen die Goldbergvariationen. Damit war Gould 1955 ja auf einen Schlag berühmt geworden. Sie haben ihn sein ganzen Leben begleitet. Immer wieder werden die beiden Versionen- 1955 und 1981- veröffentlicht, aber die beste ist Salzburg 1959.
Erstens wird der Verdacht ausgeräumt, Gould könne so etwas nur im Studio spielen, also an dem Werk manipulieren ( was er ja reichlich getan hat, incl. seiner Theorie dazu).

Nein, das konnte er live ebenfalls.

Und noch besser. Es kommt zu seiner Intensität eine nervöse Spannung hinzu, die das Feuer noch intensiver glimmen lässt. Gerade er ist von der Situation , gegenüber einem Publikum zu spieln, nicht unempfänglich, und sein Spiel wird davon beeinflusst. Den Variationen kommt dies sehr zugute.
Sie sind in dieser Einspielung bar jedes Intellektualismus, das ist feueriges Klavierspiel, von ihm selbst und andern erst recht nicht erreicht.

Wie gut, dass es diese Ton-Konserve gibt !
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am 10. April 2009
Glenn Gould live aufgenommen, noch dazu mit einer seltenen, aber nicht zufälligen Zusammensetzung: Sweelink und Schönberg zeigen beispielhaft die *Werdung* der Musik aus kanonischen Formen (freilich: mit großer Zeitversetzung), während Mozart und Bach nicht unterschiedlicher sein könnten.

Die ungeheuer sinnliche *Fantasia in D* Sweelincks entsteht unter Goulds Händen so, als würde sie ihm eben einfallen, gleichsam aus Herzensüberfluss herausgequält, und man darf sich vorstellen, dass der Komponist mit einem solch intensiven Vortrag restlos zufrieden gewesen wäre.

Danach Schönberg, die Suite für Klavier op. 25, bis in die letzte Ecke beleuchtet, und dennoch phantastisch farbenreich - der diskrete Charme der Geometrie.

Als Hörer ist man dankbar, dass Mozart VOR Bach gespielt wird, denn sonst würde die nette, aber harmlose Sonate KV 330 unter dem Eindruck der Goldberg-Variationen völlig verschwinden. Gould spielt sie so, wie er Mozart stets spielte: wahrhaftig und aller süßlichen Schaumschlägereien abhold. Auch hier stellt man sich vor, wie unbefriedigend Mozarts Klavierwerk für den genialen Linkshändler Gould gewesen sein muss.

Umso mehr entspricht der Kontrapunkt seinem geistigen Format. Die Goldbergvariationen: Bach ohne Sicherheitsnetz, Gould konzentriert, aber nicht gelassen. Wem die kristalline Ruhe seiner technisch sauberen Studio-Einspielungen liegt, wird hier gelegentliche Unschärfen feststellen, dynamische Unausgewogenheiten - die aber den Gesamteindruck nicht schmälern. Trotzdem: an die Studio-Aufnahmen der Variationen reicht diese Version nicht heran, es sei denn, man bevorzugt den Live-Effekt.

Diese CD ist ein künstlerisch hochwertiges Zeitdokument - nicht nur für Gould-Fans.
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