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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Underground, purer Underground!, 26. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Sabotage (Live) (Audio CD)
Über diese Scheibe kann man ein halbes Buch schreiben. -Oder nur ein paar prägnante Zeilen. Ich versuch's mit Letzterem.
Über John Cale noch Worte zu verlieren, erspar ich mir und den Lesern. Wer sich für diese Scheibe interessiert ist weder Popper, Hip-Hopper noch 08-15-Hörer. John Cale ist also schon ein Begriff.
Doch Cale hat zwei Gesichter: Dass des progressiven, musischen und vor allem auch 'erzählenden' Rockmusikers und das, das er auf dieser Scheibe (und eigentlich nur auf dieser Scheibe) zeigt. Ein lautes, hartes, grässlich beängstigendes Gesicht. Eine Fratze fast. Voller Graus, Zorn, Hass und Radikalität.
'Sabotage' ist eine CD, die vor allem eins ist: ROCK 'N' ROLL bzw. dass, was Rock 'n' Roll einst einmal war. Eben laut, hart und radikal. Klar, dass was wir hier hören hat mit dem einstigen R'n'R nix, aber rein gar nix zu tun. Musikalisch ist diese Scheibe eher dem Underground der späten 60er Jahre zuzuordnen. -Nur dass der selten so zornig und entsetzlich war, wie Cale ihn hier zelebriert.
Die Takes bewegen sich zwischen hochkarätigen Psychedelic-Nummern ('Captain Hook', 'Coral', 'Hedda Gabler'), mehr oder weniger harten und/oder melodiösen Rock ('Mercenairies', 'Baby you know', 'Evidence' oder 'Memphis') bis hin zu eher zarten, fast zerbrechlichen Musikgebilden wie 'Only time will tell'. Dazu kommen der herrlich schräg intonierte Thomas-Klassiker 'Walking the dog' und das ätzende (im positiven Sinn!) 'Chickenshit'.
Die irrsinnigsten Takes sind aber in jedem Fall das wilde, zerfahren-schräge 'Sabotage', dass in dieser Form auch einem Captain Beefheart gut zu Gesicht gestanden hätte, sowie das direkt in die Hauptnervenstränge dringende 'Rosegarden...'; Bass-Playing an der absoluten Zumutbarkeitsgrenze (ebenfalls im positiven Sinn!). -Zum Verrücktwerden!
Lediglich 'Dr. Mudd' hält (für mich!) nicht den Standard der übrigen Takes. Liegt rein am allzu gräßlichen Background Sing-Sang! -Klar, der ist in dieser Form natürlich beabsichtigt (bei Cale gibt es nichts unbeabsichtigtes!), aber mich nervt's einfach nur. Doch wie gesagt, es ist nur dieses einzelne Take, das aus der Reihe schießt.
Fazit: Wer behauptet von Rockmusik Ahnung zu haben und diese Scheibe, so unbeachtet wie sie blieb, nicht im CD- oder Plattenschrank stehen hat, ist und bleibt nur eines: AHNUNGSLOS!
Für alle, die musikalisch gern mal an ihre Grenzen gehen ist diese Scheibe fast Pflicht!
-Und für die, die Rockmusik 'leben' muss ich nix mehr sagen, denn die pflegen und hegen dieses Juwel bis ans Ende ihrer Tage...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Immer noch aufregend!, 29. November 2013
Von 
V-Lee (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: sabotage/live LP (Vinyl)
1979 war ,Sabotage` wahrscheinlich eine der kompromisslosesten Rock Alben überhaupt und auch wenn diese Scheibe gerne mit dem Etikett ,Underground` versehen wird, so war Sie eigentlich ,nur` ein härteres update zu dem Garage Rock den Cale einst mit VU zu pflegen spielte. Allerdings ist diese Platte sehr ungemütlich, aber - auch 34 Jahre später - immer noch aufregend.

Der opener, das Lied über die Söldner, ist zynisch, dreckig gespielt, aber auch aufrüttelnd vorgetragen und Ende der 70er galt das tatsächlich als Underground - in den 90ern hätte man das wohl Grunge mit Rock'n'Roll Einschlag genannt. Kein Wunder, dass Bauhaus diese Nummer später coverten, denn Sie passte perfekt zum frühen gothic Sound der Engländer. ,Baby You Know` klingt wie die Vorlage für U2's Version von ,All Along The Watchtower` und diese Parallele ist gar nicht weit hergeholt, gaben sich doch Bono + Co zu just dieser Zeit noch einem punkig-new wavigen Sound hin. Die kratzige lead Gitarre von Mark Aaron, die Marc Ribot wohl sehr genau studiert haben dürfte, sägt auf ,Evidence` dann so richtig rein; gefolgt wird dieser seht starke Rocksong von ,Dr. Mudd`, das auf einem Disco-Beat reitet, dafür aber keineswegs weniger rockig ist - passt perfekt zur damaligen New Yorker ,No-Wave` Szene.

Rufus Thomas` ,Walkin` The Dog` wird dann langsamer und sehr Garage-sounding interpretiert. Hat nicht ganz die böse Aura von Cale's ,Heartbreak Hotel` Version, geht aber schon in diese Richtung.

Seite 2 beginnt mit dem epischen ,Captain Hook` das zu Beginn fast ein wenig Prog-Rock mäßig anmutet, allerdings ist der Sound natürlich viel roher und ungeschliffener; auch hier wieder ganz groß - die Leadgitarre, die fast so inbrünstig klingt wie die von Neil Young, wenn er den Grunger gibt. Auch der ,lyrische` Part dieses Stücks wird rau und dreckig instrumentiert aber mit fast engelsgleichen Background Vocals konterkariert und Cale selbst bellt die letzten Zeilen dieser Nummer geradezu - ganz großes Kino!

Mit dem von einer Dame namens ,Deerfrance` gesungenen, anrührigen ,Only Time Will Tell` gönnt Cale dem Publikum im CBGB's eine geradezu liebliche Verschnaufpause, bevor er den atonalen und bösen Titeltrack zum Besten gibt. Der verzerrte Bass die schräge Rasierer-Gitarre, Cale's Vortrag und das Weglassen von drums u. percussion erzeugen tatsächlich das Bild völliger Zerstörung vor dem geistigen Auge des Zuhörers und dieser track ist dann auch tatsächlich underground. Cale entlässt sein Publikum mit dem hymnischen, aber absolut großartigen ,Chorale`, das fast sakral klingt, wenn nicht hin u. wieder ein paar verzerrte Gitarren-chords die Ruhe stören würden...

Ein Album, das unverständlicherweise dzt. nicht erhältlich ist, dessen Anschaffung sich aber unbedingt lohnt, denn es gehört auf alle Fälle zu den Top 3 Platten dieses Künstlers. Die CD Ausgabe zu suchen lohnt sich, weil auf der auch noch das nicht minder großartige ,Rosegarden Funeral of Sores`plus 3 weitere Bonustracks - u.a. ein Chuck Berry Cover von ,Memphis` - draufgepackt wurden.
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