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5.0 von 5 Sternen Vom Derben und Zarten, 5. Juli 2011
Von 
Rolf Blatzheim "Rolf Blatzheim" (Bonn) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Kantaten Bwv 197, 205 (Audio CD)
Das Für und Wider der umfangreichen Bach-Edition durch Nikolaus Harnoncourt ist ausführlich diskutiert worden und nicht viele Künstler können ein derartiges Oeuvre auf Tonträger in eigener Sache beanspruchen. Der Hauptgewinn solcher Veröffentlichungen wird letztlich in der Erweiterung des musikalischen Gesichtskreises erkannt. Das Hauptproblem solcher monströsen Ausgaben liegt wohl aber darin, das die Interpretation durch nur einen Künstler zu gewissen Einengungen und Verkleinerungen führen muss oder im Einzelfall - wie hier - zu dessen Gegenteil.

An der Aufnahme von "Der zufriedengestellte Äolus (Zerreißet, zersprenget, zertrümmert die Gruft)" BWV 205, Bachs prächtiges, launisches Freiluftstück nach einem Text von Picander, könnten sich die Geister scheiden. Hier hat Harnoncourt ordentlich zugelangt und die Symmetrie der Kulisse gewaltig verschoben. Wie auch immer: Harnoncourt ist ein so außerordentlich fundierter Künstler und Musikologe, ein so klar denkender Dogmatiker, dass es bei ihm nichts Zufälliges, Ungewolltes und Unüberlegtes geben kann. Jeden profanen Einwand gegen seine Version der "Äolus"-Kantate würde - und könnte - er mit einer ganzen Registratur von Argumenten widerlegen.

Somit würde man den halligen, dumpfen Klang der Aufnahme beanstanden - Harnoncourt wünscht es so. Das die beiden männlichen Solostimmen entfernt und abgedeckt klingen, die weiblichen dagegen plastisch in den Vordergrund rücken, ist ebenfalls Absicht. Ebenso der tumultöse Klang des Eingangschors, der in der Verschmelzung mit den Originalinstrumenten mitunter regelrecht falsch klingt. Das Derbe, Handfeste und Amateurhafte dieser heiteren Geburtstagskantate für den Leipziger Botanikprofessor Müller (man wäre gerne dabei gewesen) will hier einfach mit sympathischem Vorsatz überbetont werden; wie die Bläserchöre, die wie Blitze dreinfahren ... reine Absicht. Bei Harnoncourt soll es wie in der christlichen Religion nun mal keine Lauen geben. Eben darum 5 Sterne.

Die Kantate "Gott ist unsere Zuversicht" BWV 197 fällt dagegen moderater aus und bildet beinah ein Gegengewicht zum "Äolus". Allein schon des Knabenchors (Wiener Sängerknaben) wegen. Überhaupt sind, abgesehen von den Schlusschorälen, in deren Interpretation Harnoncourt an die blockhafte Statik des späten Karl Richter erinnert, die Tempi insgesamt jetzt flüssiger, die Phrasierungen runder.

Unter der Vielzahl von Aufnahmen eine, die eher den Bach-Freund der produktiven Hörarbeit anspricht, als den an Schönklang und mildes Licht gewöhnten Besucher des Hochamtes.
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Kantaten Bwv 197, 205
Kantaten Bwv 197, 205 von Harnoncourt (Audio CD - 1996)
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