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"Friends Friends Friend" von 1970 ist das zweite Album der eigentlich etwas eigensinnigen englischen Gruppe Audience - Eigensinn, hier gemeint mit eigenem Sinn für die Musik. Dass es sich hier nicht um auf Hits ausgerichtete Popmusik handelt, fällt schon durch das Instrumentarium der Gruppe auf: Akustikgitarre, Schlagzeug, Bassgitarre und vor allem diverse Blasinstrumente: Saxophon, Flöte, Klarinette.

Der Stil läßt sich nicht eindeutig einer einzigen Richtung zuordnen. Es ist eine Mischung aus Rock, progressiven Anteilen und Folk. Alle Songs klingen klar, frisch und unverfälscht. Das liegt zum einen daran, dass sparsám mit dem Einsatz von Technik umgegangen wurde und zum anderem daran, dass der Sänger mit seiner klaren und kraftvollen Stimmen gut zum Rest der Gruppe passt.

Audience klingt sehr kompakt und in ihrer Art sehr überzeugend. Gerade im Vergleich mit der heutigen Musik - oftmals sterile Konstruktionen per Computer - klingt Audience natürlich und lebendig.

Bis auf wenige Stellen, wo mit den Blasinstrumenten experimentiert wird, sind die Songs harmonisch und enthalten angenehme Melodien.

Veröffentlich wurde das Album damals im Charisma-Label und das bedeutet für Kenner, dass sich Audience mit Genesis, Gentle Giant oder Van der Graaf Generator in bester Gesellschaft befand - allerdings in einer musikalischen Gesellschaft, die nicht zum Mainstream gehörte.

Für mich ist Audience auch heute noch eine Gruppe, die ich in meiner Sammlung nicht missen möchte und die ich auch nach so vielen Jahren immer wieder gerne höre.

Deshalb meine Empfehlung: Obwohl das Album inzwischen 38 Jahre alt ist, ist es nach wie hörenswert - insbesondere für diejenigen, die ihren Ohren mal etwas Erholung von einer immer gleich klingenden Konservenmusik gönnen wollen.
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am 5. Oktober 2014
Audience waren eine britische Band mit starkem Bezug zur Schweiz, und traten dort oft auf. Im damals populären und lesenswerten Musikmagazin "Pop" war öfter als einmal über sie zu lesen, und meine Erinnerung geht an einen Artikel, der um 1971 erschienen sein dürfte, wo die Gruppe ihre Definition von "Popmusik" zum Besten gab. Und das war echt urig: Nicht, was wahrhaftig unoriginell gewesen wäre, dass es sich hier um eine Formulierung von "populärer Musik" handle (was bis heute gängige Definition ist), sondern dass es an Popcorn angelehnt wäre, oder wie das Aufspringen der Körner sein solle, wenn es so richtig schön knackst beim Popcornmachen, und dann hat man was Heißes in der Hand, und gleich darauf im Magen ...

Audience veröffentlichten ihr zweites Album Ende 1970 auf dem Charisma Label, hatten mit ihren Labelmates Genesis wenig gemeinsam, mit Van der Graaf Generator noch weniger (trotz Saxofon), und auch mit Lindisfarne nicht viel. Schwermut war ihnen fremd, ihre Musik war von einer Fröhlichkeit und Unbeschwertheit, die es ansonsten in der damaligen Szene kaum gab, und wenn, dann rief der Prog-Freak gleich "Kommerz!" ... konnte das aber bei diesem Quartett nicht, denn ihre Stücke hatten Rhythmuswechsel, innerhalb einzelner Songs manchmal auch melodische Akzentuierungen, die jeden Primitivitätsvorwurf abweisen konnten. Mit einem Fuß standen sie im Prog, mit dem anderen im soliden Pop, und im Ganzen war ihre Musik spritzig, schwungvoll, charmant und mit einem Augenzwinkern gespielt.

"Friend's Friend's Friend" hatte eines der einfalls- und geschmackvollsten Fold-Out-Covers seiner Zeit (was bei den zahllosen Veröffentlichungen mit Klappcover in jenen Jahren schon bemerkenswert ist), die Platte war im Gegensatz zum Debütalbum grandios produziert, und während das anhörbare Debütalbum keinen einzigen herausragenden Song zu bieten hatte, ist auf dieser Platte ein jeder einer: "Nothing You Do" ist ein fetziger Aufreißer, eine Mitsinghymne im besten Sinn, und mit "Belladonna Moonshine" hebt die Gruppe dann ab, der schnelle Mittelteil ist mitreißend, und wie Howard Werth im Text die Geschichte eines armen Säufers erzählt, ist auch nicht schwach. "It Brings A Tear" ist eine mittelschnelle Ballade, die dann zum Höhepunkt des Albums führt, dem fast neunminütigen "Raid": Die ersten Minuten ein schnell gespielter Song, der dann mit langsamem Tempo in ein Instrumental übergeht, wo Saxofonist Keith Gemmell seine Improvisationsleidenschaft entfaltet, aber alles weit entfernt von prätentiösen Jazz-Rock-Exzessen der Frühsiebziger bleibt. Musik, die sich einfach genießen lässt, und die angenehm mitzureißen weiß. Die restlichen Stücke halten das Niveau, sind fantasievoll und zugleich ungemein locker ausgeführte Nummern, wobei das fünfeinhalbminütige Instrumental "Ebony Variations" eine Sonderstellung einnimmt, und sich besonders gut zeigt, wie Bassist Trevor Williams und Drummer John Connor gemeinsam mit Werths Akustikgitarre einen herrlichen, nur vordergründig simplen Rhythmus hinlegten, und Gemmell nicht nur mit dem Saxofon, sondern auch mit der Flöte virtuoses Gehabe vermied, und stattdessen auf beste Art und Weise zu unterhalten verstand.

Und die Musik von Audience war Entertainment im besten Sinne. Macht viereinhalb Jahrzehnte später nicht weniger Spaß als damals, diese spritzige Mixtur aus Rock, Folk und Jazz. Eine Platte wie ein guter Freund, um es in Anlehnung an den Albumtitel zu sagen.
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am 14. Februar 2013
habe von Audience noch "The House on the Hill". die da kann man hören.
guter preis, prompte lieferung alles rundum gut. jederzeit wieder
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