Kundenrezensionen


5 Rezensionen
5 Sterne:
 (5)
4 Sterne:    (0)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein exzellentes Kopfhörer-Album, 13. Juni 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Unsound Methods (Audio CD)
Ex-Depeche Mode-Mitglied Alan Wilder hat sich nicht zur Ruhe gesetzt. Er möchte auch weiterhin Musik machen. Der Grund, weshalb er bei Depeche Mode ausstieg, lag ja darin, dass er nichts mehr zu sagen hatte. Obwohl er der einzige war, der Musik auch richtig gelernt hat, durfte er sich nicht mehr so austoben, wie er es gerne gemacht hätte. Man wirft Wilder immer vor, er sei ein Einzelgänger, der zudem menschenscheu ist. Okay, vielleicht ist er wirklich ein Eigenbrödler, aber man hätte ihn nicht so vernachlässigen dürfen. Ich glaube, Martin Gore und vor allem Dave Gahan plagen inzwischen ein schlechtes Gewissen. Sie hatten mehr oder weniger seinen Ausstieg zu verantworten. "Er fühlte sich einfach nicht mehr wohl bei uns", sagte Dave 1995. Aber Dave hat es schon immer bedauert. Er möchte ihn sogar wieder zurückholen für sein Solo-Album im Herbst 2002. Vielleicht kommt er auch doch nochmal zur Band zurück. Wer weiss?
Jedenfalls hat Alan Wilder seitdem an dem Solo-Projekt "Recoil" getüftelt. Wer die harmonischen Sounds von Depeche Mode gewöhnt ist, der wird sich entfremdet vorkommen, wenn er die Sachen von Recoil hört. Der Titel des 97er-Albums (Der Konter zu "Ultra") "Unsound Methods" ist etwas doppeldeutig. 'Unsound' heisst eigentlich 'ungesund' - Ungesunde Methoden also, aber gleichzeitig hört sich 'Un'-Sound auch wie eine Negation von Sound an, ein "Unklang" folglich. Und genau das ist es, was mir zuerst in den Sinn gekommen ist. Das hört sich nicht nur ungesund an, sondern es hört sich auch nicht wie gewöhnliche Musik an, die man aus dem Radio gewohnt ist. Alan Wilder ist experimentierfreudig geworden. Auf guten Gesang kann er nicht mehr bauen ohne Dave Gahan und deshalb setzt er alles auf sein Talent am Synthesizer, am Schlagzeug und am Computer.
Das Album hört sich für mich an, wie ein Soundtrack zu einem Gruselfilm. Ich könnte mir gut eine Neuverfilmung des "Dracula" vorstellen mit dieser Hintergrundmusik. Alan Wilder sagt, er mache nur Musik, die ihn auch wirklich interessiert. Deshalb wird es immer eine dunkle, gothische Musik sein, die von düsteren Stimmungen und Effekten lebt. Wilder kreiert sogenannte "Soundscapes", Soundlandschaften, die höchstes Niveau aufweisen. Man muss sich dieses Album auf jeden Fall auf einem guten Kopfhörer anhören und volle Lautstärke einstellen. Ich höre mir das Album gerne vor dem Schlafengehen an. Es beflügelt meine Phantasie, was mich dann auch meistens schön träumen lässt, wenn ich eingeschlafen bin. Ich träume ja häufig von Horrorszenarien, von Urwald-Atmosphäre oder von Schlangen, weil ich so grosse Angst vor Schlangen habe. Aber lassen wir das. Ich möchte jetzt kein Traumforschungsinstitut auf den Plan rufen.
Der erste Song des Werkes heisst "Incubus". Ein geniales Lied, welches sofort in eine bedrohliche Welt führt, indem ein Monster die Message "I am alive" (Schnipsel aus 'Apocalypse Now') übermittelt.
"Drifting", der nächste Song beschreibt den Zustand nach "Incubus". Es ist ein Szenario, welches den Schaden darstellt, den das Monster verursacht hat. Es ist eine kurze Atempause und Erholungsphase, ehe wir mit "Luscious Apparatus" in einen eiskalten Schauer geraten, der uns mit schrecklichen Lyrics unser "Vergewaltigungspotential" vor Augen führt. Das ist natürlich überspitzt. Es ist ähnlich wie die Aussage: "In jedem von uns steckt ein potentieller Mörder". Es kommt nur auf die äusseren Umstände an, die uns zu schier unglaublichen Taten reizen können. In "Luscious Apparatus" wird ein Sexmonster beschrieben, das in jedem von uns latent stecken kann. Manche wissen es und manche werden überrascht sein. Es ist ein Gedankenspiel und ein Angriff aufs Gehirn und auf unseren "menschlichen Verstand":
Danach folgt mein Lieblingslied auf dem Album: "Stalker". Es ist ein Rückblick des Ungeheuers in die Vergangenheit, der eine gescheiterte Liebesbeziehung resümiert. Die Kernaussage ist "You were nothing without me!". Du warst ein Nichts ohne mich. Das ist natürlich auch eine Anspielung auf Depeche Mode. Wer das nicht gemerkt hat, der kann einfach nicht zwischen den Zeilen lesen, wenn es darauf ankommt. Depeche Mode hatte erst grossen Welterfolg, nachdem Alan Wilder dazugestossen war. Das weiss die Band auch und Alan, so scheint es, konnte es nicht lassen, in einer Art "musikalischen Abrechnung" darauf hinzuweisen. Auch musikalisch ist dieser Song der Höhepunkt des Albums. Was dort am Ende des Tracks geboten wird, ist einmalig. Anhören!!
Im Anschluss daran folgt "Red River Cargo". Dieses gothische Epos führt uns auf eine Kreuzfahrt entlang es Mississippi, um jeden Morgen quälendes Leid zu erfahren. Zaubergesänge, ein begleitendes orchestrales Umfeld und gospelartiger Gesang mit einem Hauch von Techno-Flair prägen diese Soundkulisse. Es ist mit über acht Minuten auch das längste Lied des Albums.
"Control Freak" bezieht sich wieder auf unser Ungeheuer, welches sich nicht beherrschen kann. Es verfolgt sein Opfer überall hin. Es ist allgegenwärtig. Ein Gedanke, der den Menschen zutiefst beunruhigt. Wir Menschen haben uns einen Schutzmechanismus angeeignet. Wir unterscheiden zwischen Privatsphäre und Öffentlickeit. Was aber, wenn diese Grenzen von einem Plagegeist aufgehoben werden? Das wäre doch sicherlich unangenehm. "Big Brother" forever, sozusagen. Es geht um eine Obsession, die aus den Fugen geraten ist. Ursache ist wie so oft die unerwiderte Liebesbezeugung.
"Missing Piece", so heisst der siebte Song des Albums. Es geht um die Einsamkeit. Es fehlt wie der Titel schon aussagt ein Teil. Dieser Song ist meines Erachtens der harmonischste von den neun Tracks und er hat sogar eine Melodie. Deshalb hätte er als einziger Track durchaus als Single erscheinen können. Er hätte die "Radiovoraussetzungen" erfüllt. Ich habe ihn auch tatsächlich mal auf WDR "Eins live" abends um 23:40 Uhr das einzige Mal im Radio gehört. Und da dachte ich: "Ja, der Song könnte eine Single sein."
"Last Breath" ist eine feinfühlige Mischung aus Schleifenwiederholungen von Soundcollagen, aus grossartigen Strings, aus Hildia Cambells Gesang und aus einer symphonischen Raffinesse. Schliesslich führt das ganze zu einem donnernden Höhepunkt, ehe das Finale kommt.
"Shunt" beschliesst nun 'Unsound Methods' mit einem würdigen Ausklang. Geräusche von Hubschrauberblättern und Eisenbahngeräuschen (Rangieren) gepaart mit tranceartigen Sounds, psychedelischen Elementen und modern klassischer Musik erzeugen einen eigenartigen sonischen Klang, der die Abenteuerreise beendet.
Dieses Album ist für mich "Alternative Music". Wer behauptet, es sei Mainstream, der tickt nicht richtig. Ich habe einige Alben in meiner CD-Sammlung stehen, die mir ein gutes Kontrastprogramm zu Depeche Mode, Pink Floyd und Simple Minds bieten. Dazu gehört die erste Portishead-CD, die beiden Garbage-CD's, "Prostitute" von Alphaville und auch "Unsound Methods" von Recoil. Alles gute Alternativen, die Abwechslung bringen. Wer den Charts entfliehen möchte, dem seien die erwähnten Scheiben wärmstens empfohlen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gutes Album!, 18. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Unsound Methods (Audio CD)
Dieses Album ist sehr lohnenswert zu. Man hört direkt heraus, welche Einflüsse Alan Wilder auf Depeche Mode hatte. Ein muss für jeden DM und elektronischer Musik Fan....
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine der wohl experimentelstens Bands unserer Zeit., 15. Juni 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Unsound Methods (Audio CD)
Diese Band zeichnet sich vorallem durch ihre Liebe zu neuen Soundkompositionen sowie durch den Tiefgang ihrer Texte, die auch in diesem etwas früheren Album zu erkennen sind, aus. Durch das bewusste Zuhören entsteht eine Atmosphäre die wahrlich unter die Haut geht und den Hörer in eine Welt eintauchen lässt die unserer fern und doch so nahe scheint, denn im Grunde genommen reflektiert diese Musik nichts anderes als das Leben des Menschen im 21. Jhdt. Tempiwechsel sind genau so gut und bewußt gesetzt, wie Soundelemente, die wohl kaum zuvor in der Musikgeschichte auf CD gebrannt wurden. Zusammenfassend ergibt sich ein Meisterwerk der zeitgenössischen Musik in der ein neuartiger Stil seine Vollendung findet, von dem nur gehofft werden kann, dass er auch andere Bands unserer Zeit positiv beeinflusst.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen "In bed with Hannibal Lector..." Eine akustische Geisterbahnfahrt mit Alan Wilder in die Abgründe menschlichen Seins, 27. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Unsound Methods (Audio CD)
Atemberaubend. Wenn es nur ein Wort zu "Unsound Methods" sein soll: atemberaubend.

Sinister. Düster, unheilsschwanger - ein Album das zeigt, dass Genie und Wahnsinn offenbar nahe beisammen liegen. Was aber, bei der Betrachtung des Ergebnisses, nicht schlecht ist.

"Unsound Methods" ist m. E., auch gegenüber den Nachfolgern "Liquid" oder auch "subHuman", das beste Album, das Alan Wilder unter dem Projektnamen Recoil bis dato veröffentlicht hat. Musik nahe am erlebbaren Soundtrack für Psychopathen, Voodoo-Fanatiker und andere 'Symapthieträger' die eher in die Geschlossene gehören als vors Mikrophon.

Vielschichtig arrangiert - verstörend, betörend. Alles zugleich.

Alleine der Opener "Incubus", die Vertonung eines Textfragmentes aus Francis Ford Coppolas "Apokalypse now", macht die Dichte des Longplayers deutlich: es geht in die TIEFEN Abgründe der menschlichen Seele, in die Ecken des Kellers, in die man selbst mit Licht nicht gerne geht, weil da irgendwo die handtellergroßen Spinnen lauern...

"Unsound Methods" bietet elektronische Musik, Hand in Hand mit traditionellen Arrangements und Einflüssen aus Jazz bis Trip-Hop. Schwüle Südstaatenatmosphäre ("Red River Cargo") wechselt mit laszivem Großstadtflair ("Stalker", "Missing Peace"), Gospel ("Last Breath") oder der unpersönlichen Einsamkeit eines Rangierbahnhofes ("Shunt"), der vor dem akustischen Auge des Hörers zum Tatort wird. Puh!

Viel zur intensiven Stimmung tragen - neben den ungemein tiefen und breiten Sound-Collagen - die Gastvokalisten bei. Dies sind u.a. Douglas McCarthy (Nitzer Ebb, mit herrlich manischem Timbre), Maggie Estep als eindringliche Rezitatorin oder Hilia Campbell als mächtige Gospel-Stimme. Sie alle sind eindruckvoll, individuell und morbid in Szene gesetzt - mich begeistert das Paket und auch die Vision dahinter. Dieses Album ist subtil und intelligent, beinahe ein Horror-Hörspiel!

Wer "Unsound methods" also das erste mal hört und sensibel ist, sollte dies nicht nach Sonnenuntergang, alleine im Dunkeln tun... wer weiß, wer (oder was) von der Musik gelockt wird...?

5 Sterne. Sicher keine leichte Kost (insbesondere, wenn man Elektro-Pop à la Depeche Mode erwartet), aber unglaublich eindrucksvoll, intensiv und verstörend.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen supermusik, 22. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Unsound Methods (Audio CD)
Siehe meine Bewertung zum Album "Recoil selected" (deluxe)!

Die Musik von Recoil ist innovativ und perfektioniert. Sie spricht mich sehr an.

Wo gibt es die Texte?

Neuhörern würde ich das Album "Recoil selected"
empfehlen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Unsound Methods
Unsound Methods von Recoil (Audio CD - 2012)
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen