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35
4,8 von 5 Sternen
Time Out
Format: Audio CDÄndern
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. September 2006
Wenn es eine CD gibt, die aller Aufgeblasenheit die Luft ablässt, dann ist es diese. Es gibt kaum ein anderes Album, das eine bessere Vorstellung davon vermittelt, was Jazz ist. Als die LP im Jahre 1959 veröffentlicht wurde, waren Jazz-Liebhaber wie Jazz-Gegner gleichermaßen brüskiert und noch heute sagen etliche Kritiker, was Brubeck mache, sei nicht wirklich Jazz. Seine Tempi (zum Beispiel 9/8 beim Opener "Blue Rondo A La Turk" - inspiriert durch eine Reise in die Türkei - und 5/4 bei "Take Five") passten einfach nicht in die gängigen Schemata jener Zeit. Der Titel des Albums bringt es deshalb gleich im doppelten Wortsinn auf den Punkt.

Wir dürfen auch nicht außer Acht lassen, dass der Jazz bis dato eine Domäne schwarzer Musiker war (wenngleich die Instrumente wie Piano, Trompete, Gitarre und Saxofon europäischer Herkunft sind). In den Fünfziger- und Sechzigerjahren nahm die Furcht vor einem kulturellen Quantensprung in den USA geradezu das Ausmaß einer kollektiven Neurose an. Es versteht sich von selbst, dass Brubecks Aufnahmen in der erregten Situation jener Tage unterschiedlichste Reaktionen nach sich zogen.

Ob nun Dave Brubeck seiner Zeit voraus war oder die Kritiker von Ignoranz blockiert, vermag ich nicht zu sagen. Die Absatzzahlen sprechen jedoch eine eigene Sprache, denn neben "Kind of Blue" von Miles Davis gehört "Time Out" bis heute zu den meistverkauften Jazz-Alben weltweit. Festzuhalten ist, Brubeck hat sich mit dieser Einspielung mehr Freunde als Feinde gemacht und wie kaum ein Anderer dazu beigetragen, dass sich das Genre des Jazz neben den Sparten Klassik, Rock und Pop etablieren konnte.

Vielleicht war Brubeck selbst am meisten überrascht angesichts seines phänomenalen Erfolgs. In seinen Liner Notes zu diesem Album schreibt er jedenfalls, es sei alles andere als seine Absicht gewesen, einen "Hit" zu produzieren, als er mit seinen Mit-Musikern ins Studio ging. Die Wirkung von Kunst lässt sich eben nicht kalkulieren, doch es gibt etwas, das die anhaltend große Nachfrage erklären könnte. Seit ich in den Siebzigerjahren erstmals von Dave Brubeck hörte, war ich angetan von der unverkrampften Lebendigkeit seiner Musik.

Die atmosphärische Dichte, die Geschmeidigkeit der unkonventionellen Phrasierungen und das spürbar gute Einvernehmen zwischen ihm und seinen Bandmitgliedern haben von jeher großen Eindruck auf mich gemacht. "Take Five" ist mir seit dem ersten Hören nicht aus dem Kopf gegangen und mir stets auf eine willkommene Weise vertraut geblieben. Ich denke, dieses Stück wird immer mit dem Namen Dave Brubeck verbunden bleiben.

Wie interessant, dass "Take Five" - ursprünglich als Drum-Solo gedacht - von Paul Desmond geschrieben wurde, dem Alt-Saxofonisten des Dave Brubeck Quartet. Es gehört vielleicht zu den aufregendsten Erlebnissen eines Musikfreundes, sich in das virtuose Zusammenspiel zwischen ihm und Brubeck hineinzuhören. Hören Sie bei diesem Stück auch einmal gezielt auf den Bass. Er klingt tief und unaufdringlich, während er scheinbar mühelos durch den Raum flutet. Wem die unsagbare Leichtigkeit dieses Stückes nicht gefällt, wird mit dem ganzen Album nichts anzufangen wissen. Ich liebe es.
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46 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Juni 2009
Die Jubiläumsausgabe "50th Anniversary: Time Out" Time Out ist sowohl für Dave Brubeck-Fans besonders zu empfehlen als auch für Jazz-Interessierte, die Dave Brubeck kennenlernen wollen. Auf keinem anderen Dave Brubeck-Album wird dessen Charakteristikum - die Vorliebe für "odd rhythms" - so deutlich wie auf "Time Out" durch Stücke wie Take Five (5/4 Takt), Blue Rondo al la Turk (9/8-Takt) oder Three to Get Ready (3/4 Takt und 4/4 Takt). Diese Titel haben auch 50 Jahre nach ihrem Erscheinen nichts von ihrer Originalität eingebüßt. Auf der beigefügten DVD erläutert Dave Brubeck rückblickend jeden Titel des Time Out-Albums.

Für Brubeck-Fans ist vor allem die zweite CD interessant, sie enthält nämlich bisher unveröffentlichte Live-Aufnahmen von drei Newport-Konzerten der Jahre 1961, 1963 und 1964. Die Aufnahmen mit großartigen Improvisationen sind echte Raritäten, selbst in der Brubeck-Diskographie von Storb/Fischer sind nur zwei der acht Titel überhaupt aufgeführt, das Newport-Konzert von 1964 fehlt in der Diskographie völlig. Die Aufnahmen weisen eine sehr gute Qualität auf. Der rundum gute Eindruck der Jubiläumsausgabe wird durch ein Begleitbüchlein abgerundet, das eine Fülle interessanter Informationen und Bilder enthält.
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49 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. August 2003
Die Nummern auf "Time Out" haben sich teils schon bei vielen Leuten in den Gehörgängen festgehakt, auch wenn sie keinen Jazz hören. "Ach das? - Kenn' ich doch!" Bereichert werden diese Aha-Erlebnisse bei der Wiederveröffentlichung des Klassikers als 20-bit-Remaster um das Staunen über den Klang. So vortrefflich gelang das Remastering, dass man nicht eine Sekunde lang glaubt, es handele sich um eine Aufnahme aus dem Jahr 1959. So staubfrei klingen Schlagzeugbecken, die Dynamik ist ordentlich, lediglich das Rauschen verrät das Alter der Originalbänder. "Time Out" müsste eigentlich "Timeless" heißen, denn nach nunmehr 44 Jahren klingen die Stücke wie einst genauso modern oder - wie sagt man heutzutage - "contemporary".
Das Album ist wie eine freundliche alte Nachbarin, die man schon lange kennt, und die auch nach vielen Jahren noch geistreich, witzig und charmant Konversation betreibt. Gerne laden wir sie in unser Wohnzimmer zu einer Tasse Tee ein und lauschen gespannt den - irgendwie nicht langweilig gewordenen - Geschichten aus der guten alten Zeit.
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30 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. Juni 2006
Kritiker haben diese Musik gelegentlich als "Mickey Mouse Jazz" abqualifiziert. Zugegeben: Dave Brubeck ist kein Jazzpianist vom Format Bill Evans' oder Wynton Kellys, dazu spielt er einfach nicht swingend genug. Aber er hat dieses Quartett in genau dieser Besetzung über 10 Jahre geleitet. Und er hat die richtigen Musiker dafür ausgesucht: Paul Desmond, as; Eugene Wright, b; Joe Morello, dr. Wright und Morello tragen immens zu dem Gelingen dieser Musik bei. Wright spielt rock-steady und Morello, einer der begnadetsten Hand- und Fußwerker des Schlagzeugspiels, tanzt fantasievoll, swingend und mit viel Geschmack. Und dann Paul Desmond! Erfindungsreich, supercool, fließend, etwas dünntönig zwar, aber jazzig bis ins Mark. Das bekannteste Stück aus der Platte, "Take Five", im 5/4- Takt und in es-Moll resp. in Ges-Dur (6 bs) und von Desmond komponiert, hat damals eine Sensation dargestellt. Heute ist es schon ein fast ein Gassenhauer geworden, der von Straßenmusikern gerne und häufig gespielt wird.

Diese Platte gehört neben Miles Davis' Kind of Blue [Remastered], übrigens ebenfalls 1959 aufgenommen und ebenfalls von Columbia produziert, in jede Jazz-Diskothek, mag sie auch noch so klein sein.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
dieses album von dave brubeck aus dem jahre 1959 gehört sicherlich zu den eingängisten matrial der jazz-welt.
selbst leute die mit jazz wenig bis gar nichts anfangen konnen verlieben sich sehr schnell in die rhytmischen und sehr ungewöhnlichen taktarten eines brubecks...

mit sicherheit war ein hits so ziemlich das letzte wasbrubeck erwartete als er das studio für die aufnahmen betrat.

dank verschiedenster auftritte hatte sich der charmante pianist mit der brille bereits eine beneidenswerte fangemeinde erspielt.
doch gottseidank hielt die popularität brubeck nie vom experimentieren ab.
er spielt eines der beliebtesten jazz-alben aller zeiten ein, mit nummern die dafür eigentlich recht ungewöhnlich waren (hier liegt der trick begraben!!)

das master stück "take 5" ist im 5/4- takt geschrieben, was eigentlich keinen swing garantiert. doch brubeck steigerte sich hier in einen hypnosenahen, abhebenden rhytmus, während der eigentliche star dieses quartets, paul desmond eine überragende leistung am alt-saxophon abliefert, man darf nicht vergessen das er take 5 komponierte. gerade die melodie zu take 5 ist derart berühmt und eingängig das sie wohl jeder blechbläser zu beginn spielen möchte... ( und nicht nur bläser sondern auch fast alle jazz gitarristen und pianisten....)

desmond ist überhaupt besonders hervorzuheben: er war vielleicht nicht der technisch beste bläser des jazz, oder der begnadeste. manche sagen er spiele etwas luftarm uns powerlos. aber gerade diese unterkühlte art, dieser lässige und fat teilnahmslose stil macht dieses quartet erst aus und ist garant für den enormen erfolg.

wichtig auch das selbstbewusst wirbelnde schlagwerk von joe morello, oder der äußerst solide bass von eugene wright die so schwieriges material wie
"blue rondo ala turk" (im 9/8 takt) oder "three to get ready" (wechselt zwischen 3/4 und 4/4 takt) gekonnt und absolut mühelos in jazz klassiker verwandeln. und all das zu einer zeit in der leute wie coltrane, taylor oder coleman den free jazz propagierten.

brubeck wurde leider aufgrund dieses enormen erfolgs von jazz-kritikern verschmäht und runtergemacht. das ist im jazz damals genauso wie heute: wiedersprüchliche logik, wenns vielen leuten gefällt ists kein richtiger jazz mehr.... so ein schwachsinn.....)

der sound bewegt sich auf einem herrlich ansprechendem niveau, die diffizilen schläge eines morello mischen sich bedächtig mit dem herrlich klaren bass von wright, während piano und der großartige desmond warm und klar ihre solis und riff runterspieln.. ein wahrer hochgenuss!!

fazit: hörbarer jazz?? jazz zum angreifen, nicht unbedingt virtuos oder langatmig, ganz im gegnteil, erfrischend und einmalig. der einstieg für alle die solche musik nie mochten. muss man zuhause haben!!
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. Januar 2000
Wer "Time Out" (1959) vom "Dave Brubeck Quartet" einmal hört, der wird sich diesen genialen Klängen nicht mehr entziehen können. Ursprünglich als Experiment gedacht, handelt es sich hier doch um eine Verbindung von Klassik, Jazz und orientalischer Musik, entpuppten sich das Album und die Singleauskopplung "Take Five/ Blue Rondo A La Turk" als die ersten Millionseller im Jazz. Dave Brubeck (Piano), Paul Desmond (Saxophon), Gene Wright (Bass) und Joe Morello (Schlagzeug) spielen komplizierte, aber eingängige Rythmen und Melodien und wurden zum Vorbild für viele nachfolgende Bands, z.B "Emerson, Lake and Palmer", die "Rondo" coverten.
Alleine die Originalversion des Klassikers "Take Five" (geschrieben von Saxophonist Desmond, die übrigen 6 Stücke stammen von Brubeck selbst) lohnt den Kauf dieses Meilensteins der populären Musik des 20. Jahrhunderts vollkommen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. März 2013
Man kann diese wunderbare CD täglich hören und die Stücke werden nie langweilig. Die Musik spricht durch ihren rhytmisch geprägten Charakter und ihre dunkle Klangcharakterisch mehr den Bauch als den Kopf an. Mit ihrer durch und durch optimistischen, jedoch erdverbundenem Spielfreude ist diese Musik für mich der ideale Einstieg in den Tag. Das Klangbild ist trotz des Alters der Aufnahme mehr als in Ordnung und angenehm warm gehalten, was vor allem dem Saxophon sehr zu Gute kommt (leicht verrundeter Ton; es fehlt das quäkende manch moderner Aufnahme).
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16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. Januar 2002
Diese Platte hatte ich schon in meiner analog LP Sammlung 1962.
Es ist für mich der schönste Jazz. Das Columbia Label mit dem fast perfekten remastering, erhöht den Hörgenuß zweifelsohne über die Originalaufnahme hinaus. Diese CD sollte jeder Jazz/Blues Freund besitzen!
Claudio Rohde, Leverkusen
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Januar 2014
Habe die Aufnahmen auf LP, irgendwo im Keller, aber bei dem super Angebot, musste ich einfach zuschlagen. Zu den Titeln braucht man nicht mehr viel zu sagen, als MP3, klanglich sehr schön, hätte ich nicht gedacht. Gehört in jede gute Platten, MP3-Sammlung.
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am 13. April 2015
Das vorliegende Werk, welches erstmals 1959 auf dem Label Columbia Records/CBS das Licht der Welt erblickte, gilt als die berühmteste Aufnahme von Dave Brubeck und seinen Mitstreitern. Doch erst zwei Jahre später erreichte diese Scheibe den 2. Platz der US-Albumcharts und das von Paul Desmond (Altsaxophon) komponierte, sehr bekannte Stück "Take Five" wurde ein Top-Hit. Dave Brubeck (Piano) spielte hier weiterhin noch mit Joe Morello (Schlagzeug) und Eugene Wright (Baß). Teo Macero produzierte das Album. Der hawaiianische Grafikdesigner Sadamitsu Neil Fujita, der u.a. einige Platten- und Buchcover gestaltete, war für die künstlerische Ausarbeitung der Abbildung im zeitgenössischen Stil verantwortlich. Neben dem bereits erwähnten "Take Five" ist mit "Blue Rondo À La Turk" ein weiterer Klassiker dabei. Alle 7 Titel des Originalalbums sind hörenswerte Tracks und sorgen dafür, daß dieses Album in keiner gut sortierten Jazzsammlung fehlen sollte. 5 zeitlose Sterne von Christian Schauer, Berlin. Weitere von mir verfaßte Rezensionen: Fleetwood Mac's "Greatest Hits" (Peter Green Years), The Blues Brothers "Music From The Soundtrack"
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