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Kundenrezensionen

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am 13. Juni 2009
Das Album ist für mich unter den ersten 5 meiner Musiksammlung. Es hat auch nach 30 Jahren keinen Charme eingebüßt. Es ist Musik von einem anderen Stern. Meine Vorredner haben das im Detail begründet.

Ich möchte nur auf zwei Dinge eingehen: "The battle of epping forest" und "Cinema Show".

Man höre sich nur mal an, wie Collins, dieser Ausnahmedrummer, "the battle ..." unterstützend mitprägt. Seine Rhythmustextur ist unglaublich, wenn er unter den Stakkato-Refrain von Gabriel eine Bluesmetrik legt. Das ist für eine britische Folkrockband sehr ungewöhnlich. Hier zeigt Collins, dass nur mit ihm Genesis das wurde, was es heute ist: das imposanteste Musikunternehmen aller Zeiten - neben den Beatles. Der Song "The battle .." ist ein Stück Musik, wie man es nur selten hören darf. Viele mögen es nicht, weil es metrisch zu komplex ist.

"Cinema show" ist vermutlich mein Paradestück von Genesis. Was dort im zweiten Teil geschieht, ist wirklich von einem anderen Stern. Tony Banks zeigt, wie unauffällig er die Klassik in den Rock eingebettet hat. Das Stück, das scheinbar nie zu Ende geht, entwickelt noch heute einen geradezu magischen Sog. Es ist, um in der heutigen Sprache zu reden, "spacig". Und auch das Ende des Songs, das in seiner Eigenwilligkeit besticht, zeigt, das Genesis mit zum kreativsten Musikerpool gehört, der jemals auf einer Bühne stand. Wie seichte Wellen ebbt der Song aus in einer schwebenden Klangcollage über Collins ätherischen Drum-Spielereien. Herrlich.

"Selling England ... " ist für mich dasselbe Kaliber wie Tschaikowskys 6. Sinfonie. Es ist ein eigenes Genre, das nie wieder bedient werden konnte. - Diese Platte ist pure Fantasie - in Noten gesetzt. Das Wort Meisterwerk ist dafür zu abgegriffen.

Danke - Genesis.
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am 30. Dezember 2009
Über das Album an sich, muss man dem Genesis Fan nicht mehr viel erzählen. Stücke wie "I know what I like", "Firth of Fifth" oder "Cinema Show" sind legendär. Als die neue SACD + DVD Version herauskam, habe ich mir diese gekauft, weil ich die Klangqualität der normalen CD nicht besonders berauschend fand. Ich bin im Besitz eines Multiformat-Players eines bekannten japanischen Herstellers und froh, wenn ich für das Gerät "passendes Futter" finde. Als erstes habe ich die SACD eingelegt und aufmerksam gelauscht. Hier konnte ich nun Feinheiten hören, die ich bei der normalen CD nie wahrgenommen habe. Das ganze Klangbild ist viel luftiger. Danach habe ich zum Vergleich die DVD eingelegt. Was ich hier gehört habe, hat mich echt aus den Socken gehauen. Zwar fehlt ihr zum Vergleich zur SACD etwas an Dynamik, aber dafür tut sich quasi eine dreidimensinale Bühne auf. Ich habe noch nie solch eine Tiefenstaffelung erlebt. Die DVD-Audiospur bietet ein wahres Klangerlebnis. Anmerkung: Ich höre SACDs und DVDs meistens über Kopfhörer.
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am 29. August 2000
Wenn es in meiner Riesensammlung an Platten irgendeine Platte gäbe, die ich vor einem Zimmerbrand retten dürfte, wäre es diese. Die kompositorische Vielfalt bei den Stücken "Firth of Fifth", "Battle Of Epping Forest" und "Cinema Show" ist zwar auf "The Lamb", welche ebenfalls zu meinen Lieblingsplatten zählt, auch vorhanden, so zeigt diese dennoch völlig andere Strukturen, eher schon "kommerziell" im weitesten Sinne. Die Harmonien des Gitarrenparts von "Firth of Fifth" sollte man sich vergleichsweise auf der "Seconds Out" reinziehen und dabei nicht mit der Lautstärke geizen. Vergleicht man diesen dann mit der Originalversion, stellt man fest, daß man hier eher das Bedürfnis hat, in die Harmonien "reinzukriechen". Gabriel hat nirgends mehr, davor oder danach so betont und stimmungswechselnd gesungen wie bei "Battle of..". Banks obergeniale Vielfalt und Ideenreichtum wie beim Instrumentalteil von "Cinema Show" wurde von ihm selbst meiner Meinung nach nie mehr erreicht. Der Übergang in den Schlußteil mit Gabriel's zerbrechlich klingendem Ausklang ist einfach nicht nachvollziehbar. Wie können sich Menschen solche Harmonien ausdenken? Für mich ist und bleibt diese Scheibe die Platte aller Platten...
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TOP 1000 REZENSENTam 29. Oktober 2006
`Can you tell me where my country lies`. Mit dieser Textzeile fängt die "Selling England By The Pound" aus dem Jahr 1973 an. Peter Gabriel singt mit so einer traurigen, gebrechlichen und trotzdem starken, anklagenden Stimme, wie nur er es kann. Die vorliegende Platte ist für mich die stärkste Studioscheibe von Genesis überhaupt. Waren die Vorgänger "Nursery Cryme" und "Foxtrott" schon Meisterwerke einer jungen, aufstrebenden Band, so gelingt es hier, ein Album für die Ewigkeit zu erschaffen.

Dancing with the moonlit knight: Der heimliche Titelsong des Albums. Peter singt zum weinen schön, das Lied steigert sich jedoch unglaublich und jeder der 5 kann seine Stärken ausspielen. Eines meiner Lieblingsstücke von Genesis überhaupt.
I know what I like: War ein ganz kleiner Hit in GB. Ist eigendlich ziemlich poppig für damalige Genesiszeiten, also vollkommen ungewöhnlich. War eigendlich fast immer im Liveprogramm.
Firth of fifth: Wird von vielen Fans als d a s Genesisstück gehandelt. Ich sehe es ähnlich. Das Gitarren-Keyboardsolo ist wirklich nicht mehr zu toppen. Tony und Steve in Topform.
More fool me: Gesungen von Phil (ganz dünnes Stimmchen). Das Lied ist gut, man fragt sich aber wirklich, wie aus diesem `Sänger` mal der Superstar Collins werden konnte.
The battle of epping forest: Was für ein Song, was für ein Text. Die Gruppe und Peter Gabriel übertreffen sich selber. Teilweise richtig hart, so dass man die "Schlacht" nachvollziehen kann. Der Text strotz nur so vor Ironie und Sarkassmus.
After the ordeal: Gutes instrumentales Stück.
The cinema show: Ein vielleicht noch besseres Keyboardsolo von Banks (geht das überhaupt noch nach `Firth of fifth`?). Für mich auch eines der besten Stücke von Genesis überhaupt. Gänsehaut garantiert.
Aisle pf plenty: Zum Ende wird uns noch erklärt, wie ein (gutes?) englisches Frühstück aussehen muss.

Von den 10 besten Genesisliedern sind hier direkt 4 Stück enthalten. Man kann kaum glauben, dass Banks, Collins und Rutherford später so durchschnittliche Alben wie "Invisible Touch" gemacht haben.
Dieses Album scheint mir ein absolutes Vorbild für die Marillion der Fish-Ära und für IQ zu sein. 5 Sterne für das geniale "Selling England...". Hier wurde Musikgeschichte geschrieben.
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am 31. März 2015
Es gibt sie, diese seltenen Platten, die es schaffen, einen mit Haut und Haaren zu verschlingen; die auf akustischem Wege vermögen, die Wirkung einer in sich drehenden Spirale zu erreichen, wie sie Hypnotiseure in alten S/W-Filmen verwenden.
Man mag diese Platten manchmal aus den Augen verlieren, um sie dann wieder zu entdecken: manchmal auf einem neuen Medium wie SHM-CD, Blu-Ray Audio oder auch nur auf dem verstaubten Dachboden auf Vinyl (verbunden mit der Frage, ob es die alte Magnetnadel des in die Jahre gekommenen Thorens TD 320 noch bringt oder sich die Anschaffung eines Moving Coil lohnen könnte). Wie auch immer die Entscheidung ausfallen wird:
Die Faszination an und Begeisterung für Selling England by the Pound wird einen wieder erfassen.
Weiß man um die Weiterentwicklung insbesondere von Steve Hacket hin zur Klassik, kann man die Elemente durchaus bereits hier auf dieser "Schallplatte" (was für ein wunderschönes Wort, wieso benutzt das keiner für die CD, ist doch nichts anderes: ein kleines rundes Ding und es erzeugt Schall) entdecken. Wie übrigens auch ansatzweise mit etwas Fantasie die Anfänge von New Age oder Lounge herauszuhören sind.
Überhaupt gibt es viele Fragmente, bei denen offenbar viele andere Künstler genauer hingehört und sich haben inspirieren lassen: um mal das Gitarrenschrammeln von Dancing with the moonlit knight bei Echo and the Bunnymen als Beispiel zu nennen.
Ich kann mich nicht entsinnen, jemals diese Platte bei egal welchem Musikmagazin als eine der wichtigsten hundert Veröffentlichungen oder sonst was gefunden zu haben.
Vollkommen egal und überflüssig: es gab eine Zeit 1984 da war ich im fernen Ausland und hatte die Wahl zwischen drei von einem Kameraden zurückgelassenen Musik-Cassetten: Eddy Grant, Nick Drake und Genesis gleichnamiges Album (mit Mama). Eddy Grant vergessen wir jetzt mal ganz schnell, Nick Drake konnte ich absolut nichts abgewinnen (hat sich nach der ersten Sichtung der legendären Golf Cabrio-Werbung geändert). Genesis hingegen war mir in diesen neuen Monaten ein treuer Wegbegleiter. Ich wünschte auf der Cassette wäre Selling England by the Pound gewesen, sonst hätte die Wiederfindungsphase nicht so lange gedauert. Obwohl: Home by the Sea ist schon genial!
Auch genial auf Selling England: das letze Lied mit der gleichen Grundmelodie ausklingen zu lassen wie das erste Lied anfängt. Vielleicht eine Grundidee eines Konzeptalbums, keine Ahnung, aber überaus originell und das zu einer Zeit, als es noch keine Repeat-Tasten gab, um das Album in einer Endlosschleife zu spielen, was Selling England by the Pound erst recht zu einem Gesamtkunstwerk formt. Und womit ich wieder bei der anfangs beschriebenen, sich drehenden Spirale wäre.
So, und wenn ich jetzt mit dem Finger schnippe, wachen Sie wieder aus der Hypnose auf.
Aber vorher bestellen Sie sich noch die SHM-CD von Selling England By The Pound: die hat nämlich nicht den gleichen (zwar kaum bemerkbaren aber trotzdem vorhandenen) Aussetzer ganz zum Schluss von Aisle Of Plenty des Remasters von 2009.
Und jetzt aufwachen: SCHNIPP...;-)
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am 22. Mai 2010
Die Genesis der Siebziger waren vor 30 Jahren für mich DIE Band, bewundert, geliebt, verehrt. Ich habe dann gelitten an den Verrissen von Sounds und Rolling Stone etc., die sich so ab 1976 mit dem Aufkommen des Punk und New Wave häuften und ich habe schliesslich selbst auch das Interesse an der Band verloren, als ich "erwachsen" wurde und die Band sich mehr und mehr der Hitparade zuwandte. Meine musikalischen Interessen wandten sich der Klassik und der Oper zu und schliesslich dem Jazz. Nun nach fast 30 Jahren erhielt ich letzte Weihnachten die 1970-75er Box von Genesis, und hörte die alten Sachen nach so vielen Jahren - zuerst ehrlich gesagt mit einer gewissen naserümpfenden Distanziertheit - wieder und was soll ich sagen: The Knife, Musical-Box, Supper`s Ready, In the Cage u. Co. hauten mich sofort wieder um. Die alte Magie war blitzartig zurück und seit Jahren war es mir nicht mehr so den Rücken runtergelaufen.... Unglaublich, was diese Anfangszwanziger damals für Musik machten!!! Ich hörte wieder Yes` Close to the Edge, King Crimsons Red und Larks`..., Gentle Giant etc. - meine damaligen Favoriten eben und ich komme aus dem Staunen nicht heraus, was die anno 1972/73 für Musik machten und noch mehr: dass diese Musik damals erfolgreich war!! Wenn ich denke, wieviel - besser: wie wenig von dem Punk und New Wave heute noch hörbar ist, der die alten Prog-"Dinosaurier" ab 1976 dann wegspülte? Wenn ich denke, was heute für Plastikmusik die Hitparaden dominiert und das schon seit den Achzigern! Seit 5 Monaten höre ich die alten Scheiben wieder rauf und runter und ich liebe sie und es gibt so viele tolle unglaubliche Sachen zu hören und Details neu und wieder zu entdecken, uferlos viel wunderbare Musik, aber eines ist unvergleichlich: Dieses Album von Genesis! Das war eindeutig ihre reifste, erwachsenste, wunderbarste Leistung und es gibt für mich nichts in der Pop-/Rockmusik der letzten 50 Jahre, was dieses Album übertifft. Zum Schluss ein Genesis-Spezialtipp für Jazz-Fans: Rewiring Genesis (Lamb Tribute von Nick d`Virgilio) - genial!
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VINE-PRODUKTTESTERam 17. Februar 2005
Für mich das stärkste Album von Genesis. 1973 erschienen markiert es den Höhepunkt dieser ehedem so kreativen Band (bevor Phil Collins nach dem Ausscheiden von Gabriel aus dem Rest eine Hitfabrik schuf). Der große Erzähler Gabriel nimmt uns mit in sein bizzar-fantastisches Wunderland. Dabei begleitet er uns mal erzählend, theatralisch vortragend mal manisch singend. Als Vehikel dienen uns die vielschichtigen Arrangements der Band: gallopierende Pferde mit weissen Mähnen ("Dancing with the moonlit knight"), rumpelnde Holzkarren ("I know what I Like"), fliegende Teppiche ("The Cinema Show") und gemächlich dahintriebende Boote, die uns vom Ufer eines imaginären Flusses Zeuge von absurden Begebenheiten werden lassen ("The battle of epping forest"). Zum guten Schluss setzen uns Genesis mit einer leisen Variation des Eingangsthemas wieder ab und entlassen uns leicht verwirrt und sehr diesseitig inmitten einer Fleischauktion... eine unglaubliche Platte!
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am 28. Juli 2003
Vergesst Invisible Touch. Genesis waren in den 70ern am besten, als Peter Gabriel noch dabei war. Ihren absoluten Höhepunkt erreichte die Band mit dem Meisterwerk SELLING ENGLAND BY THE POUND. Weder vorher, noch nachher klangen Genesis ausgewogener und virtuoser. Jeder Song sitzt:
DANCING OUT WITH THE MOONLIT KNIGHT ist der wohl beste Song von Genesis. Eingeleitet durch einen melancholischen und ungeheuer gefühlvollen Gesang Peter Gabriels, unterlegt von dezenten Gitarren- und Keybordklängen, ehe dieses Meisterstück progressiver Musik theatralisch ausartet und in acht Minuten mehr aussagt und beinhaltet als das 22 minütige SUPPERS READY vom Vorgängeralbum.
I KNOW WHAT I LIKE ist eine düster-melancholische Gänsehautballade mit sehr virtuosem Drumming.
FIRTH OF FIFTH ist ebenfalls ein ProgRock-Song der absoluten Spitzenklasse. Eingeleitet durch einen herrlichen von Klavier vorgetragenen Melodiebogen und mit weit ausschweifenden Instrumentalpassagen in der Mitte entsteht hier eine knapp zehnminütige Minisinfonie.
MORE FOOL ME ist etwas kitschig. Kein Wunder, es wird von Phil Collins vorgetragen. Könnte auch von seinem aktuellem Album TESTIFY stammen. Leider wirkt diese Schnulze auf SELLING ENGLAND etwas deplaziert und nichtssagend.
THE BATTLE OF EPPING FORREST dauert elf Minuten, basiert aber hauptsaächlich auf der von Gabriel gesungenen Geschichte, enthält dafür nur sehr kurze Instrumentalsoli. Der Text ist lustig und zeugt von schwarzen Humor, die Melodien verspielt.
AFTER THE ORDEAL ist eine klasse Instrumentalnummer mit herrlich bombastischen Melodien, welche das nachholt, was bei THE BATTLE... fehlte.
THE CINEMA SHOW .... soll ich zu diesem Musterstück noch etwas sagen ? Alleine dieser Song rechtfertigt den Kauf des Albums. Nach langer Solopassage und traumhaften Melodien endet der Song mit:
AISLE OF PLENTY, dem letzten Song des Albums. Hier wird nocheinmal die Melodie von DANCING OUT... rezitiert.
Dieses kurze Kleinod ist zugleich Ende und auch Anfang des Albums, denn es endet, wo DANCING OUT... beginnt und befiehlt daher dem Hörer das Album von neuem zu spielen.
KAUFT ES UND STAUNT!
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am 23. März 2014
Wer meine Rezensionen kennt, weiß, dass mir die Musik von Genesis (und all ihren Epigonen) eigentlich nie progressiv genug sein. Auf SELLING ENGLAND BY THE POUND hat die Gruppe ihren Zenitpunkt erreicht sowie ihren feinen Stil und ausschweifende Songpassagen sowie -strukturen formvollendend in sechs individuellen Songs verarbeitet. Musikalisch wurde alles herausgeholt und ausgelotet, was musikalisch auszuschöpfen war. Der Abwechslungreichtum progressiver Arrangements hatte sich noch erweitert und feine Gitarrengespinnste werden mit waschechten Prog-Elementen und ausartenden Keyboardteppichen zu einem Gesamtkunstwerk verwoben, was den Engländer vorzüglich gelungen ist.
Der Eröffnungssong DANCING OUT WITH THE MOONLIT KNIGHT soll Zeuge dieser Symbiose werden. Anfangs noch ruhig mit Gabriel's Gesang beginennd, wird mit malerischen Klaviereinlagen hantiert, ehe das Stück theatralisch ausartet und sich zu einem Riffgewitter ohne gleichen entwickelt. Ungewöhnlich hart und brachial, für Genesis-Verhältnisse ungewöhnlich. I KNOW WHAT I LIKE (IN YOUR WARDROBE) setzt mit hörspielartigen, den Song durchgehend begleitenden, Parts nach. Eine poppige Struktur durchzieht den Song, so dass hier Assoziationen zum Debüt FROM GENESIS TO REVELATION entstehen. Mit einem schönen Klavierintro vorgetragen schließt sich FIRTH OF FIFTH an, das sich nach und nach zu einem Klangexperiment mit ausschweifenden Keyboardsoli von Tastenmeister Banks und Steve Hacketts Gitarren entwickelt und gegen Ende mit einem melancholischen Part den die fröhlich unbekümmerten Melodien kontrastiert. MORE FOOL ME dann, folgt einer schnulzenähnlichen Struktur, die von Peter Gabriels Soloalben stammen könnte. Auf einem Prog-Rock-Album wirkt dieses akustische Intermezzo aber deplaziert. THE BATTLE OF EPPING FOREST wird mit mittelalterlichen Klängen vorgetragen, aber als waschechter Prog-Song mit zahlreichen Tempiwechseln und malerischem Gesang weitergeführt. Das Instrumental AFTER THE ORDEAL bedingt THE BATTLE OF EPPING FOREST quasi und kann als klassische Fortsetzung zum elfminütigen Prog-Kleinod erachtet werden. THE CINEMA SHOW folgt mit erzählerischem Gesang und schönen, filigranen Melodien die sich im ellenlangen Instrumentalteil (der diesen Epos beschließt sowie sich mit dem folgenden Gimmick (AISLE OF PLENTY) kreuzt) zu einem Song epischen Ausmaßes entwickeln. Nie zuvor klangen Genesis ausgewogener als bei diesem Musterstück, das direkt aus dem Lehrbuch zu stammen scheint. Das mit einer Portion Humor garnierte AISLE OF PLENTY beendet ein Jahrhunderwerk des Progressive Rock und die zenitpunktierte Schaffensweise der Engländer. Das hommage Cover tut dazu sein übriges.
KAUFEN!
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am 21. Februar 2003
Viele Bands haben in Ihrer Schaffenszeit nur einmal (wenn überhaupt) das Glück DAS eine Werk, ihr opus magnum zu schreiben.
Bei GENESIS wird aus künstlerischer Sicht hier gerne und oft "The Lamb lies down Broadway" genannt.
Meiner Meinung nach hat GENESIS dies zweimal vollbracht. "Selling England by the Pound" ist der direkte Vorgänger zu "The Lamb" und bildet musikalisch auch das Bindeglied zwischen "Lamb" und den Vorgängerwerken "Foxtrot" und "Nursery Crime" die zum Teil etwas unrund wirken. Diese Platte ist harmonischer, ausgefeilter, runder ja erwachsener. Das direkte Nachfolgewerk "The Lamb" ist ein Konzeptalbum das EINE Geschichte erzählt und daher musikalisch auch anders aufgebaut.The Lamb erinnert zum Teil eher an spätere Gabriel-Alben, er trennte sich auch unmittelbar nach dem letzten Konzert der Tour von Genesis.
Was Tony Banks und das oft "vergessene" Bandmitglied Steve Hackett hier aus Ihren Instrumenten Zaubern ist atemberaubend schön. Zwar ist hier auch der erste Single-Hit der Band "I Know What I Like" auf dem Album vertreten, doch unterscheidet sich dieser SEHR von den Stücken mit denen die restlichen Genesis seit "Follow You Follow Me" und hat si gar nichts mit den Collins-lastigen Hits und POP-Songs zu tun.
"Selling England" ist vom erstenen bis zum letzten Ton eine Reise. Angefangen mit dem sehr stark intoniertem "Dancing With The Moonlit Knight" über die traumhaften Klaviereinsteig zu "Fith of Fith" mit dem wundervoll getragenem, irgendwie entrückten Gitarrensolo Hackets bis hin zu der schier unglaublichen "Cinema Show".
Selling England ist das Meisterstück der "pre-lamb" Zeit.
Wer tolerante Nachbarn hat: Aufdrehen und auf Reisen gehen.
Wer keine hat: Gute Kopfhörer, aufderehen und auf Reisen gehen.
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