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5.0 von 5 Sternen Der Geheimtipp!
Mit Aufnahmen von Webers "Nationaloper" sieht es aktuell nicht allzu gut aus - gerade wer von historischen Aufnahmen tendenziell absieht, steht vor einer nur sehr kleinen, wenn auch unübersichtlichen Auswahl an Aufnahmen. Die großen Dirigenten unserer Zeit haben sich am "Freischütz" fast ausnahmslos gar nicht erst versucht, und einige interessante Kuriosa...
Veröffentlicht am 17. Februar 2003 von MRuhnke

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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Solide, aber mit Schwächen
Vielleicht bin ich ja auch nur mittlerweile zu sehr an Kleiber gewöhnt, aber diese Aufnahme kenne ich länger als die von Kleiber und ich muss sagen, ich kann die euphorische Bewertung hier nicht ganz nachvollziehen.

Positiv an dieser Aufnahme:

- Hildegard Behrens singt wunderbar "Und ob die Wolke sich verhülle", steht z.B. Gundula...
Veröffentlicht am 18. Juni 2010 von Tobias Fabian-Krause


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23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Geheimtipp!, 17. Februar 2003
Rezension bezieht sich auf: Weber: Der Freischütz (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Mit Aufnahmen von Webers "Nationaloper" sieht es aktuell nicht allzu gut aus - gerade wer von historischen Aufnahmen tendenziell absieht, steht vor einer nur sehr kleinen, wenn auch unübersichtlichen Auswahl an Aufnahmen. Die großen Dirigenten unserer Zeit haben sich am "Freischütz" fast ausnahmslos gar nicht erst versucht, und einige interessante Kuriosa (wie den Wiener Radiomitschnitt unter Karl Böhm oder die Wiedereröffnung der Semperoper) sind gar nicht erst verfügbar.
Da verwundert es kaum, daß als "Referenz" von allen Seiten einzig die Aufnahme unter Carlos Kleiber aus den frühen 70ern empfohlen wird. Mit der kann der geneigte Opernfreund, zumal ob der durchweg guten Solistenbesetzung, nun durchaus leben, aber "Referenz"? Wohl eher nicht, nicht jederman will den "Freischütz" in der aufdringlichen halligen Akustik einer Kirche hören, von Kleibers etwas nervöser Orchesterführung und den extremen Tempi sowie den reingeschnittenen, von Schauspielern gesprochenen Dialogen gar nicht zu reden. Hier ist eine gemeinhin unbekannte Alternative:
Rafael Kubelik hat das Radiosinfonie des BR wirklich perfekt im Griff, die rhythmische Präzision des Klangkörpers erstaunt insbesondere im Vergleich zu Konkurrenzaufnahmen. C. Kleibers Hyperinflation der Tempi (Introduktion Nr. 1!) macht Kubelik nicht mit und überzeugt mit gemäßigten Taktschlägen, die aber dank der präzisen und spannungsreichen Führung des Orchesters niemals langweilig oder schleppend erscheinen. Zu absoluter Hochform laufen die Münchner in der Ouverture, dem Finale und der gesamten Wolfsschluchtszene (wo das gesamte Repertoire der Schlagwerkabteilung und Geräuschemacher ausgenutzt wird) auf. Wie überhaupt die gesamte Orchesterarbeit eine sehr gute Werkkenntnis verrät, die Aufnahme kann man immer und wieder hören und wird jedes Mal neue Feinheiten entdecken (Generalpausen!). Kubelik leitet das Orchester zu durchaus starker, aber nie übertriebener Dynamik an, die kleiner besetzten Szenen (Bühnenmusik Nr. 1, Jungfernchor) wirken geradezu kammermusikalisch-filigran.
Zum hervorragenden Gesamteindruck trägt auch der gute Chor bei, der textgenau und rhythmisch präzise endlich mal nicht im Orchesterklang untergeht, Jägerchor wie Gespensterchor kommen souverän, doch ohne falsches Pathos.
Eine vokale Glanzleistung liefern die beiden Damen ab: So jugendlich, so locker, glaubwürdig und dabei technisch überragend wie von Hildegard Behrens und Helen Donath hat man die Partien (Agathe/Ännchen) wohl noch nie gehört, die beide von Takt zu Takt mühelos zwischen Sprechen, leichtem, verzierungsreichen Gesang und hochdramatischem Ausdruck wechseln können - ich warne ausdrücklich jeden Opernfreund, daß er nach dem Hören dieser Aufnahme i.B.a. diese Partien deutlich kritischer sein wird. Nicht nur die Einzelleistungen, sondern besonders das Zusammenspiel mit den anderen Akteuren gelingt perfekt, insbesondere mit René Kollo, der hier (1979) auf der Höhe seiner stimmlichen Karriere einen ungewöhnlich leichten, aber sehr ausdrucksstarken Max gibt, ein hörbar intelligenter Sängerdarsteller.
Peter Meven verkörpert einen etwas zurückhaltenden, eher hintergründig bösen Kaspar, kann es mit Stimmgewalt und dämonischer Kraft nicht mit der Konkurrenz (Theo Adam/Kurt Böhme) aufnehmen - trotzdem ein sehr überzeugendes Rollenportrait, zumal er in der Höhe nicht wie andere kämpfen muß. Auch Wolfgang Brendel als Ottokar gehört eher in die leichte Kategorie Bariton, überzeugt hier ohne Abstriche. Insbesondere der stimmliche Kontrast der beiden vorgenannten mit dem extrem tiefen und sauber-dominanten Baß von Kurt Moll als Eremiten läßt die Sängerbesetzung durchdacht wie perfekt erscheinen.
Die Technik der Studioaufnahme ist - wie bei jüngeren Decca-Aufnahmen zu erwarten - perfekt, nur ein ganz minimales, kaum wahrnehmbares Rauschen verrät, daß es sich hier 1979 noch um eine Analogaufnahme handelte. Das Orchester erklingt räumlich, dynamisch und doch homogen, die Solisten dabei niemals überdeckend. Die Textverständlichkeit ist perfekt. Samiel erscheint per Tontechnik unschlagbar furchteinflößend, beim "hier bin ich" (Finale II) fährt einem der Schreck durch die Glieder.
Absoluter Kauftipp. Wundern kann man sich nur, warum diese Aufnahme sonst so wenig empfohlen wird - Kleiber mag zwar eine etwas emotionalere Darstellung liefern, aber die von Kubelik ist insgesamt überzeugender.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Freischuetz - Gesamtwerk, 20. November 2003
Von 
Enrico Morelli (Böblingen, Baden Würtemberg Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Weber: Der Freischütz (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Ein Komplettwerk- der Chor und das Sinfonieorchester des Bayrischen Rundfunks haben zusammen mit den Solisten Rene Kollo, Hildegard Behrens, Peter Meven, u.a. eine tolle Einspielung von Webers romantischer und bekanntester Oper gebracht. Eine vollständig gelungene Interpretation dieser großartigen Fabel mit der richtigen Mischung von Romantik und Magie. Für mich ein Hörgenuss der ganz besonderen feinen Art und eine gelungene Einstimmung auf den nächsten Opernabend - vieleicht in der Semperoper von Dresden.....
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Solide, aber mit Schwächen, 18. Juni 2010
Von 
Tobias Fabian-Krause (Landau, Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Weber: Der Freischütz (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Vielleicht bin ich ja auch nur mittlerweile zu sehr an Kleiber gewöhnt, aber diese Aufnahme kenne ich länger als die von Kleiber und ich muss sagen, ich kann die euphorische Bewertung hier nicht ganz nachvollziehen.

Positiv an dieser Aufnahme:

- Hildegard Behrens singt wunderbar "Und ob die Wolke sich verhülle", steht z.B. Gundula Janowitz (Kleiber) in nichts nach.

- Das Klangbild bei "Schütze, der im Dunkeln wacht" ist wirklich wunderschön gezeichnet. Hier kann Kleiber nicht mithalten, der eher durch Lautstärke und Geschwindigkeit als durch Feinheiten Wirkung zu erzielen versucht. Die übrige Wolfsschluchtszene hingegen ist nichts besonderes. Gut, aber nicht herausragend (Gleiches gilt für Kleiber)

Negativ bei Kubelik:

- René Kollo ist für meinen Geschmack eine krasse Fehlbesetzung als Max. Bei allem Respekt für Herrn Kollo, aber er vermag weder vom Wohlklang der Stimme noch von der Artikulation mit Peter Schreier mitzuhalten. Vieles klingt gezwungen, kein Esprit, Verzeihung, aber für meinen Geschmack echt sehr schwach.

- "Jungfernkranz": die Brautjungfern scheinen mir mit ihren Soloparts überfordert. Sie kaschieren das mit viel Vibrato, wodurch es schlimmer wird.

- Tempi: es ist natürlich Geschmackssache bzw. falls man dies verneint und meint, es gäbe ein historisch richtiges Tempo, muss ich sagen, ich kann es nicht beurteilen, wer hier recht hat. Natürlich ist Kleiber bisweilen extrem (Introduktion Erster Akt!), aber ich finde, dass der Freischütz dadurch eine Kraft und ein Temperament entwickelt, dass er sonst an diesen Stellen nicht hat. Der Unterschied zwischen Kleiber und Kubelik ist hier an einigen Stellen extrem, am heftigsten beim Walzer im 1. Akt: Kubelik braucht dafür 50 Sekunden mehr als Kleiber. Beide übertreiben für meinen Geschmack, Kleiber in eine Richtung, die mir gefällt. Kubeliks Walzer ist sicher angenehm, wenn man dazu tanzen will und es noch nicht kann, aber für diese Oper zu langsam.

Was die restliche Oper betrifft, soll man es auch nicht übertreiben. Kleiber ist zwar kontinuierlich schneller, aber die Unterschiede fallen nur selten krass aus.

Weitere Punkte:

- Ouvertüre: solide und schön gespielt, wobei mir besonders die Hörner bei der Staatskapelle Dresden (Kleiber) besser gefallen. Gleiches gilt für die dynamische Kontrastierung.

Kaspar: Peter Meven ist gut, ohne zu glänzen. Kurt Böhme bei Jochum und Theo Adam bei Kleiber sind sehr gut und glänzen mit viel mehr Ausdruckskraft und besserem Rollenspiel.

Helen Donath (Ännchen): "Einst träumte meiner sel'gen Base" singt sie sehr schön, da gibt es nicht viel zu beanstanden. Vielleicht hält sie einige Noten zu lange, aber das fällt nicht weiter ins Gewicht. Edith Mathis' (Kleiber) Stimme gefällt mir noch ein wenig besser, aber gut, das ist natürlich harte Konkurrenz und Frau Donath hat echt eine schöne Stimme und spielt die Rolle des fröhlichen Ännchens gut.

Fazit: eine gute Aufnahme, bei der Rafael Kubelik für meinen Geschmack stellenweise etwas zu langsam dirigiert, aber sehr schön Klangfarben zeichnet. Die Tonqualität macht allerdings einen Teil davon wieder kaputt, wobei die Tonqualität relativ zum Alter der Aufnahme echt akzeptabel ist. René Kollo ist für meinen Geschmack äußerst schwach, Peter Meven durchschnittlich, Hildegard Behrens und Helen Donath machen ihre Sache gut.
Sicher eine Alternative zu Kleiber, aber für meinen persönlichen Geschmack insgesamt doch bestenfalls zweite Wahl. Für einige Stellen (Jungfernkranz! "Hier im ird'schen Jammertal") ziehe ich nicht nur Kleiber, sondern auch die Aufnahme von Eugen Jochum vor.
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