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20
4,8 von 5 Sternen
The Hurting
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am 5. Februar 2014
Zunächst zum Album "The Hurting", zum Boxset unten mehr.

Als Tears for Fears 1982 mit "Mad World" auf Platz 3 der britischen Charts schossen, schienen sie aus dem Nichts einfach so aufgetaucht zu sein. Der Nachfolger "Change" schaffte Platz 4, das dazugehörige Album "The Hurting" erreichte sogar Platz 1! Nicht schlecht für ein Debütalbum. Doch woher kam diese Band, die so selbstbewusst auftrat und bereits ihre künstlerische Stimme gefunden hatte?

Natürlich kam sie nicht aus dem Nichts. Tears for Fears hatten bereits ohne Erfolg zwei Singles vorher veröffentlicht: 1981 "Suffer the Children" (produziert von David Lord, mit der Akustiknummer "Wino" auf der B-Seite); 1982 "Pale Shelter (You Don't Give Me Love)" (produziert von Mike Howlett, mit einer frühen Version von "The Prisoner" auf der Rückseite). Hört man diese beiden Singles heute auf der zweiten CD, wird deutlich, dass die Stücke in puncto Komposition und Arrangement schon nahezu mit den endgültigen Versionen identisch waren. Was fehlte, was der passende Sound. Diesen Klang-Ansatz sollten sie erst mit der Hilfe von Produzent Chris Hughes und Toningenieur Ross Cullum finden, und dieser Sound sollte "The Hurting" von allen anderen Veröffentlichungen der Zeit unterscheiden. Tears for Fears wurden (und werden) zwar als Synthiepop-Band bezeichnet, doch der Elektronik-Anteil war im Vergleich zu den Mike-Howlett-Produktionen bereits einiges geringer. Damit begannen sie gewissermaßen sehr früh schon die Abkehr vom Synthie-Pop - mit Akustikgitarren und echtem Schlagzeug (allerdings ohne Hi-Hat und Becken).

Sänger/Gitarrist/Songschreiber Roland Orzabal und Sänger/Bassist Curt Smith hatten sich ja von der Band Graduate getrennt, um Tears for Fears zu gründen. Roland Orzabal hatte Curt Smith mit den Büchern des amerikanischen Psychotherapeuten Arthur Janov vertraut gemacht - Curt Smith hat daraus den Begriff "Tears for Fears" entlehnt. Beide konnten sich mit den Thesen Janovs identifizieren - beide hatten eine unglückliche Kindheit hinter sich, und das Kernthema der "Primärtherapie" ist die Verarbeitung von Kindheitstraumata durch nochmaliges Durchleben dieser bzw. indem man den negativen Gefühlen, die man eigentlich unterdrückt, freien Lauf lässt. Laut Janov führen diese unterdrückten Emotionen zu Phobien und anderen negativen Auswirkungen auf die Psyche. (Der Begriff "Urschrei" dürfte einigermaßen bekannt sein; er stammt von Janovs Buch "The Primal Scream".) TFF wollten einerseits ihre Katharsis durch Musik ausdrücken, aber auch genügend Geld verdienen, um in Amerika in Therapie zu gehen, sowie gleichzeitig andere Menschen mit den Themen konfrontieren. (John Lennon, eines ihrer Vorbilder, hatte nach dem Ende der Beatles eine Primärtherapie begonnen, allerdings nach einiger Zeit abgebrochen.)

Das Album "The Hurting" ist, so gesehen, etwas einseitig, da es sich vor allem mit Schmerz befasst, zugleich aber auch schon auf Katharsis und Heilung hindeutet. Der Titelsong stellt das Thema in Form einer kraftvollen Hymne vor, verbunden mit einem leisen Akustikteil. "Mad World" behandelt essenzielle Sinnfragen, musikalisch kongenial mit hektischen Rhythmen umgesetzt. Dieses Paranoide, Hektische, Gehetzte ist es auch, das der Coverversion von Gary Jules und Michael Andrews komplett fehlt. Das dramatisch-treibende "Pale Shelter" verdeutlicht die Verbindung zwischen einer gestörten Beziehung zu den Eltern ("you don't give me love, you give me pale shelter") und späteren gescheiterten Liebesbeziehungen (ein Thema, das in "Memories Fade" erneut aufgegriffen wird). "Ideas as Opiates" ist meditativ, leise, und nach zwei von Curt Smith mit seiner hohen, melancholischen Stimme gesungenen Titeln ist Roland Orzabal hier mit seinem kraftvollen Organ zum ersten Mal alleine zu hören (auf dem Opener singen beide im Duett). Bei "Ideas as Opiates" und "Memories Fade" ist außerdem Saxophon-Koryphäe Mel Collins als Gastmusiker dabei. "Memories Fade" überrascht dazu mit einigen gewagten Arrangement-Einfällen und einem vertrackten Rhythmus - quasi das erste epische Werk der Band, dem später Großtaten wie "The Working Hour" und "Swords and Knives" folgen sollen.

Während die erste LP-Seite fast komplett am Stück ist, fällt die zweite Seite gegen Ende etwas auseinander. Zunächst gibt es jedoch mit "Suffer the Children" eine weitere wichtige Nummer, die sich direkt an die Verantwortung von Eltern richtet und auch die Verbindung von Liebe und Schmerz als Wurzel allen Übels auf anschauliche Weise vor Augen führt. "Watch Me Bleed" nimmt im Text Bezug auf den Titeltrack, gleichzeitig erinnert die Melodie frappierend an "Memories Fade". "Change" (mit dem berühmtesten Xylophon-Motiv der Popgeschichte!) ist dann überraschend poppig und im Text ziemlich aussagelos. Macht zwar Spaß, aber die Maxi-Version ist besser. "The Prisoner" ist experimentell, kratzbürstig, teilweise dissonant. "Start of the Breakdown" ist ein sehr morbider Abschluss mit einer genialen Basslinie von Curt Smith.

Textlich/thematisch ist dies wohl die intensivste Platte von Tears for Fears; musikalisch ist allerdings noch Luft nach oben - die Nachfolgealben sind stilistisch weitaus vielfältiger und musikalisch interessanter. Andererseits könnte "The Hurting" diejenigen ansprechen, denen "Songs from the Big Chair" und "The Seeds of Love" zu überladen-bombastisch sind, denn hier sind die Arrangements sehr transparent und einfach gehalten.

Nun zu "The Hurting - 30th Anniversary Deluxe Edition"

Mit teils harschen Worten hatte Paul Sinclair von SuperDeluxeEdition.com das Boxset von Peter Gabriels Album "So" kritisiert. Nun wollte er offenbar beweisen, dass es besser geht - dieses Böxchen ist unter der Regie von Sinclair und Tears for Fears entstanden. Die ernüchternde Erkenntnis: Perfekt ist auch dieses Set nicht. Dennoch ist es Pflicht für alle treuen Anhänger der britischen Kultband.
Was bietet diese Zusammenstellung?

- Das legendäre und stilbildende Original-Album "The Hurting", in einer neuen Remaster-Version [die 1999er Remasters der ersten drei Tears For Fears-Alben wurden häufig wegen ihres Klanges kritisiert, dieses Remaster klingt deutlich besser.]
- Eine CD mit 16 Raritäten, sprich B-Seiten, Remixen und abweichenden Single-Versionen von 1981 bis 1983 - hier gibt es viel zu entdecken!
- Eine CD mit 8 bislang unveröffentlichten Radioaufnahmen und zwei Live-Tracks von 1983 - eine weitere Wundertüte! Zumal die Radiosessions viele Stücke in frühen Versionen präsentieren, während die Liveaufnahmen andeuten, welche Dynamik die TFF-Songs schon damals bei Konzerten entfalteten: "Change" ist bereits einiges funkiger als die Studioversion (wenn auch noch nicht so sehr wie bei der 1990er Tour), und bei "Start of the Breakdown" darf Roland mal so richtig zeigen, was er stimmlich alles draufhat. Gerade deswegen ist es allerdings schade, dass es keine weiteren Livetracks aus der Zeit zu hören gibt, die DVD stammt ja schon von der nächsten Tour.
- Auf DVD ein Remaster des ursprünglich als VHS erschienenen Konzertfilms "In My Mind's Eye" von 1983 - kein 5.1 Sound, und durch die damals angesagten Videoeffekte wird das Vergnügen etwas getrübt. Dennoch hochinteressant.

Und was kann man bemängeln?

War auf der 1999er CD von "The Hurting" noch zumindest "The Way You Are" im 12" Remix zu hören, so fehlt dieser Track zusammen mit seiner B-Seite "The Marauders" hier komplett. Die Begründung, diese Songs seien durch ihre Verwendung auf der Deluxe-Edition von "Songs From The Big Chair" verwendet worden und somit mit diesem Album "assoziiert", scheint mir etwas dürftig. Erstens, da nun der 12" Remix nur auf der 1999er CD zu finden ist [UPDATE: inzwischen ist die Maxi auf der Box zu SFTBC enthalten zusammen mit einer bislang unveröffentlichten Demo-Version!]; zweitens, weil zwei der Live-Tracks von der "The Way You Are"-Maxi stammen. Andererseits leisteten sich die Macher des Boxsets den groben Schnitzer, anstelle von "We Are Broken" (frühe Version von "Broken", 1983 als B-Seite veröffentlicht) den zwei Jahre später entstandenen längeren Remix "Broken Revisited" zu verwenden (der auch auf den SFTBC Remaster-Editionen zu hören war). Auch die frühe Version von "Ideas as Opiates" fehlt; die enthaltene Version ist die Albumversion ohne Crossfades.

Weitere Kritikpunkte:

- Das komplette Fehlen jeglicher Songtexte. In den Booklets der 1999er Remasters waren zumindest die Lyrics der Original-Tracks abgedruckt, dazu auch noch Kommentare zu allen Tracks. Bereits die 2006er Deluxe-Edition von "Songs From The Big Chair" enthielt jedoch keine Texte!
- Ein (kurzer) Mastering-Fehler im Song "Ideas as Opiates"
- Die nicht genutzte Chance, das komplette Konzert aus dem Hammersmith Odeon auf der DVD zu präsentieren. Auf der VHS wurden, wohl aus Zeitgründen, die Titel "The Way You Are" und "The Marauders" weggelassen. Videoclips wären auch nicht schlecht gewesen. Es gibt auch noch Top of the Pops Auftritte und ein Konzert aus dem Rockpalast, die auf die DVD gepasst hätten.

Der Verdienst der Box ist vor allem, dass es hier beinahe alle Raritäten aus der Zeit gibt; jahrelang hatten TFF-Fans auf eine Veröffentlichung dieser Art gewartet. Zwar haben TFF selbst das Veto bei "Saxophones as Opiates" eingelegt, und durch Dussligkeit sind auch die Original-B-Seiten-Versionen von "Ideas as Opiates" und "We are Broken" nicht enthalten. Dennoch enthält das Boxset 24 Raritäten der "Hurting"-Ära, von denen 20 lange nicht auf CD erhältlich waren. Ich persönlich finde es auch schade, dass man nicht die Chance genutzt hat, z.B. den "In My Mind's Eye"-Konzertfilm richtig zu restaurieren (ohne die doofen Videoeffekte, dafür mit allen gespielten Songs, in hoher Auflösung, und mit remastertem 5.1 Sound), oder die Videos noch draufzupacken, oder ein paar Interviews, Doku-Sachen, etc...

Natürlich können diese Schönheitsfehler keinen Diehard-Tears-For-Fears-Fan davon abhalten, diese Box zu kaufen. Aber falls es weitere Veröffentlichungen in diesem Stil geben sollte, dann will ich doch, dass sich die Verantwortlichen diese Kritik zu Gemüte führen.

Mein Fazit: Empfehlenswert, aber nicht perfekt. Pflicht für TFF-Fans. Nicht-TFF-Fans sind womöglich mit der 2-CD-Deluxe-Edition besser bedient. Wer sich das Album zulegen will, sollte auf jeden Fall die Finger von der 1999er CD lassen und stattdessen zur 3CD/DVD-Box oder 2CD-Deluxe-Edition greifen. Die einzigen Dinge, die noch für die 1999er-CD sprechen, sind die abgedruckten Songtexte und die Maxi-Version von "The Way You Are". Das "Remastering" von Jon Astley sollte allerdings guten Gewissens vergessen werden, zumal es jetzt eine wirkliche Alternative gibt, die noch dazu mehr Bonusmaterial enthält. Dazu kommt außerdem ein wunderbarer Essay von Paul Sinclair (der dafür auch Interviews mit Roland und Curt führte) und - in der Box - einen Nachdruck eines 1983er-Tourprogramms.
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. Oktober 2003
'Tears for fears' war eine der ganz groß angesagten Pop-Bands in den 80er Jahren. Und zu Recht haben sie es mehrfach in den charts bis ganz nach oben geschafft. Bekannt geworden sind 'Tears for fears' mit den eingängigen Titeln dieser CD "Mad world", "Change" und "Pale shelter", die allesamt Ohrwurm-Charakter haben. Aber auch die übrigen Titel stehen den Single-Auskopplungen in ihrer Klasse keineswegs nach.
Die Musik von 'Tears for fears' auf diesem Album bringt eine grundsätzliche Melancholie zum Ausdruck, die sich in den Texten meist mit klagendem Protest mischt, ohne dabei aufdringlich zu werden. Dabei sind die Kompositionen wie auch deren instrumentale Umsetzung wohltuend abwechslungsreich und künstlerisch überzeugend. Ein großartiger Beweis dafür, dass 80er Jahre Pop nicht gleichzusetzen ist mit flachem Niveau. Dieses Album ist eines der wenigen, die ich als CD kaufen werden, obwohl ich sie schon in Vinyl stehn habe.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. September 2008
Die Debutplatte von Tears for Fears hatte ich als 13jähriger als Vinylscheibe gekauft (damals übrigens noch mit anderem Cover, warum? keine Ahnung). Jetzt habe ich die Platte wiederentdeckt und staune Bauklötze: Da sind ein Vielzahl von ganz grandiosen Songs dabei: Change, Pale Shelter, The Hurting, Memories Fade, Mad World, Suffer the Children, Watch me bleed sind Meilensteine des Alternative Pop. So gut war diese Band nie wieder. Fazit: Haare schwarz färben, hochtoupieren und dann diese Platte hören, im Dunkeln...
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. Juli 2007
Musikalisch ist dieses Album ein typisches Produkt der "New Wave"-Bewegung aus den frühen 80-ern: Viel Elektronik, die Produktion eher simpel. Dennoch erzeugt das Album aus der perfekten Kombination der Musik mit der charismatischen Stimme Roland Orzabals und den düsteren, melancholischen Texten eine sehr eigene stimmungsvolle Wirkung. Teilweise entbehrt die Zusammenführung von eingängigen Melodien und angsterfüllten Texten (z.B. "Mad World")auch nicht einer gewissen Ironie. Andere Songs wie "Start of the Breakdown" oder "The Prisoner" wirken auch genauso düster wie sie inhaltlich gemeint sind. Für die Zeit hat das Album auf jeden Fall ein erstaunliches Repertoire an aussagekräftigen Texten und musikalischer Vielfalt, das auch 25 Jahre später noch fesselnd ist.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. April 2000
Diese erste CD von TEARS FOR FEARS von 1983 ist allerbester, abwechlungsreicher Pop, wie er nicht besser sein könnte. 10 eingängige Songs, die zeigen, welche großartiger Komponist Richard Orzabal in den Anfangstagen von TEARS FOR FEARS war. Jeder Song ein Volltreffer, die Remastered-Version von 1999 wird sogar mit 4 Bonus-Titeln aufgewertet. Hört Euch "THE HURTING, "PALE SHELTER" und "WATCH ME BLEED" an, und Ihr wißt, was ich meine. Tolle PLatte!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 28. April 2015
Das 1983 bei Mercury erschienene "The Hurting" ist das Debut der Synthie-Pop-Formation Tears For Fears,die im Kern aus dem fast alleinigen Songschreiber und kreativen Kopf Roland Orzabal und aus Curt Smith besteht.
Das Album (damals noch mit anderem Covermotiv) konnte sich lange in den Charts halten,erreichte in GB sogar Platz 1 und kann nur als überaus erfolgreich bezeichnet werden.
Mit den Singles "Mad World","Pale Shelter" (später remixed noch mal veröffentlicht) und "Change" räumte man auch im Radio gut ab.
Die Songs enthalten größtenteils einen sentimental-melancholischen Einschlag und handeln in den Texten von negativen Kindheitserfahrungen.
Zwar kommen durch Gastmusiker auch Schlagzeug und Saxophon (Mel Collins!) zum Einsatz,sind akustische Gitarren zu vernehmen,insgesamt herrschen jedoch elektronische Klänge im damals typischen New Wave-Sound vor.
"The Hurting" ist eine Ansammlung von wirklich schönen Melodien;mit "Start Of The Breakdown" ist mein persönlicher Lieblings-Titel des Duos an Bord,jedoch wirken "Ideas Of Opiates" und "The Prisoner" auf mich mehr bemüht,als gelungen.
Und mit "Suffer The Children" hat man dermaßen frech auf Blondie zurückgegriffen (2.Refrain "Sunday Girl"),daß es schon lächerlich wirkt.
Aufgrund des Ohrwurmcharakters und der Gefühlsbetonung vieler Stücke könnte man jedoch sicher auch die Höchstwertung zücken.
Die Veröffentlichungen zeigen neben Licht auch viel Schatten.
Zunächst klingt die gute alte Vinyl-Platte recht gut,die Aufnahmequalität ist nicht schlecht,aber auch nicht beeindruckend .
Die erste CD-Veröffentlichung war klanglich nicht schlecht,bot viel Dynamik,orientierte sich am Klang der LP.
Chris Hughes mag als Produzent einen guten Job gemacht haben,was er aber zusammen mit Jon Astley beim Remastering 1999 für die CD-Neuauflage angerichtet hat,kann problemlos als Paradebeispiel für übelstes Mißlingen eines Remaster-Versuchs herhalten.
Die Dynamik brutal beschnitten,hoch ausgesteuert,den ganzen Klang auf spektakulär,nervig getrimmt.
Im Vergleich zur alten Platte oder CD eine Zumutung.
Mit Kopfhörer,direkt neben Preßlufthämmern oder mit massivem Gehörschaden mag diese klangliche Überarbeitung eventuell besser wirken,auf einer halbwegs anständigen Anlage nervt es nur noch,gerade im Vergleich.
Auf meiner Anlage ist der 99er Desaster-Remaster schlicht unbrauchbar.
Wenigstens werden einige Bonus-Tracks geboten,die Extended-bzw Remix-Versionen darstellen.
2013 nahm sich dann für eine erneute digitale Überarbeitung Peter Mew der Sache an;jener Peter Mew,der auch schon sämtliche Marillion-Remasters der EMI-Jahre mit völlig überzogenen Bässen und eingeengtem Klangbild völlig in den Sand gesetzt hatte.
So kann auch dieses Remastering nicht überzeugen;wieder niedrige Dynamik,wieder hohe Aussteuerung,wieder insgesamt schlechter,als die erste (die uralte!) CD.
Allerdings wurde der geneigte Käufer mit diversen Boxsets verwöhnt,die B-Seiten und Remixes,Live-Mitschnitte,eine BBC-Session,Live-Sessions und sogar eine Live-DVD boten,je nach Set.
Wer sich das Album zulegen will,sollte also genau recherchieren,welche der vielen VÖ für ihn passend ist.
Zumal 2014 auch noch eine Blu-Ray-Audio von "The Hurting" erschienen ist,die die Musik als PCM,Dolby Tru HD und DTS-HD-Versionen enthält.
Mit dieser Scheibe kann man,bei entsprechendem Equipment,die Musik also als Surround- oder als hochauflösende Stereo-Version hören (mindestens 24 Bit/96 KHz).
Ob diese Version nun endlich audiophil klingt,weiß ich nicht,da ich mit meiner alten Schallplatte noch sehr zufrieden bin und es nun erst mal dabei belasse.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. August 2012
"The Hurting" ist das ursprünglisch anno 1983 erschienene absolut geniale Debutalbum von Tears For Fears alias Roland Orzabal und Curt Smith, die 1980 bereits mit der ehemaligen Schülerband Graduate das Album "Acting My Age" veröffentlichten.

Roland Orzabal und Curt Smith stammen aus dem Städtchen Bath, Somerset im südwesten Englands und den Bandnamen entnahmen sie dem Buch eines amerikanischen Psychotherapeuten desssen Themen oftmals die Grundlage ihrer Texte bildeten.

Das Album hat seinen ganz eigenen Sound und klingt insgesamt ein wenig düster und sehr melancholisch, was allerdigs auch nicht verwundert wenn man weiss das Roland Orzabal in den Texten von "The Hurting" seine nicht gerade leichte Kindheit verarbeitete.

Der grosse internationale Durchbruch gelang mit der dritten Single "Mad World", die es immerhin auf Platz 3 in den UK und auf Platz 21 der deutschen Charts schaffte und auch "Pale Shelter" wurde im zweiten Anlauf (das gute Stück wurde eigentlich schon vor "The Hurting" im Jahre 1981 als Single veröffentlicht) im Zuge des Erfolges von "Mad World" ein Top 5-Hit in England und erreichte auch hier in Deutschland immerhin Platz 25.

Auch "Suffer The Children" wurde bereits im Jahre 1981 als Single veröffentlicht und die vierte Single "Change" lief in den UK sehr erfolgreich (Platz 4 der Charts), konnte sich aber hierzulande leider nicht platzieren.

"The Hurting" hat aber natürlich wesentlich mehr zu bieten als diese vier Singles!
Das Album ist auch als Gesamtwerk durchaus mehr als höhrenswert und bietet feinsten gitarren- und synthieorientierten 80s-Pop!

Erfreulicherweise bietet uns dieses Rerelease des UK-Nummer 1-Albums neben der Originaltracklist auch gleich noch vier feine Maxiversionen bzw Remixe in Form der Long Version von "Pale Shelter", der Extended Version des Non-Album-Tracks "The Way You Are", einer Single die im Jahre 1983 nach "Pale Shelter" erschienen ist und auch immerhin Top 30 in den UK war, dem World Remix von "Mad World" und, last but not least, der Extended Version von "Change", so daß sich folgende Tracklist ergibt:

1 The Hurting 4:19
2 Mad World 3:35
3 Pale Shelter 4:34
4 Ideas As Opiates 3:46
5 Memories Fade 5:06
6 Suffer The Children 3:52
7 Watch Me Bleed 4:17
8 Change 4:15
9 The Prisoner 2:56
10 Start Of The Breakdown 5:01
Bonus Tracks:
11 Pale Shelter (Long Version) 7:09
12 The Way You Are (Extended) 7:44
13 Mad World (World Remix) 3:43
14 Change (Extended Version) 6:00

Klanglisch gibt es nichts zu meckern und auch das kleine aber feine Booklet mit Linernotes von Ian Cranna und den Texten zu den Albumtracks kann sich durchaus sehen lassen.

Absolut herausragend ist hier natürlich das Preis-Leistungsverhältniss, denn einen Preis von weniger als fünf Euronen (Stand 25. Aug. 2012) kann man natürlich durchaus als Schnäppchen bezeichnen und auch der reguläre Preis für dieses Release ist mit knapp sieben Euronen sicherlich nicht zu hoch angesetzt.

Von mir gibt's eine uneingeschränkte Kaufempfehlung, denn Tears For Fears sollten in keiner gutsortierten 80er-Sammlung fehlen und hier bekommt man für kleines Geld ein grossartiges Album in wirklich ansprechender Qualität!
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. September 2004
Mit "The hurting" haben Tears For Fears meines Erachtens ihr stärkstes Album abgeliefert.
Auf dem Album vertreten sind nicht nur die allseits bekannten und hervorragenden "Mad world" und "Pale shelter", sondern ein Highlight jagt das nächste.
Besonders hervorzuheben sind die glänzenden "Memories fade", "Watch me bleed" (alleine dieser Song rechtfertigt den Kauf!) und der tolle Opener/Titeltrack "The hurting".
Dieses Album ist zeitlos gut, auch wenn es ein typisches Produkt der 80er Jahre ist.
Mit kommen heute noch bei jedem Hören Freudentränen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
ein zeitloses Meisterwerk ist. Nicht allein wegen der zahlreichen
Hits die sich hierauf befinden, sondern auch wegen der Art der
Komposition und Instrumentierung hat die Scheibe fünf Sterne
voll verdient.
Neben "Change", "Mad World" und "The Hurting" ist der Übersong hier
"Pale Shelter" aber auch die anderen Stücke haben ihren eigenen Reiz.
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Fällt der Name Tears For Fears dann denkt man unweigerlich direkt an den Monsterhit “Shout“, das Roland Orzabal und Curt Smith aber noch eine ganze Menge anderer sehr guter Songs und auch Alben aufgenommen haben, wird dabei manchmal vergessen.

Das Debütalbum The Hurting ist eines dieser hervorragenden Alben, welche sich in der 80er New Wave / Pop Szene inzwischen vollkommen verdient einen Kultstatus erarbeitet haben. Zum 30. Jubiläum von The Hurting veröffentlicht Universal nun eine Deluxe Edition des Albums. Zusätzlich zum originalen Album gibt es eine CD mit B-Seiten und Remixen. Das Ganze kommt in einem schicken Digipack mit dickem Booklet, welches die Entstehungsgeschichte des Albums ein wenig beleuchtet.

Die herausragenden Titel des Albums sind mit Sicherheit die der Hitsingles “Mad World“, “Pale Shelter“ und “Change“. Typisch für Tears For Fears dominieren Synthie Klänge, akustische Gitarren und die klaren Gesänge von Orzabal und Smith. Tears For Fears wirken hier noch ein wenig rauer und nicht so zugänglich wie auf den späteren Alben, dies ist allerdings genau der Reiz von The Hurting.

Die zweite CD enthält B-Seiten und Remixversionen, welche teilweise so nicht mehr zu erhalten waren. Insbesondere die extended Version von “Pale Shelter“ ist grandios.

Wer das Album aus irgendeinem Grund noch nicht im Regal stehen hat, der sollte hier zuschlagen!
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