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46 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Klassiker, 19. Dezember 2002
Rezension bezieht sich auf: Schostakowitsch / Tschaikowsky: Trios (Audio CD)
Wenn man das 1944 entstandene Trio in e-moll für Klavier, Violine und Cello von Schostakowitsch im Konzertsaal hört und die innig-zarten Kantilenen des mystischen Beginns oder dann die aufwühlenden Akkorde des letzten Satzes erlebt, ist man beinahe sicher, dass gerade dieses Trio wohl kaum in der gleichen Intensität auf CD erhältlich sein wird, ist es doch meist üblich, dass die Tonmeister die extremen Passagen ausgleichen, z.B. die wogenden Klangfluten des Allegrettos zurücknehmen, usw... Und dann hört man diese 1998 in Tokio mitgeschnittene Live-Aufnahme, in der Martha Argerich, Gidon Kremer und Mischa Maisky zum ersten Mal gemeinsam aufs Podium traten, wie dem interessanten Text im gut redigierten Booklet zu entnehmen ist. Man hört gebannt und staunt, wie geradezu hautnah der Klang des Flügels wirkt, wie Gidon Kremer mit seinem von tiefer Empfindung geprägten Spiel oder Mischa Maisky und sein warmer, berückender Celloton sich hier im Dienst an einem Werk an die Grenzen der musikalischen Aussage wagen, von den orkanartigen Ausbrüchen bis zum kaum noch hörbaren Verstummen, dem Bild eines leidenden, sich innerlich empörenden Geistes eine aufwühlende Interpretation geben, war Schostakowitsch doch zu jener Zeit fast zur Unperson erklärt und sogar evakuiert worden. Noch selten hat man sein Trio - wohl eines seiner bekanntesten Kammermusikwerke - einerseits so aufgerauht, impulsiv aufgebrochen und gleichzeitig in der an die Schmerzgrenzen reichenden kühnen Harmonik derart intensiv gehört. Ein faszinierendes Zusammenspiel, wo auch in der dichtesten Klangstruktur jedes einzelne Instrument klar erkennbar bleibt!
Man mag wohl anfänglich erstaunt sein, dass auf der CD nun ein scheinbar so abgerundetes, melodienreiches Werk wie Tschaikowskys a-moll Trio folgt. Aber die Kombination ist äusserst sinnvoll und wohltuend! Glücklicherweise hat man den Applaus und die "Bravos" am Ende der Werke drin gelassen (es wirkt geradezu befreiend nach der erschütternden Trauer des ausklingenden Adagios im Schostakowitsch-Trio und bringt eine kurze Pause vor dem rund 60 Jahre früher entstandenen Werk!), dann erklingt, melancholisch und wehklagend der Beginn des "Pezzo elegiaco", den man in seiner einfachen Melodik fast als erlösend empfindet nach dem aufwühlenden Trio von Schostakowitsch. Und doch finden sich auch hier, in diesem in Erinnerung an den Tod seines Mentors und Freundes Nikolaj Rubinbstein geschriebenen Werk die gleiche Intensität, wieder sind es die klangvollen Akkorde und das perlende Spiel der Martha Argerich und wieder scheinen sich die drei begnadeten Musiker die der von russischer Schwermut geprägte Melodienfülle zu selten gehörter Intensität zu steigern. Da ist kein süsslicher, von Ballettromantik träumender Tschaikowsky zu hören, obwohl gerade dieses eher selten gespielte Trio uns den ganzen Tshaikowsky offenbart, ist es doch - wie M. Argerich (im Booklet) erklärt - beinahe ein eigentliches Klavierkonzert. Aber in keinem seiner andern Werke begegnet uns Tschaikowsky so persönlich, so intim in allen Schattierungen seiner Gefühle, als würden seine Briefe, seine Tagebuchaufzeichnungnen zu Klängen sich verdichten, und dies alles in der grossen Tradition der Klaviertrios, wie wir sie von Beethoven, Brahms oder Dvorak kennen.
Und erstaunlicherweise gibt es sogar Parallelen: Da klingt im ersten Satz ganz unvermittelt eine an die Klezmer-Musik erinnernde Melodie auf, die im letzten Satz wiederholt wird, eine Melodie wie sie sich ganz ähnlich in ihren Sekundschritten (zwischen kleiner Sext und grosser Septime) auch bei Schostakowitsch findet. Das Tschaikowsky-Trio schliesst ähnlich wie jenes von Schostakowitsch mit starken arpeggierten Akkorden, nur eben - sechzig Jahre früher! - versöhnlicher, harmonischer, aber ebenso zurückgleitend ins Pianissimo tragischer Einsamkeit: Musik verwandter Seelen! Und dann wieder Applaus, es folgt als Zugabe, um uns zu erlösen aus der russischen Schwermut, der raffinierte Tango pathétique von Peter Kiesewetter (geb. 1945). Also nochmals ein rhythmisch akzentuiertes kurzes Stück, aber was wäre ein Tango, wenn er nicht auch melancholisch wäre...
Eine unerhört intensive Aufnahme, die hier eigentlich zum Konzerterlebnis wird, das man sich immer wieder gerne anhören und dazu im Booklet den Bericht der Begegnung dieser drei grossen Musiker nachlesen wird. Es muss gesagt sein, dass solche Live-Aufnahmen einfach viel direkter, spontaner und auch räumlicher klingen als viele der oft 'sterilen' Studioaufnahmen. Und mit 79 Minuten Spieldauer eine "herrlich" lange CD, wirklich ein ganzes Konzert! Eine Aufnahme, die zeigt, was möglich ist, nicht nur was die Länge betrifft, sondern vor allem auch die Programmation unterschiedlicher Werke verwandter Seelen. Und ausserdem ein Dokument einer seltenen Sternstunde der Kammermusik!
Veit Zust, Seefeldstrasse 7, CH-6006 Luzern,
E-Mail: veit.zust@bluewin.ch
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf dem Olymp!, 25. Oktober 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Schostakowitsch / Tschaikowsky: Trios (Audio CD)
Argerich, Kremer, Maisky - 3 Namen, die alleine schon Programm genug sind. Hier trafen sie sich zum ersten Mal um gemeinsam Kammermusik zu machen. Der Hörer hat natürlich seine Erwartunge an die drei Großen - und wird nicht enttäuscht. Die 3 musizieren, als hätten sie in dieser Besetzung ihr ganzes Leben lang gespielt. Das Tschaikowsky-Trio ist oftmals gespielt worden, man denke nur an die fabelhafte Aufnahme des "1-Million-Dollar-Trios" mit Heifetz, Rubinstein und Piatigorsky. aber so lebhaft, aufwühlend, aber auch intim und zurückhaltend ist es wohl noch nie gespielt worden. Und auch die Leidenschaft, Ängste und die Trauer im Schostakowitsch-Trio könnte besser nicht gespielt werden.
Höhepunkt ist aber vielleicht sogar die Zugabe: Tango-Pathétique von Kiesewetter. hier zeigen die drei, daß es nicht immer nur die "großen" Werke sein müssen, um die Gunst des Publikums gewinnen zu können. Diese war ihnen aber eh' schon vorher sicher.
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Klassiker, 24. November 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Schostakowitsch / Tschaikowsky: Trios (Audio CD)
Rezension zu Agerich/Kremer/Maisky
Shostakovich-Tchaikovsky-Trios
Deutsche Grammophon 459 326-2
Obwohl ich keine anderen Aufnahmen dieser Stücke kenne, begeistert mich diese CD unglaublich: als ich diese Musik zum ersten mal mit 12 Jahren mit meinen Vater im Wohnzimmer gehört habe, fiel mir sofort auf, mit welcher Hingabe die Musiker Martha Argerich, Gidon Kremer und Misha Maisky das Trio no2 in E Moll op67 von Dimitri Shostakovich, das A Moll Trio (op50) von Peter Ilyich Tchaikovski und als Krönung den Tango pathétique von Peter Kiesewetter spielen. Man merkt wie gefühlvoll und ausgelassen sie diese genialen Kompositionen interpretieren und wie geduldig sie die so fast sichtbare Musik ausreizen. Damit meinen ich, dass man beim Zuhören zu einer Äußerlichen Ruhe kommt, sich innerlich jedoch extrem angeregt fühlt. Man träumt sich weg von der Wirklichkeit, hinein in fremde, neue Welten. Besonders das Trio von Shostakovich lässt mich in den Anblick vorbeiziehender, geheimnisvoll idyllischer Landschaften hinabsinken. Ich bekomme dann sehr genaue Vorstellungen und finde mich in immer lebendiger werdenden malerischen Gegenden wieder. Wenn man schließlich aus einem Gefühlsrausch von Hochs und Tiefs auftaucht, bemerkt, dass die CD zu Ende ist, will man sich festklammern an einem nur geträumten Dasein. Man traut sich nicht, diesen Traum zu unterbrechen, man fragt sich warum es vorbeigehen muss. Erst der Alltag zwingt einen wieder aus der Unwirklichkeit aufzublicken.
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5.0 von 5 Sternen Hervorragend, 22. Februar 2014
Von 
mozart-factory (Kesswil, Thurgau, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schostakowitsch / Tschaikowsky: Trios (Audio CD)
Das Tschaikowsky Trio ist mir in einer billigen Gesamtedition von Tschaikowsky erstmals begegnet und hat mich auf Anhieb gepackt. Diese Aufnahme ist technisch brillant und die drei Spielenden lassen nichts zu wünschen übrig. Eine in allem empfehlenswerte Aufnahme für Hörende, die Kammermusik lieben.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Musikalisches Ereignis, 29. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Schostakowitsch / Tschaikowsky: Trios (Audio CD)
Ich hörte vor kurzem zufällig in Bayern 4 Klassik aus dem Tschaikovsky - Klavier - Trio op. 50 etwa die letzten 5 Minuten , und war total überwältigt, natürlich von Tschaikovky, aber zugleich, und vor allem von der musikalischen und technisch perfekten Interpretation von Martha Argerich, Gidon Kremer und Mischa Maisky.Um so mehr freute mich, über Amazon noch eine CD der Deutschen Grammophon aus dem Jahre 1999 zu erwischen.Jedem Musikfreund sei dieses musikalische Ereignis empfohlen und viel Glück bei der Suche nach dieser CD.
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Detailreich und perfektionistisch., 11. Juni 2004
Von 
Peter Milecki "F Jackie!" (Orselina, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schostakowitsch / Tschaikowsky: Trios (Audio CD)
Gute Aufnahmen mit der Musik von Schostakowitsch sind rar geworden.
Wer eine sucht, findet sie in dieser Aufnahme.
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