Kundenrezensionen


5 Rezensionen
5 Sterne:
 (4)
4 Sterne:
 (1)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

25 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Soundtrack zur Hölle!, 27. Oktober 2002
Von 
Rezension bezieht sich auf: Enemy of the Sun (Audio CD)
Der Begriff "Neurosis" dürfte wohl den meisten schon ein Begriff sein, die sich auf diese Seite verirren, haben sich die sechs Jungs aus San Francisco doch inzwischen schon einen recht hohen Bekanntheitsgrad erarbeitet, bedenkt man die Tatsache, dass sie Mucke zelebrieren die so weit abseits des "Mainstreams" angesiedelt ist.
Tatsächlich kam ich erstmalig durch das hier rezensierte Werk mit den Burschen in Kontakt, eine Begegnung, die wohl mein Weltbild bis auf's äußerste erschüttern, aber auch prägen sollte. Soviel rohe Gewalt, soviel purer Hass auf einen Tonträger gebannt kam mir bisher nicht mehr unter, auch von Neurosis selbst nicht... Man streitet, ob nun dieser Longplayer oder "Souls at zero" das epichalere Werk von Neurosis ist - zurecht in meinen Augen - doch das hasserfülltere ist definitiv dieses hier.
Bereits der Basslauf von "Lost" auf dem um zwei Halbtöne tiefer gestimmten Instrument macht klar, dass die Frage "Are you lost?" im Intro wirklich ernst zu nehmen ist. Entweder man hasst Neurosis oder man liebt sie! Man sollte als Neueinsteiger in diese Materie musikalischen Gemetzels unbedingt probehören, Neurosis in Reinkultur sind definitiv nichts für schwache Nerven. Die hier gebotene brachiale Zerfetzung menschlicher Gehörgänge schon gar nicht.
Wer sich diesem Höllenszenario gewachsen fühlt und die Frage mit "Ja" beantwortet - also nicht erschreckt auf die "Stop"-Taste seiner Fernbedienung drückt - wird belohnt mit einem Werk das seinesgleichen sucht. Immer wieder wechselnd zwischen lauten (und Ja: tiefen!!!) und leisen (und Ja: melodiösen!!!) Passagen verstehen es Neurosis hier auf's zehntel genau, einen Soundtrack zu basteln, der in meinen Augen immer noch unerreicht ist.
Ich vermeide hier bewusst von "Musik" zu reden - dem unbedarften Hörer mag der Unterschied zwischen purem Lärm und ebendieser nämlich stellenweise nicht ganz einleuchten! Und tatsächlich bedarf es mehrerer Anhörungen, bis einem die epische Gewalt dieses Longplayer bewusst wird. Dafür muss man sich allerdings Zeit nehmen - viel Zeit!!! Mit diesem Album verlieren die CD-typischen "Track"-Markierungen nämlich Ihre Bedeutung - Das Album IST das Album: Einlegen und geniessen von der ersten bis zur letzten Sekunde. Dazwischen gibt es nichts. 76 Minuten pure "Neurosis", die verstanden werden wollen wie eine Sitzung beim Psychater, der einem die Abgründe der eigenen Existenz aufzeigt.
Und das genau machen Neurosis hier: Abgründe aufzeigen. Mit einem Feuerwerk an Ideen malen sie mit soundtechnischen Mitteln ein Bilderbuch an Eindrücken und Emotionen, die beim Zuhören so real, so greifbar wirken als wäre man selbst Teil eben dieser. Nie war zuhören spannender, lebhafter und zugleich grausamer. Nie gab es soviel zu entdecken in einer Soundkulisse wie hier - selbst nach zig dutzend Malen an Konsum durch einen guten Kopfhörer.
"Enemy Of The Sun" - der Titel des Albums - sollte ernstgenommen werden... Jeder, der darin versinkt wird unweigerlich zu eben diesem, einfach um immer und immer wieder dem Rausch zu verfallen, den dieses Album durch pures Anhören auslöst. Sollte die Apokalypse je verfilmt werden wird dieses Album als Soundtrack dienen, soviel ist sicher.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neurosis' beste Scheibe!, 8. Februar 2007
Von 
M. Bruss (Saarland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Enemy of the Sun (Audio CD)
EOTS ist die eindeutig geschlossenste, intensivste und beunruhigendste Veröffentlichung von Neurosis. Eher fallen die Nachfolger im Vergleich mit diesem Monster-Opus qualitativ etwas ab, auch wenn sie immer noch meilenweit brachialer rüberkommen als sämtliches Nu-Metal-Geschraddel.
Das einzige Problem von EOTS ist, dass es als Gesamtkunstwerk viel Zeit benötigt, um sich zu erschließen und seine hypnotisch-aggressive Wirkung vollends zu entfalten (deshalb hier auch keine Anspieltips). Ist dies aber geschehen, wird man nicht mehr von dieser Scheibe loskommen, und sie wird zur Referenz für alles was danach noch so gekommen ist - und meiner Meinung nach wird sie auch lange, sehr lange eine Referenz bleiben.

Fazit: Wenn es 6 Sterne gäbe, hier wären sie angebracht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Stellenweise beängstigend, 23. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Enemy of the Sun (Audio CD)
Neurosis haben Mitte der 80er als schnell spielende Hardcore-Band angefangen. Im Verlauf ihrer Entwicklung verlangsamte sich ihre Musik, wurde düsterer, atmosphärischer, intensiver und ausufernder. Heutzutage gelten sie als eine der einflussreichsten Bands im Grenzbereich zwischen Metal, Doom, Sludge und was dergleichen Genrewörter mehr sein mögen. Große Emotionen brauchen Platz, und die Emotionen von Scott Kelly und Steve Von Till, den beiden Shoutern-und-Gitarristen müssen wirklich gewaltig sein. Oder sie haben einfach nur das richtige Ventil gefunden. Auf "Enemy Of The Sun" schreien und brüllen sie sich die Seele aus dem Leib. An diesen K*tzbrocken von einer Platte traue ich mich nur in größeren Abständen heran und finde mich jedes Mal in der Gewißheit bestätigt, daß "Enemy Of The Sun" (neben JOHN ZORNs Impro-Projekt PAINKILLER und vielleicht ein paar post-Metal-Geschichten) das Brutalste und Gnadenloseste ist, was meine Sammlung hergibt. Selbst die eine oder andere Neurosis-Platte ist angenehm konsumierbar im Vergleich, und z.B. die MELVINS klingen dagegen wie eine gemütliche Bluesrock-Rasselbande.
Man kann sich um Kopf und Kragen dichten auf der Suche nach der passenden Metapher für diese Musik, man kann Wörter wie "Morast", "Lavastrom", "Schmerz", "Depression", "Wut", "Haß", "Katarsis", "Seelenexorzismus" oder "infernalischer, von potentiellen Amokläufern angezettelter Krach" in den Mund nehmen - aber wozu? Der berstenden Gewalt und Macht von "Enemy Of The Sun" wird das alles nicht gerecht. Man müßte es mal hören und dazu ein paar Kapitel aus dem Buch der Offenbarung lesen, das wäre vielleicht ganz stimmig. Songs wie "Lexicon" oder das Titelstück hören abschnittweise fast auf, wie Musik zu klingen und beschreiten die Grenze zum apokalyptischen Geräusch. Zwischendurch gibt es Atempausen, in denen manchmal sogar eine Violine oder Hörner zu hören sind, aber das ist immer nur ein Kräftesammeln vor der nächsten unheiligen Eruption.
In die Arrangements sind an vielen Stellen Samples aus Nachrichtensendungen oder Filmen hineingemischt, die zur über alles hinwegmarodierenden schieren Gewalt der Musik noch einen medialen Overkill auf den Hörer niederprasseln lassen. "Enemy Of The Sun" verlangt ihm Einiges ab. Die letzte Viertelstunde ("Cleanse") besteht aus tribalistischem Getrommel, kehligen Schreien und, naja, einem Didgeridoo (Das Album ist ja nun auch schon etwas älter...), und nachdem Neurosis auf den vorangegegangenen 7 Tracks emotionale Rockmusik an die Grenze des Möglichen, wenn nicht gar drüberweg gepeitscht haben, brechen sie ihre Vision runter auf die Ursprünge aller Musik überhaupt: Trommeln und Ausrufen. Weh dem, der da an ausdruckstänzerische Hippie-Workshops denkt. Neurosis zermalmen sowas mit 2 Fingern. Und das Hochspirituelle, Schamanische, was man schon die ganze Zeit wahrnahm (wenn man mal wieder daran dachte, vorsichtig Luft zu holen), kommt zum Vorschein. Das Didgeridoo klingt in diesem Zusammenhang dann auch nicht mehr viel anders als einer dieser monolithischen Neurosis-Akkorde, die sie ständig irgendwo hinstellen wie gigantische Mauern.

Das Reissue bringt außer einem Artwork-Update und dem (wie immer bei Neurosis) schön anzuschauenden Papp-Umschlag ein Demo des "Souls At Zero"-Tracks "Takeahnase" und eine bei einem Gig in Oberhausen aufgenommene, "Cleanse III" betitelte Sound-und-Sample-Collage.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4.0 von 5 Sternen Enemy of the Sun, 15. Juni 2011
Von 
Etheriel "ART IS RESISTANCE" (Dinslaken) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Enemy of the Sun (Audio CD)
Neurosis kommen aus Hardcore und Crust. 1993 kam das vierte Studioalbum und zementierte endgültig was man bei Souls at Zero schon ahnte, diese Band würde sich einen Namen als innovative Instanz machen, mit dem folgendem Through Silver in Blood machten sie diesen Eindruck dingfest und letztendlich hätten Scott und Steve danach aufhören können(ich bin froh das sie das nicht taten) und den Namen Neurosis Legende werden lassen.
Sprachsamples, ein paar Tribalrhytmen, Streichinstrumente, weiblicher Gesang und Doom Metal treffen auf das Crust und Hardcore-Gebräu der frühen Neurosis.
Der Informierte Doomfan stutzt zwischenzeitlich und fragt sich ob da nicht z.B. Melvins, Godflesh und Paradise Lost Pate standen. Ja, das mag man hinterfragen und sicherlich auch Anleihen sehen...
Den rollenden Gothic Metal auf der europäischen Seite und den soeben populär werdenden Sludge von EyeHateGod, Melvins und Crowbar auf amerikanischer Seite.
Ein Narr der nicht EyeHateGod in "Cold Ascending", Paradise Lost in "Raze the Stray" hört. Und derartige Remineszenzen lassen sich überall ausmachen, doch was hier geschieht ist mehr als nur eine Band die Ideen anderer für sich entdeckt, hier findet eine Band ihren ureigenen Sound, wütend, schmerzhaft, grollend und hasserfüllt.
Mit vermeindlichen Indanierchorälen in "Lexicon", ebenfalls dicht bei EyeHateGod und Crowbar.

Enemy of the Sun ist die endgültige Absage zum Crust und der Beginn von Doom Metal für Neurosis und, nimmt man ernst was sodann folgt der Vorbote für Through Silver in Blood und damit für die Geburt des Post Metals für welche die Melvins spätestens mit Lysol 1992 ihren Teil taten.

Unabhängig all dessen ist Enemy of the Sun ein unbändiger Broken Wut gepaart mit einer anscheinend nicht enden wollenden Experimentierfreude der sich in der Paarung aus Harmonie und Brachialität stets auf neue beweißt. Highlight des Albums erscheint mir der Titeltrack "Enemy of the Sun", ein überragendes 7:30min Wechselbad.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Apokalyptische Läuterung, 16. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Enemy of the Sun (Audio CD)
Die wenigen Rezensionen, die es bisher hier zu dieser Scheibe gibt, bringen das Dargebotene schon ziemlich genau auf den Punkt.
"Der Soundtrack zur Apokalypse" - so wird dieses Album oftmals umschrieben, und ich kenne kein Werk das dieser Beschreibung auch nur annähernd nahekommen würde. Neurosis haben mit diesem Album eine Tür aufgestossen und etwas damals völlig Neues und bisher unerreichtes erschaffen. Ein sehr dynamisches Werk aus brachialem Sound, zerbrechlichen Passagen, akustischen Wänden. So vielschichtig dass man selbst beim 20sten Mal hören noch etwas neues entdeckt.
Es gibt keine Stücke die man wirklich hervorheben könnte, die Scheibe ist ein Gesamtkunstwerk das einen in den Bann zieht. Zu Anfang noch klar getrennt zwischen brachialen und ruhigen Passagen, wird diese Wand im Verlauf des Albums mehr und mehr aufgebrochen, mit Noise unterlegt, das Chaos und der Wahnsinn der in jedem Unterbewusstsein schlummert bahnt sich seinen Weg. Es erreicht einen Höhepunkt und klingt dann langsam ab, mit Trommeln, dem Didgeridoo, Samples, Schreien. Zum Ende bleibt nur noch ein schmerzendes Geräusch, das auf der LP in einer Endlosrille läuft. Danach - friedliche Stille, und diese gehört nach meiner Auffassung zu dem Werk hinzu.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Enemy of the Sun
Enemy of the Sun von Neurosis (Audio CD - 2010)
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen