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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unterbewertete Aufnahme, 18. September 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The RCA Opera Treasury - Aida (Audio CD)
Manche Plattenproduktionen erreichen trotz herausragender Qualitäten nie die Popularität, die sie eigentlich verdienen. Zu diesen zählt die hier wieder vorgelegte AIDA, die Erich Leinsdorf 1970 mit erstklassigen Kräften für RCA realisiert hat. Beginnen wir mit dem Dirigenten: Kaum ein Orchesterleiter, von Herbert von Karajan einmal abgesehen, hat die vielschichtigen Schönheiten einer Opernpartitur mit soviel Geschmack und Feingefühl zum Erklingen bringen können wie er. Jede seiner Aufführungen verrät das vorausgegangene sorgfältige, akribische Studium der Partitur. Dazu gesellte sich seine enorme Fähigkeit, Sänger und Sängerinnen buchstäblich auf Händen zu tragen und sie nie in den Orchesterwogen "ertrinken" zu lassen.
Leontyne Price war für eine ganze Generation die Aida schlechthin, und diesem Ruf wird sie in der vorliegenden Aufnahme noch mehr gerecht als in Soltis berühmter Produktion von 1961. Ihr Rollenporträt ist noch ausgefeilter, ihre wunderbare Stimme ist gleichwohl fähig zu dramatischen Ausbrüchen (Ritorna vincitor) wie auch zu herrlichen Pianissimi, wie besonders in der Nilarie des 3. Aktes zu bestaunen. Grace Bumbry ist eine ganz hervorragende Amneris, nicht nur stimmlich, sondern auch stimmschauspielerisch, und läßt die meisten anderen Rollenvertreterinnen glatt hinter sich.
Plácido Domingo singt seinen ersten Radames im Studio, und es ist, trotz seiner guten Leistungen in den Aufnahmen von Muti (EMI, 1974) und Abbado (DGG, 1982), sein bester geblieben. Die Stimme klingt noch ganz frisch und unverbraucht, selbst den exponiertesten Spitzentönen ist nicht die geringste Anstrengung anzumerken. Allerdings könnte man sich in manchen Passagen mehr Differenzierung wünschen, da klingt doch vieles recht pauschal. Amonasro wird von dem US-Amerikaner Sherrill Milnes dargestellt, auch er ein vielbeschäftigter Künstler, der hier ein ausgewogenes, wenn auch ein wenig blasses Rollenporträt abliefert. Die Nebenrollen des Ramphis und des Königs sind mit Ruggero Raimondi und Hans Sotin mehr als angemessen besetzt. Alles in allem eine glanzvolle Aufnahme, die es verdient hätte, endlich aus dem Schatten berühmterer Konkurrenzprodukte, wie den Einspielungen von Georg Solti, Zubin Metha oder Riccardo Muti, herauszutreten. Der John Alldis Choir ist ein Spitzenensemble, und das London Symphony Orchestra spielt unter Leinsdorfs Direktion sehr differenziert und mit vollem Einsatz. Eine höchst begrüßenswerte Wiederveröffentlichung.
Klangtechnik und Präsentation sind von hohem Rang. Klare Empfehlung!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Phantastische Sänger und technische Mängel, 14. August 2004
Von 
P. Scheid "patscheid4" (Saarbrücken) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: The RCA Opera Treasury - Aida (Audio CD)
Die vorliegende Aufnahme wurde im Jahr 1970 eingespielt und dokumentiert den ersten Höhepunkt in der Karriere von Plácido Domingo. Trotzdem wird die vier Jahre später entstandene Einspielung unter Riccardo Muti dieser meistens vorgezogen. Dies hängt wohl vor allem mit der besseren Tonqualität und der größeren Exaktheit der Muti-Aufnahme zusammen, an der Sängerbesetzung kann es nicht liegen: Domingo ist der Rolle des Radames besser gewachsen als die meisten Kollegen in dieser Rolle: Mit seiner kraftvollen, dunkel getönten Stimme kann er den dramatischen Aspekt der Rolle erfüllen. In den lyrischen Passagen, etwa in den zarten Höhenflügen des Schlussduetts, ist er jedoch leider nicht in der Lage, ein gutes piano oder mezza voce zu erzeugen. Hier klingt die Stimme verhaucht und bleibt entscheidendes an Feinschliff schuldig: ein Problem, das auch in seinen späteren Aufnahmen noch deutlich zu hören ist.
Leontyne Price wird ihrem Ruf als herausragende Aida gerecht. Sie hat das Volumen und die Kraft eines dramatischen Soprans, kann aber auch die langen Melodiebögen der lyrischen Passagen bewältigen. Die Mühelosigkeit, mit der sie das hohe C in der Nilarie erreicht, ist beispielhaft. Dabei begnügt sie sich keineswegs mit Schöngesang: In ihrer Darstellung wagt sie auch Extreme, scheut nicht vor expressiven Stimmfärbungen zurück und übertrifft damit Kolleginnen wie Caballé und Tebaldi, die zwar höchste Gesangskultur präsentieren aber dem tragischen Aspekt der Rolle einiges schuldig bleiben. Grace Bumbry ist die beste Amneris, die ich auf Schallplatte gehört habe und übertrifft auch Fiorenza Cossotto in der Muti-Aufnahme durch die pure Qualität ihrer Stimme und ihre ausgereifte Interpretation.
Herausragend ist Sherill Milnes als Amonasro. Er besaß eine der schönsten Bariton-Stimmen aller Zeiten mit großem Volumen und unglaublichen Reserven bis in die höchsten Lagen. In anderen Rollen fehlte seinem Gesang oft der Feinschliff. Hier aber ist er optimal besetzt. Das urwüchsige, wilde dieser Rolle wird beispielhaft umgesetzt, das Toben des Königs im Nilakt ist bis heute unübertroffen.
Die übrigen Rollen sind mit Ruggiero Raimondi und Hans Sotin adäquat besetzt, allerdings ziehe ich Nicolai Ghiaurov in der Rolle des Ramphis wegen seiner schwärzeren, kernigeren Stimme vor.
Fazit: Leider kann der Klang der Aufnahme und die Leistung des Dirigenten mit dem Niveau der Sänger nicht mithalten und so fällt die Aufnahme als Ganzes hinter die Muti-Einspielung zurück. Vor allem wegen Price, Bumbry und Milnes ist die vorliegende Produktion trotzdem eine Bereicherung in der Aida Diskographie, deshalb vier Sterne.
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