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5.0 von 5 Sternen Die Perfekte
Bravo! Viel besser kann man die Wunderhorn Lieder Mahlers meiner Meinung nach nicht geben. Abbado verzichtet glücklicherweise auf die Manie, manche der Lieder mit zwei Gesangssolisten zu besetzen, und hält sich damit auch an Mahlers eigene Aufführungspraxis. Dadurch offenbaren sich die Lieder als eine ganz eigene Kunstform mit lyrischen, epischen und...
Veröffentlicht am 19. Juli 2001 von Thomas Notthoff

versus
11 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wenig gelungen
Mit den Liedern aus "Des Knaben Wunderhorn" hat Claudio Abbado wohl seine bis jetzt am wenigsten befriedigende Mahler-Einspielung vorgelegt. Sicherlich: die Berliner Philharmoniker bewegen sich auf dem für sie üblichen hohen und höchsten musikalischen Niveau; dennoch bleibt Vieles stumpf, leer und allzu routiniert. Die Solisten zeigen sich den hohen...
Veröffentlicht am 2. September 2009 von Albion Friedlos


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49 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Perfekte, 19. Juli 2001
Rezension bezieht sich auf: Gustav Mahler: Des Knaben Wunderhorn (Audio CD)
Bravo! Viel besser kann man die Wunderhorn Lieder Mahlers meiner Meinung nach nicht geben. Abbado verzichtet glücklicherweise auf die Manie, manche der Lieder mit zwei Gesangssolisten zu besetzen, und hält sich damit auch an Mahlers eigene Aufführungspraxis. Dadurch offenbaren sich die Lieder als eine ganz eigene Kunstform mit lyrischen, epischen und dramatischen Elementen, ohne einen dieser Wesenszüge überzubetonen. Thomas Quasthoffs eher passive Weise, Mahler vorzutragen, wird einigen Hörern wohl nicht zusagen. Doch überinterpretiert er niemals, wie beispielsweise Fischer-Dieskau, sondern vertraut ganz der Eigenwirkung der Musik. Anne Sofie von Otter brilliert vor allem in "Das irdische Leben", das bei ihr stets am Rande der Verzweiflung steht, ohne den objektiven Charakter, der dem Stück durch die Erzählhaltung der Sängerin/Erzählerin inhärent ist, preiszugeben. Das Orchetser, von einer superben Klangtechnik präsent und durchsichtig eingefangen, ist glänzend aufgelegt, spielt sich jedoch nie unangenehm in den Vordergrund.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf der Höhe der Zeit, 14. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Gustav Mahler: Des Knaben Wunderhorn (Audio CD)
Abbado, von Otter und Quasthoff haben hier ein modernes Interpretationskonzept verwirklicht, was diese thematisch und ideologisch im 19. Jahrhundert angesiedelten Lieder gut hörbar macht. Da die Texte schon zum Bersten Sentimentales enthalten, werden sie in der Regel von bramarbasierenden Baritons und matronenhaften, gefühlsduseligen Altistinnen für heutige Hörer ungenießbar dargeboten. Eine zeitgemäße Version wird von dem schlanken Timbre von Otters und dem hier mit wenig Vibrato singenden Quasthoff unterstützt. Wie bei Abbado üblich sind die strukturellen Aspekte der Musik mustergültig herausgearbeitet und durch die musikalischen Möglichkeiten der Berliner perfekt zu Ohren gebracht.
Nur so hat die message eine Chance junge bzw. junggebliebene Hörer zu erreichen an deren Hörvermögen und Musikverständnis die stilistische Entwicklung der letzten 50 Jahre nicht spurlos vorbeigegangen ist.

Die technische Qualität der Aufnahme ist übrigens beispielhaft.
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11 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wenig gelungen, 2. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Gustav Mahler: Des Knaben Wunderhorn (Audio CD)
Mit den Liedern aus "Des Knaben Wunderhorn" hat Claudio Abbado wohl seine bis jetzt am wenigsten befriedigende Mahler-Einspielung vorgelegt. Sicherlich: die Berliner Philharmoniker bewegen sich auf dem für sie üblichen hohen und höchsten musikalischen Niveau; dennoch bleibt Vieles stumpf, leer und allzu routiniert. Die Solisten zeigen sich den hohen künstlerisch-intellektuellen Anforderungen der Partitur nur bedingt gewachsen. V.a. der in der Regel ja doch hervorragende Thomas Quasthoff ist mit der komplexen Faktur der Lieder weitestgehend überfordert. Unbeholfen buchstabiert er sich durch die Texte und vermittelt stets den Eindruck, daß er vom Zauber und der semantischen Tiefe der Wunderhorn-Lieder nur wenig erfaßt hat (z.B. in "Des Antonius von Padua Fischpredigt"!). Dementsprechend dürftig fällt denn auch die sängerische Gestaltung der Lieder aus: blaß, provisorisch, völlig beliebig. Für Mahlers grotesk entstellten Humor ist er ohne Zweifel kein angemessener Interpret. Ähnliches gilt auch für Anne Sofie von Otter, die ihre Partie zwar technisch solide absolviert, darüber hinaus aber interpretatorisch wenig zu sagen hat, das "Urlicht" etwa gerät ihr ganz und gar anämisch und geheimnislos, das "Irdische Leben" hingegen entbehrt der nötigen Kälte und abgründigen Bitterkeit.
Als Referenzaufnahmen empfehle ich deshalb dringend Shirai/Höll resp. Hampson/Parsons (jeweils in der Fassung für Klavier und Singstimme) und Schwarzkopf/Fischer-Dieskau/Szell (Orchesterfassung).
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu perfekt, 22. Mai 2011
Von 
Andre Arnold "Lateingott" (Rödental, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gustav Mahler: Des Knaben Wunderhorn (Audio CD)
Das gesungene Wort spielt im Oeuvre des großen deutschen Komponisten Gustav Mahler eine bedeutende Rolle. Neben dem Einsatz der menschlichen Stimme in seinen großen Sinfonien, komponierte er auch einige Liederzyklen, in denen er zu einem noch intimeren Ausdruck findet. Eine Ausnahme stellen da die Lieder aus "Des Knaben Wunderhorn" dar, die Mahler vornehmlich Ende des vorvergangenen Jahrhunderts schrieb, wobei er Anfang des 20. Jahrhunderts noch zwei Lieder anfügte.
Clemens von Brentano und Achim von Arnim dichteten mit "Des Knaben Wunderhorn" eine Volksliedsammlung, die Geschichten vom Mittelalter bis in die Neuzeit erzählt. Dabei verfolgten die Dichter kein einheitliches Schema, neben ernsten Gedichten finden sich auch ausgesprochen komische. Thematisch handelt es sich grob gesagt um Liebeslieder, Soldatengesänge oder Wanderlieder. Entstanden sind diese Gedichte in einer Zeit, da das deutsche Volk von einem bis dato unbekannten Nationalgefühl beseelt war. Es nimmt folglich nicht wunder, dass der Inhalt der "Wunderhorn"-Lieder vielfach einer romantischen Verklärung des Mittelalters anheim fiel.
Um Verklärung geht es Gustav Mahler bei seiner bunten Auswahl aus diesem unerschöpflichen Fundus niemals. Vielmehr wollte er offenlegen, dass sich in diesen Gedichten, so schwärmerisch sie auch bisweilen sein mögen, bitteres menschliches Leid widerspiegelt. Und in der Tat vermag es der Tonschöpfer, Bilder zu entwerfen, die das Not und das Elend des mittelalterlichen Menschen imaginieren, wenn diese menschliche Misere auch oftmals nur zwischen den Zeilen auftaucht. In erster Linie erreicht Mahler dies dadurch, dass er die Natürlichkeit der Sprache adaptiert und trefflich auch ins Orchester überträgt. Schroffheiten, Derbheiten - all das unterliegt keiner Veränderung und erzeugt somit eine natürliche, naive Schlichtheit. Des Weiteren setzt Mahler sein Orchester nur spärlich und stark differenziert ein. Es ist überliefert, dass Mahler das Orchester geradezu als kammermusikalisches Medium ansah, wenn es richtig verwandt werde.
Neben den zwölf eigenständig entstanden "Wunderhorn"-Liedern ist hier auch das "Urlicht" eingespielt, das Mahler als vierten Satz seiner monumentalen "Auferstehungssinfonie" konzipierte.

Die vorliegende Gesamteinspielung durch die Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter und den Bariton Thomas Quasthoff, begleitet von den Berliner Philharmonikern unter der Leitung des Mahler-Spezialisten Claudio Abbado, entstand 1998. Die Aufnahmequalität kann als hervorragend und glasklar bezeichnet werden.
Auch technisch betrachtet darf der Hörer eine einwandfreie Aufnahme erwarten. Otters und Quasthoffs Intonation ist rein und klar, ihr Gesang stets deutlich und sehr gut verständlich. Die beiden Sänger verstehen es ausgezeichnet, Akzente zu setzen und ihren Vortrag flüssig und differenziert zu gestalten. Unterstützt durch die brillant aufspielenden Berliner Philharmoniker bringen die Akteure ein transparentes und vielseitiges Recital zustande, dem es an Spannung niemals gebricht, schon alleine wegen des teils recht flotten Dirigats Abbados.
Doch technische Perfektion, die dieser Einspielung zweifellos zugesprochen werden kann, gewährleistet noch lange nicht, dass eine authentische Interpretation dabei herauskommt. Tatsächlich fehlt es der vorliegenden Aufnahme an Authentizität, was verschiedene Gründe hat, von denen zwei entscheidend sind: Der erste Grund mag zunächst paradox erscheinen: Abbado lässt jedes Lied nur von einer Singstimme vortragen. Das entspricht zwar Mahlers Vorgaben, raubt dem Vortrag dennoch einiges Differenziertheit und Ausdruck. Immerhin zeichnet sich eine gute Interpretation auch dadurch aus, die Anweisungen zwar zu verinnerlichen, aber in letzter Konsequenz die Partitur hinter sich zu lassen. Viel schwerwiegender ist allerdings, dass Otter und Quasthoff die Naivität und Derbheit, die sich in erster Linie in der Mundart ausdrückt, durch ihren "perfekten" Vortrag glatt striegeln. Gerade darin liegt aber der Reiz der "Wunderhorn"-Lieder.

Fazit: So technisch perfekt diese Aufnahme sein mag - ich ziehe dennoch die nicht ganz so perfekten vor: Lucia Popp, Andreas Schmidt, Royal Concertgebouworkest Amsterdam, Leonard Bernstein oder Lucia Popp, Walton Groenroos, Israel Philharmonic Orchestra, Leonard Bernstein.
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