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128 von 131 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk --- mit Hindernissen
Wohl selten hat es ein so mythenumranktes Jazzalbum wie ‚Bitches Brew' gegeben. Auf der einen Seite taucht diese Doppelalbum immer wieder in allen möglichen Album Polls in etlichen Musikzeitschriften auf, wo es meist als geniale Verschmelzung von Rock und Jazz gefeiert wird, andererseits scheiden sich an ihm die Geister. Jazzkritiker monieren, dass Davis mit...
Veröffentlicht am 7. März 2005 von Big Bad Al

versus
12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Beware: it is the Marc Wilder Mix
The Legacy Edition of Bitches Brew does not contain the ORIGINAL ALBUM MIXES (i.e. the mixes which have been used for the release of BB in 1970), but the remixes done by Marc Wilder for THE COMPLETE BITCHES BREW SESSIONS in 1998. These are fine, but if you already own THE COMPLETE BB SESSIONS, buying this set would only be useful if you have never seen one of the many...
Veröffentlicht am 31. August 2010 von The Common Reader


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128 von 131 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk --- mit Hindernissen, 7. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Bitches Brew (Audio CD)
Wohl selten hat es ein so mythenumranktes Jazzalbum wie ‚Bitches Brew' gegeben. Auf der einen Seite taucht diese Doppelalbum immer wieder in allen möglichen Album Polls in etlichen Musikzeitschriften auf, wo es meist als geniale Verschmelzung von Rock und Jazz gefeiert wird, andererseits scheiden sich an ihm die Geister. Jazzkritiker monieren, dass Davis mit der elektronischen Instrumentierung endgültig den Jazz hinter sich gelassen hat; Rockfans finden die Musik meist unverdaulich. Lassen wir mal die Jazzkritiker getrost beiseite, denn Davis elektronische Instrumentierung steht der Improvisationsfreudigkeit der Musiker keinesfalls im Wege.
Ich denke, dass viele Leser dieser Rezension aus jazz-fremden Bereichen kommen und sich aus Neugier (‚man hat ja schon so viel sagenhaftes über ‚Bitches Brew' gehört) mit Davis ‚Rock-Jazz' Album auseinandersetzen möchten. Vorsicht ist allerdings hier geboten, denn das Label Jazz-Rock (Rock-Jazz, Fusion --- was auch immer) führt in die Irre. Es stimmt, Davis benutzt Instrumente, die man eher mit Rockbands assoziieren würde (elektrische Gitarre, elektrische Pianos und elektrische Bässe), aber dennoch lassen sich die ‚Rockeinflüsse' nur schwer heraushören. ‚Bitches Brew' hat wenig mit dem gemein was unter Rockmusik verstanden wird. Während Rockmusik eingängige Strukturen hat (Verse-Chorus-Verse --- wie Kurt Cobain es vortrefflich auf den Punkt brachte), lösen Davis und seine Mitstreiter diese Strukturen auf. Oder habt ihr schon mal eine halbstündige Improvisation über zwei Akkorde von den Stones gehört? Wohl eher nicht. Wer also Rockmusik mit ein bisschen Jazzimprovisation ‚on top' erwartet wird enttäuscht sein und hätte bestimmt mehr Freude an anderen Alben der Fusion Richtung als an ‚Bitches Brew' (siehe unten).
Davis gab den Musikern meist nur eine Basslinie und ein oder zwei Akkorde vor und lies sie dann im Studio fröhlich vor sich hin improvisieren. Davis hatte sein relativ freies Improvisationskonzept in den späten 50er und den 60er perfektioniert und wendete es auf ‚Bitches Brew' im elektronischen Kontext an. Das Resultat sind bis zu 26 Minuten lange, relativ freigehaltene, Stücke die keinem gängigen Schema folgen. Die Musiker auf ‚Bitches Brew' entwerfen ihre eigene Welt und die hat herzlich wenig mit Rock im traditionellen Sinne gemein. Hinzu kommt das Davis auf den meisten Stücken alle Rhythmusinstrumente verdoppelt. Es spielen also zwei Schlagzeuger, zwei Pianisten und zwei Bassisten mit verschiedenen Solisten gegeneinander an --- eine Menge Krach also. Doch diese Musik ist nicht, auch wenn es so scheint, chaotisch. Sie folgt nur ihren eigenen Regeln und einer internen Logik in der Musiker (anstatt vorgefertigten Strukturen folgend) ihre Improvisationen in Bezug auf einander entwerfen. Das alles ist nicht radikal neu: Davis Gruppen aus den 60ern, sowie John Coltrane's Band, von Ornette Coleman's Free Jazz mal ganz zu schweigen, hatten die Jazzimprovisation in diese Richtung schon weiterentwickelt. ‚Bitches Brew' ist demnach der nächste Schritt in dieser Entwicklung gewesen.
Allerdings ist die Darbietungsweise neu: die Platte macht, vor allem durch die Besetzung mit Topmusikern, die auf elektronisch verstärkten Instrumenten zu hören sind (u.a. Chick Corea (ep), Herbie Hancock (ep), Jack de Johnette (d), Tony Williams (d), John McLaughlin (g), Dave Holland (eb) und Ron Carter (ab)) ungemeinen Druck. Über Basslines und Schlagzeugrhythmen die eher an James Brown als an die Beatles oder Stones erinnern, entfalten die Musiker ein Kaleidoskop an Soundideen und spielen sich in Ekstase um kurz darauf wieder zu ruhigeren Tönen zurückzukehren. Und über all dem thront majestätisch Miles Trompete in einer lyrisch-melancholischen Art, die mit den Exzessen der Band eine wunderbar einigensinnige Einheit bildet.
Ich glaube, dass diese Beschreibung für sich selbst spricht: wer an einer eingängigen Verschmelzung von Rock und Jazz interessiert ist, der ist hier falsch. Man muss sich wirklich intensiv mit ‚Bitches Brew' auseinandersetzen und Neuerungen ziemlich offen gegenüber sein, um diese Musik schön zu finden. Hat man aber erst einmal die ersten Hürden genommen, dann entfaltet sich einem eine wirklich wunderbare Klangwelt, die ihresgleichen sucht. Berauschend! Ich würde dennoch Jazzneulingen dieses Album nicht empfehlen. Wer nach einem Einstieg in die Welt von Jazz, Rock, elektronsicher Musik und Funk sucht, sollte zu dem Bitches Brew Vorgänger ‚In a Silent Way' greifen. ‚Fillies de Kilimanjaro', das Davis auch im Jahr 1969 aufgenommen hat, eignet sich ebenfalls als guter Einstieg, da es weitaus eingängiger ist als ‚Bitches Brew' und ‚In a Silent Way'. Auch ‚Inner Mounting Flame' von Mahavishnu Orchestra und ‚Hot Rats' von Frank Zappa sind ein guter Kauf --- auf beiden Alben liegt die Betonung eher auf Rock als auf Avantgarde und Jazz. Danach ist ein Einstieg in die Welt von Bitches Brew garantiert einfacher. Wer sich allerdings von Anfang an auf ein musikalisches Abenteuer von ganz besonderer Qualität einlassen möchte, der sollte zugreifen. Davis Album ist ein absoluter Klassiker, der sich gegen eine einfache Kategorisierung sperrt. Auch nach wiederholtem Hören wird dieses Meisterwerk nicht langweilig.
Die hier vorliegende Remastered Version des Sony Legacy Labels besticht durch den guten Sound und eine gute Wiedergabe des Album Covers (für CD Verhältnisse jedenfalls). Wie die Originalversion ist auch die Remasterversion in zwei Alben unterteilt. Auf der ersten CD sind die beiden fast halbstündigen Improvisationen ‚Pharaoh's Dance' und ‚Bitches Brew' enthalten, die von allen Stücken am abstraktesten sind. Die zweite CD beinhaltet die kürzeren Stücke (15 mim) ‚Spanish Key' und ‚Miles Runs the Voodoo Down' in denen die Funkelemente am stärksten hervortreten, sowie das kurze Gitarrenstück John McLaughlin und die Ballade (die es in sich hat) Sanctuary. Als Bonus-Schmankerl gibt's das schleppend bluesige Stück Feio (mit Sitarverstärkung). Ein Stück moderne Musikgeschichte (wenn auch mit Hindernissen). (Mein Tipp: fangt mit CD 2 an und arbeitet euch dann zu den Stücken auf CD 1 vor).
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31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Komplex, abgehoben und graziös, 4. April 2005
Von 
silbertanne4 "silbertanne" (Offenbach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Bitches Brew (Audio CD)
Mit dieser Doppel-LP wurde Miles Davis auch bei Hörern von Beat- und Popmusik bekannt. Noch heute finden manche den ersten Einstieg in die Welt des Jazz mit einer Platte / CD von Miles Davis. Für "Bitches Brew" mit seinem gelungenen Cover wurde 1970 in Jugendzeitschriften geworben, es verkaufte sich sehr gut. Mit einer halben Million die bis dato (neben Kind of Blue) kommerziell erfolgreichste Jazzproduktion.
"Bitches Brew" ist allerdings keine leichte Kost. Selbst Psychedelic-Gruppen wie Grafeful Dead oder Soft Machine klingen vergleichsweise eingängig. Obwohl ich kein Liebhaber von Free Jazz bin höre ich "Bitches Brew" recht häufig und gern.
So viele begabte und bekannte Jazz-Musiker auf einer Produktion findet man selbst bei Miles Davis nicht oft (Davis, Herbie Hancock, Chick Corea, Airto, John Mac Laughlin gibt sein Debüt, Wayne Shorter, ...).
Die Musik ist sehr komplex, jemand hat mal gesagt sie würde die emotionale Bandbreite der Stadt N.Y.C. ausdrücken. Ansprechend, verwirrend, beängstigend bis graziös und schön.
Zaubert mit (z.T.) 3 ! E-Pianos eine exotische Atmosphäre in den Raum. Schiebt man den Bass-Regler seiner Stereoanlage nach oben, spürt man den Groove der Rhytmus-Section noch stärker, "Bitches Brew" gilt als die erste Jazzplatte mit unterlegten Beatrhytmen.
- "Spanish Key", Miles hatte sich schon seit 1958 gerne von spanischer Musik beinflussen lassen. Der Rhytmus - als Kontrast zu den melodieführenden Blasinstrumenten und der flamencoartigen Gitarrenfigur von John Mc Laughlin - ist hier besonders treibend.
- "Bitches Brew", 27 Minuten, baut sich auf einer immer wiederholenden Bass-Linie auf. Es gab in einem New Yorker Lokal ein Gericht mit gleichem Namen auf der Speisekarte. So kam Miles Davis auf den Titel.
- "Miles Runs the Voodoo down" - mit seinen afrikanischen Elementen - ist die zugänglichste Kollage des ganzen Gebräus und hat fast so etwas wie eine einprägsame Melodie. War sogar in Kurzform auf Single erschienen und wurde angeblich in manchen New Yorker Juke-Boxen gerne gewählt.
- "Sanctuary" ist die Ruhe und Entspannung nach den langen Titeln.
- Das Cover zeigt gelungen und würdevoll Motive aus Afrika (links) und der Neuen Welt (Ozean). Auch die einfach gehaltenen Liner Notes erweckten den Eindruck eines bahnbrechenden Debüts. Zu einer Zeit, als Miles Davis schon fast Zwanzig Jahre Platten veröffentlichte. Fazit: Sehr originell und gelungen, als Einstieg vielleicht eher "Sketches of Spain", "Kind of Blue" oder "In a Silent Way" nehmen.
Es gibt keine bekannte Produktion in Jazz und Rock, die mehr "far out" klingt als die 90 Minuten von "Bitches Brew"! Die Tonqualität war schon 1970 gut, sie wurde digital noch überarbeitet zu einem Hörgenuss.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiges Konzert auf der Bonus-DVD, 4. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bitches Brew (Legacy Edition) (Audio CD)
Wie der Vorrezensent bereits geschrieben hat, handelt es sich laut Liner Notes tatsächlich um die Neuabmischungen für die "Complete Bitches Brew Sessions", obwohl die ersten Verlautbarungen behaupteten, es handle sich um die Originalabmischungen, die einen "dünkleren" und wärmeren Klang (mit reduzierten Höhen und stärkerer Rauschunterdrückung) hatten, den aber nur Nostalgiker und Nostalgikerinnen vermissen werden. (Ich kenne allerdings nur eine CD-Version der alten Abmischung, nicht die Originalschallplatte.)
Auch wer schon die eine oder andere Bitches Brew - Aufnahme hat, die exzellente Live-DVD lohnt allemal den Kaufpreis mit einem großartigen Konzert. Vor allem war das sogenannte "Lost Quintet" mit Chick Corea, Wayne Shorter, Dave Holland uns Jack DeJohnette bisher noch nie in so guter Tonqualität zu hören, da ist auch die eher mäßige Bildqualität zu verschmerzen - unverständlich ist aber, dass Sony auch der in Europa verkauften Version eine NTSC-Version beilegt, obwohl die Aufnahme für das dänische Fernsehen, das PAL verwendet, gedreht wurde.
Im Grunde war diese Gruppe bisher nur auf inoffiziellen Aufnahmen wie der (ebenfalls sehr empfehlenswerten) "It's About That Time" zu hören, auf der von Sony herausgegebenen "Live at the Fillmore East March 7, 1970" - Aufnahme war die Gruppe bereits um Airto Moreira erweitert und hatte einen noch einmal dynamischeren Zugang, in dem dafür wieder viele der Feinheiten untergingen, die dieses Konzert auszeichnen.
Es ist noch zu erwähnen, dass es auch noch eine teurere "Anniversary Edition" mit einer weiteren Live-CD und dem Album auf zwei Schallplatten gibt.
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Abgehoben und elitär: Progressiver geht es nicht, 7. April 2005
Von 
silbertanne4 "silbertanne" (Offenbach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Bitches Brew (Audio CD)
Mit dieser Doppel-LP wurde Miles Davis auch bei Hörern von Beat- und Popmusik bekannt. Noch heute finden manche den ersten Einstieg in die Welt des Jazz mit einer Platte / CD von Miles Davis. Für "Bitches Brew" mit seinem gelungenen Cover wurde 1970 in Jugendzeitschriften geworben, es verkaufte sich sehr gut. Mit einer halben Million die bis dato (neben Kind of Blue) kommerziell erfolgreichste Jazzproduktion.
"Bitches Brew" ist allerdings keine leichte Kost. Selbst Psychedelic-Gruppen wie Grafeful Dead oder Soft Machine klingen vergleichsweise eingängig. Obwohl ich kein Liebhaber von Free Jazz bin höre ich "Bitches Brew" recht häufig und gern.
So viele begabte und bekannte Jazz-Musiker auf einer Produktion findet man selbst bei Miles Davis nicht oft (Davis, Herbie Hancock, Chick Corea, Airto, John Mac Laughlin gibt sein Debüt, Wayne Shorter, ...).
Die Musik ist sehr komplex, jemand hat mal gesagt sie würde die emotionale Bandbreite der Stadt N.Y.C. ausdrücken. Ansprechend, verwirrend, beängstigend bis graziös und schön.
Zaubert mit (z.T.) 3 ! E-Pianos eine exotische Atmosphäre in den Raum. Schiebt man den Bass-Regler seiner Stereoanlage nach oben, spürt man den Groove der Rhytmus-Section noch stärker, "Bitches Brew" gilt als die erste Jazzplatte mit unterlegten Beatrhytmen.
- "Spanish Key", Miles hatte sich schon seit 1958 gerne von spanischer Musik beinflussen lassen. Der Rhytmus - als Kontrast zu den melodieführenden Blasinstrumenten und der flamencoartigen Gitarrenfigur von John Mc Laughlin - ist hier besonders treibend.
- "Bitches Brew", 27 Minuten, baut sich auf einer immer wiederholenden Bass-Linie auf. Es gab in einem New Yorker Lokal ein Gericht mit gleichem Namen auf der Speisekarte. So kam Miles Davis auf den Titel.
- "Miles Runs the Voodoo down" - mit seinen afrikanischen Elementen - ist die zugänglichste Kollage des ganzen Gebräus und hat fast so etwas wie eine einprägsame Melodie. War sogar in Kurzform auf Single erschienen und wurde angeblich in manchen New Yorker Juke-Boxen gerne gewählt.
- "Sanctuary" ist die Ruhe und Entspannung nach den langen Titeln.
- Das Cover zeigt gelungen und würdevoll Motive aus Afrika (links) und der Neuen Welt (Ozean). Auch die einfach gehaltenen Liner Notes erweckten den Eindruck eines bahnbrechenden Debüts. Zu einer Zeit, als Miles Davis schon fast Zwanzig Jahre Platten veröffentlichte. Fazit: Sehr originell und gelungen, als Einstieg vielleicht eher "Sketches of Spain", "Kind of Blue" oder "In a Silent Way" nehmen.
Es gibt keine bekannte Produktion in Jazz und Rock, die mehr "far out" klingt als die 90 Minuten von "Bitches Brew"! Die Tonqualität war schon 1970 gut, sie wurde digital noch überarbeitet zu einem Hörgenuss.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kosmisches Gebräu, 9. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Bitches Brew (Audio CD)
Ein nicht ganz einfacher Musikgenuss. Ich habe einige Zeit gebraucht, um mich an diese wahrlich kosmische Mixtur aus improvisiertem Jazz und Rock zu gewöhnen. Man muss sich im wahrsten Sinne des Wortes öffnen, bereit sein, diese eigenwillige Mischung aus wunderschönen ruhigen, fast meditativen Momenten und dann wieder sperrigen, diszonanten Tönen in sich aufzunehmen.Dann wird sich zeigen, ob man diese Klänge (so wie ich) liebt oder von ihnen genervt ist. Es kann auch sein, dass man sich die Bitches Brew-Aufnahmen zulegt, vielleicht zunächst keinen rechten Gefallen an ihnen findet und dann nach ein paar Monaten plötzlich bereit ist für die Musik.Ich habe beim (häufigen) Hören dieser beiden CD's häufig die Vision, dass die Musik quasi im Kosmos schwebt, jenseits von Zeit und Raum. Genauso eine Wirkung entfaltet die Platte auch auf den Hörer, der eine Ahnung von dem (komplexen)Genie eines Miles Davis erhält..Grossartige Musiker, die sich um Miles Davis (Trompete) versammelt haben So u.a.John McLaughlin (E-Gitarre), Chick Corea und Wayne Shorter..
Für Leute , die noch nie etwas von Miles Davis gehört haben, eignet sich meiner Ansicht nach allerdings besser "In a silent way" für den Einstieg in den Fusionrock.
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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine zukunftsweisende Musik, 20. Juni 2001
Rezension bezieht sich auf: Bitches Brew (Audio CD)
Viel gibt es zu dieser CD nicht zu sagen. Wenn man "Bitches Brew" zum ersten mal hört, glaubt man nicht dass diese Musik vor über 30 Jahren entstanden ist, vielleicht etwas schrill für Einsteiger des Modern Jazz, aber 2-3 mal reinhören und man ist begeistert. Sie ist heute noch modern, faszinierend und mitreißend, wie vor Jahrzehnten. Ein Muss für jeden Jazzfan. Eigentlich sind 5 Sterne angesichts der globalen Bedeutung dieser CD noch zu wenig
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25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Far out, 7. Mai 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Bitches Brew (Audio CD)
1970 wurde Miles Davis ein Begriff bei Hörern von Pop-Musik. Auch heute noch findet mancher Hörer den ersten Einstieg in die Welt des Jazz durch Miles Davis als Pforte. Für "Bitches Brew" wurde 1970 mit dem gelungen Cover in Jugendzeitschriften geworben, es verkaufte sich sehr gut. "Bitches Brew" ist keine leichte Kost, klingt mehr far out als das progressivste Rock-Experiment jemals klang. Selbst Gruppen wie Grafeful Dead oder Frank Zappa klingen vergleichsweise eingängig und kommerziell. Obwohl kein Liebhaber von Free Jazz mag ich die Platte durchaus, wenn auch die zugänglichere "in A Silent Way" häufiger angehört wird. So viele hochkarätige und konzentrierte Musiker auf einer Platte findet man selten (Davis, Herbie Hancock, Chick Corea, Airto, John Mac Laughlin stellt sich vor, Wayne Shorter, ...). Die Musik ist sehr komplex, zaubert aber durch (manchmal 3) E-Pianos eine exotische Atmosphäre in den Raum. Wenn man den Bass-Regler nach oben schiebt, spürt man förmlich auch den Groove der Rhytmus-Section, damals angeblich ganz neu im Jazz. "Spanish Key" hat einen südlichen Rhytmus unterlegt, "Bitches Brew" baut sich auf einer immer wiederholenden Bass-Linie auf, "Miles Runs the Voodoo" down ist durchaus zugänglich in seinem Rhytmus und hat fast so etwas wie eine Melodie. Dieser Song war sogar in Kurzfassung eine Single. "Sanctuary" ist wie Ruhe und Entspannung nach den langen Titeln. Das Cover zeigt gelungen und würdevoll afrikanische Motive aus Afrika (links) und der Neuen Welt (Ozean). Auch die Liner Notes erweckten fast den Eindruck eines bahnbrechenden Debüts, zu einer Zeit, als Miles Davis schon fast Zwanzig Jahre Platten veröffentlichte. Fazit: Gelungen, aber als Einstieg vielleicht eher "Sketches of Spain", "Kind of Blue" oder "In a Silent Way" nehmen.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Beware: it is the Marc Wilder Mix, 31. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Bitches Brew (Legacy Edition) (Audio CD)
The Legacy Edition of Bitches Brew does not contain the ORIGINAL ALBUM MIXES (i.e. the mixes which have been used for the release of BB in 1970), but the remixes done by Marc Wilder for THE COMPLETE BITCHES BREW SESSIONS in 1998. These are fine, but if you already own THE COMPLETE BB SESSIONS, buying this set would only be useful if you have never seen one of the many performances of MD in 1969.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Irre, Verrückt, Daneben, ABER GENIAL, 27. September 2005
Von 
B. Lutze (Potsdam) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Bitches Brew (Audio CD)
Wenn es eine Jazz Platte gibt, die man gleichzeitig als Rock'n Roll bezeichnen kann, dann diese hier. Selten hört man so skrupellos zusammengeschusterte Musik wie auf Bitches Brew: Elektro Orgeln treffen auf verzerrte Trompeten, E-Gitarren klimpern im Einklang mit einem Brei aus E Bass, Percussion, Saxophon und teilweise auch Tönen, bei denen ich nicht so recht weiß, von welchem Instrument sie kommen. Das ganze klingt etwa so, als würden Jimi Hendrix, Bootsy Collins zusammen mit Curt Kobain versuchen, Kind of Blue von Miles Davis, nachzuspielen, nur ein bisschen irrer. Und es ist mir egal, was die Old School Jazz Apologeten meinen, das Resultat ist einfach genial und rockt wie Sau! Ich mag die Steigerungen: Vom relaxten Trancezustand bis hoch zur Improvisier-Extase, vo jeder der teilnehmenden Musiker auf sein Instrument reinhaut (oder pustet). Aber das Ganze klingt schlüssig und es entwickelt sich eine musikalische Gruppendynamik, wie ich sie noch nie woanders gehört habe. Wahnsinn! Natürlich muss man sich als Hörer darauf einlassen. Aber wenn man das tut, dann lohnt sich jede Minute dieser Doppel CD, das versprech ich. Bitches Brew ist eine meiner absoluten Lieblingsplatten. Danke Miles! Rest in Peace.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Miles Davis - der Jahrhundertmusiker, 7. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Bitches Brew (Audio CD)
Man könnte Miles Davis wohl als den Jahrhundertmusiker des Jazz im 20. Jahrhundert bezeichnen, ein wahrhaftes Chamäleon, das sich immer wieder neu erfundene hat. Vergleichbar ist meiner Meinung nach in der Bildenden Kunst vielleicht am ehesten Picasso, der sich auch immer wieder neu erfunden hat und die Kunst des 20. Jahrhunderts umspannt. In ähnlicher Weise gilt dies für Miles Davis im Bereich des Jazz, ohne die Tatsache schmälern zu wollen, dass Picasso sicher ein Jahrtausendkünstler war, was ich so für Davis nicht in gleicher Weise behaupten will.

Wenn ich es recht sehe, so sind es vor allem drei Alben, mit denen Davis Jazzgeschichte geschrieben hat und die in der Sammlung jedes Jazzliebhabers stehen sollten: als erstes "Birth Of The Cool" (1948), ein Album, das nach der Bop-Ära eine neue Epoche einleitete, dann "Kind Of Blue" (1959), das manche als das bedeutendstes Jazzalbum aller Zeiten bezeichnen, und schließlich "Bitches Brew" (1970), mit dem Davis sich abermals neu erfand und das bei weitem mehr ist als ein Jazz-Rock-Album.

Seinerzeit irritierte "Bitches Brew" die Jazzwelt durch die "Elektrifizierung" des Jazz, besonders auch des Trompetenspunds, etwa durch die Verwendung eines Wahl-Wahl-Pedals oder von Echo- und Hallgeräten. Sieht man das Album aus heutiger Perspektive, so ist klar, wie wegweisend, ja epochal es gewesen ist. Man muss es kennen, wenn es auch nicht so eingängig ist wie etwa "Kind Of Blue". Aber je öfter man es hört, umso mehr erschließen sich seine inneren Strukturen dem Hörer.
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Bitches Brew
Bitches Brew von Miles Davis (Audio CD - 1999)
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