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Kundenrezensionen

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am 21. Februar 2008
Hatte das vorgehende Album MISPLACED CHILDHOOD die Band weltweit berühmt gemacht, sollte CLUTCHING AT STRAWS diesen Erfolg bestätigen und sogar noch ausweiten. Doch bis auf FISH dürfte wohl keiner wirklich damit gerechnet haben, dass dies sein letztes Album mit der Band sein sollte (nimmt man die Live-Veröffentlichung THE THIEVING MAGPIE aus). Erst bei den Aufnahmen entwickelte sich eine Dynamik, die dazu führte, dass eine Trennung immer wahrscheinlicher wurde.

Aber was für ein Abschied das werden sollte. Die Band war musikalisch auf einem Höhepunkt (von dem auch später noch einige folgen sollten) und mischte ihrem erfolgreichen melodiösen Neo-Prog-Rock dieses Mal noch eine Prise Bombast bei. Aber selbst für MARILLION-Standards ist Album sehr düster, depressiver und aggressiver ausgefallen, die Themen drehen sich meist um den übermäßigen Genuss von Alkohol (WARM WET CIRCLES, TORCH SONG, SLAINTE MHATH), zerstörte Beziehungen (SUGAR MICE) oder das Erstarken neuer Neo-Nazis (WHITE RUSSIAN). Einmal mehr sind die Lyrics sehr persönlich gehalten und haben dennoch eine Haltung, die jeden Zuhörer anspricht.

Auch was die Songs betrifft besitzt dieses Album eine Dichte von wahren All-Time-Favourites, die auch heute noch bei den MARILLION-Conventions immer wieder von den Fans gefordert werden. Schon das erste Trio von Songs (HOTEL HOBBIES, WARM WT CIRCLES und THAT TIME OF THE NIGHT (THE SHORT STRAW)), die alle am Stück gespielt werden ist ein wahres Fest der Stimmungen und Emotionen. Des Weiteren sind WHITE RUSSIAN, SLAINTE MHATH, INCOMMUNICADO und SUGAR MICE immer noch wahre Klassiker im Bereich der anspruchsvollen Pop/Rock-Musik.

Insbesondere bei CLUTCHING AT STRAWS lohnt sich die Anschaffung der Special Edition Doppel CD, denn auf der zweiten CD befinden sich nicht nur der alternative Mix von INCOMMUNICADO, eine erweiterte Version von GOING UNDER, sondern nichtweniger als neun unveröffentlichte Versionen von Liedern, die zwar in der CLUTCHING-Phase entstanden, es aber nicht auf das Album schafften. Dabei handelt es sich um musikalische Ideen, die später in der ein oder anderen Form von MARILLION aufgegriffen wurden (so handelt es sich bei BEAUJOLAIS DAY um eine frühe Version von SEASON'S END, bei STORY FROM A THIN WALL um die Musik zu BERLIN und den Text von FISHs FAMILY BUSINESS von VIGIL IN A WILDERNESS OF MIRRORS). Die zweite CD ist also auch dann die Anschaffung wert, wenn man als MARILLION- oder FISH-Anhäger sehen will, wie musikalische Ideen sich entwickeln und wandeln.
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am 19. Juni 2009
"Clutching at Straws" ist die letzte reguläre Veröffentlichung der Engländer mit ihrem damaligen charismatischen Frontmann Fish. Der Erfolg der Gruppe hat mittlerweile Riesendimensionen angenommen. Hohe Platzierungen in den LP- und Single-Charts bringen der Truppe allerdings auch einen Riesendruck, der am Ende mit Fishs Ausstieg aus der Band gipfelt.
Dieses Album zeigt die symphatischen Prog-Rocker allerdings noch einmal von ihrer allerbesten Seite. Das Material war unter den MARILLION-Jüngern allerdings sehr umstritten. Mit den Überalben "Script for a Jesters Tear" oder "Fugazi" hat das hier nicht mehr viel zu tun. "Clutching at Straws" ist auf dem ersten Blick wesentlich zahmer, glatter, edler. Der Begriff "Art-Rock" fällt mir zwangsläufig ein.
Die CD beginnt mit einem Dreierpack, der es gleich so richtig in sich hat. Atmosphäre war schon immer MARILLIONS Stärke. Was sie allerdings auf "Hotel Hobbies", Warm Wet Circle" und "That Time of the Night" hinzaubern, ist absolute Champions-League. Fließende Übergänge, wunderschöne Keyboarduntermalung, eine mal harte, mal zarte Gitarre und Onkel Fish am Rande seiner Leistungsfähigkeit. Perfekt. Mit "Going Under" (nicht auf der original LP) und "Just for the Record" gibt es für mich zwei schwächere Stücke. Zeit sich auf den 2. Teil dieser CD vorzubereiten.
"White Russian" mit politisch motiviertem Text ist der längste Song des Albums. Sanfter Beginn mit langsamer Steigerung. Zum Ende schreit Fish seine Ängste in den Himmel. "Incommunicado" war die erste Single. Ein gute Laune Song. Das Teil wurde "damals" sogar in unserer Dorfdisco gespielt. Unglaublich! Waren die ersten 3 Songs schon Atmosphäre pur, so können "Torch Song" sowie "Slainte Mhath" locker mithalten. Der Übergang von "Toch Song" zu "Slainte Mhath" kann mich noch immer begeistern. "Sugar Mice" ist eine weitere Single. Typischer Bombastrock. Fish sagt heute, daß dieser Song sein Lieblings-Marillion-Song ist. Er spielt ihn noch heute auf seinen Konzerten. Den Abschluß bildet "The Last Straw". Dieser Song erinnert mich noch am ehesten an die "alten" Marillion. Live gab es das Teil leider sehr sehr selten. Auch dieser Song ist für mich Kategorie 1a.
Fazit: "Clutching at Straws" ist sicher MARILLIONS (Fish-Phase!!!) modernstes Album. Die CD wirkt noch heute zeitgemäß und frisch. Natürlich kaufen!!
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am 21. Februar 2008
Hatte das vorgehende Album MISPLACED CHILDHOOD die Band weltweit berühmt gemacht, sollte CLUTCHING AT STRAWS diesen Erfolg bestätigen und sogar noch ausweiten. Doch bis auf FISH dürfte wohl keiner wirklich damit gerechnet haben, dass dies sein letztes Album mit der Band sein sollte (nimmt man die Live-Veröffentlichung THE THIEVING MAGPIE aus). Erst bei den Aufnahmen entwickelte sich eine Dynamik, die dazu führte, dass eine Trennung immer wahrscheinlicher wurde.

Aber was für ein Abschied das werden sollte. Die Band war musikalisch auf einem Höhepunkt (von dem auch später noch einige folgen sollten) und mischte ihrem erfolgreichen melodiösen Neo-Prog-Rock dieses Mal noch eine Prise Bombast bei. Aber selbst für MARILLION-Standards ist Album sehr düster, depressiver und aggressiver ausgefallen, die Themen drehen sich meist um den übermäßigen Genuss von Alkohol (WARM WET CIRCLES, TORCH SONG, SLAINTE MHATH), zerstörte Beziehungen (SUGAR MICE) oder das Erstarken neuer Neo-Nazis (WHITE RUSSIAN). Einmal mehr sind die Lyrics sehr persönlich gehalten und haben dennoch eine Haltung, die jeden Zuhörer anspricht.

Auch was die Songs betrifft besitzt dieses Album eine Dichte von wahren All-Time-Favourites, die auch heute noch bei den MARILLION-Conventions immer wieder von den Fans gefordert werden. Schon das erste Trio von Songs (HOTEL HOBBIES, WARM WT CIRCLES und THAT TIME OF THE NIGHT (THE SHORT STRAW)), die alle am Stück gespielt werden ist ein wahres Fest der Stimmungen und Emotionen. Des Weiteren sind WHITE RUSSIAN, SLAINTE MHATH, INCOMMUNICADO und SUGAR MICE immer noch wahre Klassiker im Bereich der anspruchsvollen Pop/Rock-Musik.

Insbesondere bei CLUTCHING AT STRAWS lohnt sich die Anschaffung der Special Edition Doppel CD, denn auf der zweiten CD befinden sich nicht nur der alternative Mix von INCOMMUNICADO, eine erweiterte Version von GOING UNDER, sondern nichtweniger als neun unveröffentlichte Versionen von Liedern, die zwar in der CLUTCHING-Phase entstanden, es aber nicht auf das Album schafften. Dabei handelt es sich um musikalische Ideen, die später in der ein oder anderen Form von MARILLION aufgegriffen wurden (so handelt es sich bei BEAUJOLAIS DAY um eine frühe Version von SEASON'S END, bei STORY FROM A THIN WALL um die Musik zu BERLIN und den Text von FISHs FAMILY BUSINESS von VIGIL IN A WILDERNESS OF MIRRORS). Die zweite CD ist also auch dann die Anschaffung wert, wenn man als MARILLION- oder FISH-Anhäger sehen will, wie musikalische Ideen sich entwickeln und wandeln.
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am 2. August 2003
... das es mit der Entwicklung dieser fantastischen Band in eine andere Richtung geht: Zwar immer noch kompositorisch und lyrisch eine Perle, ist das vorliegende Album ein krasser Gegensatz zu den beiden ersten Alben von Marillion. Es fehlt der gewisse Irrwitz eines Songs wie "Fugazi" oder "Incubus" und die konsequente Tieftraurigkeit eines "Script for a jester's tear"-Albums. Dennoch: "Clutching at straws" ist ein tolles Album dem es an nichts mangelt, was guten Art-Rock der Achtziger ausmacht.
Unbedingt erwähnenswert ist die Bonus-CD auf der deutlich zu hören ist, wohin die Reise nach der Trennung von Frontmann Fish für beide "Parteien" gehen sollte. Man hört viele Elemente des Marillion-Nachfolgers "Seasons End" heraus, aber auch Texte von der "Vigil in the wilderness of mirrors" waren schon 1987 fertig. Interessant zu sehen, was aus anfänglichen Song-Ideen letztendlich wird. Unbedingt kaufen!
Anspieltip: Sugar Mice; The Last Straw
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am 17. Mai 2011
Nach dem riesigen Erfolg von - Misplaced Childhood - standen Marillion 1987/88 am Scheideweg. Vielleicht betitelten sie ihr Album ja deshalb - Clutching at Straws - zu Deutsch "Sich an jeden Strohhalm klammern". Wer weiß? Das Album hingegen machte nie den Eindruck, dass Marillion ums Überleben kämpfen müsste, denn es enthält großartige und zeitlose Songs. Angefangen von der Intro-Trilogie - Hotel Hobbies, Warm Wet Circles und That Time of The Night (The Short Straw), über ein kurzes aber sensationelles - Going Under - bei dem Fish abermals zeigen kann, was für ein grandioser Sänger er zur damaligen Zeit war, bekommt der Neo-Prog-Fan die absolute Vollbedienung. Just for the Record schwächelt dann ein bisschen bevor mit - White Russian - der nächste grandiose Song ertönt, der in der Tat ziehenden Wolken hinterher winken lässt, bevor einem Mark Kelley mit gewitterähnlichen Keyboardsounds bei - Incommunicado - die Ohren durchdonnert, dass es grad so kracht.

Das Thema Alkohol- und Alkoholproblematik zieht sich textlich und auch atmosphärisch durch einige Songs des Albums, besonders bei dem Lied - Torch Song - And my advice is. "If you maintain this lifestyle you won't reach 30".

Danach folgen mit Slainte Mhath und dem ruhigen Sugar Mice noch einmal zwei bekannte, und live sehr häufig gehörte Songs, bevor - The Last Straw - der letzte Strohhalm - das Kapitel "Marillion mit Fish" für immer beendet.
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am 23. Mai 2005
Ohne Wenn und Aber, mein Lieblingsalbum von den Marillos!
Schon beim Vorgänger ("Misplaced Childhood") fingen sie an, mit schlankeren Strukturen, kürzeren Stücken, pointierteren Melodien zu arbeiten, packten dies aber in ein Konzeptalbum rein.
Die Entwicklung hin zur knackigeren Songstruktur wird hier eindeutig weiterverfolgt, stört aber noch nicht. Das Gesamtkonzept stimmt einfach. Dazu mehr weiter unten.
Hier ist der Konzeptgedanke nicht mehr so vorherrschend, auch wenn sich ein "Grundfeeling", eine gewisse Gänsehautathmosphäre hindurchzieht. Schon das Cover sagt viel darüber aus, genau das wird musikalisch transportiert: Mitternacht, Bar, Billardtisch, Whisky (oder eben "White Russian"), aber auch einsames Hotelzimmer, Verzweiflung, Wut, Trauer und Unzufriedenheit. Aber auch durch die Texte zieht sich ein roter Faden hindurch. Es geht oft eben um diese Unzufriedenheit und Verzweiflung (lässt für die Zukunft der Band nichts gutes ahnen). Melodisch bilden vor allem die ersten 4 Stücke eine Einheit.
Rothery packt seine charakteristischen Gitarrensounds aus, spielt göttliche Soli und sein typisches Fingerpicking.
Kellys Keyboards nehmen noch die zentrale Stelle ein und Trawavas ist ein Bass-Poet. Der rhythmische Anker des Ganzen, Drummer Ian Mosley haut rein, dass die Fetzen fliegen! Diese Musiker haben es einfach drauf.
Last but not least, Fish wird nie mehr so powervoll und ausdrucksstark singen, sein letzter großer Höhepunkt!
Die Musik macht hier nachdenklich, regt zum (tag)träumen ein (etwa "Going Under"), wieder dort haben wir aggressive Ausbrüche und Bombast neben lyrischen, ruhigen Stellen ("Warm Wet Circles", "That Time of the Night", "Slainte Mhath").
Das längste, emotional dichteste und wohl zentrale Stück des Albums dürfte "White Russian" sein. Der erste Teil besteht aus einem 3/4 Takt, der durch die Akzentuierung mit der verzerrten Gitarre richtig bissig daher kommt! Dies mündet in einen zweiten Teil, der sich, über eine ruhigere "Overtüre" in ein furioses Bombast-Finale entlädt - RACING THE CLOUDS HOME !!! Schon während ich dies hier schreibe, bekomme ich Gänsehaut, obwohl ich diese Platte schon seit mindestens 10 Jahren höre... Einfach sagenhafte Musik.
Etwas lockerer kommt das rhythmisch interessante "Just for the Record" - hier haben wir einen Wechsel zwischen 7/8 und 4/4, sowie ein schönes, stimmungsvolles Keyboard-Solo. Der Text schildert ganz eindeutig Fishs Unzufriedenheit in der Band, sein Problem mit dem Alkohol. Die böse Vorahnung verstärkt sich...
Nr. 7 "Incommunicado" sollte dann wohl der Chartbreaker sein. Im Vergleich mit anderen Stücken eher schwächer geraten, der einzige Schwachpunkt vielleicht. Möglicherweise ein guter Anspieltip für Einsteiger/Innen, da recht eingängig geraten.
Die Musik strotzt nur so vor Leben, Energie, Aggression. Über die herrliche Ballade "Sugar Mice" (was für ein Gitarrensolo!) mündet alles im furiosen Finale "The Last Straw"...
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TOP 1000 REZENSENTam 14. Januar 2013
Auf der letzten gemeinsamen Arbeit mit Fish als Sänger geht es so richtig zur Sache.
Schon der Opener "Hotel Hobbies" beinhaltet trotz seiner kurzen Laufzeit mehr heftige und dennoch gefühlvolle Gitarre,Klasse-Baßläufe,schwebende Keyboards,irre gute Vocals,treibendes Schlagzeug,als manch gesamtes Album der Konkurrenz.
Und so geht es fröhlich weiter.Egal,ob langsam,gefühlvoll ("Going Under"),dramatisch,aufwühlend ("White Russian") oder locker geradeaus ("Incommunicado"):Auf "Clutching at Straws" spielen Gefühle immer eine große Rolle und werden dem Thema der Platte (Alkoholismus)locker gerecht.Eine eher düstere,nachdenkliche Grundstimmung schleicht durch das ganze Album;klirrende Flaschen,Husten,ein im Hintergrund laufendes Gespräch,in dem ein Arzt jemandem sagt,daß er,wenn er seinen Lebensstil nicht ändert,das 30.Lebensjahr nicht mehr erreicht....was hier kitschig anmutet,wird akustisch jedoch phantastisch in Scene gesetzt.Es ist,trotz der gleichbleibenden Grundstimmung,das abwechslungreichste und anspruchsvollste Album der Band bis zu diesem Zeitpunkt.Fish bietet hier die beste Gesangsleistung seiner Marillion-Zeit.
Das Schlußstück "The Last Straw" ist ein Höhepunkt dieser letzten gemeinsamen Arbeit der Musiker und ein würdiger Abschluß.
Fish sollte für "Season`s End" dann durch Steve Hogarth,einen ebenfalls sehr charismatischen Sänger,ersetzt werden,während er sich seiner Solo-Karriere widmete.
Das Remastering dieser CD ist,wie die gesamten Marillion Remasters bis einschließlich "Afraid of Sunlight", gründlich daneben gegangen.Peter Mew (Abbey Road Studios) meinte,sämtliche Bässe mal so richtig anheben zu müssen.Und auch sonst hat er nur "Verschlimmbesserung" angerichtet.Die nicht perfekt,aber doch einigermaßen frei und räumlich klingende Erstpressung wurde durch die Remaster-CD ersetzt.Es klingt jetzt druckvoller,aber merkwürdig eingeengt,schwer zu beschreiben.Eine böse Enttäuschung.
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am 13. Mai 2011
Im Juni 1987 veröffentlichte die Band um ihren charismatischen Frontman "Fish" ihr viertes Studio-Album inform eines Konzept-Albums, in dem anhand des fiktiven Charakters "Torch" Probleme und Selbstzweifel mit und ohne Alkohol thematisiert werden. Die Entstehung des Albums wurde von seinem furiosen Vorgänger "Misplaced childhood" und den damit verbundenen Touren geprägt. Keine leichte Ausgangsbasis für Fish & Co wenn mann den massiven kommerziellen Erfolg des Vorgänger-Albums und seiner veröffentlichten Singeln bedenkt. Die neuen Single-Tracks wie "Incommunicado", "Sugar mice" und "Warm wet circles" weisen alle künstlerisch typischen Markenzeichen der Prog-Band auf. Ausufernde Songstrukturen mit komplex dichten Kompositionen gepaart mit genial lyrisch exentrischen Texten, wo "Fish" der kreative Kopf der Band abermals ein Panoptikum aus Skurrilitäten und Absonderlichkeiten schafft, daß nur so von Magie und Kreativität sprüht. Visionär, kraftvoll und schöpferisch erbaut die Band Klangwelten mit wunderschönen Melodien, Harmonien und Traumlandschaften, die dich nie wieder loslassen. Alle Album-Tracks haben absoluten Suchtfaktor, wo sich die großartigen Fish-Vocals mit ausufernden Wahnsinns-Melodien ein Duell liefern. Nie waren Marillion und Fish besser wie auf dieser Veröffentlichung, die einer künstlerischen Offenbarung gleichkommt, und somit locker seinen kommerziell so erfolgreichen Vorgänger in den Schatten stellt. Das 1999 veröffentlichte digital remasterte 2 CD-Set des Albums enthält neben der Original-Studio-Veröffentlichung von 1987 eine 12 Track-Bonus-CD mit bis heute unveröffentlichten Song-Material, Alternativ-Versionen der Tracks "Incommunicado", "Going under", "White russians", "Sugar mice", die Single-B-Seite "Tux on" und ein exklusives Booklet. Interessant ist das unveröffentlichte Material, sieben neue Tracks der Band im unbearbeitenden Rohzustand, die nie fertiggestellt wurden. Unter Fankreisen werden diese "Lost Demos" als "Missing link" gehandelt, sprich das nie fertiggestellte fünfte Studio-Album der Prog-Band. Lange Zeit waren diese geheimnisumwitterten Aufnahmen vom "Tone Deaf-Studio" von 1988 verschollen, bis "Mark Kelly" sie 1999, 12 Jahre später in Form der letzten vorhandenen "Demo-Kassette" ausgrub. Die nie fertiggestellten rohen Demo-Tracks "Beaujolais day", "Story from a thin wall", "Shadows on the barley", Sunset hill" und "Tic-tac-toe" und die später im schottischen Hochland von Dalnaglar geschriebenen "Voice in the crowd" und "Exile on princes street" hinterlassen beim Anhören einen sehr zwiespältigen Eindruck. Alle magischen Markenzeichen der Band, die sie über den letzten sieben Jahren mit vier genialen Studio-Alben auszeichnete, sind hier nicht erkennbar, das vorgelegte rohe Song-Material banaler Durchschnitt. Nicht verwunderlich, dass anno 1988 die Luft draussen war, und mit "Fish" der kreative Kopf die Band verliess, die 1989 unter Einfluss ihres neuen Sängers "Steve Hogarth" konsequenterweise ihren Musikstil änderte, und die alte "Magie" aus Fish-Zeiten nie mehr erreichen sollte.
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am 21. Februar 2008
Hatte das vorgehende Album MISPLACED CHILDHOOD die Band weltweit berühmt gemacht, sollte CLUTCHING AT STRAWS diesen Erfolg bestätigen und sogar noch ausweiten. Doch bis auf FISH dürfte wohl keiner wirklich damit gerechnet haben, dass dies sein letztes Album mit der Band sein sollte (nimmt man die Live-Veröffentlichung THE THIEVING MAGPIE aus). Erst bei den Aufnahmen entwickelte sich eine Dynamik, die dazu führte, dass eine Trennung immer wahrscheinlicher wurde.

Aber was für ein Abschied das werden sollte. Die Band war musikalisch auf einem Höhepunkt (von dem auch später noch einige folgen sollten) und mischte ihrem erfolgreichen melodiösen Neo-Prog-Rock dieses Mal noch eine Prise Bombast bei. Aber selbst für MARILLION-Standards ist Album sehr düster, depressiver und aggressiver ausgefallen, die Themen drehen sich meist um den übermäßigen Genuss von Alkohol (WARM WET CIRCLES, TORCH SONG, SLAINTE MHATH), zerstörte Beziehungen (SUGAR MICE) oder das Erstarken neuer Neo-Nazis (WHITE RUSSIAN). Einmal mehr sind die Lyrics sehr persönlich gehalten und haben dennoch eine Haltung, die jeden Zuhörer anspricht.

Auch was die Songs betrifft besitzt dieses Album eine Dichte von wahren All-Time-Favourites, die auch heute noch bei den MARILLION-Conventions immer wieder von den Fans gefordert werden. Schon das erste Trio von Songs (HOTEL HOBBIES, WARM WT CIRCLES und THAT TIME OF THE NIGHT (THE SHORT STRAW)), die alle am Stück gespielt werden ist ein wahres Fest der Stimmungen und Emotionen. Des Weiteren sind WHITE RUSSIAN, SLAINTE MHATH, INCOMMUNICADO und SUGAR MICE immer noch wahre Klassiker im Bereich der anspruchsvollen Pop/Rock-Musik.

Insbesondere bei CLUTCHING AT STRAWS lohnt sich die Anschaffung der Special Edition Doppel CD, denn auf der zweiten CD befinden sich nicht nur der alternative Mix von INCOMMUNICADO, eine erweiterte Version von GOING UNDER, sondern nichtweniger als neun unveröffentlichte Versionen von Liedern, die zwar in der CLUTCHING-Phase entstanden, es aber nicht auf das Album schafften. Dabei handelt es sich um musikalische Ideen, die später in der ein oder anderen Form von MARILLION aufgegriffen wurden (so handelt es sich bei BEAUJOLAIS DAY um eine frühe Version von SEASON'S END, bei STORY FROM A THIN WALL um die Musik zu BERLIN und den Text von FISHs FAMILY BUSINESS von VIGIL IN A WILDERNESS OF MIRRORS). Die zweite CD ist also auch dann die Anschaffung wert, wenn man als MARILLION- oder FISH-Anhäger sehen will, wie musikalische Ideen sich entwickeln und wandeln.
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am 23. Januar 2002
Ich sehe mich hier veranlasst, eine Lanze für dieses ausgezeichnete Album zu brechen. Es handelt sich um einen weiteren Evolutionsschritt der Band (leider den letzten richtig guten), weg von Genesis, hin zu etwas Eigenem. Natürlich ist Clutching... nur sehr bedingt mit Misplaced Childhood zu vergleichen. Zunächst handelt es sich nicht um ein Konzeptalbum (wenngleich die ersten drei Tracks konzeptionellen Charakter aufweisen), des weiteren wollte sich die Band vermutlich ganz bewusst vom Vorgänger lösen. Damit vermied Marillion nämlich konsequent den Vorwurf, aus kommerziellen Gründen auf dem sehr erfolgreichen Schema des Vorgängers herumzureiten. Die ersten drei Songs bilden einen thematisch zusammenhängenden Longplayer, der eigentlich die gewohnt guten Zutaten aufweist: Butterweiche Übergänge der einzelnen abwechslungsreichen Abschnitte, perfektes Zusammenspiel von Keyboard und Gitarre, intelligente Lyrics, fulminantes Finale. Allerdings wirkt das Ganze etwas straffer und rockiger als bisher gewohnt. Die Verspieltheit fehlt etwas und ist einer perfekt zum Thema des Albums passenden Ernsthaftigkeit gewichen. Ich halte diesen bereits am Anfang der Platte gezeigten dezenten Stilwechsel für sehr gelungen. Es ist nach wie vor schon beim ersten Ton zu hören, dass es sich um ein Marillion-Album handelt, jedoch um ein sehr erwachsenes. „Going Under“ ist bei der CD-Version als Bonus-Track hinzugekommen. Ein Rothery-Fish-Stück, das nicht besonders spektakulär ist, jedoch mit seinem leicht sphärischen Charakter eine interessante Ausstrahlung hat. „Just for the Record“ beginnt mit ungewöhnlich fröhlichem Uptempo und scheint zunächst eher belanglos zu sein. Bemerkenswert ist jedoch der Tonartwechsel in der Liedmitte, bei dem Fish wieder von einer guten Backroundsängerin begleitet wird. Mir gefällt der Titel gut, wenngleich nicht von einem absoluten Höhepunkt gesprochen werden kann. Das trifft schon eher auf „White Russian“ zu. Treibender, anklagender Gesang mit passender Untermalung zu Beginn, wird von einem eindringlichen, ruhigen Mittelteil abgelöst. Das bombastische, sehr ergreifende Finale passt ausgezeichnet zur Gewichtigkeit des Themas: Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus. „Incommunicado“ hat außer dem merkwürdigen Titel nur wenig Überraschendes zu bieten und ist aus meiner Sicht der einzige schwache Song. Auf Hit getrimmt, stimmt Marillion ein irgendwie unpassend wirkendes flottes Tempo mit wirklich schlechtem Dudidu-Keyboard-Sound an. Nur mit viel Wohlwollen kann man ein Drücken der Skip-Taste vermeiden. Schließlich kommt danach „Torch Song“, der stilistisch wieder an den Anfang des Albums anknüpft und mit straffer und dennoch ausdrucksstarker Komposition (einschließlich Hustens eines 29-jährigen, ausgebrannten Rockstars beim Arztbesuch) begeistert. Und wegen des Themas „Fish's Vergangenheitsbewältigung“ erinnert gerade dieser Song doch am deutlichsten an Misplaced Childhood. „Slainte Mhath“ bietet einen unglaublich eingängigen Sound, der vom akzentreichen Spiel des Gitarristen lebt. Auch hier wirkt die Sozialkritik nicht aufgesetzt und kommt ohne unnötiges Pathos rüber. „Sugar Mice“ ist eine der wenigen wirklichen Balladen der Band. Fish singt sehr gefühlvoll, die dezente Musik unterstreicht den eher besinnlichen Charakter des Songs. Auf das für Schnulzen übliche Herzschmerz-Thema wird jedoch verzichtet, auch hier stehen gesellschaftskritische Töne im Vordergrund. Der ausdrucksstarke Mittelteil ist theatralisch, wenn auch haarscharf an der Kitschgrenze vorbei – mir jedenfalls gefällt der Song. Und schließlich folgt das großartige Finale, das passender Weise „The last Straw“ heißt. Der Song stellt eine dezente Reprise des Anfangsthemas dar und ist gleichfalls sehr rockig, sehr kraftvoll und eindringlich. Vor allem das Duo von Fish und den bereits erwähnten Backround-Vocals ist sehr gut gelungen. Fazit: Ob man das Album eher als progressiv oder als Melodic-Rock einordnet, spielt eigentlich keine Rolle, da beide Richtungen anteilig vertreten sind. Jedenfalls hat die Band hier – m.E. letztmalig – bewiesen, zu was sie in der Lage ist (mit dem Weggang von Fish konnte ich mich eigentlich nie richtig abfinden.) Das Album ist sehr gelungen und verdient die Höchstnote! Auch hier gilt: Kaufpflicht
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