Hier klicken b2s Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More Fashion Sale HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
44
4,4 von 5 Sternen
Format: Audio CD|Ändern
Preis:5,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 25. Dezember 2015
Als jemand, der nicht nur seit 40 Jahren leidenschaftlicher Plattensammler ist, sondern auch selbst in der Studiobranche arbeitet, galt für mich immer die folgende, goldene Regel, wenn es um Re-Releases geht: Remastering JA - Remixing NEIN !
Vor allem nicht, wenn es um Klassiker der Rock-Geschichte geht... deren originaler Mix bei Tausenden von Fans im Ohr ist.

Daher zögerte ich eine ganze Weile, bevor ich diese aktuelle Vinyl-Neuauflage von Aqualung im "Steven Wilson Remix" (von 2011) bestellte.
Allerdings hatte ich bereits Gutes über diesen S. Wilson - Remix gehört, der bislang nur in einer spez. CD-Box-Edition zu haben war, und ausserdem war der Mix der originalen Aqualung Vinyl-Ausgabe immer ein wenig 'muddy' (beinah als hinge eine Wolldecke über den Abhörboxen), was jedoch alleine wohl nicht ausgereicht hätte, um meine oben genannte goldene Regel über Bord zu werfen.... aber: es gibt zur Zeit eben nur diese Version als Vinyl-Neuauflage!

Umso grösser war meine Überraschung, als das gute Stück sich nicht nur in punkto Form und Ausstattung als mustergültig herausstellte, sondern auch der besagte Remix wirklich mehr als gelungen ist. Doch der Reihe nach:

Was man erhält, ist eine wirklich sehr aufwendig produzierte Neuauflage, an der sich andere Labels mal ein Beispiel nehmen sollten:

Das originale Foldout-Cover auf dickem Karton, mit hochwertig reproduzierter Coverart (die eben nicht, wie bei unzähligen anderen Reissues, auf von alten Covern abgescannten (und daher stets leicht unscharfen, und farblich ungenauen) Bildern beruht, sondern offensichtlich von den originalen Druckvorlagen erstellt wurde. Dazu gibt es ein dickes, 24-seitiges Hochglanz-Booklet in LP-Grösse, mit Texten zur Original-Produktion und zum Wilson-Rmx, Interviews mit Bandmitgliedern und Studiopersonal und unzähligen, hochwertigen Fotos!!

Die Schallplatte selbst, ist eine hochwertige (mind. 180g) Virgin-Vinyl Scheibe, die perfekt verarbeitet ist. Die Labels entsprechen wohl den Chrysalis-Labels der Erstauflage.
So sollte es immer sein.

Die einzigen beiden Einschränkungen (die aber keinen Punktabzug wert sind): Wenn ich mich recht erinnere (meine Original-LP aus d. frühen 70er Jahren, ist mir vor längerer Zeit abhanden gekommen), war das Originalcover (zumindest bei der deutschen Pressung) in einem fühlbaren leichten Textildruck (rauhe Oberfläche), hier ist es glatt. Schade, aber nicht dramatisch.

Die zweite Einschränkung: Ich hätte es vorgezogen, wenn der Schriftzug "The 2011 Steven Wilson Stereo Remix" auf einen Aufkleber, bzw. auf das Shrink Wrap gedruckt worden wäre, und nicht direkt auf das Front Cover selbst. Nennt mich pedantisch, aber an Front-Cover Lay Outs sollte man nun mal nichts ändern, Remix hin oder her...!

Womit wir bei Herrn Wilson wären.... und da muss ich sagen, für die schöne Arbeit, die er da abgeliefert hat, hat er es fast verdient, dass sein Name direkt auf dem Frontcover landet.

Er hat es wirklich verstanden, ganz nah am Original zu bleiben, und dennoch die oben erwähnte Wolldecke von den Boxen zu nehmen. Man hört plötzlich Dinge, die einem so noch nie aufgefallen sind, und hat dennoch NIE das Gefühl, einen modernen Remix zu hören!

Was er genau gemacht hat, wird in dem sehr informativen Booklet erklärt, ich spare mir hier allzu viele Details. Die Vocals von Ian Anderson waren im Original immer ein wenig im Mix begraben (ähnlich wie Jagger's Vocals auf div. Stones Platten der Phase '69-'72), das ist behutsam korrigiert worden. Die Drums klingen deutlich crisper und lebendiger, ohne je modern zu klingen! Und irgendwie ist deutlich 'mehr Luft' zwischen den div. Instrumentalspuren!

Besonderes Lob gebürt meines Erachtens der Tatsache, dass weder Steven Wilson, noch der nachfolgende (Re-)Mastering Engineer in die "Loudness War"-Falle getappt sind. Man findet hier zum Glück keinerlei Anbiederung an den modernen Zeitgeist durch gnadenlose Überkompression o.ä.
Viel zu viele aktuelle Neu- und Wieder-Veröffentlichungen begehen ja diesen Fehler... da wird jede Dynamik aufgehoben, in dem zu Tode komprimiert und limitiert wird.... bis der Hörer schon nach wenigen Minuten Kopfschmerzen bekommt.

Ganz ganz selten, wünscht man sich sogar fast ein bisschen mehr 'Schmackes'.... zum Beispiel wenn ich meine original 7" / 45 rpm Single von Locomotive Breath mit der LP-Version des Wilson Remix vergleiche, dann hat die alte Single irgendwie deutlich mehr Drive. Das ist aber eben auch das tolle an den alten 7 inch Singles.... da kann ne ganze Menge Lärm aus der Rille kommen.... und meistens sind die Single-Versionen damals ja auch gesondert gemastert worden.... das zu vergleichen, hiesse Äpfel mit Birnen zu vergleichen!

Kurz und gut: ein wahnsinnig liebevoll und hochwertig hergestelltes Reissue, das heden Cent seines nicht mal teuren Preises wert ist!
22 Kommentare| 22 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. September 2006
"In the beginning Man created God", so beginnen die kontroversen Anmerkungen von Jethro Tulls legendärem Album "Aqualung". Ian Anderson setzte seine Erforschung der musikalischen Möglichkeiten in den Bereich Konzeptalbum fort. Dies geschah zu einer Zeit, als er einige seiner bekanntesten Stücke schrieb. Da das vierte Album von Jethro drei der größten Rockklassiker ("Aqualung", "Cross-Eyed Mary", "Locomotive Breath") enthält, wird es auch als Wendepunkt für Ian Anderson und seine Truppe gesehen.

Das Konzept besteht aus zwei Teilen, die sich auf die beiden Seiten der alten Vinylplatte aufteilten. Der erste Teil erzählt von einem lüsternen Bettler mit dem Namen Aqualung (benannt nach seinem ratternden Atem), während der zweite Teil eine stechende Attacke gegen organisierte Religionsgesellschaften ist. Die Anmerkungen ziehen die beiden Themen zusammen in einem pseudobiblichen Text, der besagt, dass wenn sich die Menschen an den Geist erinnerten, der die Religion begründete, dann hätten sie mehr Nähe zu den sozial Ausgestoßenen, die ja gleiche Wesen sind.

Das Titelstück ist verdienter Maßen ein Klassiker. Obwohl es mich immer wieder erstaunt, dass ein solch seltsames Lied mit wenig eingängigen Texten es zur Unsterblichkeit schaffen konnte. Eindrucksvoll wird die Psychologie durch die Dynamik des Titels verstärkt. Der zweite Titel der von einer prostituierten Schülerin handelt ist noch etwas heavier.

Im zweiten Teil dreht es sich um das Hauptkonzept des Albums - gegen organisierte Religionsgesellschaften. In "My God", "Hymn 43" und "Wind-Up" sind Andersons Texte unmissverständlich und offen protestierend.

Musikalisch schlägt auf dem Album Martin Barres Stunde. Er spielt im Titelstück eines seiner besten Soli und ist sichtlich in seinem Element wenn die krachenden Riffs zu "My God" und "Locomotive Breath" kommen.

Das Album ist ein gutes Schaustück für Ian Andersons Songwriting-Fähigkeiten. "Mother Goose", "Wond'ring Aloud" und "Hymn 43" sind nicht die ersten Lieder, an die man sich erinnert, aber sie haben alle einen sehr hohen Standard. Die hohe Qualität der Musik ist ein weiterer Grund dafür, dass das Album zu einem Klassiker wurde.
0Kommentar| 58 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 22. April 2016
Ian Anderson setzt die Reihe der Jethro Tull Wiederveröffentlichungen mit einer neuen "Aqualung (40th Anniversary Adapted Edition)" erneut eindrucksvoll fort. Das Album, das im Original 1971 erschien und bis heute mit über sieben Millionen verkauften Exemplaren eines der erfolgreichsten und nach übereinstimmenden Meinungen auch besten Jethro Tull Alben aller Zeiten ist, erscheint als umfangreiche Doppel-CD & Doppel-DVD Edition analog der anderen zuvor erschienenen Wiederveröffentlichungen im großartigen DinA 5 Digibook Artwork mit einem unglaublichen 80 seitigen Booklet.
Zur damaligen Jethro Tull Besetzung gehörten neben Ian Anderson noch Martin Barre, Clive Bunker und John Evan. Für die ebenfalls inkludierten orchestralen Arrangements konnte die Band seinerzeit das spätere vollwertige Bandmitglied David Palmer gewinnen. Die einzelnen Songs des Originalalbums zeigten auf sehr effiziente und dennoch künstlerische Weise die musikalische Breite, mit der Jethro Tull das Progressive Rock Genre der damaligen Zeit interpretierten und es letztlich auch prägten, wie kaum eine andere Band. Vieles war erlaubt, die Grenzen waren fließend und jedem Bandmitglied wurde Platz zur eigenen Entfaltung bei den Songs des Albums eingeräumt. Dies alles, ohne den typischen Jethro Tull Sound und die schon damals charakteristischen Flötentöne von Ian Anderson aus dem Blick zu verlieren.
"Aqualung" saugt verschiedene Elemente aus den Bereichen Folk, Rock, Progressive, ein wenig Jazz und durchaus erkennbaren Blues in sich auf und gibt diese auf in sich stimmiger Weise stets mit unterschiedlicher Schwerpunktgewichtung wider. Das Thema und der Titelsong des Albums werden vom Schicksal eines Obdachlosen bestimmt. Dieser hat den Namen "Aqualung" bekommen und so greifen Jethro Tull eine sozial schon damals sensible Thematik auf. Doch diese ist nicht die einzige, mit der sich die Band Anfang der 1970er Jahre auf ihrem vierten Album auseinandersetzte. Auch das damals reformbedürftige Schulsystem, die religiöse Zwiespältigkeit und Unterschiedlichkeit der verschiedenen Religionen, die letztlich doch immer nur dem einen Gott huldigen oder auch andere sozialkritische Thematiken gehen in den "Aqualung" Songs auf.
Nun erscheint das Originalalbum in einem - erneut von Steven Wilson auf sehr feinfühlige Weise - neu gemasterten Stereomix. Die Sounds sind klar und man kann beim Hören der Aufnahmen nicht glauben, dass diese bereits 45 Jahre alt sind. Steven Wilson hat es erneut geschafft, ein wunderbares Gleichgewicht zwischen Musik und Gesang zu finden und so werden die elf Titel des damaligen Albums auf der ersten CD dieser "Aqualung (40th Anniversary Adapted Edition)" zu einem unglaublich frischen Hörerlebnis.
Auf der zweiten CD befindet sich jede Menge Bonusmaterial. Neben zehn Tracks, von denen einige es damals nicht aufs Album geschafft haben und andere diverse Takes der damaligen Aufnahmesessions darstellen, gibt es dann auch noch die Original EP 'Life Is A Long Song' aus dem Jahr 1971 mit ihren fünf Titeln sowie die seinerzeit nur zu Promotional Zwecken veröffentlichte 'Reprise Radio Advert' Aufnahme. Von den Bonustracks ist sicherlich die 'Wond'ring Aloud, Again' Aufnahme die interessanteste, kann man bei ihr zwar die Verbindung zum Albumtitel 'Wond'ring Aloud' erkennen, so klingt sie doch anders und hat zudem einen anderen Text. Die ersten zehn Titel wurden ebenfalls einer neuen Stereoabmischung von Steven Wilson unterzogen, die EP Tracks und die Radio Promo Aufnahme sind mittels Flat-Transfer überarbeitet worden.
Die erste DVD enthält dann die Tracks der beiden CDs in 5.1 Dolby Surround Abmischungen. Diese liegen in DTS 96/24, AC3 Dolby Digital und 96/24 LPCM Stereo vor. Einzig bei den Bonusaufnahmen, die sich auf der zweiten CD befinden, konnten nur sieben Tracks in DTS 96/24 bzw. AC3 Dolby Digital umgewandelt werden. Sieben weitere Stücke sind in einer 96/24 LPCM Stereo Abmischung vorhanden.
Die zweite DVD enthält dann weitere Abmischungen der damaligen Original Stereo Mastertapes. Diese wurden ebenfalls einer 96/24 LPCM Stereo Frischzellenkur unterzogen. Darüber hinaus gibt es dann noch den 1974er Quad Mix der Tracks, den man ebenfalls auf das heutige Klangniveau überführt hat. Selbiges gilt für die 'Life Is A Long Song' EP Tracks; auch diese liegen auf der zweiten DVD in einer aktuellen 96/24 LPCM Stereo Qualität vor.
Und als Abschluss gibt es dann noch einen knapp dreieinhalbminütigen Promofilm, der seinerzeit zum Erscheinen der EP 'Life Is A Long Song' produziert wurde. Den Ton hat man auch ins heutige Standardformat 96/24 LPCM Stereo überführt. Inhaltlich ist der Film überschaubar, denn an sich handelt sich sich hier quasi um ein Video zum Titeltrack der EP, in Form einer im Studio nachgestellten Live-Aufnahme.
Ein weiterer Höhepunkt der Veröffentlichung ist - wie auch schon bei den letzten Jethro Tull Wiederveröffentlichungen - das umfangreiche Booklet. Darin gibt es einen großartigen Bericht zu den damaligen Aufnahmen und der Entstehung des 'Aqualung' Albums, alle Songtexte und Ergänzungen und Gedanken von Ian Anderson zu den jeweiligen Titeln des Albums. Weitere interessante Artikel sowie viele rare Fotoaufnahmen und eine Chronologie der gesamten Aufnahmesessions und Touren aus dieser Album-Ära runden das Paket hervorragend ab und machen auch diese 'Aqualung (40th Anniversary Adapted Edition)' zu einem unbedingten Must-Have - nicht nur für Jethro Tull Fans!
0Kommentar| 16 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. Oktober 2005
Nach dem bluesigen This Was, dem schon sehr vielfältigen Stand Up und dem eher unauffälligen Benefit brachten Ian Anderson und Jethro Tull 1971 dieses ambitionierte Werk ans Tageslicht.
Textlich geht es in den meisten Songs um das Verhältnis zu Religion und Kirche, musikalisch gibt es erstmals in dieser Qualität einen überraschende Bandbreite zu hören. Allein der mehrteilige Opener Aqualung (rockiger Anfang mit geradezu klassischem Riff, dann eher ruhiger Mittelteil zu akustischer Gitarre und Andersons "Telefonstimme", danach überaus gekonntes Gitarrensolo von Martin Lancelot Barre, hymnischer Schluss) war schon das Geld wert. Danach folgen weitere rockige Stücke (Cross-eyed Mary), aber auch sehr zurückgenommene akustische Kabinettstückchen - manchmal kaum eine Minute lang (Cheap Day Return).
Die wirklich starken Stücke (außer Aqualung) finden sich in der zweiten Hälfte des Albums: My God (akustischer Beginn, furioser Rock-Teil, ausgeflipptes Flötensolo, wahrhaft gigantischer Schluss), Locomotive Breath (größter Hit der Band bis heute, sehr leiser, fast jazziger Anfang mit Klavier und Gitarre, dann der Über-Rocker mit nicht wieder aus den Ohren zu bekommendem Riff), zum Schluss Wind-Up (noch einmal eine Mischung aus den besten Zutaten, die Jethro Tull zu bieten haben). Das ganze Album erscheint zusammen mit dem charakterischen Cover (Ian Anderson als "Tramp" Aqualung) wie aus einem Guss.
Zu Recht gingen Tull mit diesem Album auf eine nicht enden wollende Tournee, zu Recht wurden sie in der Musikpresse gefeiert (auch kritisiert, wohl wegen der nicht unumstrittenen Texte), zu Recht ist Aqualung wohl das am meisten verkaufte Tull-Album, zu Recht spielen Anderson & Co. bis heute etliche Stücke auf jedem Konzert, zu Recht haben sie kürzlich sogar eine neue Live-Version unters Volk geschmissen.
Nach dem Aqualung-Album schien eine Steigerung kaum noch möglich - aber sie kam! Das Ergebnis war Thick As A Brick, aber das ist eine andere Geschichte!
0Kommentar| 27 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 19. Juni 2015
2011 wurde Steven Wilson beauftragt eines der besten Rockalben der 70er Jahre zu zu remixen und das war auch längst überfällig, war der Originalmix doch sehr muffig und unbefriedigend. Über die Musik auf diesem Album muss man hier wohl kaum mehr was schreiben – es ist wohl bis heute Ian Andersons beste und konziseste Arbeit.

Wilson machte seinen Job hervorragend und das Album erstrahlt soundmäßig nun in neuem Glanz. Vier Jahre später legt man diesen Mix nun auch endlich auf vinyl nach (2011 gab’s das vinyl nur als Bestandteil der 40th anniversary Deluxe Box) und man hat sich auch hier enorm viel Mühe gegeben. Das originale Gatefold cover wurde auf dickem Karton in exzellenter Qualität reproduziert und enthält eine saubere und völlig nebengeräuschfreie dicke 180 Gramm Scheibe und im anderen Teil des Gatefolds ein tapperunempfindliches 24-seitiges booklet mit tollen Fotos, jeder Menge Infos zum Album und zum Remix Prozess und die lyrics. Ein mp3 download code ist selbstverständlich auch enthalten.

Den Namen ‚Vinyl Collector‘ sollte man sich also unbedingt merken, denn so heisst offenbar die Firma, die für dieses hervorragende und keine Wünsche offenlassende re-issue verantwortlich zeichnet. Dazu dann noch dieser wirklich günstige Preis – Herz was willst Du mehr?

Man würde sich wünschen, dass sich sowohl Wilson als auch Vinyl Collector mehr solche Rock Klassiker vornehmen (z. Bsp, die Deep Purple Alben der 70er) und in solchen Editionen wiederveröffentlichen. Besser als hier wird ‚Aqualung‘ jedenfalls nicht mehr zu geniessen sein – weder soundmäßig noch haptisch.
88 Kommentare| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. September 2007
Aqualung ist bis heute Jethro Tull's wichtigstes Album, weil es sie mit einem Schlag weltberühmt gemacht hatte. Auf diesem Album ist Locomotive Breath, der Song, der mich zum Tullfan werden ließ. Diese Explosion im positiven Sinne war, wenn man Ian Anderson Glauben schenkt, nicht absehbar. Die Aufnahmen und die Produktion standen unter einem schlechten Stern. Das Studio war brandneu und nicht erprobt, zu keiner Zeit bekamen Jethro Tull den Sound hin, der ihnen vorschwebte. Folglich war die Stimmung eigentlich schlecht, die Musiker waren genervt und wähnten sich außer Form. Sogar der für sein solides Spiel bekannte Martin Barre hatte seine Schwierigkeiten mit den technischen Hindernissen. Einzelne Parts wurden daher von Ian selber eingespielt (vgl. Interviews auf diesem Album und auf Aqualung live). Zur gleichen Zeit gastierten im selben Studio Led Zeppelin und nahmen ihr Jahrhundertalbum mit dem Song Stairway to Heaven auf. Keiner der Musiker rechnete mit dem, was dann wurde. Auf Aqualung versammelt sich die Rockelite eines Jethro Tull Konzerts. Ohne das Titelstück und Locomotive Breath brauchen Jethro Tull die Bühne nicht zu verlassen. Auch Cross-eyed Mary und My God fehlen nur ganz selten. Manchmal etwas vergessen wird Wind-up, für mich ein in der Qualität ein in vorderster Reihe stehendes Stück Musik, ebenso gut wie die bisher genannten. Für diese genannten Songs sind Jethro Tull unsterblich. Sie hätten sich danach auflösen können (Gott sei Dank nicht), sie wären niemals mehr in Vergessenheit geraten. Wenn es darum geht, die Musik auf Aqualung zu beschreiben, wird vor allem auf den harten Rock in den Stücken hingewiesen. Das stimmt auch, ist aber nur die halbe Wahrheit. Der Mittelteil des Titelstücks beginnt akustisch, wäre auch ohne das vorn und hinten flankierende Rockriff ein starker Song gewesen. Locomotive Breath wird von einem jazzigen Pianointro eingeleitet, bevor eines jener weltberühmten Riffs kommt, die man sonst nur noch von Satisfaction oder Smoke on the Water kennt. Cross-Eyed Mary ist durch die treibende Flöte am Anfang schon auf Betriebstemperatur. Ian Anderson schienen damals die Songs zu aggressiv, so dass er die kurzen akustischen Song aufnahm wie Cheap Day Return, Wondring aloud und Slipstream, teilweise kaum länger als eine Minute. Diese Stücke sind einfach und genial. Obwohl man von Aqualung des Eindruck eines harten Rockalbums hat, wird hier erstmalig so deutlich der akustische Part eingeführt, wie er seitdem fester Bestandteil bei Jethro Tull ist. Die damalige Veröffentlichung hat inhaltlich die Gemüter in alle Richtungen erregt. "Good Heavens, now Ian Anderson wants us to think." war eine Schlagzeile. Ich vermute mal, sie war auf My God gezielt. Insbesondere zu Anfang war nie klar, meint Ian es nun negativ oder positiv. Auf Aqualung Live erläutert er, dass Aqualung eine ProGod-Angelegenheit sei. Auch macht er deutlich, dass es kein Konzeptalbum ist, sondern das lediglich ein paar der Songs thematisch zusammenhängen, auf der einen Seite Aqualung und Cross-eyed Mary und auf der anderen Seite My God, Hymn43 und Wind-up. Die Mastertapes hatten wohl nie die entsprechende Aufnahmequalität, auch das digitale Remastern hat nicht in überragender Weise geholfen, deswegen sei jedem Aqualung live ans Herz gelegt, auch um einmal ein anderes Bild von der Scheibe zu bekommen. Klanglich ein Hochgenuss. Trotzdem bevorzuge ich von den Arrangements her im Zweifel immer das Original. Zu diesem Thema gibt es einen Bonustrack Lick your Fingers clean, der erst zum 20jährigen Jubiläum veröffentlicht wurde, aber anders arrangiert bereits auf War Child zu finden ist -- Two Fingers. Der Song auf War Child ist gut, hält aber den Vergleich nicht stand mit dem Original. Daran lässt sich vielleicht ermessen, wie unzufrieden Ian Anderson mit dem Material in Wirklichkeit war. Dass Anspruch und Wirklichkeit oft weit auseinander liegen, wird hier mal auf ganz gegenteilige Weise deutlich. Das auf dieser Version enthaltene Interview mit Ian Anderson ist sehr interessant, die übrigen Bonustracks sind nichts neues, eine neue (1974!!) Aufnahme von Wind-up, die trotz deutlich besseren Klangs nicht an das intensive Original heranreicht und wenig interessante Radiomitschnitte. Ich teile nicht die Meinung, dass man von Jethro Tull nur dieses eine Album braucht, aber man braucht es, weil es das Wichtigte ist. Übertroffen wird es nur noch von Thick as a Brick ein Jahr später. Wahnsinn, in welchen Abständen damals Spitzenmusik komponiert wurde. Ich muss wohl nicht wiederholen, wie lange wir schon auf ein neues Album warten. Inzwischen ist in einem Interview ja für den Herbst was angekündigt worden. Ihr glaubt alle nicht, wie gespannt ich bin.
0Kommentar| 17 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. Mai 2003
Aqualung ist eines der kontrastreichsten, tiefgründigsten und vielschichtigsten Alben, die Tull jemals rausgebracht haben.
Musikalisch klangen sie anno 1971 noch nicht so ausgereift, wie später auf MINSTREL IN THE GALLERY, dennoch ist AQUALUNG ihre wohl bewegendste und inhaltlich aussagekräftigste Scheibe, die als essentiell für JEDE Musiksammlung anzusehen ist. Kontrastreich ist AQUALUNG deswegen, weil es eine bipolare Scheibe ist: Mal aggressiv, mal fröhlich, mal nachdenklich und ruhig. Von der Stimmung und auch der musikalischen Ausrichtung her klingt AQUALUNG sehr konträr: Zarte, gefühlvolle, akustische Balladen wie WONDRING ALOUD oder CHEAP DAY RETURN findet man hier ebenso wie kraftvolle Rocknummern, die ordentlich in die Beine gehen, als da wären: LOCOMOTIVE BREATH, der wohl bekannteste Tull-Song überhaupt, HYMMN 43, oder CROSS EYED MARY, der sogar von Iron Maiden gecovert wurde. Die epischen, düsteren und nicht minder pathetischen Monumentaltracks wie der Titelsong, das atmosphärisch extrem dichte und abwechslungsreiche
MY GOD und die wehleidige Halbballade WIND UP bilden die Eckpunkte dieses Meisterwerks, welches zur Hälfte unplugged, also rein akustisch aufgenommen wurde, zur anderen Hälfte jedoch auch mit E-Gitarre, welche besonders beim Titelsong, bei CROSS EYED MARY, MY GOD, LOCOMOTIVE BREATH und HYMMN 43 klangdominierend ist. Die akustischen Tracks bilden trotz ihrer Schlichtheit das ausgleichende Gegengewicht zu den schweren Rockstampfern. Aufgrund seiner starken Kontraste und seines philosophisch-gesellschaftskritischen Inhalts ist AQUALUNG wohl die emotionalste und bewegendste Tull-Scheibe.
ABSOLUT UNVERZICHTBAR !
0Kommentar| 15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. August 2012
Dieses Album ist über jeden Zweifel erhaben. Es ist von vorne bis hinten großartig. Allerdings nicht in dieser Version.
Man fragt sich, ob die Leute, die das remastered haben, eigentlich mal zwischendurch mal in das Vinyl-Original reingehört haben... Das klingt nämlich tausendmal besser.
Besonders beim "Aqualung" ist es einfach unerträglich. Hier wurde so herumfuhrwerkt, dass aus einem brachialen Rocksong ein dumpfes Geklampfe geworden ist. Wie kann man in der Nachbearbeitung nur ein Killer-Riff wie bei "Aqualung" so killen?
Für das Originalalbum würde ich 5 Sterne geben, aber vor dieser Version muss gewarnt werden. Da helfen auch die schönen Bonus-Tracks mit Interview und Radiosongs nichts mehr.
33 Kommentare| 14 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 2. Juni 2014
Da das 1971 eingespielte und veröffentlichte vierte Album der britischen Progressive-Rocker Jethro Tull gemeinhin als Meilenstein der Rockgeschichte angesehen wird,würden gesammelte Meinungen,Faktenzusammenstellungen,Rezensionen,Statements usw mittlerweile ganze Bücherregale füllen.
Die Band rund um den Mastermind,fast alleinigen Songschreiber und Chef,Ian Anderson, war und ist stets geprägt durch eine hohe Fluktuation an Mitgliedern.
Hier hat man es neben dem langjährigen Wegbegleiter an der Gitarre,Martin Barre,(letztmalig) mit dem Schlagzeuger Clive Bunker,(erstmals) mit Jeffrey Hammond-Hammond,David Palmer und mit John Evans zu tun.Die Musik wurde komplett von Anderson geschrieben.
"Aqualung" gilt für viele als das Meisterwerk von Anderson,er selbst nennt es,vielleicht auch wg dem Erfolg der Scheibe, "The Big One".
Anderson vereint hier äußerst geschickt Elemente der (teils auch härteren) Rockmusik,des Folk,der klassischen Musik und des Blues.
Auch die Vielzahl der eingesetzten Instrumente verpaßt dem Album eine recht eigene,im besten Sinne progressive, Note.
Neben der typischen E-Gitarre,Schlagzeug, Gesang,Baß werden Klavier,Mellotron,Piano,Hammond-Orgel,akustische Gitarre und diverse Flöten bemüht.
Sehr rockige Stücke,knackig-krachende,trockende Gitarren-Riffs,Andersons teils geradezu rotziger Gesang,dann wieder ruhige Instrumentalparts,akustische Stücke,warme,dann doch wieder schrille Klangfarben...einfach unwiderstehlich.
Die Texte drehen sich um diverse Gesellschaftsprobleme,Kirche und ihre Instrumentalisierung und sind als überaus bissig aber zuweilen auch wehmütig zu bezeichnen.Sie beinhalten viele Skurrilitäten,aber auch poetische Seiten sind auszumachen.
Der Klang ist rauh,wirkt ungeschliffen,direkt...es rockt einfach.
Die Stücke sind kurz,knackig,großartig komponiert und ausgearbeitet;die Musik packt zu,bleibt im Ohr.
Ich meine,"Aqualung" ist nicht nur abwechslungsreich und anspringend,es besitzt auch diese "gewisse Magie",die wirklich große Musik von nur guter unterscheidet.Dabei sind die Tracks nicht mal besonders komplex oder tiefschürfend.Aber sie haben "es" halt.
Die Aufnahmequalität läßt leider zu wünschen übrig,dennoch konnte man die Schallplatte damals mit Freude hören.
Mit den CD-Veröffentlichungen ist es komplizierter.
Die ersten Releases überzeugten nicht.Es gab immer wieder Neuauflagen,die offensichtlich auf unterschiedlichen Masterings beruhten,da sich auch die Dynamikwerte voneinander unterscheiden.US-,europäische und Japanpressungen waren oft auch nicht identisch;selbstverständlich kenne ich nicht alle,aber so einige.Und die sind alle grottig.
Die große Enttäuschung kam dann Ende der 90er mit der ersten Remaster-Edition (25th Anniversary).
Neben so einigem Bonusmaterial bekam man ein ärgerliches Remastering geboten,welches für mich eher schlechter klang,als die schnöde Erstauflage.Merkwürdig weichgespült,glatt,würde ich es nennen.
Die Dynamik der Aufnahme ist übrigens überaus gut und mir ist keine Auflage bekannt,bei der beim Mastering/Remastering diese arg beschnitten wurde.Aber die Dynamik ist ja nicht alles.
Die für mich MIT ABSTAND beste Veröffentlichung ist die DCC-Gold CD,remastered by Steve Hoffman.
Es ist für mich unfaßbar,was Hoffman aus dieser alten,mäßigen Aufnahme an Klang herausgeholt hat,ohne der Musik ihren eigenen Sound,ihre "Seele" zu nehmen.
Läßt man eventuell vorhandenes Bonusmaterial mal beiseite,gehörten ältere CDs mit Veröffentlichung der DCC-CD umgehend in den Müll.Ich mag solch absolute Aussagen sonst nicht,aber hier ist es einfach so.
Remaster-Skeptiker,Leute,die behaupten,daß Remastering nie etwas bringe,außer meist sogar Verschlechterung,können hier eines Besseren belehrt werden.Klang ist,genau wie Musik,Geschmackssache,aber wer an dieser Referenzveröffentlichung von "Aqualung" etwas zu bemängeln hat,dem kann ich einfach nicht mehr folgen,trotz aller Offenheit für anderes Empfinden.
Mittlerweile ist (2011) eine komplette Neuabmischung durch Steven Wilson (Porcupine Tree,No-Man etc) durchgeführt und veröffentlicht worden.Die Reaktionen darauf sind größtenteils positiv,wenn nicht enthusiastisch.
Ich bin kein Freund davon,Klassiker neu abzumischen und dadurch nicht nur klanglich zu optimieren,sondern tief in die Zusammensetzung der Musik einzugreifen;zu schlimm ist das bei Genesis und Mike Oldfield daneben gegangen.
Dennoch muß man Wilson zugestehen,daß er eine saubere Arbeit abgeliefert hat,es klingt deutlich analytischer,transparenter,es wurden Fehler in der Aufnahme behoben,OK.
Dennoch bevorzuge ich EINDEUTIG die alte Gold-CD von Steve Hoffman,da ich sie als authentischer,echter empfinde.
Eine komplette Live-Einspielung mit Bonusmaterial und auch 40th Anniversary Editions gibt es außerdem noch.
Ob man das dort gebotene,reichliche Bonusmaterial haben und ggf bezahlen will,muß jeder selbst entscheiden.
0Kommentar| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. März 2010
Über die Musik haben ja schon einige meiner Vorredner geschrieben, dementsprechend werde ich sie hier vernachlässigen (Sie ist natürlich absolut großartig).
Ich wundere mich allerdings stark, dass nur so Wenige die wirklich schlechte Klangqualität des Albums kritisieren!
Ich habe diverse Jethro Tull Alben in einer Remaster-Version und war bisher immer weitestgehend zufrieden. Bei Aqualung ists leider anders. Es klingt flach und undynamisch. Ich habe keine Highend-Anlage, aber doch eine schöne Stereoanlage mit Vollverstärker, CD-Spieler und zwei Lautsprechern. Und dieses Album macht darauf leider keinen Spaß. Schade.
22 Kommentare| 17 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden