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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hoch oben, 9. Juni 2004
Von 
Wolfgang-Armin Rittmeier (Päse) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Sinfonie 9 (Originalfassung) (Audio CD)
Feierlich, misterioso. So beginnt der erste Satz von Anton Bruckners letzter Symphonie, die er - ganz in Erwartung des eigenen Endes - „dem lieben Gott" gewidmet hat. Und kaum ein anderer Dirigent konnte sich mit jener entrückten Gedankenwelt Bruckners so identifizieren wie Herbert von Karajan, der in den späten sechziger Jahren diese exquisite Aufnahme vorgelegt hat. Karajan und die Berliner Philharmoniker zeichnen im ersten Satz gewissermaßen die Schöpfungsgeschichte nach. Aus nebulösem Tremolo-Chaos entwickelt dieses symbiotische musikalische Duo einen Aufschwung nach dem anderen,erschafft Klangebenen, Täler und Tongebirge aus so gleißend hellen, manchmal fast scharfen Blechbläserchören, dass man kaum umhin kommt, Bruckners heißgeliebte Alpen vor dem inneren Auge zu sehen. Gletschermusik, Töne aus einer anderen Welt, irgendwo sehr „hoch oben". Ganz anderes das Scherzo. Hier entfesseln Dirigent und Orchester einen wilden, bodenlastigen Klangklotz und kontrastieren diesen Hexensabbat wunderbar mit dem ländermäßig-täppischen Mittelteil. Und dann: was für ein Abgesang auf das Leben. Bruckners letztes großes Adagio messen Karajan und die Berliner Philharmoniker in seiner ganzen Fülle aus. Schon vom ersten Ton an wird deutlich, das dieser gigantische Satz Vorbild für den Schlusssatz von Gustav Mahlers 9. Symphonie oder Richard Strauss' Tondichtung „Tod und Verklärung" war. Orchester und Dirigent entfalten ein Klanggemälde eines solchen Umfangs, dass es hier nicht ausreichend beschrieben werden kann. Man sollte hören, wie hier jeder Emotion, jeder Facette des „Weltabschiedswerkes" Bruckners nachgeforscht wird, wie leuchtende Klangballungen von tief introspektiven Phasen abgelöst werden, wie sich dem gottesfürchtigen Bruckner der Blick ins Jenseits eröffnete. Beeindruckend.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gewaltig!, 24. Februar 2007
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sinfonie 9 (Originalfassung) (Audio CD)
Diese Aufnahme entstand 1965 in der Jesus-Christus Kirche in Berlin, es handelt sich hier also nicht(!) um die Aufnahme aus dem später entstandenen Zyklus. Diese hier ist trotz ihres Alters deutlich besser. Zum einen verleiht die Jesus-Christus Kirche dem Klang hier eine geradezu mystische Akustik, die perfekt zu Bruckners Neunter passt. Der Klang ist hier zwar nicht blitzsauber, doch zeigt sich hier mehr als in allen anderen Aufnahmen jener entgrenzte, überweltliche Charakter der Musik.
Das Orchester klingt etwas schroff und das Blech fast schon zu scharf.
Die Bechbläserchöre sind hier jedoch ungeheuerlich eindrucksvoll und wild herausbrechend. Gerade diese ungemeine Durchschlagskraft der Trompeten und Posaunen ergänzt sich hervorragend mit den leicht entfernt wirkenden Hörnern.
Zum anderen wählt Karajan hier genau die richtigen Tempi, die hier deutlich zügiger sind als z.B. in der Aufnahme von Giulini 1988, die Interpretation ist aber niemals oberflächlich oder zu rasch, vielmehr lässt Karajan die Tempi einfach fließen, ohne zu schleppen und ohne zu eilen.
Diese Aufnahme isr hervorragend, jedoch ist der Klang zunächst gewöhnungsbedürftig, es wäre daher wünschenswert, dass sie in die Reihe "The Originals" aufgenommen und zusätzlich restauriert wird, auch wenn die Galleria-Serie bereits einen sehr guten Kland ohne viel Technik bietet. Neben der Giulini-Aufnahme von 1988(auch DG, Wiener Philharmoniker) ist diese hier die Beste Einspielung von Bruckners Neunter.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klanggewalten, 16. April 2007
Von 
Karl-Heinz Friedgen "Friedgen" (Burgbrohl, Rheinland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Sinfonie 9 (Originalfassung) (Audio CD)
"Es soll das Schönste sein, was ich geschrieben habe": Das war der selbstgestellte Anspruch des Komponisten an dieses Werk, das er, sein baldiges Ende klar vor Augen, "dem lieben Gott" gewidmet hat.
Herbert von Karajan, der schon in seiner Zeit als Generalmusikdirektor in Aachen (1934-1942) ein aufsehenerregender Bruckner-Dirigent war, ist in seiner im März 1966 in der Berliner Jesus-Christus-Kirche aufgezeichneten Aufnahme den hohen Anforderungen des Komponisten in beispielgebender Weise gerecht geworden, m.E. mehr noch als in seiner späteren Einspielung im Rahmen seiner DGG-Gesamtaufnahme. So monumental er das große Werk auch angeht, mit ebenso großer Akribie spürt er den dynamischen Feinheiten der gewaltigen Partitur nach. Die grandiosen Steigerungen des ersten Satzes werden mit beängstigender Wucht und Klarheit ausgespielt, und das nachfolgende Scherzo entwickelt sich unter Karajans Stabführung zu einem wahren Hexensabbat. Der wunderbare Abgesang (Langsam, feierlich) gewährt dem Hörer quasi schon einen Einblick in den Himmel, ins Jenseits, und läßt ihn damit gleichsam als logischen Schlußsatz erscheinen, über den ein Hinaus nicht mehr möglich ist. Das alles wird vom Dirigenten ganz natürlich und ohne jede Künstlichkeit gestaltet, und er wird dabei von den Berliner Philharmonikern, die mit einer geradezu fantastischen Akkuratesse spielen, hervorragend unterstützt.
Die Klangwirkung der Aufnahme ist trotz ihres Alters von glänzender Qualität, alle Instrumentengruppen kommen in bester Präsenz aus den Lautsprechern. So ist es mehr als erfreulich, daß die DGG Karajans erste Aufnahme von Bruckners Neunter nicht gestrichen hat und weiterhin in der Serie "Galleria" mit einem guten Textbuch dem Interessenten zugänglich macht.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine fulminante, klanggewaltige und monumentale Neunte, die einem den Atem beraubt., 27. Februar 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sinfonie 9 (Originalfassung) (Audio CD)
Unerwartet erschlagen hat mich diese Einspielung und mir zugleich den Atem geraubt!
Man hat sich kaum von der einen Klanggewalt erholt, dann prallt die nächste schon auf den Kopf, dass einem die Luft wegbleibt.
Trotz des schnellen Tempos geht hier musikalisch-thematisch absolut NICHTS unter, nicht mal das Gefühl der Hektik kommt hier auf!
Und das ist erstaunlich und mir auch etwas unheimlich, wenn ich den direkten Vergleich zu anderen Einspielungen heranziehe, die sogar zeitlich länger sind, dennoch aber gehetzter und unausgewogen wirken. Am deutlichsten ist es im ersten Satz zu hören, der hier bei dieser Aufnahme NUR 24 Minuten dauert!!! In einer anderen Einspielung zum Beispiel, die ich früher sehr mochte, dauert der gleiche Satz 27 Minuten, wirkt er aber zugleich schneller und hektisch-unausgewogen.
Karajan schafft es hier wieder, Gegensätze auf wunderbare Art und Weise zu vereinen, dass ein absolut spannender, detailliert klarer und vor allem unglaublich fesselnder musikalischer Vortrag vom aller ersten bis zum letzten Takt konstruiert wird.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überirdisch, 25. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Sinfonie 9 (Originalfassung) (Audio CD)
Bruckner scheint schon entrückt von dieser Welt gewesen zu sein, wo er dieses phänomenale Werk komp. hat. Diese Sequenzen fern allem irdischen, einzigartig. Und nun auch noch von Karajan und seinen Tontechnikern verewigt. Schon beeindruckend diese Aufnahme aus den 60er. Die Stereoanlage eingestellt auf viel Bässe u. Höhen, Pegel auf, und man ist mittendrin im Geschehen. Es ist zu hoffen, daß niemand auf die Idee kommt, mit der heutigen Technik diese Aufnahmen weiter zu "verschönigen" (ist schon ADD), es würde nur dieser sterile Sound von heute herauskommen. Karajan ist und bleibt beim "Sound" einzigartig, und das rechtfertig diese Aufnahme von ihm auf Platz 1 zu setzen......
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Sinfonie 9 (Originalfassung)
Sinfonie 9 (Originalfassung) von Herbert Von Karajan (Audio CD - 1991)
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