Kundenrezensionen


4 Rezensionen
5 Sterne:
 (2)
4 Sterne:
 (1)
3 Sterne:
 (1)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein faszinierender Giovanni
Otto Klemperer (1885-1973) bringt man landläufig eigentlich mehr mit Beethoven, Brahms oder Mahler in Verbindung, aber der große Dirigent hat neben seinen glänzenden Mozart-Symphonien in den letzten Jahren seines aktiven Wirkens auch Mozarts Meisteropern in die Rillen gebannt. Aus ihnen ragen nach meinem Empfinden die Zauberflöte und dieser - etwas...
Veröffentlicht am 13. März 2006 von K.H. Friedgen

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Monumental ohne Leichtigkeit
Im Gegensatz zu Otto Klemperers auch sehr langsamer, in ihrer Strenge und Ausdruckstiefe aber trotzdem mitreißenden Aufnahme der Zauberflöte gehört seine Einspielung des Don Giovanni nicht zu meinen Favoriten:

Sicher - keiner hat die Höllenfahrt des Don Giovanni gewaltiger, monumentaler dirigiert als Klemperer, die Friedhofsszene...
Veröffentlicht am 27. Juni 2010 von vully


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein faszinierender Giovanni, 13. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Don Giovanni (Gesamtaufnahme ital.) (Audio CD)
Otto Klemperer (1885-1973) bringt man landläufig eigentlich mehr mit Beethoven, Brahms oder Mahler in Verbindung, aber der große Dirigent hat neben seinen glänzenden Mozart-Symphonien in den letzten Jahren seines aktiven Wirkens auch Mozarts Meisteropern in die Rillen gebannt. Aus ihnen ragen nach meinem Empfinden die Zauberflöte und dieser - etwas später entstandene - Don Giovanni hervor.
Ich kenne keine Don Giovanni-Gesamtaufnahme, die so düster und bezwingend klingt wie diese hier. Dirigentisch ein Meisterstück, an Dämonie und Dramatik kaum zu überbieten, ist sie sängerisch der Giulini-Aufnahme von 1959 zwar nicht ganz gewachsen (Ausnahme: Ghiaurow als finster-dämonischer Titelheld, der wie kein anderer in Klemperers Konzept hineinpaßt), aber die übrigen Protagonisten genügen ebenfalls hohen Ansprüchen. Besonders beeindruckend die Friedhofszene und der Schlußakt. Eine aus dem Rahmen fallende, aber in jeder Hinsicht packende Aufnahme, ein Muß nicht nur für Klemperer-Verehrer. Besitzern der Einspielungen von Giulini und/oder Fricsay (oder von Busch, 1936) sei sie als hochinteressante Alternative ans Herz gelegt.
Klanglich ist gegen die Produktion von 1966 nichts einzuwenden, das beiliegende Textbuch ist recht ordentlich, bringt aber leider nicht die deutsche Übersetzung des Libretto.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial in der dramatischen Gestaltung und hervorragende Soli, 26. Mai 2005
Rezension bezieht sich auf: Don Giovanni (Gesamtaufnahme ital.) (Audio CD)
Die "Don Giovanni"-Aufnahme von 1965 unter der Leitung von Otto Klemperer gehört in puncto Dramatik und Intensität der Gestaltung - in Verbindung mit herausragenden Solisten - zu den bis heute unerreichten Interpretationen von Mozarts leidenschaftlichster und persönlichster Oper.
Da wird der Hörer vom ersten Akkord vom schroff aufrüttelnden Blech der Posaunen in den Bann des Geschehens gezogen, nicht mit sorgfältig geglättetem aetherischen Schönklang im harmonischen Gleichgewicht der Klassik in Sicherheit gewiegt, sondern unmittelbar in den existentiellen Zwiespalt Mozarts, hier Lebens-, Liebes- und Sinnenlust, dort Moral und Konvention, gestoßen. Keine Aufnahme vermittelt in solcher Intensität den spanisch- anarchischen Geist der Oper wie die unter Klemperers unerbittlichem Dirigat, das die Tempi an den lyrischen Stellen ausdehnt, um sie in den dramatischen Szenen wieder anzuziehen und dem Drama das ihm gebührende Gewicht zukommen lässt, das andere, technisch zweifellos perfektere Einspielungen vermissen lassen. Diese klingen dagegen blutarm, muten kammer-musikalisch an, als sei Mozart 80 Jahre alt geworden (Abbado, Gardiner). Dass Mozarts in Prag uraufgeführtes Werk die Grenzen des Klassischen sprengt, hört man hier nicht mehr. Vielmehr scheinen die neueren Aufnahmen eher ein unterhaltungsbedürftiges, an oberflächlichem Genuss interessiertes Publikum zu bedienen, das eine innere Auseinandersetzung mit dem Werk (nicht erst seit „Amadeus") längst nicht mehr sucht.
Bei den Solisten weiß man nicht, wen man zuerst nennen soll: Walter Berrys charismatischen Bariton (Leporello), Nicolai Ghiaurovs schwarzen, triebhaft-lüsternen Bass oder vielleicht doch eher Mirella Frenis unschuldig bezaubernde Zerlina? Christa Ludwig (Donna Elvira), Nicolai Gedda (Don Ottavio) und Claire Watson (Donna Anna) sind ebenfalls Top-Besetzungen, die nur noch von Franz Crass' Komtur, dessen Stimme für die Verkörperung des Jüngsten Gerichts und Mozarts allgegenwärtigem väterlichen
„Über"-Ich geradezu prädestiniert erscheint, übertroffen werden.
Im finalen Duell (Komtur/Don Giovanni) erreicht die Aufnahme dann ihren absoluten Höhepunkt, bei dem es einem angesichts der aufgetürmten Schrecken der Hölle tatsächlich kalt den Rücken herunter läuft.
So, dass man sich Goethes sehnlichstem, unerfüllbarem Wunsch, den Don Giovanni „noch einmal zum ersten Mal" hören zu dürfen, anschließen möchte.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Monumental ohne Leichtigkeit, 27. Juni 2010
Von 
vully "vully" (Neuhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Don Giovanni (Gesamtaufnahme ital.) (Audio CD)
Im Gegensatz zu Otto Klemperers auch sehr langsamer, in ihrer Strenge und Ausdruckstiefe aber trotzdem mitreißenden Aufnahme der Zauberflöte gehört seine Einspielung des Don Giovanni nicht zu meinen Favoriten:

Sicher - keiner hat die Höllenfahrt des Don Giovanni gewaltiger, monumentaler dirigiert als Klemperer, die Friedhofsszene düsterer und den Mord am Anfang brutaler. Aber das Drama beschränkt sich ja nicht auf diese drei Szenen. Das besondere am Don Giovanni ist ja gerade die Vielschichtigkeit. Mozart bezeichnet es nicht umsonst als "dramma giocoso," als "heiteres Drama." Ein wichtiger Asspekt ist der Kontrast zwischen der höfischen Steifheit (und erotischen Verklemmtheit) des Adels und der volkstümlichen Heiterkeit (und Verspieltheit) der Bauern, Grenzen, die der Don Giovanni als einziger überwindet, weil er sie ignoriert - Klemperer leider auch. Generell fehlen dieser Aufnahme Leichtigkeit, Humor und vor allem Ironie - im Gegensatz zu der einige Jahre früher entstandenen Giulini-Einspielung, die nicht nur in dieser Hinsicht die Nase vorn hat.

Auch die Sänger können mich nicht durchgehend voll überzeugen:

Auf der Positivseite steht allerdings zunächst mit Walter Berry der m. E. beste Leporello des 20. Jahrhunderts in seiner besten Aufnahme der Rolle. Stimmlich und darstelerisch ist er für mich unübertroffen. Ein ganz großer Trumpf ist auch die Donna Elvira von Christa Ludwig. Eine sehr verletzte und verletzliche Darstellung, ein echter Gegenentwurf zu Elisabeth Schwarzkopfs Exaltiertheit.

Knapp dahinter folgt Mirella Frenis Zerlina - kleine Schwierigkeiten mit tiefen Passagen und das fehlende Lächeln in der Stimme in der zweiten Arie verhindern eine absolute Spitzenleistung. Franz Crass singt den Komtur wunderschön - allerdings für den steinernen Gast besonders im Vergleich zu Ghiaurovs Don zu menschlich.

Das Paar Anna-Ottavio macht auch nur bedingt glücklich: Claire Watson erinnert im Timbre an die beste Donna Anna der 50er Jahre, Elisabeth Grümmer, die die EMI leider schon in der Giulini-Aufnahme übergangen hatte. Vielleicht war Grümmer dem Produzenten mit damals 54 Jahren für die Neuaufnahme schon zu alt. Leider klingt Watson nicht wesentlich jünger, hat einige Schärfen in der Höhe und leichte Intonationsprobleme. Eine gute, keine überragende Anna. Nicolai Gedda singt mir zu technisch und nicht ausdrucksvoll genug - dass er in der ersten Arie kurzatmig klingt, mag an Klemperers extrem langsamen Tempi liegen.

Und Ghiaurov in der Titelrolle? Eine riesige Stimme, kernig im Timbre, höhensicher, gewaltig - aber kaum erotisch, überhaupt nicht verspielt. Ein Vergewaltiger, kein Verführer. Nur in der Romanze "Deh vieni alla finestra" und - natürlich - im Duett "Là cì darem la mano" gönnt sich Ghiaurov etwas zärtlichere Töne. Er hätte einer der ganz großen Don Giovannis des Jahrhunderts sein können wie Ezio Pinza oder Cesare Siepi, die ähnliche Stimmen hatten. Diese Möglichkeit verschenkt er etwas. Gerade in der Finalszene wünscht man sich im Vergleich zur weichen Stimme von Franz Crass, dass beide umgekehrt besetzt worden wären.

Insgesamt also gute Gesangsleistungen bei einem nicht schlüssigen Gesamtkonzept. Da ist die Giulini-Aufnahme insgesamt überlegen, zumal die Sänger dort nicht schlechter sind.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der dämonischste "Don Giovanni", den man finden kann, 5. November 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Don Giovanni (Gesamtaufnahme ital.) (Audio CD)
Bei keiner anderen Mozart-Oper ist es so schwer, eine "beste" Aufnahme zu bestimmen, wie bei "Don Giovanni". Bei "Le Nozze di Figaro" ist es ganz klar die Solti-Aufnahme, bei der "Zauberflöte" ist es die Aufnahme von Sawallisch, bei "Cosi Fan Tutte" ebenfalls Soltis Aufnahme von 1996. Aber bei "Don Giovanni"? Es gibt von dieser Oper unglaublich viele Aufnahmen - historische und modernere. Und selten kann man rundum zufrieden sein. Natürlich sind die Aufnahmen von Giulini, Harnoncourt oder Krips "legendär" und sicher sind Eberhard Wächter, Thomas Hampson und Cesare Siepi grossartige "Don Giovannis", aber dann fehlt es diesen Aufnahmen wieder an anderer Stelle. Oft ist das Dirigat zu leicht (bei Harnoncourt z.B.), das abgründig-dämonische dieser Oper fehlt, oder einige der anderen Sänger sind eher schwach. Leider gibt es auch recht viele enttäuschende Aufnahmen - so beide Einspielungen von Solti (in der ersten ist Bernd Weikels Don Giovanni der grosse Schwachpunkt, in der zweiten kann Solti nicht mehr mitreissen - trotz des sehr guten Bryn Terfel) oder auch die - nach meinem Dafürhalten - viel zu hoch gelobte Einspielung von J. E. Gardiner (Ich bin ansonsten ein grosser Fan von Gardiner, besonders bei Bach-Oratorien, aber hier überzeugt er garnicht!).
Ich habe immer wieder und wieder Don Giovanni-Aufnahmen gesucht, die wirklich durchgehend genial sind - und bin immer wieder zu Otto Klemperers Aufnahme von 1965 zurückgekehrt.

Der "Don Giovanni" unter Otto Klemperer mag manchen ein wenig zu langsam in den Tempi sein (wobei er es eigentlich gar nicht überall ist - man muss schon genau vergleichen...), aber dies ist vielleicht an ein paar wenigen Stellen das einzige Manko dieser sonst grandiosen Aufnahme!
Dies liegt vor allem an zwei Dingen: der durchgehend hervorragenden Sänger-Besetzung und der dramatisch-dämonischen Seite dieser Musik, die Klemperer wie kein zweiter Dirigent aus Mozarts Meisterwerk herausholt.

Warum gibt es nur diese eine Einspielung mit dem Bulgaren Nikolai Ghiaurov als Don Giovanni? Absolut unverständlich! Die Dirigenten dieser Welt hätten sich um ihn doch reissen müssen! Denn Ghiaurovs Interpretation dieser Rolle stellt wirklich alles Andere in den Schatten! Wenn man schon die ersten Töne von ihm vernimmt - "Donna folle! indarno gridi! Chi son io tu non saprai" - läuft einem ein Schauer über den Rücken. Ghiaurovs Stimme ist riesig, voller Schwärze und gleichzeitig verführerisch-erotischer Männlichkeit. Das, was Ghiaurov gesanglich leistet, schafft nicht einmal Cesare Siepi! Besonders deutlich wird dies in der ersten Szene, nach dem Fechtkampf mit dem Comtur (Franz Crass - ausgezeichnet!) und als absoluter Höhepunkt in der Schlusszene. Dort hört man die ganze Dämonie der Hölle durch Ghiaurovs Stimme hindurch, es gibt keine andere Einspielung, in der dieser Opernschluss so dramatisch , so mitreissend ist, wie hier.
Aber auch die anderen Sänger sind qualitativ auf höchstem Niveau: Walter Berry ist ein Leporello (man höre nur die federnd-ironisch gesungene Registerarie!), wie er kein zweites mal zu finden ist, Mirella Freni die wohl bezauberndste Zerlina, die es gibt und besonders Nicolai Gedda sticht als Ottavio sehr hervor, weil er es als einer der wenigen Tenöre dieser Welt schafft, dieser schweren Rolle, die immer Gefahr läuft etwas "blass" zu sein, wirkliche Leidenschaft einzuhauchen.
Grandios auch die zwei "grossen" Frauen-Partien: Claire Watson ist eine herrliche Donna Anna und Christa Ludwig - die man ja sonst eher mit Richard Wagner in Verbindung bringt (als Fricka oder Kundry) ist eine an Leidenschaft und Dramatik kaum zu überbietende Donna Elvira.

Fazit: Wenn man erkannt hat, dass Mozart eben nicht nur "leichte, schöngeistige" Musik ist, wenn man den dramatischen, den dämonischen Mozart eines d-moll-Klavierkonzertes, eines Requiems oder eben des "Don Giovanni" liebt, dann sollte man unbedingt zu dieser Aufnahme greifen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen