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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aus den Anfangszeiten der EAV
Wer bei "Cafe Passe" sowas wie "Geld oder Leben" oder Lieder wie "Küss die Hand schöne Frau" erwartet, der erwartet zuviel. Denn auf "Cafe Passe" gehts anderweitig zur Sache. Zwar sind durchaus einige witzige Textpassagen in den Songs mit dabei, aber allgemein gesehen gehts eher so in die Richtung kritisch-politisch...
Veröffentlicht am 18. August 2005 von Norbert Seitz

versus
0 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen schlechteste Album der EAV
Ich habe nun insgesamt 14 EAV Alben auf CD. Ich kann sagen, dieses ist das schlechteste von allen.
Kein Wunder, dass dieses Album nicht erfolgreich war. Dann kommt noch dazu, das Klaus Eberhartinger noch nicht der Frontmann der Band ist.
Nicht zu empfehlen (außer für EAV - Hardcore Fans).
Veröffentlicht am 30. März 2006 von Frank Drebin


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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aus den Anfangszeiten der EAV, 18. August 2005
Von 
Norbert Seitz (München, Bayern Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Cafe Passe (Audio CD)
Wer bei "Cafe Passe" sowas wie "Geld oder Leben" oder Lieder wie "Küss die Hand schöne Frau" erwartet, der erwartet zuviel. Denn auf "Cafe Passe" gehts anderweitig zur Sache. Zwar sind durchaus einige witzige Textpassagen in den Songs mit dabei, aber allgemein gesehen gehts eher so in die Richtung kritisch-politisch.
Ausnahme ist (meiner Meinung nach) Only You. Genial gesungen und ein recht depperter Text :-)
Super gesungen auch "Heimatlied".
Für Fans ein Muss (die weans eh scho hom), die neuere Fans der EAV mit Vorsicht zu geniessen.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen tubes auf österreichisch?, 21. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Cafe Passe (Audio CD)
Satirisches konnte ich an EAV bisher nicht entdecken, bis mir vor etlichen Jahren "Café passè" zugespielt wurde. Das hätte was werden können, wenn sie den Kurs beibehalten hätten, als Band (!) zu spielen und den feinen Unterschied zwischen hintersinniger Satire und Pädagogik immer besser zu erforschen. Die Kaffeehausdarbietungen sind ausbalanciert ("was soll denen einfallen? Was follt überhaupt jemanden ein in Österreich, außer..") und erinnern angenehm an die Augsburger Puppenkiste. Herausragend die energisch vorgetragene Uriah Heep-Vera.s.he, optimal kontrastiert (oder so) durch die weinerliche Suada von, vermutlich, Steinbäcker. Da kann man den sogenannten Reggae gut verschmerzen.
Lustig und heute ganz problemlos anhörbar. Kein Wiglaf Dros..(*!$%! Du liebe Zeit, wie peinlich. Ich meinte natürlich Wigald Boning!)/Privatfunk-gaga-Humor, der ohne Mitlach-Reflex nicht funktionstüchtig wäre.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk, 23. Januar 2007
Von 
Grüner Baum - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Cafe Passe (Audio CD)
Mich packt ja der heilige Zorn, wenn ich lesen muss, dass diese Platte eine ihrer schwächeren sein soll. Das absolute Gegenteil ist der Fall! Es ist der frühe Höhepunkt ihres Schaffens! - Zugegeben: Es ist noch ganz anders als die späteren Platten, so dass es für die meisten Fans wohl ungewohnt und vielleicht nicht ansprechend ist. Während sie später ironisch-humorige Rock-Popmusik machen, ist es hier noch eher musikalisches auf hohem Niveau. Zwar schon in Richtung Nonsense, aber mit teilweise fast schon literarischen Anspruch. Eine Art österreiches Monthy Python mit viel Musik. Inhaltlich geht es darum, dass sich in im "Cafe Passe" eine Runde österreichischer Spießbürger trifft und die Jugendbewegungen der Nachkriegszeit Revue passieren lässt: Von den ersten Rock'n'Rollern bis hin zum Punk. Neben den Textbeiträgen (die einen Vergleich mit den Textabschnitten bei Ambros/Tauchen/Prokopetz nicht scheuen brauchen) wird jede Epoche musikalisch kongenial mit einem entsprechenden EAV-eigenen Song untermalt und beschrieben. Die Jungs zeigen sich hier als echte Musiker, die jeden Stil versiert beherrschen. Das Stück über "Woodstock" hat ein fast schon Dire-Straits-mäßiges Gitarrensolo. Göttlich.

Die Texte haben Kultcharakter und können heute noch als Klassiker der deutschen Sprache zur treffenden Beschreibung vieler Alltagssituationen herangezogen werden, z.B. "Was ist das für eine Jugend, bargeldlos und ohne Tugend?", "Kompanie zum Abtreten angetreten" oder das von mir oft verwendete "Röchel, lall, ein Herzanfall."

Wer den "Watzmann" mag oder den "Augustin" oder einfach Sinn hat für literarischen Nonsense - der wird diese Scheibe lieben. Absolute Kaufempfehlung!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aller Anfang ist schwer, 8. Juli 2008
Von 
Karlheinz (Frankfurt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Cafe Passe (Audio CD)
Das erste Album der EAV und was für eines.
Nicht nur Klamauk wird hier geboten, sondern Satire. Die Geschichte Österreichs wird "auf die Schippe" genommen und das in höchster Vollendung.
Eine CD die man sich immer wieder anhören kann, da sie wirklich zeitlos ist.
Auch musikalisch sehr Abwechslungsreich von Reaggea, über Rock'n Roll bis hin zum Heimatlied wird hier alles geboten.
Immer wieder wird die musikalische Darbeitung von dem Ober Franz im Café passé unterbrochen und mit seinen Meinungen und Ansichten wiedergegeben.
Vier Sterne nur weil die Texte nicht ganz so ausgereift sind. Aussagekräftig aber ein wenig zu platt teilweise.

Anspieltipps: Woodstock und Wien,Wien nur du allein
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen bitterböse Texte - EAV goes Hardrock, 11. März 2001
Rezension bezieht sich auf: Cafe Passe (Audio CD)
Musik ist näher am Hardrock anzusiedeln als man es von der EAV kennt, die Texte sind das so ziemlich gesellschaftskritische und böseste was man von der EAV je zu hören bekam - mit CAFE PASSE haben sie nicht umsonst 1981 den deutschen Schallplattenkritikerpreis erhalten - absolute Kaufempfehlung
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aller Anfang ist schwer, 29. Oktober 2008
Von 
Karlheinz (Frankfurt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Cafe Passe (Audio CD)
Das erste Album der EAV und was für eines.
Nicht nur Klamauk wird hier geboten, sondern Satire ein bester Form. Die Geschichte Österreichs wird "auf die Schippe" genommen und das in höchster Vollendung.
Eine CD die man sich immer wieder anhören kann, da sie wirklich zeitlos ist.
Auch musikalisch sehr Abwechslungsreich von Reaggea, über Rock'n Roll bis hin zum Heimatlied wird hier alles geboten.
Immer wieder wird die musikalische Darbeitung von dem Ober Franz im Café passé unterbrochen und mit seinen Meinungen und Ansichten wiedergegeben.
Vier Sterne nur weil die Texte nicht ganz so ausgereift sind. Aussagekräftig aber ein wenig zu platt teilweise.

Anspieltipps: Woodstock und Wien,wien nur du allein
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gute Kritik auf musikalisch., 19. Mai 2009
Von 
Danny Dietz (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Cafe Passe (Audio CD)
Wer EAV mag kommt an ihren Anfängen nicht vorbei.
Dieses Album enthält Kritik vom feinsten,aber auf die musikalische Art.
Sehr gut umgesetzt und auch sehr gut pressentiert.
Mit viel Humor,Witz und ne menge Biss.
Worauf also Warten?
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5.0 von 5 Sternen Genial, 28. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Cafe Passe (Audio CD)
Das Werk ist eines der brillantes CD/Platten, welche die E.A.V. in ihrer ganzen Schaffenszeit hervor gebracht hat.
Zugegeben, es ist ein wenig ungeschliffen, es ist wie ein Rohdiamant. Je öfter man es hört, umso genial erscheint das Konzept.

Ich frage mich sowieso, warum bis heute niemand auf die Idee kam, Rock/Pop und Comic zu verbinden, bzw. die E.A.V. zu kopieren. Es gab zwar mal Ansätze, aber keiner ist den Weg so konsequent (mit allen Höhen und Tiefen) gegangen wie die E.A.V. Ein Querverweis zu Falco sei mir an dieser Stelle gestattet. Auch er hat etwas nie Dagewesenes geschaffen. Deutsch mit Englisch zu einer Art Rap" zu kombinieren.

Da sind die Österreicher sehr fantasievoll neue Musikbereiche zu schaffen. Mit der E.A.V ist es wie mit Falco, man liebt sie oder man hasst sie.
Die Themen bleiben auch alle aktuell; siehe das Lied Wir marschieren". Manchmal fragt man sich, werden die Leute dümmer oder lernen sie es nie!

Geniales Werk, unbedingt kaufen, da wird der Enkel stauen!!!

Viel Spaß beim Hören.
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5.0 von 5 Sternen Austropop-Juwel. Das vermutlich ambitionierteste heimische Konzeptwerk aller Zeiten!, 11. August 2013
Von 
Michael Krautschneider "Filmfan & Musikliebhaber" (Scheiblingkirchen, Niederösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Cafe Passe (Audio CD)
Selten durfte ich im Vorfeld einer eigenständigen Rezensionserstellung über ein Produkt so viel Richtiges und so viel Unsinniges lesen...

Indiskutabel, weil nicht vom subjektiven Geschmack abhängig, ist jedenfalls, dass es sich bei CAFE PASSE in Wirklichkeit um die 2. Platte der Ersten Allgemeinen Verunsicherung (kurz EAV) handelt, der erste Longplayer namens USCHI IM GLÜCK (eine Art Comedy-Musical) bzw. VERUNSICHERUNG (wie denn das echte Debüt, glaub ich, denn tatsächlich betitelt war) allerdings schon lange nicht mehr erhältlich ist, weshalb sich mittlerweile so eine Art allgemein anerkannter Konsens herausgebildet zu haben scheint, dass CAFE PASSE als Debüt-Album und EAV-Geburtsstunde gilt. (Meines Wissens wurde die Band offiziell 1978 geründet, vorwiegend aus denselben Mitgliedern, die bis dahin unter dem Namen "Antipasta" gemeinsam Musik gemacht hatten - u.a. Thomas Spitzer, Nino Holm, Eik Breit, Anders Stenmo). Soviel mal dazu...

Künstlerisch gesehen (und jetzt wird's subjektiv!) ist CAFE PASSE für mich, neben dem direkten Nachfolger, nämlich SPITALO FATALO (wozu ich übrigens auch meinen Senf abgegeben habe - für Interessierte ;)), schlichtweg das ambitionierteste, gewagteste und letztlich auch künstlerisch wertvollste Gesamtpaket, das Spitzer und Co jemals zu Tage gebracht haben.
Man kann hierbei ruhigen Gewissens von einem wohldurchdachten Konzeptalbum sprechen.
Im sogenannten (fiktiven) CAFE PASSE sitzen mehr oder minder typische Österreicher (freilich überzeichnet dargestellt) beisammen und lassen die gesamte Nachkriegsgeschichte Österreichs bis zum damals aktuellen Jahr (1980 war's genau) anhand von hitzigen Wirtshaustischdebatten (die praktisch den Leitfaden des Konzeptalbums vorgeben) Revue passieren. Dazwischen folgen dann - thematisch passend - jeweils die Songs, wobei die damalige EAV dem klassischen 50er-Jahre-Rock-and-Roll ebenso musikalischen Tribut zollt wie gen Albumende der eben eher erst aufgekommenen Punk- bzw. Metalmusik (exemplarisches Beispiele hierfür ist sicher das "Kufsteinlied"). Aber auch den psychedelischen 60ern widmet man sich hier, ebenso dem Reagge...
Und selbst, wenn tatsächlich nicht jedes einzelne Stück auf CAFE PASSE musikalisch vom Hocker reißt, so beweist die EAV hier doch eine verblüffend große Bandbreite an musikalischem Können und Gespür - mal ganz von den gesellschaftskritischen, rabenschwarzen Texten abgesehen.

Und die haben's schon in diesen Anfangsjahren in sich! Heilig ist der EAV schon 1980 nicht viel - wobei als Hauptmotiv des Albums der (immerwährende) Konflikt zur Elterngeneration deutlich erkennbar ist. Schon beim Eröffnungstrack "Sohn, wo bist du" lautet eine Textzeile "...Was ist das für eine Jugend - Bargeldlos und ohne Tugend" - gibt es zeitlosere Aussagen als diese??
Aber zwischen den Zeilen und meiner Meinung nach noch deutlicher als dies später in vielen Liedern der EAV der Fall sein sollte, kann man auch scharfe, unverblümte Kritik heraushören... So lässt man kein gutes Haar an der braunen Vergangenheit der Väter, die in Österreich (bekanntlich dem ersten "Opfer" der NS-Aggression) anno 1980 nicht ähnlich gründlich und schonungslos aufgearbeitet war wie dies etwa in Deutschland der Fall gewesen wäre (leider werden die Leute aber bis heute nicht schlauer, wie es scheint). Aber auch Themen, die in späteren Songs nochmal behandelt werden sollten finden auf CAFE PASSE schon Anklang. So geht es im "Knickerbocker-Rock" z.B. um einen Zechabend in einer ländlichen Disco, wobei hier ziemlich frech mit sämtlichen Provinzklischees aufgeräumt wird (hervorzuheben ist hier die Bezeichnung "Gelände-Cadillac" für einen Traktor - Spitzer wusste schon damals gut mit Worten umzugehen:)). Aber auch mit den Möchtegernrevoluzzern der (vermeintlichen) 68er-Bewegung (die's ja in Österreich in der Form ja eigentlich gar nicht so gegeben hat) wird abgerechnet ("Woodstock"), ebenso mit linken Intellektuellen ("...Der Arsch ist weich, das Antlitz bleich, Klassenkampf in Österreich!" [Zitat aus "Abara Kadabara]) undundund...

Das Album strotzt also nur so vor provokanten Wortspielchen und jugendlich-experimenteller Ideen... Schade, dass lediglich das sogenannte "Kufsteinlied", das auf CAFE PASSE eigentlich als "Alpenpunk" betitelt wird, sowie "Wir marschieren" und "Oh, nur Du" in späteren Live-Programmen (als die EAV schon bekannt war) Berücksichtigung gefunden haben. Eigentlich hätten viel mehr Songs diese wertschätzende Ehrerbietung (seitens der Band) verdient gehabt. Von "Wir marschieren" gibt es auf der 10-Jahres-Jubiläums-Ausgabe KANN DENN SCHWACHSINN SÜNDE SEIN übrigens einen großartigen Remix, den man sich als Interessierter keinesfalls entgehen lassen sollte. Der Text ist durchgehend fast schon ein Klassiker und auch die Melodie mit ihren teils punkigen Elementen und der Einstreuung klassischer Liederteile ist wirklich eine Meisterleistung ("...Wir pariern, funktioniern, Orschloch zsamm beim salutiern, Ritterkreuz, Gedächtnisschwund, Kameradsschaftsbund."). Ich kann mir gut vorstellen, dass Textzeilen wie diese anno dazumal durchaus für Kopfschütteln, Verwunderung und Ablehnung gesorgt haben. Wirklich mutig und dennoch - und das muss man schon auch sagen - ist es kein Wir-sind-gegen-alles-Album. Zwar werden bösartige Aussagen und Anspielungen im Gegensatz zu späteren Werken doch recht direkt und offen angesprochen, trotzdem artet CAFE PASSE insgesamt nie zu einer Hetze gegen bestimmte Gruppen etc. aus, eben auch deshalb, weil hier sämtliche Teile der (älteren) Gesellschaft gleichermaßen durch den Kakao gezogen werden. Ein gewagter und gelungener Drahtseilakt diesbezüglich also, auch dafür gebührt der Scheibe großes Lob!

Zuständig für die Kreativarbeit bei CAFE PASSE war in erster Linie natürlich der damalige Kunst-Student Thomas Spitzer, der für seine Arbeiten zu diesem Album (Cover, Kostüme etc.) sein Grafiker-Diplom erhielt. Er ist es auch heute (wenn auch bei weitem leider nicht mehr so eindringlich), der die Seele der EAV sozusagen "bewahrt". EAV-Frontmann Klaus Eberhartinger sollte erst etwas später zur Band stoßen (erste Beiträge beim zuvor erwähnten SPITALO FATALO), als Nachfolger für Walter Hammerl, der auf CAFE PASSE dem Chefober Franz seine Stimme verleiht und auch so manchen Song singt und wenig später leider Suizid begehen sollte (eine Widmung ist am aktuellen CD-Cover hinten zu finden)...
Die Band ist im Grunde bereits jene, die auch den Höhenflug miterleben und -gestalten sollte (bis in die Mitte der 90er, wobei Botazzi und Holm schon früher ausgestiegen waren)...
Interessant ist vielleicht noch, dass praktisch das gesamte STS-Trio bei CAFE PASSE mitgewirkt hat - am eindringlichsten bestimmt ein gewisser Herr Steinbäcker, der auch einige Songs singt (und komponiert hat)...

Fazit: Eine Bezeichnung, die ich in einer anderen Rezension hierzu lesen durfte und die mir in Zusammenhang mit hiesiger Platte sehr gut gefallen hat ist "...so eine Art österreichische Monty Phyton". Das trifft den "Nerv" oder "Geist" (oder meinetwegen "Ungeist") dieses "Kunstsammelsuriums", als das ich mich die Platte nun zu nennen getraue, ziemlich genau, würde ich mal sagen. Tatsächlich ist der EAV mit CAFE PASSE eines ihrer zeitlosesten und künstlerisch anspruchsvollsten Gesamtwerke gelungen, dem meines Erachtens (leider) nach wie vor viel zu wenig Beachtung geschenkt wird. Dass das "Debüt" nicht so kommerziell ausgerichtet ist wie beispielsweise das berühmt-berüchtigte GELD ODER LEBEN, das die EAV Mitte der 80er dann wirklich über die heimatlichen Grenzen hinaus bekannt machen sollte, ist als Kritikpunkt aus meiner Sicht haltlos. Im Gegenteil: Gerade in der Anti-Kommerz-Haltung von CAFE PASSE liegt ja der eigentliche Charme. Und auch, wenn ich die EAV mittlerweile - wenn überhaupt - nur mehr am Rande verfolge, ist CAFE PASSE bis heute bestimmt öfter in meinem CD-Player gelandet als beispielsweise die "großen" Erfolgsalben wie z.B. eben GELD ODER LEBEN oder LIEBE, TOD & TEUFEL...

Tatsächlich, und auch da muss ich irgendwo einhaken, was bereits einer meiner lieben Vorrezensenten festgestellt hat (danke dafür) wäre es (im Nachhinein wenigstens) höchstinteressant gewesen, wenn die EAV den damals eingeschlagenen Weg konsequent weitergegangen wäre... Freilich: Möglicherweise hätte es aufgrund mangelnden Erfolgs die Band bald nicht mehr gegeben. Möglicherweise aber, blieben uns dann die eher unnötigen (Fans bitte nicht böse sein) neueren Alben (ab HIMBEERLAND usw.) erspart. Und die EAV hätte heute einen ECHTEN, unantastbaren Kult-Status inne - den ich ihnen auch wirklich vergönnen und zugestehen würde. Das, was die EAV bis Mitte der 90er (NIE WIEDER KUNST) gemacht hat, möchte ich aber dennoch nicht missen. Bis dahin hat die EAV die Geschichte der österreichischen und - mehr noch - deutschsprachigen Musiklandschaft signifikant mitgeprägt...
Heute kommen mir Eberhartinger und Spitzer eher wie eine Selbstkarikatur vor... Vom Rest der ehemaligen Band ist ja leider nichts mehr übrig - und auch das spürt man schmerzlich!

ABER: CAFE PASSE ist ein in vielerlei Hinsicht geglücktes Gesamtkunstwerk, das selbst EAV-Gegnern gefallen könnte und das AUF JEDEN FALL intensiver besprochen und beachtet werden sollte, wenn man von den vergangenen Tagen unserer heimatlichen Musiklandschaft spricht...

Für mich persönlich wäre eine Art EAV-Doku mit Filmmaterial aus jener Zeit interessant, wenn es sowas irgendwo geben sollte... Wär doch echt lässig, wenn man diesen besonderen Abschnitt österreichischer Musikgeschichte in ordentlich aufbereiteter Form noch einmal Revue passieren lassen könnte, so wie einst die EAV auf CAFE PASSE einen Teil österr. Geschichte, vollgepackt mit ernstzunehmender Gesellschaftskritik, Revue passieren ließ!

Um am Ende noch etwas "Greifbares" zu hinterlassen: "Only Du", "Wir marschieren" und "Vienna" wären meine persönlichen Anspieltipps auf CAFE PASSE - ganz einfach deshalb, weil hier für meinen Geschmack Musik und Text herrlich zusammenpassen und auch die Aufnahmen tip-top sind... Aber wie schon vorab gesagt: Es lohnt sich in jedem Fall CAFE PASSE im Ganzen durchzuhören! Diejenigen, die die EAV bislang sowieso nur als "Schlager"-Band begriffen oder wahrgenommen haben, sollten dies ohnehin ehebaldigst einmal nachholen. Wer CAFE PASSE gehört hat, hat eine Chance zu begreifen, wie wunderbar dieser multitalentierte Haufen blödelnder Popmusiker sein konnte und wozu sie denn tatsächlich imstande waren...

Was soll man noch groß sagen? Eine wahre Perle des Austropop (oder wohl eher der deutschsprachigen Musik - da es ja sowas wie Austropop strenggenommen eigentlich gar nicht gibt, aber lassen wir das jetzt;))! Die österreichische Variante der Monty Pythons eben...
Schade, dass diese Zeiten längst passe sind und wir mittlerweile in einer Gegenwart voller heimischer Casting-Talente und Eintagsfliegen leben... [Auch, wenn's freilich immer wieder rühmliche Ausnahmen gibt ;)]
Aber im Ernst: Auf diese Art, in dieser Form diese Songs aufzunehmen - das war wirklich einmalig und nicht minder mutig.

Großes Lob und VOLLE STERNZAHL dafür!!
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolute Kult-CD!, 25. September 2002
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Cafe Passe (Audio CD)
Die erste CD der Ersten Allgemeinen Verunsicherung (oder zumindest eine der ersten). Mit kritischen Texten und einer guten Portion Satire und Humor ... Sänger der Kombo war damals noch Gert Steinbäcker, heute das erste S von STS. ...
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Cafe Passe
Cafe Passe von Erste Allgemeine Verunsicherung (Audio CD - 1969)
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