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Feat.the Human Host An the Heavy Metal Kids
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Wenn man viele Pop- und Rockhistoriker fragen würde, was das beste Album von 1967 war, dann würde es den meisten wohl schwer fallen, diese Frage mit einem Plattentitel zu beantworten: 1967 war nicht nur das Jahr von "Sgt. Pepper", sondern mindestens genauso das Jahr der Debütalben von Jimi Hendrix, Velvet Underground, den Doors und Pink Floyd, die jeweils zweite LP von Frank Zappa/Mothers, Cream, Jefferson Airplane und Tim Hardin nicht vergessen, und noch "Something Else" von den Kinks. Alles Wahnsinnsscheiben für die, die sich auskennen, und gut, dass niemand von mir verlangt, hier ein einziges Album groß hervorzuheben ...

Aber was war das wahnsinnigste, irrste, musikalisch extremste Rockalbum jenes Jahres? Ich beantworte diese Frage vergleichsweise einfach: Was diese total durchgeknallte, musikalisch herrlich dilettierende (ein Clapton, Hendrix, Bruce oder Baker hätte es bei denen keine zwei Minuten lang ausgehalten) Londoner Hippie-Horde auf Tonband bannte, war mit nichts zu vergleichen, was es damals gab, passte zugleich aber wieder gut zum "Summer of Love". Die Eröffnungsnummer "H-O-P-P Why?" faszinierte durch ihren monotonen Rhythmus, würde mich mal interessieren, ob eine ganz bestimmte, damals in Köln entstandene Band mit drei Buchstaben im Namen diese Scheibe nicht kannte, würde mich nicht wundern. Von Lyrics kann man nicht sprechen, der Vokalist schreit und stammelt einige Worte vor sich hin, zum Bass-Drums-Gestampfe hämmert ein Piano und gibt es einige Geräusche noch dazu. Simples Akustikgitarrengeschrammel und acidgetränkte Vocals bestimmen die restlichen Nummern der ersten Seite, eine Nummer ist sogar a capella und von den Hörgewohnheiten am meisten "far out". Und dann die zweite Seite der damaligen LP (die übrigens in rotem Vinyl erstveröffentlicht worden war, frage mich niemand, was die heute kostet) mit dem 16-minütigen "Empires of the Sun": Primitiver Hammerrhythmus von einer solchen Monotonie, gegen die Velvet Underground's "Sister Ray" fast schon wie Art Rock klingt, aber zugleich doch recht reizvoll. Ich habe Ende der 80er als DJ auf einer Studentenparty diese Nummer aufgelegt, und siehe da, alles hüpfte herum, und ein paar Leute fragten mich, was für eine neue Band das sei. Und man glaubte mir fast nicht, als ich erklärte, dass das eine zwei Jahrzehnte alte Hippie-Scheibe war ...

Und das ist für mich das Reizvollste an dieser irren Scheibe, dass sie selbst 45 Jahre später noch recht gut wirkt. Sie hat nicht wenige Passagen, mit der man ungebetene Besucher leicht aus dem Haus kriegt, oder auch bei Rockfans, die etwa die Radiohead der letzten 12 Jahre gewohnt sind, noch Kopfschütteln hervorrufen kann. Blieben zwei Dinge noch zu erwähnen: Der einzige "richtige" Musiker, der an dieser Platte mitwirkte, war Guy Stevens, der sich als Produzent des Clash-Meisterwerks "London Calling" einen schönen Platz in der Rockgeschichte verdient hat. Und dann noch die Tatsache, dass diese Platte in Deutschland gehört wurde, und eine - in ihrer Frühphase technisch noch mäßig talentierte, um es höflich zu sagen - Münchner Gruppe mit einem ägyptischen Namen davon sehr inspiriert wurde. Eine so gelungene Platte wie diese, die ich als genialen Dilettantismus bezeichne, schafften Amon Düül I nicht annähernd, die A. D. II entwickelten sich sowieso woanders hin.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Diese Aufnahmen stammen quasi aus dem Epizentrum der Swinging Sixties.
2 Psychedelic-Designer aus London und ein bluesfanatischer Produzent schufen 1967 eine Klangsession der Extraklasse.
Gespielt wird ein Mantra-artiger Folkrock, der sehr rootsy wirkt. Und trotz extremer Räucherstäbchen-Stimmung, wird jegliches Klischee und jede Kitschigkeit komplett vermieden.
Es klingt für mich zuweilen, als würde eine Underground-Bluesband versuchen Hare Krishna-Psychedelic zu spielen. Was heißt versuchen - das Ergebnis ist sensationell und wohl relativ einmalig.
Ich wurde übrigends durch Julian Copes Buch - Krautrocksampler auf die Gruppe aufmerksam. Er vergleicht die Musik mit >Paradieswärts Düül<, einem Album von Amon Düül, und das läßt sich gut nachempfinden.
Also auch eindeutig eine Empfehlung für Krautrock-Anhänger!

Grüße und viel Freude mit diesem geheimen Meisterwerk!
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