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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Noch ein musikalischer Meilenstein von Mark Hollis
Nachdem über Jahre nichts über den Verbleib von Mark Hollis zu erfahren war kam diese CD auf den Markt und führte fort, was mit den TALK TALK-Platten Spirit of Eden und Laughing Stock begann. Diese Platte wurde durch den alten Plattenvertrag der noch mit TALK TALK abgeschlossen wurde möglich. Ob die Plattenfirma glücklich darüber ist wage ich...
Am 28. März 2001 veröffentlicht

versus
0 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Experimentelle Musik.
Wer Talk Talk mag hofft auf die tolle Stimme von Mark Hollis.
Aber leider ist es keine CD mit eingängingen Melodien, sondern doch schon
mehr "The Art of Noise" mit klassischen Instrumenten. (Und ich meine nicht so was wie "Monents in Love"
sondern eher die abstrakteren Songs. :-) Leider doch etwas entäuscht. Vielleicht mal...
Vor 7 Monaten von Versandadmin veröffentlicht


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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Noch ein musikalischer Meilenstein von Mark Hollis, 28. März 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mark Hollis (Audio CD)
Nachdem über Jahre nichts über den Verbleib von Mark Hollis zu erfahren war kam diese CD auf den Markt und führte fort, was mit den TALK TALK-Platten Spirit of Eden und Laughing Stock begann. Diese Platte wurde durch den alten Plattenvertrag der noch mit TALK TALK abgeschlossen wurde möglich. Ob die Plattenfirma glücklich darüber ist wage ich zu bezweifeln, denn die Kompositionen dieses Werks zu arrangieren war teuer und wie auch die späten TALK TALK sind sie garantiert nicht massentauglich. Das Ergebnis ist eine konsequente Fortführung akustischer Musik, in der sonderbare Harmonien durch perfekt eingesetzte Stille unterstrichen wird. Durch den bedachten Einsatz von Klarinetten, Flöten, Klavier, Schlagzeug, Bass, Gitarre etc. entstehen Harmonien die man noch lange nachschwingen hören kann. Ein musikalischer Genuß in Reinform. Diese CD wird gerade wieder aufgelegt und beim zweiten Versuch sollte sie meiner Ansicht nach viele, viele Käufer mehr finden. Diese CD hat es absolut verdient und ist Pflicht für einen sorgsam gepflegten Plattenbestand! Kaufen!!!
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ZEITLOS, 1. Juli 2003
Rezension bezieht sich auf: Mark Hollis (Audio CD)
Mark Hollis stellte mit seiner Band TALK TALK einer der Gallionsfiguren der New-Wave-Bewegung dar. TALK TALK schufen ende der 80er, anfang der 90er mit den Alben SPIRIT OF EDEN und LAUGHING STOCK Meisterwerke, die jeden Musikliebhaber auch heute noch in Verzückung geraten lassen. Sein Solodebüt ging diesen Weg konsequent weiter, was dieses Album regelrecht zu einen meditativen Erlebnis werden ließ. Nahe am Jazz, nahe an der modernen klassischen Musik - und irgendwie so weit weg davon. Hier wird der Stille Gestalt verliehen. Eine Platte, die die Zeit anhält und die Wahrnehmung verändert. Absolut Zeitlos.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut daß es das gibt, 15. Juli 2007
Von 
Thomas Czypionka (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Mark Hollis (Audio CD)
Da bringt der totgeglaubte TalkTalk Frontmann völlig unbeachtet des Restes der Welt eine Soloscheibe heraus, und man fragt sich nach dem hören warum überhaupt. Kommerziell mit den beiden letzten Talk Talk Alben Selbstmord begehend, aber musikalisch unsterblich geworden. Vielleicht will Mark Hollis uns damit aufmerksam machen, was doch für Schrott in der "Musikwelt" gehandelt wird. Vom Carisma hat er auf jeden Fall missionarische Ansätze, die er auch nie verborgen hat.
Nach dem hören dieser Scheibe, die eigentlich eine Fortsetzung der Diskographie von TT ist, wird man automatisch sensibeler gegenüber dem Mainstreamtrash, mit dem wir tagtäglich berieselt werden daß wir es eigentlich nicht mehr hörten. Und es wird Stille kostbarer, Stille auch in Form solcher wertvoller Alben wie dieses!
Eigentlich fällt mir keiner ein dem ich dieses Album empfehlen kann. Es ist nicht nur zum hören, sondern zum erleben wie geschaffen. Durch die Aufnahmetechnik und die Arrangements wird jedes noch so kleines Geräusch zum Bestandteil eines der faszinierenden Alben überhaupt.
Letztendlich ist es doch für Musikkenner, die nicht nach Schubladen hören, die wirklich hören, und die auf hohen Niveau entspannen wollen. Selten nimmt man eine CD nach dem hören so beeindruckt aus dem Spieler!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jahrhundertalbum, 14. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Mark Hollis (Audio CD)
es gibt wenige davon, viel zu wenige, aber die, die es gibt, sind die erlösung...

zu mark hollis sage ich nicht viel; wer die späten talk talk kennt, und ihre musik auch als religion ansieht, muss nicht noch einmal lesen, wie erhaben dieses album ist...

jedes einzelne stück.

mit 80 werde ich mich in mein zimmer setzen, diese cd hören, und mich erinnern. ERINNERN, sie wissen schon.....
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weltentrückt, 22. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Mark Hollis (Audio CD)
Schlicht "Mark Hollis" betitelt und dem Prinzip der Reduktion folgend sind alle Klänge und Worte auf diesem Werk sorgsam gewählt, wird der Stille viel Raum gelassen - und dennoch entsteht eine Atmosphäre unvergleichlicher Intensität und Nähe. Klavier, Standbass, akustische Gitarre, Holzbläser, kein elektrisch verstärktes Instrument ist beteiligt, die gesamte Musik nur mit zwei Raummikrofonen aufgenommen. Das Album braucht Zeit, viel Zeit und ist zugleich komplett aus der Zeit entrissen. Es ist weltentrückt und doch eine der wirklichsten Platten. Sie kommt völlig ohne Fassade aus, der Hörer bekommt den Eindruck, direkt in die Seele eines Menschen zu schauen, der mit der Welt und sich hadert. Dennoch ist das Album von einer Ruhe beseelt, die unmittelbar auf den Hörer übergeht, vorausgesetzt man ist in der Lage, sich auf dieses schwierige, oftmals dissonante Album einzulassen.

"Mark Hollis" entzieht sich allen Kategorien. Das erste Lied "The Colour of Spring" (das erst nach zwanzig Sekunden Stille beginnt) mag mit Sicherheit noch das greifbarste Stück sein, doch was in den sieben darauf folgenden Liedern passiert, ist nur schwer in Worte zu fassen. Einer der absoluten Höhepunkte ist das achtminütige A life (1895-1915), das wohl auch ein gewisser Frederik Hahn a.k.a. Torch zu schätzen wusste und zu einem herrlichen Sample in "Kapitel 29" verarbeitete.

A life (1895 - 1915)

Uniform
Dream cites freedom
Avow
Relent
Such suffering
Few certain
And here I lay

Es beginnt mit dissonanten Bläsern, die nach zwei Minuten von einem Kontrabass begleitet werden und nach einer furchtbar langen Zeit auch von der gehauchten Stimme Hollis, irgendwann auch ein Schlagzeug, bevor es schließlich in der Mitte des Stückes in einem mantraartigen Klaviermotiv gipfelt, das die vielen Stränge zusammenführt, allerdings wieder in sich zusammenbricht und sich der Dissonanz ergibt. A life endet schließlich wieder, wie es begonnen hat, lediglich mit einer Variation des Ausgangsmotivs und den kaum hörbaren Worten "and here I lay". Spätestens jetzt wird das der geneigte Hörer auch tun, auf der Wiese, im Bett oder auf dem Boden, erschlagen ob der Gewalt dieses leider viel zu wenig beachteten Jahrhundertalbums. Für den Musikbetrieb ist der melancholische Eigenbrödler wohl einfach zu leise, und so endet das Album auch wie es begann: nach den letzten Takten von "A new Jerusalem" folgt über eine Minute Stille...
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie "Laughing Stock", nur noch radikaler, 15. März 2010
Von 
Serenus Zeitblom (Köln, Europa) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mark Hollis (Audio CD)
Mark Hollis, als Talk-Talker bekannt, hat 1998 noch eine CD nachgeschoben, als Solo-Musiker. Sparsam begleitet durch akustische Instrumente in völlig ungewöhnlichen Klangfarben, ist die Musik minimal, mit Jazzharmonien oder häufig eher scheinbar unauflöslichen Dissonanzen. Dazu Hollis' Stimme, und es ergibt eine beeindruckende Scheibe in der Nachfolge des Kassengifts "Laughing Stock", die ich mir leider erst jetzt gönnte - das wäre auch schon vorher eine Idee gewesen.

Empfehlung nicht nur für Fans auch der späten Talk-Talk-Scheiben ...
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Enigma, 6. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Mark Hollis (Audio CD)
...war ein großartiger Song von Emerson, Lake & Palmer und ein unnötiges Projekt von Michael Cretu.
Aber ein Enigma - ein Rätsel - ist auch das Debutalbum von Mark Hollis.
Selbst wenn man das Spätwerk von Hollis Band Talk Talk kennt, ist man zunächst von der Stille überrascht.
Aber der Schock kam für mich in der spärlichen - ja spartanischen - Instrumentierung des ersten Songs.
Der Name (colour of Spring) war auch der Name eines Talk Talk Albums, aber dieses nur aus Klavier und Gesang bestehende Lied war irgendwo das Gegenteil der üppig, orchestralen Arrangements von Laughing Stock und v.a. Spirit of Eden.Aber dennoch ist die gleiche Melancholie in der Musik da.
Texte und Arrangements lassen nicht vermuten, dass hier ein Familienvater am Werk ist, der das Glück seines Lebens im Privatleben gefunden hat und noch einmal eine abschließende (musikalische) Aussage tätigen möchte.
Kann man Zeilen wie "should have said so much. Makes it harder. The more you love" derartigen Emotionen zuschreiben?
Und doch ist das die vorherrschende Stimmung auf Mark Hollis. "Inside Looking Out" ist eine Mischung aus Erik Satie und einem Requiem.
Und doch kommt auch immer wieder die groove der letzten Talk Talk Alben auf. Wie auf "The gift". Aber wieder die Frage, was uns der Autor des Textes (Mark Hollis) sagen will? Ein Enigma!
Bei "A Life" schafft er es sogar, drei komplett verschiedene "Rythmen" in einen Song zu packen, so dass es Sinn ergiebt. Dazu ein Text aus 14 Wörtern - der Song dauert 8 Minuten.
Vom Stil her erinnert manches an Jazz, aber Mark Hollis legt sich selten fest. Da ist immer noch einiges an Pop drinnen - wenn auch gut versteckt.
Wenn man Mark Hollis auflegt, ist man versucht, schnell wieder abzudrehen - auch aus Angst, berührt zu werden.
Aber bis diese Emotion das Gehirn erreicht, ist es schon zu spät. Man ist Gefangener in der Welt des Mark Hollis und die Platte läßt einen nicht mehr los - bis man am Ende ist. Dann ist man erst einmal erleichtert ob der Tour de Force. Aber schon bald muss man sie noch einmal hören und versucht zu verstehen und versteht nichts. Vielleicht gibt es da auch nichts zu verstehen. Auch in 14 Jahren nicht............
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klangkunst und Stille..., 3. Januar 2006
Von 
beautyproof - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Mark Hollis (Audio CD)
...passen sehr wohl zusammen, wenn man Mark Hollis heißt und bereits in den 80er/90ern mit Talk Talk gezeigt hat, was Musik alles sein kann: eine alles durchdringende und esoterisch angehauchte Verschmelzung von Klängen und Stille, die den Begriffen 'Zeit', 'Raum', 'Klang' und 'Ton' auf unnachahmliche Art und Weise ganz neue Dimensionen verleiht. Natürlich ist dieses zwischen Kammer-Pop, Neo-Klassik und subtilem Jazz gelagerte Werk nicht im herkömmlichen Sinne kommerziell nutzbar, aber wer sich diesem musikalischen Schatz einmal bewusst angenommen und auf sich wirken lassen hat, wird unendlich dankbar sein und sich an diesem Album stetig erfreuen (ähnlich magische Wirkung übrigens: Lisa Gerrard & Pieter Bourke - 'Duality').
Spielt es eine Rolle, dass es sich hier um 8 Songs handelt, die knapp 47 Minuten lang sind? Nicht wirklich, denn hier verlieren sich Zeit und Raum. Diese Platte ist ein bewegendes und fesselndes Geschenk, danke dafür!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jenseits von allem?, 25. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Mark Hollis (Audio CD)
Sieben Jahre nach der Auflösung von "Talk Talk" veröffentlichte Bandleader und Sänger Mark Hollis sein erstes und bisher einziges Solo-Album. Der künstlerische Geniestreich von "Spirit of Eden" und "Laughing stock" hatte mit dem Verlust der meisten Fans und dem Verschwinden von der großen Weltbühne bezahlt werden müssen. Den Wenigen, die für diese beiden Alben die notwendige Zeit, Geduld, Disziplin und Offenheit hatten, offenbarten sich erhabene, kaum fassbare Kunstwerke. "Spirit of Eden" und "Laughing stock" boten dem geneigten Hörer die Möglichkeit, sich einerseits an Schönheit "satt" zu hören, darüber hinaus jedoch aus der Offenheit und Interpretierbarkeit beider Werke ein enormes Maß an Inspiration zu beziehen. Ich durfte letztere Erfahrung während meines Studiums mehrfach machen.

Die oben erwähnten Eigenschaften der Geduld, Disziplin und Offenheit sind auch für das Erfahren der hier zu besprechenden Platte eine unabdingbare Voraussetzung. Und noch mehr als bei den Vorgängern benötigt der Hörer hier ein "Mikroskop", um die hier dargebrachten Tonspuren zu zergliedern, zu erkennen und ihre Erhabenheit zu begreifen. Dann kann er entscheiden, ob er einem einzelnen Instrument folgen möchte, oder die Teile wieder zusammensetzt und ihnen im Gesamten lauscht. Beide Varianten bieten ein kaum zu übersehendes Repertoire an Erfahrungen und Impulsen.

Der Hörer legt die CD ein und hört...die ersten 18 Sekunden nichts. Danach...leise, beinahe vorsichtige Klavierklänge, die eine schöne, leicht optimistische, aber sehr zurückhaltende Melodie aufbauen. Weitere zwölf Sekunden nach dem Einsetzen des Klaviers schleicht sich eine Stimme ins "Bild". Dem Klavier zur Seite tretend, diesem jedoch etwas übergeordnet - jedoch gleichermaßen zurückgesetzt. In ihrer Vorsicht, Filigranität und Verzagtheit wirken beide Elemente einsam, ja beinahe bedeutungslos gegenüber der sie umgebenden, unendlich scheinenden Dunkelheit. Optimismus, dargestellt durch zwei schwache Lichter, eingebettet in Dunkelheit - so möchte ich "The colour of spring" zusammenfassen.

Das folgende "Watershed" scheint ein Licht zu entfalten. Allerdings ein sehr kaltes und diffuses. Tempo und Komplexität der Instrumentierung werden deutlich erhöht. Die Melodie zelebriert Traurigkeit. Die Filigranität des Klangteppichs ist überwältigend, der Gegensatz zwischen weichen und rauen Passagen kaum fassbar. "Inside looking out" setzt die Traurigkeit fort, intensiviert sie sogar noch, während Tempo und Instrumentierung stark gedrosselt werden. Das Licht des Vorgängers fehlt hier völlig, die Dunkelheit scheint mir noch größer und weiter als im Opener. Obwohl mit 6:20 Minuten sehr lang, erscheint mir der zeitliche Abstand zwischen "Watershed" und dem nun folgenden "The gift" sehr viel größer. Dieses ähnelt "Watershed" hinsichtlich Tempo und Instrumentierung, ist melodisch aber nicht ganz so traurig.

Was nun kommt, wirkt wie eine stille Oper mit drei Akten. Waren die vier Vorgänger schon sehr weit von dem entfernt, was gemeinhin als "Populärmusik" bezeichnet wird, wirft "A life" alle Konventionen über Bord. Der erste, wieder sehr dunkel scheinende Akt wird durch einige Bläser strukturiert, zu denen eine sehr verzagte Stimmte tritt. Hollis' Stimme leitet in den zweiten Akt über, der durch Klavier, eine diesem gegenüber deutlich zurückgesetzte Gitarre sowie Kinderstimmen geformt wird. Das hier leicht erhöhte Tempo wird im Übergang zum dritten Akt wieder gedrosselt. Dieser wird in seinem ersten Teil durch Bläser und Stimme (Hollis) strukturiert, denen schlussendlich Drums und weitere, jedoch stark zurückgesetzte Instrumente treten. "A life" erscheint kaum fassbar. Einerseits offenbart das genaue Hinhören einen Gegensatz zwischen höchster technischer Vollendung und Improvisation. Anderseits wirkt das Gesamtkonzept unglaublich offen und beliebig ausbaubar. Bezeichnenderweise singt (spricht) Hollis in den mehr als acht Minuten nur 14 Wörter.

Verglichen mit diesem Koloss wirkt "Westward bound" einfach - ja beinahe simpel. Vielleicht ist das auch. Vor allem jedoch still. Die Melodie - sofern man die wenigen Noten zu einer solchen kombinieren kann - ist sehr schön und besinnlich. Stiller Optimismus, der in die Unendlichkeit zu führen scheint.

Demgegenüber ist "The daily planet" instrumentell deutlich komplexer. Melodisch beinahe aggressiv, hat dieser Titel einen sehr schönen Rhythmus und ist neben "Watershed" und "The gift" einer der drei "lauten" und vor allem "hellen" Titel der Platte. Vom Gefühl her erscheint "The daily planet" deutlich kürzer, als er es mit 7:20 Minuten tatsächlich ist.

Das Licht erlischt nun endgültig, während Hollis auf die Zielgerade zu schwenken scheint. "A new Jerusalem" besteht wie "A life" aus drei Akten. Der erste wirkt, von weichen Gitarrenklängen getragen, wie eine Besinnung. Ein Abschied in innerem Einklang. Von allem befreit. Der zweite Akt, durch Bläser getragen, erscheint deutlich pessimistischer, fast verzagt. Der dritte Akt ist...Stille. 110 Sekunden lang Stille. Aus der Stille - der Unendlichkeit - kam dieses Werk, in die Stille - in die Unendlichkeit - geht es wieder ein.

Hollis' Soloalbum erscheint mir abseits stehend. Ohne Konvention nur den eigenen Impulsen verpflichtet. Im Übrigen frage ich mich, ob die Aufschrift "Mark Hollis" wirklich den Titel des Albums darstellt, oder aber nicht mehr als eine notwendige Benennung bzw. Nachricht an die Hörer ist, aus wessen Feder dieses Werk kommt. Das, was hier geboten wird, ließe sich nur schwer mit einem Titel zusammenfassen. In gewisser Weise bildet das Album mit "Spirit of Eden" und "Laughing stock" eine Trilogie, steht jedoch im selben Augenblick vollkommen allein. Stilistisch erscheint es als logische Fortsetzung und gleichzeitig als Bruch. Ich bin hier bewusst nicht auf die Texte eingegangen, da diese ebenso offen sind wie das Werk insgesamt. Stets kurz, wirken sie gleichzeitig präzise, diffus und weitschweifend. Die Interpretation muss dem Einzelnen überlassen bleiben.

Eins ist jedoch sicher: Dem aufgeschlossenen Hörer bietet sich hier eine Trinität aus künstlerischer Vollendung, unbegrenzt scheinender Offenheit und sich direkt daraus ergebender Inspiration, die ihres gleichen nicht so rasch findet. Ich nenne dieses Werk seit neun Jahren mein eigen und es wirkt immer noch so frisch, interessant und inspirierend wie am ersten Tag.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen the Sound of Silence ..., 7. Juli 2001
Rezension bezieht sich auf: Mark Hollis (Audio CD)
der hörer dieses im doppelten sinne unfaßbaren werkes erlebt die eindrucksvolle und radikale fortsetzung dessen, was Mark Hollis zusammen mit Talk Talk begonnen hat. in einem interview sagte er, daß er gerne einmal die stille nur mit einem mikro einfangen möchte. die stille auf dieser CD läßt sehr viel raum für die phantasie des zuhörers. fernab irgendwelcher, von marktschreiern gepushten massenware, geht Mark Hollis seinen eigenen, anachronistischen weg. und dazu kann man ihn und seine zuhörer nur beglückwünschen.
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Mark Hollis
Mark Hollis von Mark Hollis (Audio CD - 2000)
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