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am 5. März 2003
David Tibet, Mastermind der britischen Band Current 93, ist ein literarischer Gourmet und die gerade die dunkle Phantastik gehört zu seinen besonderen Vorlieben. So ließ er sich u. a. von Autoren wie Count Stenbock und H. R. Wakefield künstlerisch inspirieren und ist Mitinhaber des exquisiten Londoner Kleinverlags Durtro Press. Doch wohl kaum ein Schriftsteller hatte auf Tibets Arbeit solchen Einfluß, wie der Amerikaner Autor Thomas Ligotti, zu dem der Musiker in den 90er Jahren Kontakt aufnahm und mit ihm bislang drei Coproduktionen veröffentlichte (eine vierte ist laut Ligotti in Vorbereitung). Den Auftakt in dieser Reihe machte Thomas Ligottis Erzählungszyklus IN A FOREIGN TOWN, IN A FOREIGN LAND, der 1997 zusammen mit einer Soundtrack-CD von Current 93 erschien. Dieses hübsche Doppelpack war auf 1000 Exemplare limitiert, schnell vergriffen und ist mittlerweile ein gesuchtes Sammlerstück, das vor allem im angloamerikanischen Raum beachtliche Liebhaberpreise erzielt. Erfreulicherweise erschien in diesem Jahr eine Re-Release der CD im schön gestalteten Digipak, das auch Thomas Ligottis komplette Erzählungen und das Original-Artwork von Steven Stapleton enthält.
Vier Erzählungen befinden sich in Ligottis Buch und ebenso viele Tracks finden sich auf der CD - lange, vorwiegend ruhige Stücke, die fließend ineinander übergehen. Current 93-Fans, die auf den gitarrenbetonten Neofolk fixiert sind, der das heutige Repertoire der Band dominiert, werden vielleicht irritiert sein, denn bei IN A FOREIGN TOWN... orientieren sich Tibet & Co vielmehr an alten experimentellen Industrial-Wurzeln.
Die akustische Reise in jene namenlose Stadt an der nördlichen Grenze, in der alle vier Erzählungen angesiedelt sind, beginnt mit His Shadow Shall Rise To A Higher Place. Die gleichnamige Geschichte erzählt von den eigentümlichen Vorfällen auf einem Friedhof und so führt dieses Stück nach einem langsamen Intro in eine Atmosphäre absoluter Verlorenheit, man fühlt förmlich die undurchdringliche Nacht, in der etwas nicht greifbares, bedrohliches lauert. David Tibet rezitiert anfangs mit sanfter Stimme Passagen aus dem Text, dann formt sich aus Musik, Geräuschen und mutierten Stimmfetzen ein atmosphärischer Sound, der den Hörer in einen tiefschwarzen Abgrund zieht. The Bells Shall Sound Forever schildert wie ein Reisender in einer Pension absteigt, dort in ein Narrenkostüm schlüpft und sich schließlich als Spielzeug in der Hand der Wirtin wiederfindet. Musikalisch wird hier - der Story angemessen - weniger das dunkle Grauen, als vielmehr ein seltsames Schweben zwischen Traum und Wachzustand suggeriert. Das Stück wird von einem metallischen Glockenspiel eingeleitet und gestaltet sich dann über weite Strecken sehr meditativ, beinahe traumgleich. Es folgt mit A Soft Voice Whispers Nothing ein Trip ins Herz des ligottischen Horrors. Ein düsterer Klangteppich bildet den Hintergrund für die Beschreibung einer grotesken Prozession zerlumpter, bösartiger Clowns. Entmenscht klingende Stimmsamples und das Klagen einer Tuba (!) mischen sich unter die gleitenden Hintergrundtöne und lassen das akustische Bild einer delirierenden, satanischen Parade entstehen. Den Ausklang bildet When You Hear The Singing, You Will Know It Is Time. Wie ein Mantra wird eingangs beschwörend der Titel rezitiert, dann folgen sphärenhaft-atonale Klanglandschaften, unter die sich verzerrte Stimmen und Chöre mischen - ein Abgesang auf alle Illusionen und ein abstraktes Requiem für die Stadt an der nördlichen Grenze.
„Please listen to the music at low volume, at dusk, whilst reading the text" wird dem Hörer im Booklet empfohlen und dies ist gewiß die adäquate Art Text und akustische Untermalung angemessen zu genießen. Empfehlenswert ist es aber auch, der CD über Kopfhörer zu lauschen, denn so erschließt sich der volle Umfang der an Zwischentönen reichen Klangcollagen. Und ebenso wie Thomas Ligottis verstörende Geschichten, läßt einen auch diese Musik für eine Weile mit dem Gefühl zurück, man würde irgendwie nicht mehr so richtig in diese Welt gehören...
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