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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zu Unrecht untergegangen, 26. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Meanwhile (Audio CD)
Mit ihrem experimentellen dritten Album verprellten die erfolgsgewöhnten Schwaben viele Fans, ein Schlag, von dem sie sich bis heute nicht erholten. Vielleicht hatten Camouflage erkannt, dass die 80er und damit die Ära des puren Synthie-Pops unwiderruflich zu Ende gegangen war. Zeit, neue Wege zu beschreiten und das Ergebnis lag 1991 mit diesem bis heute unterschätzten Meisterwerk vor.

Bewegen sich das eröffnende "Seize Your Day" und die Singleauskopplung "Heaven (I Want You)" noch in relativ bekannten Fahrwassern, wird bei "Mellotron" schon ganz anders Gas gegeben. Im Allgemeinen setzte die Band bei dieser Platte auf die starke Präsenz analoger Instrumente, so spielen Gitarren, Bläser und natürliche Drums eine prägende Rolle. Das dies dem Hardcore-Elektroniker sauer aufstieß, lässt sich vielleicht mit der dieser Szene oftmals eigenen Scheuklappenmentalität erklären. Dies ist umso bedauerlicher, weil ein Doppelpack wie das herzzerreißende "Mother" und das aggressiv dargebotene "Dad" ihre ureigenen Reize trotz des ungewohnten Soundgewands voll und ganz entfalten können.

Selbst Sänger Marcus Meyn versuchte völlig anders als auf "Voices & Images" und "Methods Of Silence" zu klingen, allerdings ist das Ergebnis nicht immer überzeugend. So klingt das eigentlich wunderschöne "Where The Happy Live" durch den gequetschten Gesang doch etwas angestrengt.

Dennoch bietet "Meanwhile" durchaus Abwechslung. Nah an die Vorgängeralben angelegte Tracks wie "These Eyes" werden sofort durch flotte Gitarrenrhythmen wie bei "What For" konterkariert, fast schon soulige Stücke wie "Waiting" liefern sich Duelle mit melancholischen Popstücken á la "Accordion". "This Day" wirkt wie ein frühes Stück Britpop, während "Handsome" verärgerte Altfans zurück in die Spur bringen dürfte. "Bitter Sweet" hingegen ist noch einmal eine tiefe Verbeugung an die 80er und das großartige - mit leichten OMD-Anleihen aufwartende - "Spellbound", nimmt den Stil des zwei Jahre später folgenden Albums "Bodega Bohemia" bereits voraus.

Mit dem verträumten Instrumental "Who The Hell Is David Butler?" klingt ein leider zu Unrecht vergessenes Highlight der Bandgeschichte aus - Höchstwertung!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein beeindruckendes Album!!!, 14. Juli 2000
Rezension bezieht sich auf: Meanwhile (Audio CD)
Nach der ersten Deutschlandtournee 1989 hatten Camouflage einige Veränderungen im privaten Bereich zu bewältigen. Oliver Kreyssig verließ 1990 die Band, ist allerdings seit 1998 wieder dabei. Es erfolgte eine musikalische Weiterentwicklung, beeinflusst durch die Tournee und der Arbeit mit Liveinstrumenten. 1991 erschien „Heaven (i want you)" aus dem dritten Album „Meanwhile". Doch Marcus und Heiko konnten an ihre bisherigen Erfolge nicht mehr so erfolgreich anknüpfen, weil die Ära der 80er vorbei war. Die Musik fand bei vielen keinen Anklang mehr, bis auf die wirklich treuen Fans. Die musikalische Entwicklung der Musikbranche nahm immer mehr kommerzielle Züge an, ohne die Qualität der geleisteten Arbeit vieler guter Musiker zu würdigen. Das Album "Meanwhile" ist das abwechslungsreichste Werk von Camouflage. Eine Weiterentwicklung von „Methods of silence". Besonders empfehlenswert sind „Heaven (i want you)", „Mother", „Dad", These eyes", „Handsome", „Bitter sweet" und „Spellbound". Beeindruckend!!!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zauberhaftes Album !, 8. Mai 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Meanwhile (Audio CD)
Meanwhile ist das 3. Album der wie ich finde besten Band Deutschlands: Camouflage. Es besticht durch seine atmosphärischen Songs (Mellotron, Waiting), sowie durch einige peppige Nummern (Dad, This Day). Rundherum ein gelungenes Album.
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5.0 von 5 Sternen Grandioser Synthiepop!!, 17. April 2006
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Meanwhile (Audio CD)
Lange Zeit blieb diese Scheibe unbeachtet in meinem CD-Schrank liegen. Warum, weiß ich nicht genau, vermutlich, weil einfach kein "Great Commandment" oder "Love is a Shield" (die Hits schlechthin auf den beiden Vorgängeralben) drauf ist. Mittlerweile ist "Meanwhile" aber fast zu meinem Lieblingsalbum gereift. Es lässt sich komplett durchhören, ein exzellenter Song nach dem anderen. "These Eyes", "What for?", "Handsome", wow!!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfekte in-Perfektion, 25. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Meanwhile (Audio CD)
Wie bei jedem der wenigen Alben die zu meinem liebsten und für mich bedeutendsten gehören fallen mir hier die Worte schwer, sie kommen teils auch gar nicht. Es stimmt auf jedenfall: Die Verbindung zwischen akustischen und (immer noch häufig verwendeten) synthetischen Instrumenten wirkt manchmal etwas unhomogen, aber genau das macht den Reiz des Albums aus genau so wie der scheinbar nicht gewollte minimalismus.
Das Album hat nur wenige typische Ohrwürmer (z.B. "Handsome", "Heaven", "Melotron") aber bemerkenswert viele extrem eigenständige , teils recht verschrobene Lieder wie zum Beispiel "Accordion" oder "What for" die sich oftmals erst nach mehrmaligem anhören erschließen.
Wunderschön ist auch "Mother" und "Where the Happy lives" und "Bittersweet" liebe ich eh .... Einen Bluesrocksong wie "Dad" hätte ihnen hingegen wohl kaum jemand zugetraut. Aber im Kern gibt es über jedes Lied irgend etwas besonderes zu berichten, was das Album ja gerade so überragend macht.
Vielleicht ein Nebeneffekt der überwiegend akustischen Instrumetierung ist auch die Zeitlosigkeit des Werkes.
Einen minimalen Wermutstropfen gibt es dann doch: Bei "Accordion" hört man extrem das kein Echtes verwendet wurde.

Und danach? Danach besannen sich Camouflage wieder mehr den Synthetischen Klängen und das auch durchaus beachtlich, die Klasse diesen Albums ist allerdings unerreicht... nicht nur von der Band selbst.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Minimalismus mit Charme, 4. März 2005
Von 
Andre Zornow (greifswald) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Meanwhile (Audio CD)
Das hier vorliegende 3. Album von Camouflage ist mit Sicherheit das am schwierigsten zu beurteilende der Band. Obwohl stilistisch eigentlich folgerichtig, konnte es an die Erfolge der Vorgänger nicht anknüpfen und leitete eine viel zu lange Phase der Erfolglosigkeit für die Gruppe ein.

In der Tat ist ein Großteil des dargebotenen Materials, vor allem für den Hörer von heute Geschmacksache. Der oft minimalistische Elektropop war zur Zeit seiner Entstehung relativ weit vom Mainstream entfernt und ist es heute in noch viel größerem Maße. Sehr melodische und hervorragend umgesetzte Stücke wechseln mit sehr eigenen Songs ab und machen eine Beurteilung des gesamten Albums schwierig.
"Seize your day" und "Heaven" sind in Umsetzung und Melodie ähnlich und eigentlich recht simpel, jedoch wohlklingend und insgesamt gelungen. Das nachfolgende "Mellotron" bildet einen der Tiefpunkte des Albums, sowohl in Melodie und Umsetzung wirkt es unterdurchschnittlich und ein wenig uninspiriert. Besonders auffallend ist die hier sehr gewöhnungsbedürftige Stimme von Markus Meyn, die auf großen Teilen des Albums viel zu rauh wirkt, was den wenigsten Songs bekommt.
Es folgt nun die lange Mitte der ruhig bis minimalistisch gehaltenen Songs, die eine Phase von Ruhe und... sagen wir Dunkelheit erzeugen. "Mother" ist der einzige Song der von der hier ungewöhnlich rauhen Stimme des Sängers profitiert. Obwohl nur minimal mit Akustik unterlegt, wirkt gerade diese hier sehr ausgefeilt, eine gelungene Melodie und der allmähliche Aufbau einer düster-warmen Stimmung machen den Song zu einem der Highlights des Albums. Das nachfolgende "Dad" ist ein völlig untypischer Song (der einzige mit Saxophoneinsatz), dennoch ist er in Umsetzung und Melodie originell und insgesamt gelungen. Das folgende "Where the happy live" ist ein weiterer sehr eigener Song, wie "Mellotron" unterdurchschnittlich und wenig inspiriert. "These eyes" hingegen glänzt mit einer gelungenen und dunkel wirkenden Melodie, die Umsetzung passt ebenfalls hervorragend und baut eine sehr düstere Stimmung auf. Ein weiteres Highlight. Die folgenden Songs "What for" und "Waiting" sind sich stilistisch sehr ähnlich und wirken fast wie Ein langes Stück, wobei "Whaiting" den ruhigeren Teil darstellt. Insgesamt sind beide gelungen, wenngleich besonders aus "Whaiting" durchaus mehr herauszuholen gewesen wäre. "Accordion" schließt die ruhige Mitte des Albums ab, die vielversprechende Melodie wirkt leider wenig ausgereizt, gleiches gilt für die Umsetzung, wodurch der Song wie ein nicht ausgereifter Prototyp wirkt.
"This day" stellt einen gelungenen Exkurs in die 60iger dar, Melodie und Umsetzung sind sehr ausgefeilt und wohlklingend. "Handsome" besticht durch einen flotten Rhythmus, gelungenen Gitarreneinsatz und eine leicht melancholische Melodie. Das nun folgende "Bitter sweet" ist für mich der in allen Belangen beste Song des Albums. Die geniale Melodie, verbunden mit einem diesmal hervorragend agierenden Sänger und die tolle Umsetzung erzeugen eine mitreißende Stimmung, die leichtfüßig zwischen Melancholie und Hoffnung pendelt. "Spellbound" leitet den ruhigen Abklang des Albums ein. Melodie und Umsetzung sind sehr gelungen und entschärfen die rasante Stimmung des Vorgängers. Das abschließende "Who the hell is David Butler" führt die Stimmung zwar noch weiter, dennoch ist der Song eigentlich überflüssig.

Beim ersten Reinhören sind die meisten Songs schwer verdauerlich. Wer prägnante, künstlerisch aber meist anspruchslose Musik bevorzugt sollte von diesem Album die Finger lassen. Sowohl die einzelnen Songs als auch das Album in gesamten werden ihre volle Wirkung erst nach mehrmaligem Hören, dann jedoch sehr intensiv entfalten. Hervorzuheben sind die interessanten, oft tiefgründigen Texte. Trotz einiger schwächerer Songs kann man das Album durchhören und die Laufzeit von 65 Minuten entspannt genießen. Zum Abschluss möchte ich auf die stilistische und konzeptionelle Ähnlichkeit mit dem jüngsten Depeche Mode Album "Exciter" hinweisen, welches in Gegensatz zu dem hier vorliegenden sehr erfolgreich war. Möglicherweise hätten Camouflage mehr als zwei erfolgreiche Vorgänger für dieses musikalische Experiment abwarten sollen.
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Meanwhile
Meanwhile von Camouflage (Audio CD - 1991)
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