Kundenrezensionen

18
4,7 von 5 Sternen
Fugazi (+Bonus CD)
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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Dezember 2007
Nach nur einem Jahr Wartezeit veröffentlichten MARILLION ihr weites Album mit dem Namen FUGAZI, den Sänger und Texter FISH aus einem Buch über den Vietnam-Krieg entliehen hat. Eine wichtige Veränderung hatte es bereits im Vorfeld gegeben: Drummer MICK POINTER (heute ARENA) wurde durch IAN MOSLEY (unter anderem STEVE HACKETT-Band) ersetzt. Dieser gibt der Band mehr Möglichkeiten, da er variantenreicher und einfühlsamer als POINTER spielt.

Bei der Produktion setzten MARILLION erneut auf das bewährte Duo vom ersten Album NICK TAUBER als Produzent und Toningenieur SIMON HANHART. Aber im Gegensatz zu sehr warmen Sound von SCRIPT FOR A JESTER'S TEAR kommt das Nachfolgewerk FUGAZI eher unterkühlt - ja fast klinisch sauber - daher. Dadurch klingen die Instrumente deutlicher, definierter und etwas brillanter als noch beim Debüt. Dafür fehlt aber die bereits erwähnte warme, intime Atmosphäre von SCRIPT. Wenn SCRIPT die Band von ihrer GENESIS-beeinflussten Seite zeigte, dann ist FUGAZI der PINK FLOYD/ROGER WATERS-Gegenpart dazu, mit vielen verstörenden, mystischen Atmosphären, unerklärlichen Brüchen. Aber auch nach Jahrzehnten ist das Album spannend und aktuell. Man hört dem Werk dabei nie an, unter welchem Zeitdruck es entstand zwischen Tour, Aufnahmen, Post-Produktion, Promotion und der nächsten anstehenden Tournee.

Auch beim Cover gingen MARILLION keine Risiken ein und vertrauten erneut einem alten Bekannten: MARK WILKINSON, der bereits bei SCRIPT FOR A JESTER'S TEAR für die Band gearbeitet hatte. Und auch hier finden sich Parallelen zur Musik. Das Zimmer, in dem sich der abgeschminkte Narr befindet, ist kühler, als der Raum, in dem sich das Maskottchen der Band noch bei SCRIPT befand. Zudem ist er von den Schattenseiten des Star-Daseins ausgelaugt und desillusioniert.

Dabei spiegelt sich die Kühle auch in den Texten wieder. Es hat fast den Anschein, dass MARILLION ein wenig hinter den Vorhang des Pop-Star-Daseins geschaut haben - und nicht alles, was sie dort sahen, gefiel ihnen (der Druck von Plattenfirmen, der Ruhm und die Drogen). Die Lyrics sind dabei ein weiteres Paradebeispiel für den Ideen- und Bilder-Reichtum, den FISH immer wieder an den Tag legt. In PUNCH & JUDY analysiert er aus seiner eigenen Furcht vor einer engen Beziehung, wie aus einer wunderbaren Beziehung eine Ehe-Hölle wird. Bei JIGSAW seziert er zum Teil sehr scharfzüngig, wie die Menschen innerhalb der Gesellschaft miteinander umgehen. Im Text zu SHE CHAMELEON dreht FISH den Spieß um und rechnet schonungslos offen mit dem Phänomen der Groupies ab, die nur auf der Suche nach einem fleischlichen Autogramm" sind. Auf der anderen Seite offenbart FISH dabei eine äußerst sensible und fast zerbrechliche Seite seiner Seele. Abschließend befasst sich der Titeltrack mit FISHs eigenem Dämon Alkohol, dem er lange Jahre nicht entkommen konnte und sich fast schon zu leicht ergab.

Natürlich wurde auch FUGAZI im Zuge der Re-Releases von MARILLION-Alben digital überarbeitet und remixt. Zudem finden sich auf einer Bonus-CD die Maxi-Version von CINDERELLA SEARCH, das auch auf der Bonus-CD von SCRIPT FOR A JESTER'S TEAR enthaltene THREE BOATS DOWN FROM THE CANDY, sowie alternative und Demo-Versionen der FUGAZI-Stücke.

FUGAZI mag nicht das ideale Album sein, um in das Universum MARILLION einzusteigen, aber es ist definitiv ein sehr gelungenes und ausgefeiltes Werk, das auch nach wiederholtem Hören nie langweilig wird.
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. Mai 2005
Zuerst kam das als stark "genesis-vorbelastet" verschrienes Erstlingswerk "Market Square Heroes" (1982, nur auf Vinyl, Sammlerwert!) mit dem epischen 17-Min-Track "Grendel".
Danach eine unwahrscheinlich kräftige Qualitätssteigerung auf "Script for a Jesters Tear" (1983), ein brilliantes Album, welches heute als das "eigentliche" erste Marillion-Album gehandelt wird. Eine Schwäche wäre hier lediglich noch in schlechtem Drumming anzumerken.
Auf DIESEM Album ist Marillion auf dem absoluten Höhepunkt des künstlerischen Schaffens angekommen, für mich ohne jeden Zweifel!
Wenn ich es könnte, würde ich hierfür locker auch 7 Sterne vergeben!
Vergleicht man die Musik, die Marillion heute macht, mit diesem Album, merkt man schnell, dass da Lichtjahre der künstlerischen Inspiration und Audruckskraft dazwischen liegen. Nicht mal das Flaggschiff der Nach-Fish-Ära "Brave" (1994) kann hier mithalten und den Hype um "Marbles" (2004) kann ich absolut nicht nachvollziehen.
Nun ja, zum Wesentlichen: Was wird uns hier geboten und warum finde ich dieses Album so überweltigend?
1. Fishs barock-verschnörkelte Lyrik geht auch ohne Musik locker
als feinste Dichtkunst durch; die Texte sind voller Metaphern,
Sarkasmen, man hat das Gefühl, dass hier auf mehreren Ebenen
erzählt wird; man kann den/die Hörer/in nur beschwören, sich
damit bewusst auseinander zusetzen; Für mich als
"Nicht-Native-Speaker" war/ist es aber leider teilweise ungemein
Schwer, die "wahre" Bedeutung zu erfahren;
2. Fishs Gesang findet hier seinen Höhepunkt (den er noch
bis "Clutching at Straws", 1987 halten kann); Nicht nur die
Technik (er schafft auch die höchsten Höhen), sondern - vor
allem - die Ausdruckskraft, die es schaft, dem teils
bodenlosen Pathos Gestalt zu verleihen, ist es, die hier
einfach beeindruckt!

3. Dies wird PERFEKT durch die Musik ergänzt, getragen,
akzentuiert; Tonalitätenwechsel, Rhythmuswechsel,
stimmungsvolle Keyboard- und Gitarrensoli, athmosphärische
Klangteppiche, verschiedene, ineinandergreifende
Melodiebögen der einzelnen Instrumente, um nur ein paar
technische Details zu nennen, einfach ALLES was das Herz
(eines Proggies) begehrt; für "Einsteiger" (und/oder Nicht-
Proggies) aber nur sehr bedingt zu empfehlen. Auf jeden Fall
ist VIEL bewusses Hören (und Lesen) ratsam, damit sich dieses
Werk voll entfalten kann!
4. Im Ian Mosley hat man endlich einen Drummer gefunden, der es
vermag, für diese komplexe Musik die Zügel in der
Rhythmussektion suverän zu übernehmen! Seine Zusammenarbeit
mit dem brillianten Bassisten Trawavas ist ein Markenzeichen
von Marillion.
5. Last but not least: Dieses Album transportiert auch die
nötige Prise musikalischer Aggression - man möchte jetzt
nicht mehr nur heulen oder schmunzeln, sondern auch mal die
Faust ballen oder gar abrocken!
Der EINZIGE erwähnenswerte Schwachpunkt ist der schlechte Sound, die schlechte Produktion. Klang es bei "Script..." noch teils matt und düster, so ist es hier blechern und klirrend. Ginge es hier darum, einen tadellosen Ritter zu beschreiben, würde ich sagen, die Produktion ist hier der Kratzer auf seiner glänzenden Rüstung! Da hilft nur: Höhen raus, Bässe rein.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. November 2002
Als ich vor knapp 10 Jahren diese CD (damals noch als LP) das erste mal hörte eröffnete sich für mich ein Portal in eine neue Klang- und Poesiewelt. Diese Scheibe ist schlichtweg genial. Schon der Opener "Assassing", dessen Text seit der Veröffentlichung 1982 nichts an seiner aktualität verloren hat, verursacht Gänsehautfeeling, sei es durch die wabbernd-schleichenden keyboards, sowie durch die zischend-melodiösen Vocals des Altmeisters Fish, und fordern mehrmaliges Anhören schon von vornherein. Die Texte auf diesem Meisterwerk sind besonders poetisch, zweideutig und sehr gesellschaftskritisch und spiegeln Fish's gespaltenes Verhältnis zu Beziehungen "She Chameleon" wieder. Diese Scheibe gehört zu meinen liebsten Alben und hat seit damals nichts an seiner Genialität und Komplexität verloren.Was die Texte betrifft ist dieses Album kaum zu schlagen. Ein Meilenstein.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 11. Januar 2013
Nach dem furiosen Debut "Script For A Jester`s Tear" empfinde ich "Fugazi" als einen gewissen Rückschritt.
Es ist sicher ein grundsolides Neo-Prog-Album mit vielen guten Ideen,starken Songs,jedoch reißt es mich einfach nicht so mit,wie der Vorgänger.In Sachen Komplexität und auch vom Songaufbau gibt es viele Ähnlichkeiten,jedoch fehlt mir das"gewisse Etwas".Zudem enthält es mit dem völlig uninspirierten "Punch&Judy" einen echten Ausfall;für mich einer der uninteressantesten Marillion-Songs ever.Echte Klasse-Songs sind "Incubus" und "Fugazi"(vor allem der erste Teil).
Der Rest ist gut,aber nicht überragend,was teilweise am Gesang (Fish),insbesondere in den leisen Passagen,liegt.
Jedoch spürt man auch beim Hören dieses Albums in jeder Sekunde,welches Potenzial in dieser Truppe noch schlummerte.
Mick Pointer(Mitbegründer der Gruppe "Arena")mußte nach permanenten Streitigkeiten mit Fish die Band verlassen,sodaß hier schon der bis heute bei Marillion drummende Ian Mosley das Schlagzeug bearbeitet.
Größter Schwachpunkt ist die sehr mäßige Aufnahmequalität.Schon die Schallplatte klang steril,harsch,jedoch noch gut gegen die erste CD-Auflage.Die war unerträglich,geradezu lästig(zB die Gitarre auf "Punch...", einfach übel).
Das Remastering von Peter Mew (Abbey Road Studios) enttäuscht leider ebenfalls.Wie bei allen Marillion-Remasters verstärkte er die Bässe,wie ich es noch bei keinem Remastering erleben mußte.Bei den ersten beiden Alben hat er es immerhin geschafft,sie etwas "gefälliger"klingen zu lassen,da wäre aber mehr machbar gewesen.Ab "Misplaced Childhood" klingen sogar die Erstpressungen besser;bei Peter Mew klingt alles irgendwie "zugeschnürt",schwer zu beschreiben.
Marillion haben später bewiesen,daß sie alles,was sie auf "Fugazi" richtig machen,noch viel besser können.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Auf dem zweiten Album präsentieren sich Marillion völlig anders als auf ihrem Debüt - Script for a jesters tear - aber nicht weniger interessant und außergewöhnlich. Komplexe Soundstrukturen, schwierig verständliche Lyrics und großartige Vokal-Arrangements, die Fish leider heute im Jahr 2011 nicht mehr singen kann, bzw. bereits Mitte der Neunziger nicht mehr singen konnte, wechseln sich auf diesem Album ab, und schicken den Hörer erneut auf eine neue und ganz andere Reise durch den zeitlosen Neo-Prog-Himmel der Superlative. Obwohl die sieben Songs bei den Fans schon lange "Kultstatus" besitzen steht das Album sehr häufig im Schatten zwischen - Script for a jesters tear - und dem kommerziell erfolgreichsten Marillion-Album - Misplaced Childhood. Nicht nur deshalb, sondern gerade deshalb, sollte es für den Musikfan ein Ohr wert sein, weil: "Where are the prophets, where are the visionaries, where are the poets?"
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. Januar 2002
Der einzige Kritikpunkt vorweg: Der Sound der Platte ist aufgrund produktionstechnischer Mängel ziemlich übel und extrem blechern und zwar noch um einiges mehr, als beim Vorgängeralbum Script... Manche behaupten, dies sei absichtlich geschehen, um die überwiegend aggressiven, teilweise an Hardrock erinnernden Kompositionen passend zu unterstreichen. Falls das Ganze also noch mit Absicht erfolgte, kann man es nur umso mehr verurteilen! Mit finanziellen Nöten kann der schwache Sound wohl kaum begründet werden, schließlich stürzten sich Proggies und „normale“ Musikfans geradezu auf die Vorgängerplatten. Sei es drum, die Musik an sich ist sehr gut. Wie bereits erwähnt, sind die Songs teilweise um einiges aggressiver als das vorher zu Gehör Gebrachte. Stellvertretend für die härtere Gangart ist gleich der erste Song „Assassing“. Ein gewohnt intelligenter Text, sehr kraftvoll und spannend vorgetragen, wird untermalt von einem fulminanten, an Dynamik kaum noch zu steigernden Beitrag aller Musiker. Dabei handelt es sich keineswegs um einen einfachen Hardrock-Titel, sondern eine durchaus komplexe Komposition. "Punch and Judy" haut in die gleiche Kerbe, ist jedoch etwas simpler konstruiert. Wegen der Kurzweiligkeit des Songs und dem üblich guten Text stört der Track jedoch überhaupt nicht und ist Live richtig gut. „Jigsaw“ bietet den Ohren wegen des eher ruhigen Sounds eine kleine Verschnaufpause. Fish erzählt (ich finde, dass dieses Wort dem „Dichter“ Fish am besten gerecht wird) von einer traurigen Beziehungsgeschichte. Musikalisch lebt der Titel vom sehr ergreifenden Refrain. Also: Nix mit Kitsch, nur geniales Slow-Tempo!! „Emerald Lies“ haut dann in den lauteren Abschnitten wieder voll auf die Ohren. Der Sound bleibt trotz seiner phasenweisen Härte eingängig und wird nie richtig schrill. Die ruhigen Abschnitte bauen Spannung auf, die sich in den letzten Minuten in einem bombastischen Finale entlädt. „She Cameleon“ ist der einzige Hänger des Albums. Die getragene, an eine Kirchenorgel erinnernde Keyboarduntermalung, und die eher langweilig vorgetragenen Lyrics führen dazu, dass der Titel so vor sich hin plätschert. Leider mangelt es an den sonst immer zahlreich anzutreffenden Aha-Erlebnissen. Wenn der Song nur halb so lang wäre, könnte man es noch ertragen, aber so... Mit „Incubus“ kommt der geniale Höhepunkt des Albums, wenn nicht des gesamten Schaffens der Band schlechthin. Eine unglaublich vielschichtige, mitreißende Komposition. Die melancholischen Abschnitte (vor allem in der Mitte des Songs) sind absolut eindringlich, die druckvollen schnellen Teile passen hierzu absolut perfekt. Keine Spur von Vertracktheit oder gezwungen wirkendem Aneinanderklatschen stilistisch verschiedener Abschnitte, nur um proggy zu sein. Über den Text muss nicht mehr viel gesagt werden, der ist schlicht kongenial. Das treibende, mitreißende Finale bildet den Abschluss eines aus Sicht des Prog-Fans perfekten Titels! „Fugazi“ hat ebenfalls alle Zutaten, die das Prog-Herz erfreuen. Mir gefällt vor allem das folkig angehauchte Finale sehr gut. Obwohl Marillion einen eigenen Stil entwickelt hat, hören sich die Lieder doch alle unterschiedlich an. Auch „Fugazi“ sprüht vor kompositorischen Ideen, Spielwitz und Virtuosität. Es handelt sich sicher um einen absoluten Klassiker der Band, wenngleich mir „Incubus“ mit seinem ergreifenden Mittelteil noch einen Tick besser gefällt. Wenn das gähnend langweilige „She Cameleon“ und der trashige Sound nicht wären, hätte die Gruppe ein geniales Meisterwerk vorgelegt. Doch auch so kann es nur eine uneingeschränkte Kaufempfehlung geben.
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am 14. Juli 2014
Der zweite Streich der Jungs aus Aylesbury klingt schon deutlich eigenständiger als das oft mit Genesis verglichene Debüt Script for a Jesters Tear. Für mich war Fugazi der erste Kontakt zu dieser Band – irgendwann vor inzwischen 30 Jahren. Damals hatte ich mit Progressive Rock noch nicht so viel am Hut, die Platte war mir von einem Kollegen empfohlen worden. Und dann die ersten Takte von Assassing, der treibende orientalisch angehauchte Rhythmus, das ausgedehnte instrumentale Intro bis zur ersten Textzeile „I am the Assassing“. Fishs Organ hat mich beim ersten Kontakt alles andere als überzeugt, aber die Musik hat mich direkt in ihren Bann gezogen. Und tut sie heute noch.
Fugazi ist für mich eine Ansammlung von sieben Top-Klassikern dieser Band, kein einziger Ausfall. Musikalisch ist Fugazi der nie wieder erreichte Höhepunkt in der frühen Schaffensphase dieser Band. In der Besetzung mit Fish sollte nichts Besseres mehr Kommen – mit der h-Phase (Steve Hogarth) der Band, möchte ich diese Scheibe nicht vergleichen. Bedauerlich ist aber, daß, soweit ich weiß, von dieser Platte nach dem Einstieg von h nie wieder etwas im Live-Programm von Marillion zu hören war, was für mich aber ein weiterer Beleg dafür ist, wie sehr dieses Werk von Fish's Präsenz lebte und auf ihn zugeschnitten war.

In der remasterten Special-Edition bekommt man auf CD2 noch ein paar Goodies. Darunter auch die Version von "Three Boats Down from the Candy", die auf der Market-Square-Heroes-EP enthalten war. Außerdem die Maxi-Version von "Cinderella Search" (Assassing B-Seite) und ein AlternativeMix von „Assassing“, der auf der SinglesCollection bereits veröffentlich wurde. Zusätzlich gibt es noch paar Demo-Versionen, die allerdings deutlichen „Work-in-Progress“-Status haben.

Fazit: Die Bonus-CD fällt in ihrer Wertigkeit gegenüber der von „Script for a Jester’s Tear“ etwas ab und ist nur für Fans und Komplettisten von weiterführendem Interesse. Der wichtigste Bestandteil hier ist die jedoch Original-CD, die uneingeschränkt 5-Sterne plus verdient. Für mich eines der besten Alben der 80er Jahre.
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Nachdem der Drummer des ersten Albums die Band verlassen musste (Zitat frei nach Fish im Booklet der DoCD: entweder er oder ich), und dem austesten anderer Drummer, darunter Andy Ward von Camel, kam mit Mosley ein neuer Drummer, frisch vom ehemaligen Gitarristen von Genesis, Steve Hackett.

Natürlich klingt das Album etwas kühler, steriler als der Vorgänger, aber dafür sind die Songs insgesamt besser. Assasing ist zum Beispiel ein wirklich guter Song.

Aufgerundet mit einer relativ guten Bonus CD,.die ein paar Tracks längst verschollener Maxis beinhaltet, ein Kauf, den man sich echt überlegen sollte. Ich finde kein Marillion Album so gut wie Fugazi.

Gut gemacht ist übrigens auch das schon erwähnte Booklet, natürlich viel zu lesen, was die Geschichten von Fish betrifft (der hört sich, glaube ich, gerne reden?!), leider sind die oft nur schwer lesbar, da klein geschrieben und nicht so vorteilhaft mit Schriftfarbe und Hintergrund.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. November 2006
Die "Fugazi" von 1984 ist der konsequente Nachfolger der "Script For Jester`s Tear" und eigendlich genauso genial. Es hatte einen Besetzungswechsel gegeben. Mick Pointer verließ die Band und Ian Mosley war ab sofort der neue Drummer. Mick Pointer spielt heute bei ARENA. Eine tolle Gruppe, die jedem Marillion-Fan der 80er gefallen sollte.

"Fugazi" bietet 3 Songs der Extraklasse: 'Assassing', 'Incubus` und `Fugazi`. Hier übertreffen sich die 5 selber. `Punch and Judy` und `Jigsaw` sind kaum schlechter. So genial wie hier, sollten Marillion nie wieder werden, obwohl ich auch alle Platten mit Steve Hogarth als Sänger mag. Insbesondere Fish entführt uns auf "Fugazi" wieder in eine andere Welt. Man muss sich schon ganz genau mit den Texten beschäftigen, um den näheren Sinn zu verstehen. Er führt uns durch eine Wechselbad der Gefühle, wie sonst nur Genesis mit Peter Gabriel. Daher wurde seinerzeit dieser Vergleich auch häufig gezogen. Musikalisch wird sowieso alles geboten, was der Prog Rock-Fan liebt. Tolle Melodien, Breaks, Keyboards noch und nöcher, machmal recht hart, dann wieder super ruhig und gefühlvoll.

Ich liebe "Fugazi" und daher gibt es 5 Sterne.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. September 2006
Fugazi

(1984 - Fish, Kelly, Mosley, Trewavas, Rothery)

"Fugazi" zeigt einen weiterentwickelten Sound von Marillion, die sich auf einer Position im Vergleich zum Debut verändert haben. Gründungsmitglied Mick Pointer verließ im Streit mit Fish die Band (und legte sozusagen einen jahrelangen Winterschlaf ein, ehe er sich eindrucksvoll mit "Arena" zurückmeldete) und als neuer Schlagzeuger kam nach einigen Wirrungen Ian Mosley hinzu.

"Assassing" läßt das Album sehr temporeich und druckvoll beginnen, es gibt zwar ein "Vers-Chorus-Vers-Solo-Chorus" Schema und das Lied ist damit recht eingängig, aber es ist durchaus progressiv, vor allem, wenn man bedenkt, was 1984 sonst für Musik vorherrschte.

"Punch & Judy" ist ein sehr kurzes Rock/Pop Lied, das danach folgende "Jigsaw" ist sehr still ausgelegt. Es klingt dabei für mich ein wenig zu gleichförmig, es gibt zwar noch ein kurzes Gitarrensolo in der Mitte des Liedes aber irgendwie erwärmt mich die Musik nicht.

"Emerald Lies", das Fishs damalige Beziehung mit seiner Freundin zum Thema hat, beginnt um einiges mehr tempogeladen um sich dann allein auf Fishs Gesang, begleitet von einer Akustikgitarre zu konzentrieren, diese sehr intensive Stille weicht dann einem leidenschaftlichem Ende - das Lied ist sehr vielschichtig konstruiert und nach "Assassing" ein weiterer Progrock Höhepunkt.

Auf "She Chameleon" läßt eine Kirchenorgel das Lied beginnen. Das Stück ist im ersten Teil wieder sehr leise geraten, Fishs Gesang dominiert das Lied, allein die kurze, sich immer wiederholende, Melodiefolge auf der Kirchenorgel im Hintergrund und einige Keyboardklänge begleiten ihn, es gibt dann in der Mitte ein Keyboardsolo und etwas härteres Gitarrensolo - zum Schluß hin klingt das Lied aber mit dem selben Kirchenorgelsound aus, mit dem es begonnen hat. Diese hypnotische kleine Melodie durchsetzt also praktisch das ganze Lied - auf mich wirkt es leider dabei ein wenig langweilig, weil es außer im Mittelteil nicht genug Abwechslung gibt.

Die beiden letzten Stücke auf dem Album, "Incubus" und "Fugazi" bieten dann aber Progrock sehr hoher Qualität, abwechslungsreich und komplex arrangiert, womit die beiden Lieder auch den Höhepunkt des Albums und vielleicht auch von Marillions Musik insgesamt darstellen.
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