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The Originals - Weber (Der Freischütz)
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Von Carl Maria von Webers "Freischütz" gibt es einige sehr gute Einspielungen, ich nenne vor allem die von Joseph Keilberth (EMI, 1958), aber auch die Auslegungen von Eugen Jochum (DGG, 1959) und Robert Heger (EMI, 1969) sind, wenn auch mit Einschränkungen, empfehlenswert. Auch Vater Erich Kleiber hat 1954 beim WDR Köln eine schöne Rundfunkaufnahme erstellt, die neuerdings auf CD überspielt wurde, sie leidet aber doch an unüberhörbaren klanglichen Mängeln.
Keine Aufnahme kommt auch nur annähernd an die Wundertat von Carlos Kleiber heran, die dieser 1972 in der Dresdner Lukaskirche mit der dortigen Staatskapelle und einem erlesenen Sängerensemble vollbracht hat. Die Deutsche Grammophon Gesellschaft hat sie inzwischen digital nochmals "auf Vordermann" gebracht, und so klingt sie auf allen sängerischen und instrumentalen Ebenen taufrisch und durchhörbar bis ins kleinste Detail. Carlos Kleiber war bekannt für seine akribische Vorarbeit und die nicht weniger akribischen Aufnahmesitzungen, wenn er sich - selten genug - entschlossen hatte, ein Werk der Ewigkeit, sprich der Schallplatte, anzuvertrauen. Das ist hier vom ersten Takt der Ouvertüre bis zum letzten Ton der Oper deutlich zu spüren. Die Ouvertüre, ein Stück, das oft von Kurkapellen mißbraucht wurde und wird und auch in unzähligen Aufnahmen den Markt überschwemmt, klingt in Carlos Kleibers Version fast wie eine Uraufführung. Man meint förmlich zu spüren, wie er den hundert Jahre angesammelten Staub von der Partitur fegt und so dem Hörer ein ganz aufregendes Erlebnis beschert. In keiner anderen Aufnahme ist mir die tonmalerische Qualität von Webers Musik so deutlich geworden.
Zu den gesanglichen Leistungen kann man sich kurz fassen: Gundula Janowitz ist eine ideale Agathe, stimmlich und auch stimmschauspielerisch, und über die mirakulöse Schönheit und Beseeltheit ihres Gesanges ist kein Wort des Lobes zuviel gesagt. Daß diese Partie ihrer Stimmlage besonders entgegenkommt, hatte sie schon auf einem vorausgegangenen Recital unter Ferdinand Leitner, das die beiden großen Agathen-Arien enthält (DGG), eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Edith Mathis als Ännchen: besser kann man das nicht machen, sie steht würdig in einer Reihe mit so berühmten Vorgängerinnen wie Lisa Otto, Erika Köth und Rita Streich. Peter Schreier hat für den Max vielleicht eine zu lyrische, wenig durchschlagskräftige Stimme, das macht er aber mehr als wett durch seine kluge Gestaltung. Auch Theo Adam in der Rolle des Kaspar läßt manchmal den Wunsch nach Eberhard Wächter oder Walter Berry aufkommen, er macht seine Sache aber insgesamt sehr gut. Dem Ottokar des jungen Bernd Weikl möchte ich noch ein besonderes Kompliment machen, und Franz Crass gibt dem Eremiten alle Feierlichkeit und Würde, dessen er bedarf. Der Leipziger Rundfunkchor schließlich ist seinen Aufgaben mühelos gewachsen, und so kann man der musikalischen Seite der Produktion nur Bestnoten erteilen. Sie ist einfach nicht zu übertreffen und "fast zu schön, um wahr zu sein."
Enttäuscht hat mich, und das darf nicht verschwiegen werden, daß der gesprochene Text von Schauspielern übernommen wurde, und das zu allem Überfluß auch noch von solchen, die phonetisch mit den Sängern nicht oder nur schlecht harmonieren, und außerdem mißfällt mir auch die gespreizte, etwas künstliche Aussprache. Das mag zum Teil an dem antiquierten, für heutige Ohren gewöhnungsbedürftigen Text liegen, aber ich glaube doch, daß man das hätte besser machen können. Das ist aber auch der einzige Wermutstropfen - alles andere hätte mehr als 5 Sterne verdient gehabt. Das Textbuch ist sehr ausführlich, bringt das Libretto in mehreren Sprachen und informiert optimal über Werk und Aufnahme. Eine der besten "Originals" in dieser verdienstvollen Serie.
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. März 2008
Erich wie auch Carlos Kleiber hinterließen zwei wichtige Referenzaufnahmen des Freischütz, wobei die von Carlos mit einigen sängerischen Abstrichen die spektakulärste auf dem Klassikmarkt blieb. Sein so frischer, pulsierender und feuriger Ansatz revolutionierte die eingefahrene,
behäbige Sicht auf dieses große Werk der Musikgeschichte. Keine Aufnahme
besitzt derart dramatische Leidenschaft, was sich in der »Wolfsschlucht«-Szene noch zum dämonischen Szenario steigert. Das Orchester spielte unter Kleiber entfesselt, wie man es noch nie zuvor gehört hatte. Der dank Remasterings spürbar verbesserte Klang bringt dies noch präsenter und transparenter rüber. Carlos Kleiber: Eine Biografie
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35 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. März 2001
Dem unbefangenen Hörer von heute wird es nicht auffallen, aber dennoch war der Freischütz in Deutschland um 1810 ein hochbrisantes und kritisches Werk, das das Festklammern an alten Traditionen (hier: "Probeschuss") an den Pranger und ihren Sinn und ihre Aktualität in Frage stellte. Genau dieser Aspekt der Oper scheint unter allen namhaften Interpreten nur Carlos Kleiber wirklich bewusst gewesen zu sein. Bei ihm bleibt weder die Figurencharakteristik noch die Musik oberflächlich - während z.B. Jochum, der den Freischütz 1960 dirigiert hatte, mit Wahnsinnstempi zur Jagd blies, dafür aber den Entr'acte und entscheidende charakteristische Merkmale der Figuren auf der Strecke ließ, ist hier alles perfekt. Man merkt der Aufnahme positiv an, dass weniger Zeit mit dem Ausfeilen der Dialoge verbracht wurde, als dies bei Jochum der Fall war: dort wirken die Zwischengespräche arg gestellt und theatralisch. Einzig das Fehlen des großen Kurt Böhme als Kaspar und des besten Ottokars der Freischützdikographie, Eberhard Wächter, lässt einen an Jochums Aufnahme denken. Aber ansonsten ist diese Aufnahme ein Glücksfall für die Musikgeschichte!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. Juli 2009
Vom Opernbesuch abgesehen habe ich den Freischütz durch die Aufnahmen von Eugen Jochum und Rafael Kubelik kennen gelernt. Ich mochte einige Stellen sehr, fand die Oper aber insgesamt etwas bieder. So richtig lieben gelernt habe ich den Freischütz dann erst mit der Aufnahme von Carlos Kleiber mit der Dresdner Staatskapelle.

Peter Schreier singt für meinen Geschmack herausragend! Ausdruck und Authentizität gelingen ihm ja nicht immer gleich gut. Hier ist das anders. Man nimmt ihm den mal hoffenden, meist verzweifelten Max voll und ganz ab. Dazu diese herausragend schöne Stimme! Ein Traum! Auch das Duett mit Gundula Janowitz gelingt ausgezeichnet!

Theo Adam überrascht mich positiv! Ich kenne Zauberflöten-Aufnahmen und auch Aufnahmen von z.B. Beethovens Neunter, die ich u.a. seinetwegen weggelegt habe. Als Kaspar hingegen ist er ausgezeichnet: "Schweig, damit dich niemand warnt!" sind Theo Adam so ausdrucksstark, dass man seine Rachegelüste förmlich spürt, ohne dass er dabei überziehen würde und der Gesang litte. Kleiber unterstützt ihn mit einem herausragenden Dirigat an dieser Stelle. Ragt er heraus? Die Konkurrenz ist groß: Kurt Moll, Kurt Böhme und viele andere mehr. Mein Urteil: "Schweig, damit dich niemand warnt" singt niemand besser. "Hier im ird'schen Jammertal" höre ich lieber von Böhme bei Jochum.

Gundula Janowitz singt sehr gut, ragt aber für meinen Geschmack nicht heraus. Hier kann z.B. Hildegard Behrens (Kubelik) sehr gut mithalten.

Edith Mathis finde ich hervorragend: fröhlich, schwungvoll, die richtige Mischung aus Pathos und Ironie beim "Ungeheuer! Mit Augen wie Feuer!", eine wunderschöne Stimme! Ausgezeichnet! Aber kein Wunder: schon eine Luxus-Besetzung für Ännchen.

Carlos Kleiber, Staatskapelle Dresden: die Ouvertüre hat für meinen Geschmack ein wunderschönes Klangbild, ausgezeichnete Instrumentalisten (Hörner!) gutes Zusammenspiel, ein adäquates Tempo. Spitze! Die Introduktion gerät sehr schnell, was verständlicherweise nicht jedermanns Sache ist, aber ich liebe das! Wenn es tatsächlich im Sinne der Intention Webers wäre, wie ein Mitrezensent hier schreibt, um so besser! Ich könnte weitere Stellen loben, will aber auch einen kleinen Kritikpunkt setzen: die Wolfsschluchtszene, insbesondere das "Schütze, der im Dunkeln wacht" geht noch besser (Kubelik!). Hier setzt Kubelik mehr auf Dynamik und Tempo und weniger auf das weitere Ausdifferenzieren der Abstufungen des Mystischen, die Kublik in einer ansonsten durchschnittlichen Aufnahme so gut gelingen.

Einen Stern Abzug wegen der gesprochenen Dialoge? Kann ich nicht nachvollziehen. Die Schauspieler machen ihre Sache gut, die Stimmunterschiede fallen auch nicht zu unglaubwürdig und krass aus (wie dies z.B. bei Böhms Aufnahme der Entführung aus dem Serail der Fall ist) und ich kann den Eindruck der zweigeteilten Oper nicht ganz nachvollziehen. Es ist etwas skurril und ich verstehe die Motivation für das Ersetzen der Sänger für die Sprechparts nicht ganz, aber ich finde es überhaupt nicht bedeutsam.

Fazit: Extrem! Für meinen Geschmack, aber hauptsächlich extrem gut!
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34 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. September 2005
Carl Maria von Weber war einer dieser Pioniere, deren Büsten man gerne in Gedenkstätten für bedeutende Künstler stellt, deren Werk selbst man aber als schulmeisterlich abtut und selten spielt oder aus den Archiven hervorholt. Die neuere Zeit, die in Ermangelung wirklich aufregender Neuheiten sich auf verschollene Perlen aus der Musik- und Literaturgeschichte besinnt und viele große Meister (Monteverdi, Vivaldi, Rameau, Lully, Gluck und seit einiger Zeit verstärkt Händel) wieder auf die Bühne bringt, lässt auch diesen herausragenden Komponisten der Romantik wieder zu gebührenden Ehren kommen. Natürlich war Weber nie wirklich von den Spielplänen verschwunden, sein "Freischütz" erfreut sich seit der Berliner Uraufführung im Jahr 1821 ungebrochener Beliebtheit, Melodien wie das Lied vom Jungfernkranz sind fester Bestansteil des Volksgutes und jedes Mitglied eines Männergesangsvereines wird früher oder später mit dem Jägerchor konfrontiert werden, nur war eben lange Zeit nur der "Freischütz" wirklich am Leben, wundervolle Opern wie die "Euryanthe" oder der "Oberon" wurden sträflich vernachlässigt, Weber selbst als "historisch wichtige" Figur, als das Bindeglied zwischen den klassischen Meistern Mozart und Beethoven und der einzigartigen Erscheinung Richard Wagners gesehen. Dabei hätte es ohne Weber einen Wagner in dieser Form wohl kaum gegeben. Weber hatte die Idee, der allmächtigen italienischen Oper seiner Zeit einen deutschen Entwurf entgegenzusetzen, die reichhaltige Volksmusik in eine eigenständige Kunstmusik umzuwandeln und so gelang es ihm, noch geprägt von den klassischen Komponisten, aber doch selbst virtuos genug, eine völlig eigenständige, eben nur nach Weber klingende Musik zu schaffen.
In Richard Wagner fand der früh verstorbene Komponist, der die heute moderne Sitzordnung im Orchester initiierte und als Erster mit einem Taktstock dirigierte, seinen leidenschaftlichsten Verehrer. Schon als neunjähriger Dresdener Kreuzschüler sah er im sächsischen Hoftheater dem bewunderten Weber beim Dirigieren zu, als Wagner selbst Hofkapellmeister in Dresden geworden war, betrieb er energisch die Überführung von Webers Leichnam aus London. Immer wieder nennt Wagner ihn sein größtes Vorbild.
Leider hat diese Verehrung auch ihre Schattenseiten. So manch übereifriger Maestro sah sich verpflichtet, den "Freischütz" als wagnerisches Musikdrama zu sehen, Webers lebensfrohe Musik unter einer extradicken Schicht Pathos begraben, die Tempi in endlose Längen ziehen (ein besonders abschreckendes Beispiel ist die Aufnahme von Sir Colin Davis, die teilweise fast zum völligen Stillstand kommt), und hochdramatische Sopräne und Heldentenöre einsetzen zu müssen.
Diesen groben Fehler machte Carlos Kleiber in seiner Aufnahme nicht, im Gegenteil: Kleiber nahm sich nicht eine der oft fehlerhaften gedruckten "Freischütz" - Partituren vor, sondern studierte Webers originale Handschriften und hielt sich an die vom Komponisten selbst vorgeschriebenen Tempi und die entsprechende Orchesterbesetzung. Da sieht man mal, auf welch "einfache" Weise ausgezeichnete Einspielungen entstehen können. Kleibers Interpretation befreit die Oper von jeder Schwere, die Gänsehaut (vor allem in der "Wolfsschlucht - Szene") entsteht hier allein durch die originalen Klangfarben des Orchesters, alle übrigen Musikstücke, von der Dresdener Staatskapelle wundervoll interpretiert, sprühen von Leben. Auch die Sänger sind durchgehend hervorragend.
Gundula Janowitz als Agathe ist, trotz ihrer eher dramatischen Stimme, keine verhinderte Walküre oder gar eine spröde Betschwester, sondern eine sehr überzeugende, zwar noble aber eben nicht abgehobene Försterstochter. Aus dieser relativ passiven Rolle macht sie das Beste, singt, wie in ihrer hervorragenden "Fidelio" - Interpretation, die Partie so treffend glaubhaft, dass man meiner Meinung nach jede andere "Agathe" (ausser vielleicht noch Elisabeth Grümmer) getrost hintan stellen kann.
Gleiches gilt für Edith Mathis in der Rolle des Ännchen. Ihre federleichte und doch gehaltvolle Stimme gibt dem lebenslustigen, aktiven Mädchen Profil. Die beiden Frauenstimmen harmonieren großartig, die Gegensätze und Gemeinsamkeiten der beiden Verwandten treten mit größter Klarheit zutage.
Auch bei den Herren wird ausgezeichet und rollendeckend gesungen.
Die Besetzung des Max mit Peter Schreier ist absolut ein Gewinn gegenüber anderen Aufnahmen. Hier wird also kein Heldentenor eingesetzt, sondern ein eher im klassischen, bzw. Oratorienfach erfahrener Sänger. Schreiers Max klingt jugendlich, klug und sensibel, die Schwierigkeiten der Rolle meistert er zur vollsten Zurfriedenheit, sein Max ist eine hin - und hergerissene Gestalt, die aus Liebe beinahe den schlimmsten Fehler macht.
Theo Adam mit seiner unverkennbaren Stimme singt den Kaspar, eine etwas einsilbige Rolle, mit diabolischer Energie, die allerdings das persönliche Unglück dieses Bösewichts erahnen lässt. Man hört Adams Erfahrung als "Holländer" bzw. "Wotan" heraus.
Luxuriös besetzt sind die kleineren Rollen, ein nicht mehr ganz frischer, aber immer noch beeindruckender Franz Crass als Eremit, Bernd Weikl als Fürst Ottokar und Siegfried Vogel als Kuno.
Die perfekte Einspielung also? Leider nein, denn sie wird auf manchmal schmerzhafte Weise auseinandergerissen. Zu einer ausgezeichneten Opernaufnahme bekommt man hier nämlich ein über weite Strecken bestenfalls mittelmäßiges Hörspiel mitgeliefert. Der Grund: die zahlreichen Dialoge, in denen sich der Hauptteil der Handlung abspielt, werden nicht von den Sängern, sondern von Schauspielern gesprochen. Okay, nicht jeder Sänger ist auch der geborene Schauspieler, aber warum sollte ausgerechnet im "Freischütz" nicht funktionieren, was in der "Zauberflöte", im "Fidelio", in der "Carmen", in sämtlichen Lortzing - Opern, Singspielen und Operetten auch gelingt, noch dazu, wenn man so erfahrene Kräfte wie Janowitz, Schreier, Adam usw. zur Verfügung hat? Diese Entscheidung ist mir ein Rätsel.
So muss man also damit leben, dass die Sprecherin des Ännchen eine völlig andere Stimmlage hat als Edith Mathis, dass der Kaspar und der Samiel von demselben Schauspieler gesprochen werden, der ebenfalls von Theo Adam so verschieden klingt, wie Windgassen von Pavarotti und dass sich die Darsteller, die nur ein oder zwei Sätze zu sprechen haben, wie im Stadttheater, durch extra - dramatische Deklamation hervorzutun suchen. Besonders ärgerlich, gottseidank recht kurz, ist der Auftritt von Otto Mellies als Sprechstimme des Ottokar, der sich eher nach einem betrunkenen Piratenkapitän anhört, als nach einem Fürsten. Sobald Bernd Weikl einsetzt, ist man wieder glücklich.
Das Schöne an einer CD ist ja, dass man zur nächsten Nummer wechseln und die zum Teil stümperhaften Dialoge ausblenden kann.
Denn, wie gesagt, eine lebendigere, leidenschaftlichere und musikalisch bessere Aufnahme findet man nicht so leicht.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. Juli 2000
Die in der Lukaskirche Dresden entstandene Gesamtaufnahme besticht durch sehr gute Aufnahmequalität und das Können ihrer renommierten Mitwirkenden. Die 2 Compact Discs werden mit einem ausführlichen Textbuch geliefert, was unter Berücksichtigung des moderaten Preises vorbildlich ist. Die Gesangspartien, besonders "Ännchen" und "Agathe", sind von beeindruckender künstlerischer Qualität. Der Dirigent Carlos Kleiber versteht es, das schöpferische Potential Webers voll zur Geltung zu bringen. Nicht zuletzt die spannungsgeladene "Wolfsschluchtszene" bringt seine Leistung und die des Orchesters dem Hörer nahe. Diese Einspielung ist jedem Liebhaber der Musik Webers zu empfehlen, sie ist aber auch eine sinnvolle Ergänzung in jeder Sammlung klassischer Komponisten.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Juni 2011
eine der besten Einspielungen der Oper,durchaus ebenbürtig der legendären Keilberth Aufnahme.

Soger der ansonsten kühle Peter Schreier entwickelt ungeahntes Temperament und Dramatik.

Carlos Kleiber wie gewohnt mitreißende Wiedergabe der Partitur,packend im Zugriff einfach wundervoll.
Gundula Janowitz's samtig leuchtende Stimme paßt sehr gut zu Agathe.

Eine Aufnahme ohne Makel,sicher eine Sternstunde der Freischütz Einspielungen.
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Februar 2001
Als Liebhaber und Besitzer von mehreren Fassungen dieser Oper kann ich folgendes Berichten:
Kleibers Freischütz überzeugt durch ein nicht verschlepptes Tempo, einfühlsame Arien und eine recht gute Aufnahme (digitale Überarbeitung).
Hier känn man die Hoffnungen, Ängste und Verzweiflung der Darsteller mitfühlen.... Für jeden Opernfreund ein muß !
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. November 2013
Der Freischütz in dieser Version ist ein ausgesprochenes Klangerlebnis. Zu empfehlen ist diese CD allen Klassikfreunden, die Opern von Weber lieben.
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12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. September 2007
Carlos Kleibers CD-Aufnahmen kann man wohl an zwei Händen abzählen, weshalb ihnen bei ihrer Veröffentlichung immer besonders viel Aufmerksamkeit zu Teil wurde, viele genießen heute Kultstatus. So auch dieser "Freischütz" aus den 70ern.

Dabei bin ich der Ansicht, dass es manchmal des Lobes doch ein wenig zuviel war. Genial? Teilweise. Ideal? Sicher nicht. Das liegt zum einen an der Sängerriege, die zwar viel Prominenz aufweist, aber die doch in sämtlichen Rollen mehr (Max, Kaspar) oder weniger (Agathe, Ännchen) hinter der Ideal-Besetzung der Keilberth-Aufnahme zurückbleibt, die zugegebenermaßen eine extrem hohe Messlatte darstellt. Ich will gar nicht so weit gehen und Peter Schreier (Max) als Fehlbesetzung einstufen, er macht das schon ordentlich, doch Rudolf Schock gefällt mir da sowohl von der Stimme her als auch von der Interpretation der Rolle viel besser!
Gleiches gilt für die Rolle des Kaspar: Theo Adam ist nicht schlecht, aber gegen den genial-dämonischen Karl Christian Kohn bleibt er doch recht blass.
Bei den Damen sieht es besser aus. Gundula Janowitz ist eine tolle, stimmschöne Agathe, die fast, aber auch nur fast an Elisabeth Grümmer herankommt. Edith Mathis singt ebenfalls wunderbar, bleibt ihrer Rolle jedoch gestalterisch ein bisschen was schuldig. Lisa Otto bei Keilberth bleibt da die Nr.1!

Zum Dirigat Kleibers: Wem Keilberth zu romantisch ist und Harnoncourt zu schroff, der findet hier einen guten Mittelweg. Kleiber setzt viele individuelle Akzente. Die Tempi mögen manchem vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig sein (nach einer eher gediegenen Ouvertüre gibt es ein schwindeleregend schnelles "Viktoria, Viktoria Viktoria!"), langweilig ist das Dirigat mit sicherheit nie!

Die Staatskapelle Dresden spielt wunderbar, das Klangbild ist schön transparent, aber leider etwas hallig: Die Akustik der Lukaskirche war hier vielleicht nicht die ideale Lösung ...

Fazit: Ein sehr guter "Freischütz", den man unbedingt gehört haben sollte - ob man ihn auch besitzen muss, dass hängt vom persönlichen Geschmack und davon ab, ob einem eine Aufnahme reicht oder nicht. Die Referenzaufnahme bleibt für mich sowohl vom Dirigat, vor allem aber wegen der unschlagbaren Sängerriege die Keilberth-Aufnahme aus dem Jahr 58.
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