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5.0 von 5 Sternen eine der wichtigsten Reger-Veröffentlichungen der letzten Jahre, 12. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Orgelwerke Vol. 1 (Audio CD)
Viele Orgelfreunde werden sich gefreut haben, als Naxos eine Reger-Gesamtaufnahme startete, und Vol. 1 mit Bernard Haas an der Link-Orgel in Giengen vorgelegt wurde. Umso größer war dann die Enttäuschung, als man sich bereits nach Vol. 2 (Ludger Lohmann an derselben Orgel) von diesem vielversprechenden Konzept abwandte, und bislang keine weitere Aufnahme an einem "Originalinstrument" der Reger-Zeit herausbrachte, sondern durchschnittliche moderne Orgeln von z.T. zweifelhafter Eignung für die Musik Regers wählte. Damit ist wohl wieder auf Jahre die Chance auf einen umfassenden Überblick über Regers Schaffen an adäquaten Orgeln geschwunden, nachdem auch Motette dieses Konzept nicht durchhalten konnte.

Bei der Veröffentlichung dieser CD war die Welt aber noch in Ordnung, und die Naxos-Serie beginnt sozusagen mit einem Paukenschlag: Bernard Haas verfügt über ein exzellentes Gespür für die Klangwelt Regers und für die Möglichkeiten der Orgel. In den Fugen op. 69/2+7 fällt seine außergewöhnliche gute Artikulationsfähigkeit auf, die über alle Facetten von legato bis staccato verfügt und so dem neobarocken Charakter dieser Stücke sehr gut gerecht wird. Das Diptychon op. 69/6-7 zeigt außerdem, daß Haas ein erstklassiger Virtuose ist, ohne daß seine Virtuosität zum Selbstzweck entartet.

Haben uns in seiner Reger-Aufnahme im Wiener Konzerthaus seine langsamen Tempi eher weniger gut gefallen, so sind die Tempi in dieser Aufnahme durchweg schlüssig, wenn auch eher ruhig (daß man auf dieser Art Orgeln auch hochvirtuos spielen kann, zeigt Lohmann in Vol.2). Die Registrierungen sind schlicht meisterhaft. Man hat das Gefühl, nicht zweimal dieselbe Registrierung zu hören, und Steigerungen selbst innerhalb kurzer Zeit vom piano ins forte sind so perfekt realisiert, daß wirklich der Eindruck eines orchestralen Crescendos entsteht.

Bemerkenswert ist Haas' Umgang mit dem Rubato. Sein Vortrag ist von einer Lebendigkeit und "atmet", wie dies nur ganz selten zu hören ist. Dabei greift er auf das -leider viel zu selten eingesetzte- Stilmittel zurück, nicht alle Stimmen gleichzeitig anzuschlagen. Besonders extrem ist dies in op. 69/4 verwirklicht, wo man tatsächlich für einen Moment stutzt, da die Solostimme ein rhythmisches Eigenleben zu führen scheint.

All dies macht die CD zu einem ungemein spannenden und sehr kurzweiligen Vergnügen und läßt einen auch vergessen, daß das eine oder andere Stück aus op. 69 vielleicht nicht zu den stärksten Werken Regers gehört.

(Randbemerkung: Überhaupt ist es doch recht eigentümlich, eine Reger-Gesamtaufnahme mit op. 69 zu beginnen. Aber wenn man sich die seitdem veröffentlichten 7 CDs anschaut, dazu die unvollendet abgeschlossene Dupré-Gesamtaufnahme des gleichen Labels, zweifelt man sowieso etwas daran, ob diese Naxos-Serien nach einem übergreifenden Gesamtkonzept geplant werden.)
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Orgelwerke Vol. 1
Orgelwerke Vol. 1 von Bernard Haas (Audio CD - 1998)
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