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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebesapfelgrau?, 20. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Candy Apple Grey (Audio CD)
"Candy Apple Grey" war Hüsker Düs erste Platte bei Warner Bros., einem MAJOR LABEL, und dieser Wechsel fand einige Jahre VOR der Grunge-Welle statt, als die Majors plötzlich alles Mögliche signen wollten, Hauptsache, es kam eine verzerrte Gitarre und vielleicht auch noch ein Tick existenzialistische Attitüde drin vor. Um Hüsker Dü brauchte man sich, das klärte sich schon beim ersten Anhören des Albums, keine Sorgen zu machen: Nicht mal der Sound schien sich normalisiert zu haben. "Candy Apple Grey" klingt metallischer als der mumpfig verhallte Vorgänger "Flip Your Wig" [1985], nicht unbedingt besser, eher auf andere Weise merkwürdig; nun aber zur Musik: "Crystal", der Opener, macht den Eindruck, Hüsker Düs Entwicklung hin zu noch mehr Song und noch mehr Melodie erstmal barsch relativieren zu wollen: 3 Minuten hysterisches Gebrüll; Grant Harts nervöses, das Metrum umkreisende Drumming mit diesem spitzen Snare-Sound; Bob Moulds sich in mehreren Schichten durch den Song wälzende Lava-Gitarre. Was für ein Anfang! Von Gesetztheit keine Spur. Ein sehr demonstratives Signal, wenn auch im Gesamtkontext eigentümlich isoliert. Denn danach beruhigt sich die ganze Sache ein wenig, und ein Pop-Punk-Smasher nach dem anderen bleckt die Zähne. Nach der Melodie ist vor der Melodie. In über 4 Minuten lang auf großer Flamme brodelnden "Sorry Somehow" spielt Grant Hart Hammondorgel zu Greg Nortons gelenkigen Baßläufen, und das bekannte "Don't Wanna Know If You Are Lonely" (mit einem der most catchy Bob Mould-Riffs aller Zeiten) ist einer der wenigen Grant Hart-Songs mit einem 3. Teil vorm Solo! Im großen Katalog unsterblicher Hüsker Dü-Songs ein Anwärter auf einen der vorderen Plätze! Und in der Mitte der Platte gibt es dann tatsächlich 2 Songs nacheinander, in denen die Energie zurückgefahren wird. "Too Far Down" ist bis heute Bob Moulds am schönsten gegurgelter Akustik-Song. Selten hörte ich jemanden zu einer scheppernden 12saitigen so seelenvoll über seine Depressionen singen. Danach "Hardly Getting Over It": Tod durch Krankheit, Tod durch Suizid, Angst vor dem eigenen Tod, Angst vor dem Tod der Eltern - Bob Mould spart nicht mit Schwere und Hoffnungslosigkeit, schafft es aber mit diesem heute noch live gespielten Song, die dunklen Aspekte des Lebens zu sublimieren und direkt aus ihrem Kern Trost und Verheißung zu ziehen. Beides gibt er unverarbeitet an uns weiter, und wir möchten weinen, weil alles so sch*#!e ist; aber auch, weil es schon irgendwie weitergehen wird. Ein weiterer Höhepunkt ist das leidenschaftlich ins Klavier geprügelte "No Promise Have I Made", in dem Grant Hart zu zischenden Cymbals seine in die Enge getriebene Seele bloßlegt und wie ein zum Himmel aufsteigender Phönix klingt. Das Fade-Out kommt viel zu früh, aber es muß genau da kommen, wo die Drums und der Baß einsetzen. Im Moment der größten Spannung und Intensität kommt das Vergehen.
Hüsker Dü verbrennen auf "Candy Apple Grey" ein großes Gefühl nach dem anderen. Diese Musik operiert an der Schwelle zum Wahnsinn, und ihr wohnt etwas Selbstzerstörerisches inne. Aber sie machen daraus etwas Wundervolles. Selten hörte ich eine Platte, die so viel GIBT. Die sich freiwillig entäußert, jenseits aller Coolness und jenseits aller Hippie-Seligkeit. Die ehrlichste Musik, die man machen kann.

Ob "Candy Apple Grey" jemals von der großen Remastering-Welle erfaßt werden wird? Die CD klingt entsetzlich, und ich lege lieber mein altes Vinyl auf. So eine verdiente, legendäre Truppe, und immer noch keine Box Sets mit verrauschtem Ü-Raum-Krach...vielleicht ist es besser so. Hüsker Dü gehören schließlich seit fast 25 Jahren zu den ganz wenigen legendären Gruppen, bei denen man darauf vertrauen kann, daß sie sich NICHT wiedervereinigen.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wichtig und nach wie vor relevant, 27. Januar 2011
Von 
V-Lee (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Candy Apple Grey (Audio CD)
Das Major Label Debut der - neben Sonic Youth und den Pixies - wohl wichtigsten US Gitarrenband der 80er mußte zwangsläufig ein wenig gefälliger ausfallen als die Vorgänger Alben. Das heißt aber nicht, daß der Biß und die Power hier gefehlt hätten.

Auf ,Crystal' klingen Sie noch so erdig und roh wie auf den Vorgänger Scheiben. Auch der sound ist hier fast lo-fi. Das von der Melodie her poppigere ,Don't Want To Know If You Are Lonely' kommt da schon viel druckvoller rüber. In der gleichen Art und Weise geht es mit ,I Don't Know For Sure' weiter und Bob Mould klingt hier für seine Verhältnisse fast brav.

Mit ,Sorry Somehow' folgt eines der ganz großen Grant Hart Stücke. In den frühen 00er Jahren hätte das einfach ein Hit sein müssen - 1986 war es freilich noch viel zu früh dafür. Lustigerweise erinnert die Orgel bei diesem song - trotz aller PunkRock Attitüde - fast an Uriah Heep.

Die akkustik-Balladen ,Too Far Down' und ,Hardly Getting Over It' zeigen Mould dann auch von seiner verletzlichen Seite und sind so etwas wie Spätstarter, denn sie offenbaren sich dem Hörer erst nach einigen Durchläufen als wahre Perlen. Gerade diese Lieder sind es auch die die Band schon am Sprung zum College Rock zeigen und mit denen Sie sich letztlich auch ein breiteres Publikum schufen.

Auch das wieder rockigere ,Dead Set On Destruction' klingt wie eine härtere R.E.M. Nummer. Moulds ,Eiffel Tower High' ist da schon wieder urwüchsiger und mehr Punk - songwriterisch ist es aber auch kein Höhepunkt des Albums.

,No Promise Have I Made' verblüfft einen dann, mit seinem perlenden Klavier und den Becken-Crescendos in Verbindung mit Grant Harts langezogenem Gesang der irgendwann in Geschrei übergeht, und nach kurzem ruhigem Mittelteil gegen Ende, mit einsetzendem Schlagzeug, nur andeutet welches Monster an song hieraus noch erwachsen hätte können. Minimalistischer und gleichzeitig eindringlicher, kann man so einen song kaum umsetzen.

Der Schlußpunkt ,All This I've Done For You' löst die vorher erzeugte Spannung dann gut auf und ist ein weiterer track irgendwo zwischen Punk, Postpunk, College Rock und Pop angesiedelt, wie er für die Warner Bros. Alben der Band typisch war.

Eine eindringlichere und emotionalere Band gab es im US Punkrock eigentlich nie wieder und so sehr sich zweifellos talentierte Leute wie bspw. Billie Armstrong auch abmühen - das sich ergänzende Genie von Mould und Hart konnte (bis jetzt) noch keiner erreichen. Wer diese so wichtige Gruppe für sich entdecken möchte für den ist ,Candy Apple Grey' ein relativ leicht zugänglicher Startpunkt. Ob es ihr Bestes ist wage ich nicht zu beurteilen, es besitzt aber auf jeden Fall auch heute noch - fast 25 Jahre nach seiner Veröffentlichung - eine musikalische Relevanz, die man bei Alben aus dieser Zeit sonst so gut wie nie findet.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Melodie statt Destruktion!, 3. Oktober 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Candy Apple Grey (Audio CD)
Reif und ambitioniert: Auf ihrem 6. Album kehrte das Trio aus Minnapolis dem Hardcore-Punk endgültig den Rücken und tauschte musikalische Destruktion lieber gegen Melodik ein. Dabei ist die stilistische Entwicklung, die Hüsker Dü im Laufe der Jahre durchwanderten, nur den wenigsten Bands mit einem ähnlichen Background zuzutrauen. Besonders wenn man seine Wurzeln im Punkrock hat. Doch Hüsker Dü`s unüberhörbare Nähe zum simplen Pop war schon länger bekannt und somit ist dieses Album vielleicht eine Art Vorläufer für viele Alternative-Bands, die in den kommenden Jahren immer wieder die Grenzen des Undergrounds durchbrachen. Auf "Candy Apple Grey" zeigte sich die Band erstmal darin bestrebt auf die typischen Stilmittel des Punks zu verzichten, und saubere Kompositionen zu spielen. Lediglich in "Crystal" zerreißt sich Sänger Bob Mould einmal mehr die Stimmbänder. Schlagzeuger Grand Hart hingegen steuerte mit "Sorry Somehow" und "Dead Set On Destruktion" zwei Ohrwürmer bei. Die Beiden galten bis zum Schluss als absolutes Dreamteam, besonders deswegen, weil sie sich in ihrem Songwriting stark unterschieden und wiederum dadurch auch ergänzten. "Candy Apple Grey" war der Kompromiss, die Mitte, in der sich zwei Typen trafen, die sich eigentlich nie so richtig leiden konnten.
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14 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bevor es das Wort "GRUNGE" gab, 11. Februar 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Candy Apple Grey (Audio CD)
Ja, auch 1986 gab es schon genial gute Musik, die man heute als "Grunge" bezeichnen würde. Dies ist meiner Meinung nach die definitve Hüsker Dü - Platte , vielschichtig, melancholisch und dann wieder laut und aggressiv. Mit Highlights wie "Too far down" und "Hardly getting over it". Wenn man die Wurzeln von Bands wie Nirvana und Pearl Jam verstehen will, dann ist dies eine der Platten, die man besitzen muss.
Heute hört man von Grant Hart leider gar nichts mehr und Bob Mould konnte nach einigen grandiosen Solo- und Sugar-Platten den Standard leider auch nicht mehr ganz halten.
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Candy Apple Grey
Candy Apple Grey von Hüsker Dü (Audio CD - 1992)
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