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47 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Referenzaufnahme, 26. September 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Weber: Der Freischütz (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Dieser "Freischütz" beeindruckt durch ein famoses Orchesterspiel der Berliner Philharmoniker unter der hervorragenden Leitung von J.Keilberth. Er läßt alles sehr transparent und schwungvoll erklingen. Die Solisten sind wahre Repräsentanten ihrer Figuren: Elisabeth Grümmer ist die wohl beste Agathe und verzaubert mit ihrer samtigen Stimme. Ihre große Szene läßt einem den Atem stocken! Rudolf Schock singt einen heldischen Max. Karl Christian Kohn und Lisa Otto sind stimmlich und darstellerisch glanzvoll. Die kleineren Partien sind mit Hermann Prey und Gottlob Frick fulminat und unnachahmlich besetzt. Ein besonderes Lob gebührt dem grandiosen Chor! Auch wenn immer die Aufnahme unter C.Kleiber mit Janowitz,Schreier,Adam,Mathis als Referenzaufnahme angegeben wird, sollte man diese unaffektierte und klare Einspielung unter Keilberth nicht vergessen.
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30 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ganz einfach die Schönste!, 13. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Weber: Der Freischütz (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Diese Aufnahme unter Joseph Keilberth ist für mich bis zum heutigen Tag die erste Wahl.

Keine andere vereint in solchem Maß eine in allen Rollen so gut wie ideale Besetzung, ein so stilsicher geleitetes Orchester und einen so vortrefflichen Chor.

Keilberth kostet alle Facetten der reichen Partitur aus: seine Freischütz-Interpretation steht in der Tradition der deutschen romantischen Oper, ist dementsprechend ausladend und getragen, aber auch mit dem Gespür für die richtige Gruseligkeit, die hier ja unabdingbar ist. Trotzdem trifft man hier keine falsche Sentimentalität oder biedere Deutschtümelei. Vielmehr findet hier ganz simpel ein romantisches Opernmärchen statt, mit Gefühl und Leidenschaft. Keilberth dirigiert einfach das Stück, ohne große interpretatorische Mätzchen und trifft alles genau auf den Punkt.

Und was für wundervolle Sänger ihm hier zur Verfügung stehen:

Die Agathe der Elisabeth Grümmer ist einfach eine Offenbarung. Diese Rolle erliegt ja oft dem Klischee der etwas biederen, matronenhaften Heulsuse. Grümmer zeigt, dass diese Rolle von wunderbarer Beseeltheit und Reinheit erfüllt ist; man glaubt ihr diese Unschuld und Tugendhaftigkeit in jedem Moment - und sie singt einfach wunderschön.

Ihr Gegenpart, das fröhliche und bodenständige Ännchen, wird von Lisa Otto gesungen, und man hätte keine bessere dafür nehmen können. Otto singt nicht ganz so strahlend und brillant wie Rita Streich (bei Eugen Jochum), aber ihr Rollenportrait ist vom Ausdruck hinreißend. Mir ist noch kein besseres begegnet.

Rudolf Schocks Gesang hat schon immer die Gemüter gespaltet. Das häufige Anstemmen der Töne ist nicht jedermanns Sache, aber zum damaligen Zeitpunkt war er stimmlich in seiner besten Phase, und ich finde seinen Max eine seiner besten Leistungen auf Platte überhaupt. Das Timbre ist dunkel und markant, die Stimme robust und heldisch, und von der Darstellung her ist Schocks Max authentisch und überzeugend.

Der böse Kaspar wird von Karl Christian Kohn dargeboten, einem Bassisten, von dem es nicht viele Aufnahmen gibt. Leider, kann man nur sagen, wenn man diese hier hört. Kohn ist der dämonischste und heimtückischste Kaspar, den ich auf Platte gehört habe. Die Dialoge spricht er ganz leise und verschlagen. Seine Teufelsbeschwörung ist herrlich gruselig und schaurig, man hört direkt, dass seine Lebensgeister schon im Schwinden sind, weil er noch keine neue Seele geraubt hat. Auch gesanglich meistert er die vertrackte Rolle, die einen riesigen Stimmumfang verlangt und für viele Bässe in der Höhe ein Problem darstellt, geschickt. Und nicht zuletzt passt sein charakteristisches Timbre ideal zur Rolle.

Zuletzt sei noch der ganz junge Hermann Prey genannt, der den Fürsten Ottokar zum Besten gibt und mit ausgesprochen schönem, kultivierten Kavaliersbariton für sich einnimmt.

Der Chor der Deutschen Oper Berlin und die Berliner Philharmoniker spielen und singen erstklassig. Die Aufnahmen unter Jochum und Kleiber sind vom Instrumentalen her vielleicht noch ein wenig polierter und brillanter.

Aber keine atmet den Geist dieses Stückes in solchem Maße wie diese hier. Auch die Dialoge sind am natürlichsten. Darum: zugreifen!
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28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nostalgische Aufnahme, 10. Juni 2004
Rezension bezieht sich auf: Weber: Der Freischütz (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
So wie hier bekam man den Freischütz bestimmt in den letzten 30 Jahren nicht mehr auf Platte. Heute ist man um deutlich modernere Interpretationen bemüht, die nicht immer gelingen. Wer den Freischütz jedoch konventionell und ohne Modernismen haben will, ist hier auf das allerbeste bedient. Die Aufnahme ist sehr sorgfältig gemacht, auch die fast immer gestrichene Dialogszene zu Beginn des 3. Aktes ist vorhanden, und sonst auch sind die Dialoge von wesentlicher Bedeutung in dieser Aufnahme. Die gesangliche Besetzung ist homogen, Rudolf Schock noch im Vollbesitz einer großartigen Tenorstimme, das war kurze Zeit später vorbei. Hier zeigt er, dass er wirklich eine der bedeutendsten Stimmen unter den deutschen Tenören war. Prachtvoll Lisa Otto als Ännchen und Karl Christian Kohn als hochgefährlicher Kaspar. Luxusstimmen sind Hermann Prey als Fürst und Gottlob Frick als Eremit. Elisabeth Grümmer ist schlicht und ergreifend die beste Interpretin der Agathe überhaupt, daran gibt es nichts zu deuten.
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Denkmal für Joseph Keilberth, 5. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Weber: Der Freischütz (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Nach der Veröffentlichung der glanzvollen Freischütz-Einspielung von Carlos Kleiber (DGG, 1972) ist die hier besprochene Aufnahme von Joseph Keilberth (1908-1968) ein wenig ins Hintertreffen geraten. Das hat sie nicht verdient. Sie wartet nämlich nicht nur mit einer ganz großartigen dirigentischen Leistung auf, sondern hat auch ein hervorragendes Sängerensemble aufzuweisen. In der Rolle der Agathe glänzt Elisabeth Grümmer, eine Sängerin mit wunderbarer Stimme und einer seelenvollen Haltung, die der Rolle voll und ganz entspricht. Allein Gundula Janowitz (bei Kleiber) hat später eine ähnlich überzeugende Leistung geboten. Frau Grümmer singt und spielt ergreifend. Ihr zur Seite steht als Ännchen die herzerfrischende Lisa Otto, eine ideale Ergänzung. Somit sind die weiblichen Hauptrollen in nicht zu überbietender Weise besetzt. Kommen wir nun zur Rolle des Max, zu der Rudolf Schock herangezogen wurde. Er bringt die Partie durchaus mit Anstand "über die Rampe", aber ich kann mich nicht recht für ihn erwärmen. Wie immer stemmt er die hohen Töne in nervenpeinigender Weise, und die Phrasenenden werden von ihm quasi jeweils mit einer "Vollbremsung der Stimme" beschlossen. Was bei anderen Sängern hin und wieder vorkommt, wurde bei Schock im Lauf der Jahre fast zur Manie und wirkt mehr als unschön. Schade, daß Peter Anders (er starb bereits 1954) nicht mehr zur Verfügung stand und Fritz Wunderlich nicht gefragt wurde. Ich weiß, daß Rudolf Schock gerade für seinen Max viele gute Kritiken erhalten hat, und möglicherweise spielt bei mir auch eine gewisse Voreingenommenheit eine Rolle, aber ich möchte den unbefangenen Hörer auffordern, sich im Vergleich einmal die große Arie des Max aus dem 1. Akt mit Richard Tauber, Helge Roswaenge oder Peter Anders anzuhören und sich dann ein Urteil zu bilden.
Nun aber zurück zur Keilberth-Aufnahme: Karl Christian Kohn hat die Rolle des Kaspar übernommen, und man muß ihm bescheinigen, daß es einen besseren Rollenvertreter niemals gegeben hat. Er kann die Hinterhältigkeit und Gefährlichkeit dieses Burschen nicht nur stimmlich, sondern auch schauspielerisch so überzeugend darstellen, daß ihn darum mancher prominentere Kollege beneiden könnte. Der bewährte Hermann Prey ist ein guter Fürst Ottokar, und als Eremit bringt Gottlob Frick mit seiner tiefen, sonoren Baßstimme ein glänzendes Porträt auf die Bühne. Die kleinen Rollen sind alle gut besetzt. Hermann Lüddecke hat den Chor der Deutschen Oper Berlin sorgfältig einstudiert, er singt und klingt hervorragend, und die Berliner Philharmoniker spielen unter Joseph Keilberth spitzenmäßig. Es ist höchst bedauerlich, daß dieser große Dirigent so früh von uns gegangen ist. Er starb an einer Herzattacke am 20. Juli 1968, während einer Aufführung von Wagners "Tristan und Isolde" in München, gerade 60 Jahre alt. Ein schwerer, unersetzlicher Verlust nicht nur für das deutsche Musikleben. Da Keilberths diskographische Hinterlassenschaft (bei Telefunken) fast ganz vom Tonträgermarkt verschwunden ist, freuen wir uns, daß die EMI diesen wunderbaren "Freischütz" in ihrem Angebot belassen hat.
Fritz Ganss, Produzent bei der deutschen EMI-Tochter Electrola, war für die künstlerische und technische Realisation der Aufnahme verantwortlich. Sie entstand 1958 in der Berliner Grunewaldkirche, und nach digitaler Neuabmischung klingt sie erfreulich klar und kann auch heutigen hohen Ansprüchen genügen. Das Textbuch bringt eine gute Einführung in Webers Meisteroper und auch das vollständige Libretto in deutsche Sprache, allerdings ohne jede Übersetzung, ein Manko für die vielen Musikfreunde, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Ansonsten: klare Empfehlung!
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DER Freischütz!, 11. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Weber: Der Freischütz (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Keilberth hat hier zweifelsohne eine Glanztat vollbracht! Die Aufnahmen unter Kleiber (1973, Studio) und Harnoncourt (1995, Live) mögen in gewissen Bereichen (Orchestertransparenz, Klangqualität) vielleicht ihre Vorteile zu dieser Studioaufnahme aus dem Jahr 1958 haben, doch der genialen Atmosphäre, der packenden Leidenschaft von Keilberths Interpretation können sie das Wasser nicht ganz reichen. Und auch die Sängerriege ist unerreicht: Elisabeth Grümmers wunderbare Agathe (ihre Kavatine "Und ob die Wolke sie verhülle" haut mich jedesmal wieder vom Hocker), dazu Lisa Ottos jugendlich-frisches, absolut bezauberndes Ännchen. Bei den Herren ist Rudolf Schock ein exzellenter Max und Karl Christian Kohn der wohl beste Kaspar überhaupt. Prey (Ottokar), Wiemann (Kuno) und Frick (Eremit) sind ebenfalls die perfekten Besetzungen für ihre Rollen. Kurz: Referenzaufnahme, unbedingt empfehlenswert! P.S.: Noch kurz zum Inhalt des Booklets: Deutsches Libretto, Inhaltsangaben (Dt.,Engl.,Frz.) sowie ein kurzer aber interessanter Text zu Entstehung und Rezeption (Dt.,Engl.,Frz.).
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine ältere, aber umso bessere Gesamtaufnahme!, 11. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Weber: Der Freischütz (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Auch hier fällt die Wahl schwer, wem man als erster loben soll!

Beginnen werde ich also mit Elisabeth Grümmer einer fraulichen Agathe, man merkt beim Dialog schon, sie war einmal Schauspielerin, gesanglich so nobel und vornehm.
Dann Lisa Otto als Ännchen, nicht umsonst wurde sie die "Schönsängerin" genannt.
Rudolf Schock ist als Max etwas zu überfordert, man kann ihn den von dunklen Mächten gequälten Liebhaber kaum abnehmen.

Dagegen ist Karl-Christian Kohn nicht dem Bösen dienend, sondern schon fast die Verkörperung desselben.

Hermann Prey spielt und singt den regierenden Fürsten wie es sich gehört und Gottlob Frick ist die Verkörperung des Guten als Eremit.
Bei ihm konnte man nur sagen, was er machte, machte er gut bis ausgezeichnet.

Die Berliner Philharmoniker unter Joseph Keilberth spielen einen wunderbaren Weber, und man ist im Wald daheim, wie es einem vor der Wolfsschlucht graut.

Der Samiel von Fritz Hoppe spricht wortgewaltig und es fehlen nicht einmal die kurzen Dialoge bei Agathe und Ännchen, wie bei den zwei Jägern,
also eine wahre Gesamtaufnahme.
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Feiner "Freischütz", 3. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Weber: Der Freischütz (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Carl Maria von Webers romantische Oper "Der Freischütz", für mich eines der schönsten und wichtigsten Werke der Musikgeschichte, wird künstlerisch und technisch überzeugend dargebracht. Von den fröhlichen Liedern bis zur gespenstischen Szene in der Wolfsschlucht - alles überzeugt.
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