Kundenrezensionen


2 Rezensionen
5 Sterne:
 (2)
4 Sterne:    (0)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herrlich französisch, 2. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Offenbach - Les Contes d'Hoffmann / Nagano, Opéra National de Lyon (Audio CD)
Die vorliegende Gesamtaufnahme von Hoffmanns Erzählung ist tatsächlich die neueste im Katalog (die neueste Gesamtaufnahme, nicht die als neueste wiederveröffentlichte). Dabei nimmt sie meines Erachtens unter den mittlerweile mehr als eine Handvoll erhältlichen (Studio-)Aufnahmen der Oper eine Spitzenposition ein, steht aber wohl immer noch im Schatten der Aufnahmen von Andre`Cluytens (Nr. 1 und Nr.2), Richard Bonynge, Sylvain Cambreling, Seiji Ozawa und wohl jetzt auch Julius Rudel (als - lobenswertes - Starvehikel für Bevery Sills, die wohl aus Preisgründen die Nase vorn haben wird).
Dabei handelt es sich bei der Aufnahme unter Nagano um eine der"französischsten" überhaupt, die in dieser Hinsicht nur von der ersten Cluytens-Aufnahme übertroffen wird.
Im Gegensatz zu den Aufnahmen unter den oben genannten Dirigenten und auch Jeffrey Tates Einspielung oder der deutschen unter Heinz Wallberg handelt es sich (wie bei Cluytens Nr.1) endlich einmal nicht um ein Stargala mit berühmten Sängern. Vielmehr versuchen - mit sehr gutem Erfolg! -Musiker miteinander Oper zu machen. Dabei gereicht der Aufnahme zum Vorteil, dass es sich bei den Vokalisten in erster Linie um Muttersprachler handeln. Die wenigen Ausnahmen, haben sich sehr gut assimiliert.
Nagano bevorzugt für seine Aufnahme Solisten mit verhältnismäßig spröden Stimmen. Wahrscheinlich wird man für die meisten Rollen "bessere" Interpreten mit größeren bzw. sinnlicheren Stimmen finden können. Die Ensemble-Leistung dieser Aufnahme wird von den anderen Aufnahmen meiner Meinung nach jedoch nicht erreicht.
Alanja als Hoffmann verfügt nicht über den Schmelz eine Domingo, die bombensichere Höhe eines Gedda, die Gestaltungskraft eines Shicoff oder die Gesangskultur eines Burroughs. Ich finde jedoch, dass er mit seiner Stimme im französischen Fach sehr gut aufgehoben ist. Ich zumindest nehme ihm seine Rolle ab.
Van Dam muss sich hinsichtlich Stimmqualität an seiner eigenen Interpretation unter Cambreling (damals wahrlich ein sinnlicher Teufel mit Samtstimme) und hinsichtlich Gestaltung an Bacquier unter Bonynge messen. Das (altersbedingte?) Manko an Stimmschönheit macht er durch eine ausgefeiltere Gestaltung wett.
Dubosc als Nicklausse/La Muse wird wohl mit ihrer spröden Sopranstimme für viele den Schwachpunkt der Besetzung darstellen - kein Vergleich zur sinnlichen Mezzostimme der Tourangeau unter Bonynge. Mir jedoch gefällt sie mit ihrer unprätentiösen Gestaltung.
Die vier Diener liegen bei Gilles Ragon in guten Händen.
Die Frauenrollen sind - wie im Opernalltag üblich - von vier verschiedenen Sängerinnnen besetzt. Dabei kamen Sängerinnen mit nicht "zu unterschiedlichen" Stimmfarben zum Einsatz, womit man der Intention Offenbachs, alle Rollen von einer Sängerin darstellen zu lassen, nahe kommt. Dessay als Olympia mit Koloraturen bis zum dreigestrichenen g(!) ist phänomenal, Vaduva gefällt durch ihre Stimmfarbe und die (damals noch) sichere Höhe, Lascarro kann sich mit der kleinen Rolle der Stella nicht genügend profilieren, weckt aber Interesse an mehr. Sumi Jo konnte zumindest ich mir vorher nicht als
verführerische Kurtisane Giulietta vorstellen. Tatsächlich wurde ich aber eines besseren belehrt. Ohne die hervorragenden Leistung der anderen Damen Dessay, Vaduva und Lascarro schmälern zu wollen, hätte man in ihr eine Sängerin zur Verfügung gehabt, die - eher als Sutherland, Sills und Gruberova, die alle drei ein deutliches Manko an Sinnlichkeit aufweisen - alle Rollen bewältigen könnte - zumindest in der Kaye-Fassung der Oper (ohne Diamanten-Arie), die den Intentionen Offenbach wohl sehr nahe kommen dürfte. Dies ist sozusagen eine verpasste Chance, schmälert aber nicht den Genuss der Aufnahme.
Die kleineren Rollen sind allesamt mehr als zufriendenstellend besetzt, so zum Beispiel mit so großen Könnern wie Bacquier als Crespel und Senechal als Spalanzi.
Mein Gesamtfazit: Eine herrliche Aufnahme mit herrlicher (zum Teil unbekannter) Musik , die ich als Sternstunde der "Hoffmann"-Schallplatten-Geschichte bezeichnen möchte!!!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herrlich französisch!, 2. Januar 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Offenbach - Les Contes d'Hoffmann / Nagano, Opéra National de Lyon (Audio CD)
Zwar wird - wie wir heute wissen - die Aufführungseschichte zu "Hoffmanns Erzählungen" immer im Ungewissen bleiben. Dennoch gibt es mittlerweile mehr als eine Handvoll Aufnahmen der Oper, die es sich unter bestimmten Gesichtspunkten zu vergleichen lohnt - sei es, dass man sich auf verschiedene Sänger bezieht, die Fassung (von denen wohl keine Alleingültigkeit besitzt) oder auch Tempi etc.
Für mich hat die vorliegende Aufnahme unter Kent Nagano in allen Bereichen einen sehr guten Stand. Tatsächlich ist sie für mich eine der "französischsten" Aufnahmen überhaupt. Auch, wenn nicht alle Sänger Muttersprachler sind, so ist dies den meisten nicht anzumerken. Meiner Meinung spielt sich hier endlich mal nicht wieder eine Stargala ab, sondern Sänger und Dirigent versuchen miteinander "Oper zu machen". Zwar mag es für jeden einzelnen Sänger einen besseren oder "größeren" Interpreten mit sinnlicheren Stimmen geben - in ihrer Ensembleleistung wird diese Aufnahme für mich nur von der ersten Cluytens-Aufnahme übertroffen.
Insgesamt sind eher "spröde" Stimmen zu hören. Alagna mag nicht den Schmelz eines Domingo oder die Höhensicherheit eines Gedda haben, ist aber meines Erachtens im französichen Fach ideal aufgehoben.
Van Dam muss sich in erster Linie an seiner eigenen Leistung unter Cambreling und an Bacquier (der größte Rhetoriker und dramatischste Singschauspieler) unter Bonynge messen lassen. Die Stimme hat er nicht mehr in dem Maße, er macht dies aber durch seine ausgefeiltere Gestaltungskunst wett.
Dubosc als Nicklausse/Muse mag für viele durch ihre leichte spröde Sopranstimme ein Schwachpunkt in der Besetzung sein (kein Vergleich zur über alle Maßen sinnlichen Tourangeau unter Bonynge) - mir jedoch gefällt sie durch ihre unprätentiöse Art.
Die Frauenrollen sind gemäß der allgemein üblichen Praxis mit verschiedenen Sängerinnen besetzt. Dessay ist phänomenal, Vaduva rollendeckend, Lascarro ohne die Möglichkeit, sich wirklich zu profilieren. Eigentlich hätte ich Sumi Jo die sinnliche Kurtisane nicht zugetraut, ich finde sie jedoch hervorragend. Tatsächlich hätte man ihr eine Sängerin gefunden, die in der Lage wäre, gemäß den Intentionen Hoffmanns alle Damen zu singen (natürlich in der Fassung Michael Kayes, die der Aufnahme zugrunde liegt). Also (ohne die Leistung der anderen Damen schmälern zu wollen) eine verpasste Gelegenheit, schade!
Gesamtfazit: Eine sehr empfehlenswerte Aufnahme.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen