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28 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Referenzaufnahme - mit Wermutstropfen
Das Besondere an dieser Gesamtaufnahme ist, daß sie die neue Bärenreiter-Edition als Quelle mit historischen Instrumenten und einer digitalen Aufnahme vereint. Einige der Sinfonien sind Konzertmitschnitte, doch fällt das nicht auf und der Klang ist durchweg ordentlich, wenn auch für meinen Geschmack etwas "flach" und distanziert, und nicht so...
Am 6. Juni 2004 veröffentlicht

versus
3.0 von 5 Sternen Timingprobleme aber super Klangfarben
-ich höre beim ersten Satz der Eroica nach ca. 1-2 Minuten Timingprobleme bei den Streichern, aber trotzdem muß ich sagen, daß der Sound ungewöhnlich farbig und differenziert und vielseitiger als bei den modernen Instrumenten ist, sodaß ich diese Aufnahme von Gardiner dennoch gut finde.
Veröffentlicht am 30. Juli 2011 von FRED


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28 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Referenzaufnahme - mit Wermutstropfen, 6. Juni 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Sinfonien (Audio CD)
Das Besondere an dieser Gesamtaufnahme ist, daß sie die neue Bärenreiter-Edition als Quelle mit historischen Instrumenten und einer digitalen Aufnahme vereint. Einige der Sinfonien sind Konzertmitschnitte, doch fällt das nicht auf und der Klang ist durchweg ordentlich, wenn auch für meinen Geschmack etwas "flach" und distanziert, und nicht so dynamisch und transparent wie bei den Zinman-Aufnahmen. Das Orchester spielt insgesamt recht flott und stets sehr diszipliniert; offensichtlich hatte die strikte Einhaltung der neuen Vorlage eine hohe Priotität. Wie auch aus dem hervorragenden Booklet deutlich wird, war wohl das Hauptziel, eine Referenz schaffen, was Authentizität und Rigorosität anbelangt.
Die Vorteile dieser Philosophie sind eine hohe Vielfalt an Klangfarben (die besonders dann deutlich wird, wenn nur wenige Instrumente erklingen), ein guter Spannungsaufbau und eine sehr detaillierte Darstellung der Musik. Am positivsten und beeindruckendsten fallen diese Eigenschaften bei der fünften Sinfonie auf, bei der völlig neue und interessante Facetten deutlich werden. Auch die anderen Sinfonien (mit einer Ausnahme) profitieren meines Erachtens von der Gewissenhaftigkeit der Interpretation, obgleich hier der Unterschied zu anderen modernen Aufnahmen, wie z.B. Harnoncourt, nicht so deutlich ausfällt.
Die Kehrseite der Medaille ist, daß an lauten Stellen kein ganz so bildhaftes Feuerwerk entsteht wie bei einigen anderen Interpretationen. Ich persönlich habe das nicht als störend empfunden, da mir Detailauflösung wichtiger ist als Lautstärke.
Allerdings gibt es eine Sinfonie, bei der Disziplin und akribische Beachtung des Metronoms fehl am Platz sind, nämlich die außergewöhnliche Neunte. Anders als in den anderen Sinfonien fallen diese Eigenschaften hier negativ auf, da vor allem die Ausgelassenheit Emotionen vermitteln soll. Zudem sind die meisten Solisten im Schlußchor nicht deutsch, was in diesem Fall leider dazu führt, daß die Aussprache weder kunstvoll artikuliert, noch deutlich, noch akzentfrei erfolgt. Für diesen traurigen Abschluß ziehe ich einen Stern ab.
Insgesamt halte ich diese Aufnahmen für die beste Interpretation der Sinfonien 1-5 und 7-8 (vorausgesetzt, man mag Originalinstrumente). Bei der 6. Sinfonie gefällt mir Harnoncourt fast besser.
Für die 9. Sinfonie muß unbedingt eine andere Interpretation her. Für maximale Ausgelassenheit ist Fricsay das Nonplusultra. Wenn Soundqualität wichtig ist, dann empfiehlt sich die hervorragende Aufnahme von Zinman (nach der neuen Bärenreiter-Edition, allerdings ohne Originalinstrumente).
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gehört in jede Klassiksammlung!, 21. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Sinfonien (Audio CD)
Hier kann ich mich kurz fassen: Diese Aufnahmen sind mittlerweile längst zu Klassikern unter den Beethoven-Integralen geworden (zusammen mit den Einspielungen von Harnoncourt und Leibowitz): Bewußt die über Jahrzehnte hinweg übliche romantische Schlacke à la Karajan und Furtwängler austreibend, lassen sie Beethovens Musik in ihrer ursprünglichen Rauheit und Spröde wieder auferstehen. Allerdings tun sie das nicht um jeden Preis und vermeiden dabei die Anwendung übertriebener "Anti-Effekte", wie man sie bei Norrington findet. Gardiner ist beim Einlassen des "Säurebads" umsichtiger und findet die richtige Balance zwischen Ratio und Emotio.

Für mich persönlich war das Hören dieser Aufnahmen ein Schlüsselerlebnis: Ich bin mit den Beethoven-Sinfonien in die Klassik eingestiegen, und zwar mit Karajans Aufnahmen. Unerfahren wie ich war, meinte ich längere Zeit, es gäbe nichts Besseres - bis ich per Zufall auf Gardiner stieß. Die Karajan-Interpretationen habe ich seitdem lange verschenkt - sie bedeuteten mir nichts mehr. Gardiners Aufnahmen sind (ähnlich wie die von Harnoncourt und Leibowitz) eine wahre Offenbarung in Sachen Beethoven - erst nach dem Hören dieser Aufnahmen war ich mir sicher, Beethovens Musik wirklich nahe gekommen zu sein. Nur diese kompromisslose, präzise und sehr ehrliche Darbietung lässt einen begreifen, warum diese Musik seinerzeit als so erschütternd, verstörend und im besten Sinne anregend empfunden wurde.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Referenzaufnahme, 29. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Sinfonien (Audio CD)
Dies ist eine Referenzeinspielung der Symphonien Beethovens. Hier wird der Komponist endlich beim Wort genommen. Nichts wird sentimentalisiert, übertrieben oder verweichlicht. Die Metronombezeichnungen Beethovens werden meistens - mit gutem Erfolg - umgesetzt, jedoch ohne daß die Interpretation in ein konturloses Drauflosspielen gerät (wie es z.B. bei Norrington eher der Fall ist).

Der Einsatz historischer Instrumente trägt, weil intelligent ausgeführt, entscheidend zur Vitalität und Energie dieser Aufnahme bei. Gardiner ist ein Meister der historischen Aufführungspraxis, nicht deren Sklave.

Nach der kraftvoll dynamischen (und: sensitiven!) Aufnahme der 5. ist es mir nahezu unmöglich, eine Aufnahme - und sei sie noch so hervorragend wie die von Carlos Kleiber - zu hören, in dem die Tempovorstellungen Beethovens nicht übernommen werden.

Das heisst nicht, dass Interpreten wie Furtwängler, Kleiber (Vater und Sohn) oder Dorati nicht auch Grosses geleistet hätten, doch ich empfinde ihre Leistungen mehr oder wenig als historisch. Gardiner gelingt etwas Geniales: die Verbindung von immensem Wissen mit einer urwüchsigen Musikalität.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Musik für die Ewigkeit - Die Jahrhundertraufnahme, 1. März 2008
Von 
Wilhelm Kaiser "Alexander" (Wiesbaden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Sinfonien (Audio CD)
Diese Einspielung des Beethovenzyklus durch Gardiner erscheint wie kaum ein andere authentisch und zeigt ein glaubhaftes Bild von Beethoven, das im Laufe der Zeit durch veränderte Gewohnheiten an Schärfe in den Konturen eher verloren haben dürfte. Bei Gardiner tritt Beethoven aus der Geschichte sowohl als aufrüttelnder Revolutionär wie auch als versöhnender Schöngeist im denkbar besten Menschheitssinne hervor. Gardiner betrieb intensiv Quellenforschung, um dem Giganten Beethoven so nah wie möglich zu kommen, und hat mit Verantwortung, Verstand und Herz eine Interpretation geschaffen, bei der jeder musikalische Nerv überzeugt und den Atem von Beethoven in eindrucksvoller Weise spürbar werden lässt. Folgen die beiden ersten Sinfonien noch ganz der Tradition von Haydn und Mozart im Sinn der Wiener Klassik, kommt es bereits mit der Dritten zu einem Umbruch.

Allerdings klingen bei Gardiner schon die beiden ersten Sinfonien wesentlich anders als ich sie von anderen Interpretationen her kenne, denn die Klangbilder vermitteln den Eindruck, dass Beethoven schon hier die Tür zur Romantik weit aufgestoßen hat. Zu diesem Höreindruck tragen ohne Zweifel die verwendeten Originalinstrumente bei, die härtere Konturen als die nachfolgenden Generationen von Instrumenten zeichnen. Schon mit den Erstlingen wird man bei Gardiner regelrecht von dem entworfenen charakteristischen Beethovenbild gefesselt, auch wenn Beethoven spätestens mit der Dritten als Romantiker verstanden werden kann, freilich nicht im Wesen einer verklärenden Impression oder eines Revoluzzers, sondern im Sinn freiheitlicher, menschlicher Ideale. Das gilt selbst in gewisser Weise für die Pastorale, die man auch quasi als Erinnerung und Mahnung an die Schöpfungen der Natur nicht zuletzt angesichts des Zwiespaltes moderner Umwälzungen begreifen kann (ohne dass deshalb in die Faktur modernisierend eingegriffen werden müsste).

Anzahl und Art der Reaktionen reflektieren die Bedeutung der Interpretation auch dort, wo eine entschiedene Ablehnung, teils mit aggressivem Tonanschlag, den Kern der Meinung bildet, und zwar auch in dem gesonderten Diskussionsforum. Vor allem die Attacken gegen die historisch-authentische Konzeption erscheinen reichlich absurd und phrasenhaft, weil angeblich einer modernen Deutung Beethovens der Boden entzogen würde etwa in dem Sinn: Was sagt uns Beethoven heute? Die Musik von Beethoven & Kollegen hat Ewigkeitsstatus. Was soll das sein, diese Musik modern gedeutet? Da schwant mir eher eine Kakophonie. Auch Aussprüche wie „der Geist von Beethoven aus der Moderne“, die mit Bezug auf bestimmte Interpretationen verlautbart werden, um einen angeblichen Klangbrei zu entschlacken oder zu entzerren, sind selbst verbale Wolkenungetüme. Der „historischen Aufführungspraxis“ muss man auch aus der Sicht adäquaten Kunstverständnisses dankbar sein. Die Musik ist ein Zweig der Kunst, die auch mit ihren Werken auf den Gebieten von Malerei, Skulptur und Plastik wie auch Literatur einschließlich Dichtung ihren unveränderlichen Stellenwert besitzt. So bleibt auch bei der Oper die Musik unangetastet und sind Veränderungen auf die Inszenierung beschränkt. Eine Erneuerung in der Musik muss sich schon auf neue und eigene Tonschöpfungen beschränken und daraus ihre Existenz und Anerkennung herzuleiten versuchen.

Von Erheblichkeit ist hingegen die in der Fachwelt kontrovers beurteilte Diskrepanz zwischen konsequenter Unterwerfung unter Tempovorgaben gemäß Metronom und Wahrung struktureller Formen, die an einigen Stellen besteht und sich nur durch sinnvolle Abweichungen von den Tempovorgaben schlüssig und überzeugend auflöst. Hier hilft kein sturer Dogmatismus, der bei Einhaltung geforderter rasanter Tempi formbildende Elemente durch verhuschende Klangbilder verletzt, aber auch kein verwässernder Pragmatismus, sondern sinnvolle Tempo-Anpassungen an die Strukturen. Gardiner hat sich in einem Interview mit Sören Meyer-Eller (Fono Forum 10/94) dazu wie folgt geäußert: „Manchmal hat Beethoven das Metronom falsch beurteilt. Ich glaube, dass manchmal die Musik in seinem Kopf schneller war, als es ihm in der Praxis gefallen würde." Das Ergebnis wird durch die organische Atmung der Partitur bestätigt.

Die Neunte bildet dabei ihren krönenden Abschluss mit dialektischer Anknüpfung an die Klassik im Sinn griechischer Ideale. Bei Gardiner agieren auch Solisten und Chor ausgezeichnet, angenehm ist auch die Gewichtung zwischen den menschlichen und den orchestralen Stimmen. Hier wird kein Himmel einzureißen versucht, Gott sei dank, sondern mit Hingabe Freude in höchst überzeugender Weise verkündet. Gilles Cachemaille singt mit moderatem Wohlklang in Kohärenz zur textlichen und musikalischen Aussage, ohne sich im Überschwang der Gefühle zu verlieren und ohne beispielsweise die Worte „nicht diese Töne“ ins Gegenteil zu verkehren. Dem Tenor Anthony Rolfe Johnson hätte ich eine etwas größere Durchsetzungskraft gewünscht, aber dafür sind die Stimmen von Luba Orgonasova (Sopran) und Anne Sofie von Otter (Mezzosopran) schier überwältigend brillant. Der Monteverdi Chor entfaltet eine Gesangskultur vom Allerfeinsten und überzeugt vollends in allen Lagen auch in den besonders expressiven Szenarien mit kraftvollem und ebenso glanzvollem Wohlklang. Eine noch weitergehende ekstatische Ausgelassenheit hätte die Form gesprengt und die Ernsthaftigkeit der innewohnenden konstruktiven Botschaft ad absurdum geführt. Der teilweise unterstellte ausländische Akzent kann selbst in Spurenelementen nirgendwo festgestellt werden. Die Orchestersprache ist ungemein klangvoll und schöpft alle Möglichkeiten opulent aus, auch in Glanz und Eleganz der Ausführung. Gardiner versteht es, jeden Pulsschlag schlüssig zu erfassen und umzusetzen. Das ist eine dem Genie seines Schöpfers würdige Musik von überwältigender Größe und Tiefe und frei von falsch verstandener Sentimentalität.

Gardiner präsentiert die historische Aufführungspraxis mit technischer Meisterschaft. Wie bereits ausgeführt, geht es ihm aber darüber hinaus um die authentische Nähe zu Beethoven. Historie schlechthin und Werktreue müssen nicht zwangsläufig kongruent sein. Teils wurde Gardiner schon eine knechtische Unterwerfung unter den Willen des Komponisten vorgeworfen. Das Ergebnis gibt jedoch Gardiner in allen Belangen recht. Damit soll kein Absolutheitsanspruch verbunden werden, insbesondere soll gegen die zahlreichen Interpretationen in der Rezeptionsgeschichte, die überwiegend ihre Verdienste haben, nichts gesagt sein. Das subjektive Empfinden einer künstlerischen Aussage, außerhalb der handwerklichen Arbeit versteht sich, lässt sich schwerlich zu einer jeden Zweifel ausschließenden Wertigkeit objektivieren. Einen gewissen Ausnahmecharakter hat fraglos der Titan und Mystiker Wilhelm Furtwängler, der die Dynamik der Zeit neu definierte und die Spannung bis zum Zerreißen steigern konnte: eine expressive und drangvolle Verdichtung mit wuchtiger Gemahnung. Ein Aufbegehren Furtwänglers gegen den braunen Dreck? Gardiner präsentieret die Neunte von Beethoven eher mit versöhnlicher, freudenvoller Hoffnung konstruktiv über den Augeblick hinaus als finale und zeitlose Botschaft.

Als Beethoven seine Musik den Menschen schenkte, war nicht abzusehen, dass das Abendland erst noch seine schwersten Lasten zu tragen haben wird. Der Untergang monarchischer und tyrannischer Herrschaftssysteme sollte die schlimmsten Blutopfer in der ganzen Menschheitsgeschichte kosten. Versöhnung und Hoffnung sind den Menschen bis heute als Ideale Ziele auf einem scheinbar endlosen, steinigen und schmerzhaften Weg geblieben. Die Musik von Beethoven hat nichts von ihrer Bedeutung verloren.

Bleibt zum Schluss noch anzumerken, dass der renommierte Bärenreiter-Verlag in die Edition der IX. Sinfonie von Beethoven folgende vier legendäre Aufnahmen aus dem Katalog der Deutschen Grammophon aufgenommen hat:
• Berliner Philharmoniker, Ferenc Fricsay (1958)
• Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan (1963)
• Wiener Philharmoniker, Leonard Bernstein (1979)
• Orchestre Révolutionnaire et Romantique, John Eliot Gardiner (1992)
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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die beste Beethoven-Interpretation auf dem Markt!, 7. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Sinfonien (Audio CD)
Diese Edition bietet die m.E. beste Interpretation aller neun Symphonien von L.v. Beethoven. Es dirigiert John Eliot Gardiner das von ihm selbst gegründete "Orchestre revolutionaire et romantique". Da die Musik Beethovens kaum kürzer und treffender zu beschreiben ist als mit diesen zwei Worten, deutet sich schon an, daß wir es hier mit einem hohen Ideal zu tun haben. Aber: dieses Ideal wird voll und ganz erfüllt. Die Aufnahme selber besticht durch ihre Transparenz. Leichtfüßig und direkt geht das Orchester auf den Dirigenten ein, so scheint es. Lautstärke- und Tempowechsel kommen so fließend einher, daß man die Liebe aller Beteiligten zu dieser Musik spürt, der Zusammenklang läßt beinahe auch selbiges innerhalb des Orchesters, auf jeden Fall aber von diesem zum Dirigenten vermuten. Alle Höhepunkte dieser Kollektion hervorzuheben, will ich jetzt ersparen, am Überzeugendsten ist ohnehin der Höreindruck. Ich habe noch keinen Menschen getroffen, der von diesem Klang nicht fasziniert gewesen wäre. Allein bei der neunten kann der Dirigent den Monteverdi Chor nicht ganz so unvermittelt lenken, wie das bei seinem Orchester der Fall ist. Aber dies ist der einzige Wermutstropfen in diesem See allerfeinsten Champagners (falls es erlaubt ist, Beethoven mit solchem zu vergleichen). So unglaublich leicht, dramatisch und virtuos spielt dieses Orchester die neun Symphonien, so präsent ist die Abmischung, daß es beinahe scheint, man sitze im Konzert auf den besten Plätzen und nicht zuhause auf dem Sofa. Und wie im Konzert so grenzt auch bei diesen CD's jedes miteinander gewechselte Wort an ein Sakrileg, weil es den Spannungsbogen unterbricht und so den Genuß nur mindern kann. Der Kavalier genießt und schweigt. Bei Gardiner mit offenem Mund. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bekanntes neu erlebt, 30. Dezember 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Sinfonien (Audio CD)
Dieser Meinung kann ich mich nur anschließen: Wenngleich Befürworter authentischer Werkwiedergabe und Musikauffassung (Johannes Brahms, Nikolaus Harnoncourt und eben Gardiner) nicht immer zu Unrecht ob ihrer vermeintlich antiquaten Kompositionen bzw. Aufnahmen immer wieder belächelt wurden, schafft Gardiner, der zuletzt mit seinem Orchestre Revolutionnaire et Romantique auf den Zug aufgesprungen ist, das, was man sich als ernsthafter Klassikfan, der sich heute Beethovens Symphonien anhört, von Herzen wünscht: er erstellt in den Aufnahmen (teilweise Konzertmitschnitte) eine wunderschön anzuhörende Symbiose, in der eine durchaus moderne Interpretation mit dem Klangerlebnis von Originalinstrumenten und Gardiners in den überwiegenden Abschnitten perfekte Kontrolle über das Orchester einhergeht. Welche Faszination, wenn in der Siebten das feurige Hauptmotiv zunächst von Flöten, dann von den übrigen Holzbläsern eingeleitet und schließlich vom ganzen Orchester geradezu genießerisch abgerollt, verändert und modifiziert wird. Und auch die Fünfte, deren Anfang wohl jedermann pfeifen kann, stellt Gardiner in ein völlig neues Licht. Ein Hörerlebnis ohnegleichen also, dass man sich unbedingt wenigstens anhören sollte.
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3.0 von 5 Sternen Timingprobleme aber super Klangfarben, 30. Juli 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Sinfonien (Audio CD)
-ich höre beim ersten Satz der Eroica nach ca. 1-2 Minuten Timingprobleme bei den Streichern, aber trotzdem muß ich sagen, daß der Sound ungewöhnlich farbig und differenziert und vielseitiger als bei den modernen Instrumenten ist, sodaß ich diese Aufnahme von Gardiner dennoch gut finde.
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10 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mit großer Ambition - ABER...., 29. Januar 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Sinfonien (Audio CD)
... der gewünschte Effekt stellt sich nicht ein. Der gewünschte Effekt? Liegt vielleicht gerade dort das Problem? Der Dirigent und das auf ihn eingeschworene Orchester werfen allen ihren Einsatz in die Waagschale und doch bleibt das originalklangtechnisch transparent Musizierte allzu oft allzu unpersönlich. Erwartet hatte ich Frische, Elan, ein dem Hörer (mir) sozusagen den Boden unter den Ohren wegziehendes Hörerlebnis. Geworden ist es ein - nach meinem Dafürhalten - allzu Gewolltes, Gezwungenes, Bemühtes. Was ich allzu oft schmerzlich vermisste, dass war der Spannungsbogen, das langsame Aufbauen und zwingend Hineingezogenwerden in die ja nun wirklich großartig bewegende Welt der Beethoven-Symphonik. Ich war wirklich erstaunt, um wieviel spannungsgeladener, sprechender, fesselnder selbst der so oft als Schönklang-Langweiler bezeichnete Karajan (die 60er UND die 70er Aufnahme mit den Berlinern bei der DG) im Vergleich dazu noch immer wirkt.
Drei Sterne für Gardiners Aufnahme, weil in jedem Takt die ehrliche Bemühung hörbar wird. 2 Sterne Abzug - aus demselben Grund. Und noch ein persönlicher Tipp: Eben ist Harnoncourts atemberaubender Beethovenzyklus preisgünstigst auf den Markt gekommen - dort finden Sie wirklich "Originalklang"-Verve, freilich auf modernen Instrumenten (Chamber Orchestra of Europe).
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8 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach genial, 12. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Die Sinfonien (Audio CD)
Für mich die beste Interpretation überhaupt. Das ist natürlich Ansichtssache. Aber irgendwie ist hier mehr Leben drinn als bei anderen Aufnahmen. Man spürt die Freude der Musiker, Dirigenten an diesen Werken. Ich habe nicht viel Ahnung von Klassik, doch fasziniert mich diese Aufnahme. Ich muss sie immer wieder hören. Besonders beeindruckt bin ich wenn das Orchester von leise immer lauter wird bis das ganze Orchester völlig "explodiert".
Ich habe auch andere Aufnahmen von Gardiner. Irgendwie ist dort alles ein wenig lebendiger als sonst. Die Tempis sind teilw. auch rassiger. ( Z. B. Overtüre Zauberflöste.. ) Doch genau das macht die Musik lebendiger, wenn es an der richtigen Stelle ist.
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10 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Revolutionär daneben..., 25. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Sinfonien (Audio CD)
Diese Aufnahme der Beethoven-Sinfonien hat zwar Geschichte geschrieben, hat sich aber heute, nachdem die historische Aufführungspraxis nicht mehr etwas Revolutionäres, sondern etwas ganz Selbstverständliches ist, längst überlebt. Gardiner versucht, die Musik besonders straff und rauh anzugehen - quasi gegen den Strich zu bürsten. Das führt zwar zu dem ein oder anderen "Aha-Erlebnis", garantiert aber noch lange keine überzeugende Beethoven-Interpretation.
So wird die Interpretation der Sinfonien komplett dem Ziel untergeordnet, etwas Neues zu bieten, was den Werken nicht immer gut bekommt, denn Beethovens musikalische Syntax wird des öfteren geradezu zerfetzt und verstümmelt. Im engeren Sinne "musikalische" Gestaltung kann man das nicht nennen, was das "Orchestre Revolutionnaire" hier veranstaltet, denn das Spiel auf historischen Instrumenten bedeutet m. E. nicht, dass man nicht auch schön spielen kann...
Das Hören dieser Aufnahme verfestigt bei mir nur einmal mehr die Überzeugung, dass niemand Beethovens Musik so gut verstanden und umgesetzt hat wie Furtwängler - Romantisieren hin oder her! Gardiner jedenfalls zeigt, was historische Aufführungspraxis nicht sein soll: Ein Selbstzweck, dem sich die Musik unterordnen muss.
Daher meine Bewertung: Ein (Gnaden-)Stern!
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Die Sinfonien
Die Sinfonien von Orgonasova (Audio CD - 1994)
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