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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rasender "Reinhard", 6. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Wassermusik (Audio CD)
Nach dem dreissig-jährigen Krieg erstarkte das kulturelle " Deutschland" in einer Art, wie ein Land nach grossem Feuer sich aus der Asche zu grosser Blüte erhebt. Eine dieser "Blüten" war Telemann. In seinen Eigenschaft sehr " deutsch", in seinen Kompositionen eher ein Europäer.

"Als Georg Philipp Telemann 1767 starb, galt er längst zusammen mit Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach als der wichtigste deutsche Komponist von Instrumentalmusik seiner Generation. Mit Werksammlungen wie "Musique de Table" (1733), der "Quadri" (1730) oder auch den "Nouveaux Quatuors" (1733) hatte er die französische höfische Kunstmusik umgedeutet und mit verschiedenen Gestaltungstradition des Barocks produktiv verschmolzen. Seit seinem achtmonatigen Aufenthalt in Paris anno 1737 eilte ihm europaweit der Ruf des großen Stilsynkretisten voraus, der nicht nur französische, italienische und polnisch folkloristische Klangideen souverän verbinden konnte, sondern darüber hinaus in beinahe erschreckendem Tempo neue Meisterwerke erdachte."

Die "Wassermusik" schrieb Telemann für die Hamburgische Admiralität.
"Die Wassermusik Georg Philipp Telemanns ' der genaue Titel heißt Hamburger Ebb' und Flut ' wurde im Jahr 1723 aus Anlass der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Hamburger Admiralität aufgeführt (Telemann schrieb ebenfalls zu diesem Anlass die Hamburger Admiralitätsmusik). Das Admiralitäts-Kollegium sorgte u. a. für die militärische Organisation zur Sicherstellung der Schifffahrt in Hamburg und auf der Unterelbe und für das Hafen- und Lotsenwesen"
Ein äusserst munteres und vielfältiges Stück
" 1. Satz: Ouvertüre (Grave ' Allegro)
2. Satz: Sarabande. Die schlaffende Thetis
3. Satz: Bourrée. Die erwachende Thetis
4. Satz: Loure. Der verliebte Neptun
5. Satz: Gavotte. Spielende Najaden
6. Satz: Harlequinade. Der Schertzende Tritonus
7. Satz: Der stürmende Aeolus
8. Satz: Menuett. Der angenehme Zephir
9. Satz: Gigue. Ebbe und Fluth
10. Satz: Canarie. Die lustigen Boots Leute "

Unterhaltung war für Telemann kein Schimpfwort. Ere betrieb dieses Geschäft mit grösstem Vergnügen und grösster Kunst-Fertigkeit.

Reinhard Goebel hat eine Zeit in seinem Jahrzehnte dauernden Künstlerleben Telemann gewidmet.
"Vor 35 Jahren etwa gründete Reinhard Goebel die Musica Antiqua Köln, um ein Ensemble zur Verfügung zu haben, das den Bedürfnissen der historischen Aufführungspraxis entgegen kommt. Damals war der Violinist aus Siegen einer der jungen Idealisten einer Bewegung, die sich der Musikpflege auf Originalinstrumenten nach musikgeschichtlich möglichst korrekten Vorlagen widmete. Inzwischen ist Goebels Kammerorchester weltweit eines der führenden Ensembles seines Fachs und hat mit zahlreichen Aufnahmen bewiesen, dass die Grundsätze des geschichtlichen Arbeitens mit den Notenvorlagen zu faszinierenden und innovativen Interpretationen bekannter Werke führt und darüber hinaus den Blick auf die vergessenen Meister vergangener Epochen richten kann."

Sein Telemann ist oftmals sehr geschwind. Er heizt den Musikern ordentlich ein. Ob das im ehrwürdigen Hamburg Gefallen gefunden hätte, mag man bezweifeln- so gegen den Strich bürstete Goebel gerne Musik für die hohe Herrschaft. Nicht nur bei Telemann, auch die Brandenburgischen von Bach sind in dieser Art.

Heute hört sich das natürlich sehr " schneidig" an. Ich räume ein, auf eine so flotte Art lasse ich mich gerne unterhalten.
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4.0 von 5 Sternen Telemann zum Kennenlernen, 26. Dezember 2013
Von 
Claus Fischer "clausfischer" (Lampertheim, Hessen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Wassermusik (Audio CD)
Die Wassermusik von - Telemann? Beim Betrachten des Covers dieser CD wird sich mancher verwundert die Augen reiben, doch man hat bei DG keineswegs Telemann mit Händel verwechselt. Des Ersteren Orchestersuite mit dem programmatischen Titel "Hamburger Ebb und Fluht" (dies die originale Orthographie) hat lediglich einen handlicheren und zugkräftigeren Alternativtitel bekommen. In dieser am 6. April 1723 während eines Festbankettes zur Hundert-Jahr-Feier der Hamburger Admiralität erstmals gespielten Komposition porträtiert Georg Philipp Telemann die Meeresgottheiten der antiken Mythologie, die sich zur Feier des Tages im Hamburger Hafenbecken die Ehre geben. Nach einer prächtig ausladenden Ouvertüre ziehen Neptun und sein Gefolge in lebhafen musikalischen Bildern, in denen auch liebevoll karikierende Züge nicht fehlen, am Hörer vorüber. Jeder der maritimen Gottheiten heftet der Komponist als Etikett eine eingängige Melodie im Rhythmus eines barocken Standardtanzes an. Der vorletzte Satz ist den titelgebenden Gezeiten gewidmet, bevor das Finale den "lustigen Bootsleuten" zum Tanz aufspielt. Dieser Ouvertüren-Suite folgen auf der CD noch drei nicht näher zu datierende und auch sonst schwer in eine Schublade einzusortierende Concerti für gemischte Holzbläser-Streicher-Besetzung, von denen jenes in B-Dur unter Musikfreunden hinter vorgehaltener Hand gerne und nicht zu Unrecht als "Brandenburgisches Konzert Nr. 7" bezeichnet wird.

Reinhard Goebel und das Ensemble Musica Antiqua Köln zählten in den Achtzigern zu den Exponenten der historischen Aufführungspraxis in Deutschland und setzten dem philharmonisch aufgeplusterten Plüschbarock nicht nur eine damals aufregend neue, radikal entschlackte und oft absichtlich provokant gegen den Strich gebürstete Lesart entgegen, sie begannen auch das Repertoire über die immer gleichen Komponisten und Werke hinaus zu erweitern. Während Goebels widerborstige Neudeutungen von Repertoireklassikern wie den "Brandenburgischen Konzerten" Bachs auch heute noch gewöhnungsbedürftig sind (ich habe mich immer noch nicht daran gewöhnen wollen), überzeugen seine Interpretationen wieder ausgegrabener Schätze oft weitaus mehr. Die vorliegende Aufnahme jedenfalls weiß auf Anhieb für sich einzunehmen. Die Tempi in den schnellen Sätzen werden wohl bis an die Grenze des Spielbaren ausgereizt, aber eben nicht darüber hinaus - jedes Detail bleibt gestochen scharf. Allerdings wird auch in den langsamen Sätzen kräftig an der Temposchraube gedreht, um bloß keine Behäbigkeit aufkommen zu lassen. Der "schlafenden Thetis" hätte etwas mehr Ruhe sicher behagt. Dagegen sind Goebel und seine Musiker beim polternden Grotesktanz des "scherzenden Tritonus" (sehr hübsch die Zwischenspiele mit ihren Pizzicato-Spritzern) oder der die an- und abschwellende Flut malenden Gigue (mit einem der frühesten auskomponierten Orchester-Crescendi) ganz in ihrem Element. Hier und da wünscht man sich, die Musiker wären mit feinerem Pinsel zu Werke gegangen. Unterm Strich bleibt aber der Eindruck einer sehr frischen und anregenden Aufnahme, die für ihre Zeit zweifellos neue Maßstäbe gesetzt hat - und außer mir hoffentlich noch Viele zu Telemann "bekehren" wird. Wer sich verzagt fragt, womit man denn anfangen solle, um sich dem laut "Guinness-Buch der Rekorde" produktivsten Komponisten aller Zeiten zu nähern: Diese CD wäre fürs Erste keine schlechte Wahl.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Prachtvoll ohne allerletzte Raffinesse, 31. Mai 2010
Von 
Kardewski (Lünen, Westfalen, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Wassermusik (Audio CD)
1984 das Aufnahmejahr, man glaubt es kaum: Was für ein mitreißender Schwung, was für Kontraste und welche Prachtentfaltung in der riesigen Ouvertüre. Eine großartig produzierte Einspielung, die für lange Zeit ohne Konkurrenz bleiben sollte. Viva Reinhard Goebel, könnte man versucht sein, sogar heute noch zu jubeln. Doch auch wenn Kritik hier fast nach Majestätsbeleidigung riecht: Die Charakterzeichnung in manchen der Suitensätze kündet von einer gewissen Ideenlosigkeit. So wird eine Sarabande, die den Titel "Schlafende Thetis" trägt, unerklärlich hastig abgearbeitet, und auch den Matrosentanz am Ende spielt das Ensemble allzu zahm und nüchtern herunter. Sei's drum - der fantastisch satte, gestochen scharfe Klang macht diese Mängel, jedenfalls für mich, wieder wett. Die drei Konzerte schließlich (von denen das in B-Dur zu Telemanns inspiriertesten gehört) sind in ihrer hinreißenden Frische weit mehr als nur Füllmaterial. - Eine meiner ewigen Lieblings-CDs.
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Wassermusik
Wassermusik von Reinhard Goebel (Audio CD - 1985)
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