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5.0 von 5 Sternen Stan Getz' sechs Bossa-Nova-LPs auf vier CDs - eine Box, die man haben muss!, 2. Februar 2008
Von 
Dr. Horst Wolfgang Boger (Berlin & Potsdam, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: The Girl From Ipanema - The Bossa Nova Years (Audio CD)
Auf diesen vier CDs begegnet man fast allen Bossa-Nova-Einspielungen, die Stan Getz (1927 - 1991) jemals gemacht hat. Ich bespreche sie in der Reihenfolge, in der sie hier angeordnet sind.

Als erste Platte hören wir "Jazz Samba" (1962) mit dem Gitarristen Charlie Byrd, den Bassisten Gene Byrd und Keter Betts und den Schlagzeugern Bill Reichenbach und Buddy Deppenschmidt. ("Deppenschmidt" - welch ein grandioser Name!) Bruder Gene Byrd, Betts und Deppenschmidt hatte Charlie Byrd mitgebracht. Diese Platte war der Beginn des Bossa Nova craze. Getz spielt mit einer Tongebung und Phrasierung, dass sich der Eindruck aufdrängt, die Bossa Nova sei von ihm oder für ihn erfunden worden. Die gesamte Band swingt und lässt die schwierigen Synkopierungen wie Selbstverständlichkeiten klingen.

Als zweite Platte kommt "Big Band Bossa Nova" (ebenfalls von 1962), eine Kollaboration mit dem Arrangeur Gary McFarland. Neben Getz wirken als Solisten mit der Gitarrist Jim Hall und der Pianist Hank Jones, der erwartungsgemäß etwas Bob injiziert. Die Platte ist gewiss zu schätzen, aber das Format der ersten hat sie nicht.

Die dritte Platte, "Jazz Samba Encore" (1963), ist bemerkenswert schon insofern, als Getz hier Stücke vorträgt, die weniger bekannt waren und auch weniger bekannt wurden als die auf anderen Platten. Die gitarristische Gegenstimme wird von Luiz Bonfa gespielt. Auf einigen Stücken wirkt auch die Sängerin Maria Toledo mit.

Mit der vierten Platte, "Getz/Gilberto" (1963), übertrifft Getz das Niveau der ersten drei noch. Außer Getz tragen zum Gelingen bei der Pianist und Komponist Antonio Carlos Jobim, der Gitarrist und Sänger João Gilberto und die Sängerin Astrud Gilberto. Astrud Gilberto ist als Sängerin völlig unprofessionell, ihre Stimme ist dünn und fast ausdruckslos, aber gerade dies macht den Reiz aus, weil sie in ihrer amateurischen Unschuld einen kaum überbietbaren Kontrast zu Getz' Hochprofessionalität erzeugt. "Desafinado", das schon auf "Jazz Samba" zu hören war, und "The Girl from Ipanema", sind die herausragenden Stücke, die als Singles lange Zeit die internationalen Hitparaden beherrschten.

Die fünfte Platte, "Getz Au Go Go" (1964), die hier nur unvollständig reproduziert wird, wurde live aufgenommen. Einige von Astrud Gilbertos Stimmbeiträgen wurden später im Studio dazugemischt. Die Musik ist nicht durchgängig brasilianisch, sondern auch wieder eindeutig nordamerikanisch. Verantwortlich hierfür ist nicht zuletzt die Mitwirkung des damals noch
blutjungen Gary Burton am Vibraphon und des Gitarristen Kenny Burrell.

Die sechste Platte, "Stan Getz with Guest Artist Laurindo Almeida" (1963), ist geprägt von dem Zusammenspiel mit dem Gitarristen Laurindo Alemeida. Auch wenn man (wie ich) Charlie Byrd schätzt, muss man doch konstatieren, dass Almeida der Bossa-Nova-Musik wesentlich gerechter wird. Im Vergleich zu ihm erscheint Byrd doch recht ungelenk, steif. Außerdem wirken hier noch der Pianist Steve Kuhn, der Bassist George Duvivier, der Drummer Dave
Bailey und vorwiegend aus Brasilien stammende Perkussionisten mit. Diese Musik hat eine geringere Hitparadenqualität als "Jazz Samba" und "Getz/Gilberto", ist aber keineswegs sperrig. Besonders schön ist das von Almeida komponierte "Samba da Sahra".

Den Abschluss der CD-Box bilden einige Auszüge aus der LP " Getz/Gilberto #2" (1964).

Auch wenn man an der Kompilation Kritik üben kann, so ist doch anzuerkennen, dass sich die Reissue-Produzenten Richard Seidel, Seth Rothenstein und Phil Schaap (der auch sorgfältig und fleißig recherchiert hat) beträchtliche Mühe gegeben haben. Auch das digitale Remastering durch Tom Ruff und Dennis Drake ist vorzüglich. Das Ergebnis zeigt, zu welchen Leistungen Toningenieure in den 1960er Jahren fähig waren.

Übersehen sollte man auch nicht den vorzüglichen Riecher des Produzenten Creed Taylor, auf dessen Initiative Getz' Bossa-Nova-Phase zurückgeht. Taylor hat bei Verve unzählige Platten produziert (besonders mit Wes Montgomery und Jimmy Smith), die fast sämtlich nicht nur kommerzielle, sondern auch künstlerische Erfolge wurden. Später hat er die ihm
gehörende Plattenfirma CTI geleitet und hat viele Jahre lang seine Erfolgsserie fortsetzen können.

Erwähnt werden muss schließlich, dass Stan Getz durch den immensen geldwerten Erfolg dieser Platten seinerzeit ziemlich viel Neid und Hass, auch von Kollegen, auf sich gezogen hat. In der Sicht vieler Kritiker und vieler Fans muss der 'echte', 'authentische' Jazzmusiker arm und darf nur musikalisch erfolgreich sein. Wer von Jazz gut leben kann, steht unter Verdacht. Der noch freundlichste kritische Kommentar lautete "Stan gets the money." Er stammte von Lester Young (1909 - 1959), dem Tenorsaxophonisten, der Stan Getz mehr als jeder andere beeinflusst hat.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Klassiker, 29. November 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: The Girl From Ipanema - The Bossa Nova Years (Audio CD)
Eine kühle Caipirinha, schwülheisse Luft und ein ratternder Ventilator wären sicher das passende Ambiente, um diese CD zu hören. Ein dunkler Raum mit Aussicht auf die Lichter der Stadt und Sehnsucht nach der verlorenen Liebe tun es aber auch.
Stan Getz ist zwar nicht der Erfinder des Bossa Nova, aber mageblich dafür verantwortlich, dass diese poetische, komplexe und unendlich melancholische brasilianische Stilrichtung auch in den USA und Europa äußerst populär wurde. Sein sehnsuchtsvolles Spiel des Saxophons sind die perfekte Ergänzung zu der stotternden Gitarre, den ausgefeilten Rhythmen und dem fast unterkühlten Gesang des Bossa Nova.
The "Girl from Ipanema" ist aus vielen schlechten Las-Vegas Versionen bekannt, aber in derjenigen von Getz und dem brasilianischen Ehepaar Joao und Astrid Gilberto fühlt der Hörer den Schmerz des ignorierten und verliebten armen Jungen am Strand von Ipanema. Weitere bekanntere Stücke sind "Desafinado", der erste Bossa Nova Hit und "Corcovado", das einen unmittelbar in eine sternenklare Nacht an den Zuckerhut versetzt. Die meistens rhythmischeren Instrumentalstücke wie das hervorragende Menina Moca verführen zum Mitwippen und Fingerschnipsen.
Ein besonders sentimales, wenn auch nicht besonders brasilianisches Highlight ist die Schnulze "Only Trust Your Heart"...zum Wegschmelzen. Verschiedene Versionen der Klassiker des Bossa Nova zeigen die Live-Qualitäten, Improviationsfreude und Musikalität der Jahrhundertkombination von Stan Getz und dem Bossa Nova.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wundervolle musik zum entspannen..., 9. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: The Girl From Ipanema - The Bossa Nova Years (Audio CD)
...aber die preisentwicklung/-politik ist zum verspannen!
die selbe cd-box kostete vor einigen wochen (ende 2008) noch € 30, kurz darauf € 35, jetzt plötzlich € 55...?!
nun muss ich mir leider zur überbrückung andere musik zum entspannen besorgen und auf preiskorrektur warten!
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