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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herausragende Interpretation, 21. Februar 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Werke für Klavier solo (Audio CD)
Gekauft hatte ich mir diese CD-Box ohne größere Erwartungen, was die Qualität der musikalischen Interpretation anbelangt. Ich wollte mir einen Überblick verschaffen über das Klavierwerk Brahms', und für diesen Zweck schien mir die vorliegende, nicht allzu teure Gesamtaufnahme bei Decca geeignet. Die getroffene Wahl hätte freilich kaum besser sein können, denn mit Julius Katchen konnte ich einen wahren Meister seines Fachs entdecken. Katchen verfügt über ein enormes Spektrum an pianistischen Ausdruckmöglichkeiten. Vom zartesten pianissimo bis zur kraftgeladenen Attacke im dreifachen forte beherrscht er alle auf einem modernen Flügel spielbaren Valeurs. Um nur ein - das in dieser Gesamtaufnahme vielleicht überzeugendste - Beispiel für Katchens Kompetenz anzuführen: die dritte Klaviersonate opus 5. Wie Katchen dort die elementare Wucht des ersten Satzes (herrlich die von der linken Hand energisch modellierte Basslinie) mit dem zauberhaften Andante des zweiten Satzes (wunderbar die schwebend angeschlagenen Akkorde, mit denen Katchen das von Brahms vertonte Liebeslied quasi "hinhaucht") kontrastiert, ist einzigartig und - selbst von den sehr schönen Aufnahmen etwa eines Clifford Curzon (Decca) oder eines Grigorij Sokolov (opus 111) - unerreicht.
Die einzige Schwachstelle dieser Einspielung liegt im aufnahmetechnischen Bereich. Dass es sich um eine digitalisierte Analog-Produktion aus den frühen 60er Jahren handelt, merkt man am nicht immer reinen, bisweilen leicht rauschenden Klangbild. Vor allem aber wurden die 4 Balladen op.10 leider nur in Mono aufgenommen (als Stereo-Alternative möchte ich hier auf Emil Gilels' in der Serie Originals bei der Deutschen Grammophon erschienene Aufnahme hinweisen), ebenso einzelne Stücke aus op.116 (in der Beilage fälschlicherweise als "Stereo" ausgewiesen).
Dennoch: Auf Grund der herausragenden interpretatorischen Leistung Katchens verdient die vorliegende Brahms-Box meiner Meinung nach die Höchstnote: 5 Sterne.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Als Gesamtaufnahme unerreicht, 5. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Werke für Klavier solo (Audio CD)
Brahms war eine grosser Klavierspieler. Schon als Kind musste er auftreten,später kamen dann seine frühen Sonaten ( die von Schumann begeistert gefeiert wurden; viel anderes hat er, überkritisch vernichtet,angeblich mit Kompositionen sein Zimmer tapeziert). Sein ganzes Leben schuf er immer wieder grossartige Klaviermusik über die grossen Variationen-Werke,Händel-und Paganini- bis hin zu den späten,elegischen Stücken op. 116 bis 119.

Katchen war ein grosser Klavierspieler. In seinem kurzen Leben, er starb mit 42 an einem Krebs, wurde Brahms ihm immer wichtiger. Er war der erste, der Mitte der sechziger Jahre eine Gesamtaufnahme des Klavierwerks von Brahms vorlegte ( die Violinsonaten,die Trios und die beiden Konzerte nicht zu vergessen).Katchen hat auch mit den technisch anspruchsvollen Paganini-Variationen überhaupt kein Problem, aber auch einen lyrischen Zugang,zB zum zweiten Satz der dritten Sonate op. 5. Zwischenzeitlich gibt es natürliche viele andere Aufnahmen, von den Sonaten sehr überzeugende Aufnahmen von Zimerman und-eigenwillig,aber sehr spannend- Ugorski. Aber die inzwischen vorhandenen Gesamtaufnahme, wie diejenige von Oppitz kommen an die gestalterische Kraft eine Julius Katchen nicht heran. Er ist -auch nach Jahrzehnten- bei den Gesamtaufnahmen immer noch der Maßstab,auch wenn es bei einzelnen Werken überzeugendere Interpretationen gibt.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Referenz seit Langem - und noch für lange, 3. Oktober 2010
Von 
Andre Arnold "Lateingott" (Rödental, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Werke für Klavier solo (Audio CD)
Die Klavierwerke Johannes Brahms' zählen in jeder Hinsicht zu den gewichtigsten Gattungsbeiträgen der Romantik. In allen Schaffensperioden komponierte er für dieses Instrument, von dem aus er ja auch andere Werke konzipierte. Da Brahms Virtuose auf dem Flügel war, dürfen zahlreiche der Werke vor allem aus den früheren Schaffensphasen durchaus als schwer zu spielen gelten - Stichwort "brahmssche Pranke". Auf jeden Fall ist der überwiegende Teil der vorliegenden Werke geprägt von einer rauen Schroffheit, unter deren Äußerem tiefe Empfindung ruht.

Grundsätzlich lässt sich das Klavierschaffen Brahms' in drei Teile unterteilen. Zu Beginn befasste er sich vor allem mit der Komposition von Klaviersonaten. Sein op. 1 ist gleich ein solches Werk in C Dur. Dabei handelt es sich freilich nicht um die allererste Sonate Brahms'. Die Sonate fis moll aus op. 2 beispielsweise ist eher geschrieben worden, was man ihr auch anhört. Die beiden Werke sind aufbrausend und wild in den schnellen Sätzen und tiefsinnig und ambitioniert in den langsamen. Man kann Robert Schumann durchaus nachfühlen, der Brahms' (frühe) Klavierwerke als "verschleierte Sinfonien" bezeichnete.
Mit der Sonate f moll op. 5 schloss der Hamburger bereits sein Schaffen im Bereich der Klaviersonate ab, und das fulminant. Es handelt sich hier um einen epochalen Beitrag, der - wenn man nur romantische Genrebeiträge betrachtet - gleichberechtigt neben so großen Werken wie der monumentalen h moll Sonate Liszts oder der zweiten Sonate Chopins steht. Man höre sich allein die Wucht im anfänglichen Allegro maestoso, die an manchen Stellen beinahe hinweg zu gleiten scheint. Dem langsamen Satz verleiht der deutsche Komponist schon allein dadurch besonderes Gewicht, dass er nach dem Scherzo eine Reminiszenz an dieses schlichte Innehalten einbaut.
Einen einzelnen Sonatensatz, ein Scherzo in es moll op. 4 komponierte Brahms noch, das von seiner Meisterschaft am Klavier Zeugnis ablegt.

Von nun an schrieb Brahms insbesondere Balladen und Variationszyklen. Der früheste Variationszyklus ist der über ein Thema von Robert Schumann op. 9, quasi dem Mentor Brahms'. Das Werk steckt voller Esprit und Leidenschaft und schickt sich an, geradewegs mit dem Vorbild aufzuschließen.
In op. 21 veröffentlichte Brahms gleich zwei Variationssätze, einen über ein eigenes Thema - wuchtig und schicksalsschwer - und einen über ein ungarisches Lied - verspielt und vom typisch melancholischen Gestus der Zigeunermusik.
Der Begriff "Ballade" mag in musikalischer Form durchaus strittig erscheinen. Sicher ist, dass die vier Balladen aus op. 10 in keiner Weise eines balladesken Tiefganges entbehren.
Ein herausragendes Werk sind die Variationen über ein Thema von Georg Friedrich Händel op. 24 mit einer anschließenden Fuge. Der Komponist schafft es hier, fremdes und eigenes Material in immer neuer, immer frischer Form miteinander zu verknüpfen; und die Schlussfuge sucht wirklich ihresgleichen...
Die 24 Capriccen für Violine solo von Niccoló Paganini oblagen schon immer zahlreichen Adaptionen. Auch Brahms nahm sich ihrer in op. 35 an und verlieh diesem Opus besonderes Gewicht, indem er das thematische Material zum einen opulent verarbeitete und zum anderen das Ergebnis in zwei gesonderten Heften veröffentlichte.
Weiterhin schrieb Brahms in seiner "mittleren" Schaffensperiode 16 Walzer op. 39, deren Stimmungsspektrum von pittoresk und gebrechlich, über wuchtig und üppig bis hin zu leidenschaftlich und empfunden reicht.

Die letzte Schaffensphase des großen Hamburgers ist gekennzeichnet von individuellen Charakterstücken. Die Periode beginnt mit den acht Klavierstücken aus op. 76, deren Grundstimmung herb und düster ist. Auch wenn Brahms die einzelnen Kompositionen lose aneinander reiht, so ergeben sie doch ein einheitliches Ganzes.
Besonders aufgebracht und ungestüm erweisen sich die beiden Rhapsodien aus op. 79, von denen die erste in düsterstem h moll steht. Die zweite wirkt eher weicher und gutmütiger.
Die letzten vier größeren Klavierkompositionen Brahms' sind allesamt erschienen, nachdem derselbe sich eigentlich - mit seinem genialen Streichquintett op. 111 - von der öffentlichen Bühne verabschieden wollte. Durch seine spät gefundene Liebe zur Klarinette aber fand er wieder zurück und veröffentlichte wieder, wenn auch nur wenige Werke. Unter op. 116 fasste er sieben Fantasien zusammen. Die Bezeichnung "Fantasie" ist hier irreführend, es handelt sich viel eher um kleine Studien, voller Lyrik und Tiefsinn, aber eben auch Energie und Kraft.
Die drei Intermezzi op. 117 stehen alle in der Tempobezeichnung "Andante", könnten allerdings verschiedener kaum sein. Von ganz besonderer Schönheit ist das zweite Intermezzo in b moll, dessen ruhender, sanfter Kern von zahlreichen Verzierungen umgeben ist.
Die letzten beiden Veröffentlichungen erfreuen sich besonderer Beliebtheit. In op. 118 beispielsweise befinden sich die beiden berühmten und herausragenden Intermezzi in a moll beziehungsweise A Dur. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Romanze im pastoralen F Dur.
Op. 119 ist schließlich die letzte veröffentlichte Klavierkomposition. Sie enthält drei tiefsinnige und anrührende Intermezzi sowie eine vielgestaltige und mitreißende Rhapsodie.

Unveröffentlicht geblieben sind die 21 ungarischen Tänze Brahms'. Dabei handelt es sich hierbei um Kompositionen, die heute beinahe zu seiner Visitenkarte geworden sind. Brahms schrieb sie in zwei Gruppen, wobei die zweite für Klavier zu vier Händen geschrieben wurde. Natürlich ist die orchestrierte Version der Tänze bekannter, dennoch halte ich die Klavierversion für äußerst hörenswert, erstens wegen der größeren Authentizität - Brahms orchestrierte nur die wenigstens Nummern selbst - und zweitens wegen der größeren Transparenz und Intimität der Klavierversion.

Eine Gesamteinspielung der vielgestaltigen und so sehr unterschiedlichen Klavierwerke von Johannes Brahms ist kein Zuckerschlecken. Der Anschlag darf nicht zu zart sein, dennoch muss der gewaltige Ausdruck der häufig in ihrem Kern lyrischen Stücke voll und ganz erfasst werden. Julius Katchen (1926-1969) ist bis heute der einzige, dem es gelungen ist, das gesamte Oeuvre für Klavier von Johannes Brahms völlig homogen und in seiner Ausdrucksintensität konstant fesselnd zu durchdringen. Sein Anschlag ist zupackend, ordnend und gliedernd. Er singt nicht auf dem Klavier, er fantasiert, schreibt die Werke neu, um sich im selben Moment durch völlige Werktreue gegenüber anderen Pianisten auszuzeichnen. Sein Spiel ist farbenreich, kontrastreich und bis ins Letzte differenziert und nuanciert. Für das zweite Buch der ungarischen Tänze wird er von Jean Pierre Marty begleitet. Auch die Aufnahmequalität ist trotz des Alters der Einspielungen hervorragend.

Fazit: Bis heute Messlatte für Vergleichsinterpretationen. Es mag zwar einzelne Werke in besseren, packenderen Einspielungen geben; das Gros der Klavierwerke aber erfasst Katchen besser und grandioser als jeder andere vor und nach ihm.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unerreicht, 23. Februar 2012
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Rezension bezieht sich auf: Werke für Klavier solo (Audio CD)
Unerreicht entfaltet julius katchen den brahmsŽschen klavierkosmos in seinen interpretationen des oeuvres: zart, ohne sentimental oder wattig-weichspülerisch zu werden; leidenschaftlich, ohne in ein rückhaltloses, selbstverliebtes vordergründigers pathos zu verfallen; und immer ganz luzide, ohne in einen sterilen strukturalimus abzugleiten. höchster musikalischer tiefsinn und glanz zeichnen diese brahms-referenz-aufnahmen aus, derer man sich immer wieder erinnern sollte. !
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brahms wie er sein soll, 5. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Werke für Klavier solo (Audio CD)
Ich möchte mich kurz halten: Diese Gesamteinspielung von Julius Katchen möchte ich mit dem Prädikat versehen 'Das ist es'. Für mich die Referenz-Aufnahme der Klavierwerke von Brahms schlechthin. Ich kann mir nicht vorstellen, daß da irgendjemand in Zukunft etwas daran ändert. Auch aufnahmetechnisch sehr wohlklingend - super Klang ohne plärrende Höhen; DECCA hat es schon immer gekonnt. Die bereits abgegebenen Rezensionen kann ich weitestgehend bestätigen und möchte sie nicht wiederholen. Absolute Kaufempfehlung!
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Werke für Klavier solo
Werke für Klavier solo von Julius Katchen (Audio CD - 1997)
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