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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen A great Fidelio, 21. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Fidelio (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
When I listened to this recording for the first time, I was very happy with it. I came from the Bernstein version, which is interesting of course, but did not capture me as this one. I find the cast outstanding and the performance truly mastered by Sir George Solti. The sound is excellent too (this is a fully digital recording, by the way) and I would recommend this release very much.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausgezeichneter Fidelio, 13. September 2005
Von 
Rezension bezieht sich auf: Fidelio (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Ludwig van Beethoven, das Genie, das dramatische Spannung in Kammer - und Orchestermusik einbrachte (man höre nur seine Symphonien 3-9), musste sich logischerweise auch zum Musiktheater hingezogen fühlen. Er komponierte mehrere Bühnenmusiken, so zu Goethes "Egmont" und Shakespeares "Coriolan", blieb aber in diesem Genre stets ein Fremder.
Nur eine einzige Oper hat Beethoven geschaffen, er brauchte dafür zwölf Jahre, schrieb drei Fassungen, vier Ouvertüren und hinterließ unzählige Skizzen. Trotzdem bezeichnete ihn Richard Wagner als "Vater des deutschen Musikdramas". Warum tat sich Beethoven nun als Bühnenkomponist so schwer?
Er war, anders als die damals vorherrschenden italienischen Maestri Salieri, Spontini, Rossini u.v.a. kein Komponist, der ausschließlich für das Theater schuf. Der Opernbetrieb mit seinem Primadonnentum, dem reinen Schönklang und den vordergründigen Effekten war ihm fremd und zuwider. Rossini holte sich, als er den verehrten Kollegen einmal in Wien besuchte, von dem bereits Ertaubten einige heftige Rüffel und immerhin den Rat ab, "möglichst viele Barbiere zu schreiben". Beethoven interessierte sich hauptsächlich dafür, die inneren Vorgänge der handelnden Personen in die Musik einfließen zu lassen. Die Szenen im "Fidelio", in denen ihm das vollauf gelingt, gehören zu den stärksten Momenten der Theatergeschichte, so Leonores "Komm, Hoffnung" - Arie, der Chor der Gefangenen, Florestans Arie "In des Lebens Frühlingstagen", das Duett "O namenlose Freude" und noch viele weitere Musiknummern.
Den Durchbruch verdankt der "Fidelio", wie so viele geniale Kompositionen, einem Zufall. Zweimal war das Werk bereits erfolglos unter dem Titel "Leonore oder die eheliche Treue" über die Bühne gegangen und Beethoven hatte die Oper schon endgültig zurückziehen wollen, da wünschten einige Mitglieder des Theaters an der Wien, das Stück im Rahmen einer Benefizveranstaltung aufzuführen. Beethoven arbeitete sein Werk nochmals um und unter dem neuen, endgültigen Titel "Fidelio" erlebte die Oper einen vollständigen Triumph, trat eine bis heute andauernde Reise über die Bühnen der Welt an. Das wohl ewig gültige Thema, die Befreiung durch Liebe aus den Fängen der Tyrannei ist ungebrochen populär und verliert wohl (leider) nie seine Aktualität, man sehe nur die jüngere deutsche Geschichte, den Untergang der nationalsozialistischen Diktatur und den Zusammenbruch des Ostblocks.
Der Dirigent Sir Georg Solti hatte sein Leben lang eine besondere Beziehung zum "Fidelio". Während des zweiten Weltkrieges hatte er sechs Jahre lang nicht arbeiten können, hatte miterleben müssen, wie die Nazis seine Heimat Ungarn überrannten, bis das Land von den Sowjets zuerst befreit und abermals unterdrückt wurde. 1946 dirigierte er die Oper erstmals in Stuttgart, etwas später in München, was ihm zum Durchbruch verhalf und seine weltweite Karriere startete. 34 Jahre später entstand diese Aufnahme, die für mich neben der DG - Einspielung unter Leonard Bernstein aus der Unzahl von Fidelios heraussticht. Zum einen liegt das an Soltis temperamentvoller, mitreissender und teilweise fast "wütender" Leitung, die diese Aufnahme zum kompromisslosen Plädoyer für die Freiheit macht, zum anderen an der hervorragenden Besetzung.
Hildegard Behrens ist meiner Meinung nach die beste und überzeugendste Leonore, die man auf CD bekommen kann. Die dramatische Ausdruckskraft der Rolle liegt voll auf ihrer Linie und die relative Kürze der Partie kommt ihrer kraftraubenden Stimmführung besser entgegen, als so manche lange Wagner - Partie. Neben der "Salome" unter Karajan sollte man dieses Dokument einer hervorragenden Sängerin unbedingt besitzen.
Auch der ansonsten oft mehr als problematische Peter Hofmann zeigt sich hier in bestechender Form. Anders als etwa René Kollo verläßt er nie die Gesangslinie, um seinem Florestan Ausdruck zu verleihen. Er hat seine Stimme absolut im Griff, der Hang zum "Knödeln" fehlt hier noch völlig. Hofmann präsentiert einen stimmlich wie schauspielerisch ausgezeichneten Florestan.
Eindeutig ein Gewinn gegenüber Bernstein ist die Besetzung des Kerkermeisters Rocco mit Hans Sotin. Lange Zeit wurde diese sehr wichtige und tiefgründige Rolle als typischer Singspiel - Vatercharakter abgetan, der keine sonderlich interessanten Eigenschaften besitzt. Dabei hat gerade der Rocco zwei Gesichter. Zum einen ist er der freundliche und gütige Vater der Marzelline und Förderer des Fidelio, auf der anderen Seite der stets opportunistische Befehlsempfänger, der mit keinem Wort dem Mordplan des Don Pizarro widerspricht, ihn nur nicht selbst ausführen will, um nicht in Schwierigkeiten zu geraten. Sowohl die früher oft gestrichene "Goldarie" (an Fidelio schätzt er vor allem dessen Sparsamkeit), als auch seine Worte nach dem erlösenden Trompetensignal ("O fürchterliche Stunde! O Gott, was wartet mein?") zeichnen ein Charakterbild, das treffender den typischen, sich stets vor dem höher Stehenden duckenden Menschen nicht zeigen könnte. Mit stimmlichen Mitteln zu glänzen gibt die Partie nicht her. Rocco will von einem erstklassigen Sänger - Schauspieler dargestellt werden und ist bei Sotin in den allerbesten Händen.
Überzeugend agiert auch Theo Adam als Don Pizarro. Seine etwas heisere Stimme ist wie geschaffen für diesen Bilderbuch - Bösewicht. Schauspielerisch ist diese sehr einsilbige Rolle nicht besonders dankbar, und so spielt Adam das, was der Pizarro sein soll: Ein Mensch, den man gerne hasst. Beim Sprechen sächselt er etwas, was allerdings genauso wenig stört, wie der oft gescholtene S - Fehler der Behrens.
Sehr gut besetzt sind die kleineren Rollen, die Marzelline mit einer sensiblen Sona Ghazarian, der Don Fernando mit einem väterlich - gütigen Gwynne Howell, sowie der Jaquino mit einem recht engagierten David Kuebler.
Ein Sonderlob gibt es für den Chicago Symphony Chorus, der die Gefangenen - Szene und das große Schlußbild zu Höhepunkten der Aufnahme macht.
Bedauerlich ist das Fehlen der Ouvertüre "Leonore III", ein großartiges Musikstück, das bei Theateraufführungen gerne zwischen Kerker- und Schlußbild gespielt wird und symphonisch das Geschehen zusammenfasst. Zwar bleibt auf diese Weise das Stück im Fluß (die fast 15 - minütige Ouvertüre reisst beizeiten ein Loch in die Handlung), doch als "Anhängsel" wäre sie, von dem grandios aufspielenden Chicago Symphony Orchestra dargeboten, höchst willkommen gewesen.
Doch auch so ist diese Aufnahme ein mitreißendes und aufwühlendes Zeugnis dieser einmaligen Oper, die niemanden kalt lassen kann (außer Musikkritiker, versteht sich).
Fünf Sterne, uneingeschränkt.
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