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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klassische Aufnahme einer berühmten Oper, 12. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Tosca (Ga) (Audio CD)
Diese Aufnahme ist, wie das Werk selbst, längst ein Klassiker. Für Renata Tebaldi war es die zweite Aufnahme der Tosca nach Eredes Einspielung 1951 (neben Campora, Mascherini, Corena).
Tebaldi singt die Rolle mit wunderbar strömendem Klang, nahezu perfekter Linie und strahlenden Spitzentönen (für die Fetischisten unter uns). In dieser Beziehung ist sie fast allen anderen Interpretinnen überlegen. Allerdings mangelt es ihr etwas an dramatischer Wahrhaftigkeit. All ihr Schluchzen und Seufzen, ihre erregten Klanggesten - es wirkt reichlich äußerlich, eben bloß gespielt, kaum empfunden. Maria Callas (und mit Abstrichen auch L. Price) bietet das wesentlich interessantere, weil glaubwürdigere Portrait, vor allem in ihrer ersten Aufnahme unter de Sabata (neben di Stefano, Gobbi).
Mario del Monaco gibt mit dem Cavaradossi für mein Empfinden seine beste Rolle. Er singt hier (vielleicht liegt es auch an der Aufnahmetechnik) viel sanfter, differenzierter, musikalischer als in allen anderen Aufnahmen, obwohl seine Stimme im Vergleich zu früheren Aufnahmen (Otello, Aida und Trovatore unter Erede) an Substanz und Kraft verloren zu haben scheint. Die Stimme klingt leichter und heller, was aber zur Rolle sehr gut passt.
George London singt den Scarpia bedrohlich finster und stimmlich souverän, ohne jedoch in seiner Gestaltung an Gobbi oder Taddei heranzureichen.
Das Dirigat Molinari-Pradellis ist ordentlich, wenn auch weniger differenziert und sorgfältig als de Sabatas, weniger klangreich als Karajans (erste Aufnahme mit den WP), weniger energiegeladen als Zubin Mehtas.
Insgesamt eine sehr gute Aufnahme mit der am schönsten singenden Tosca aller Zeiten und einem ordentlichen, homogenen Ensemble.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tebaldi in Hochform - ein Sängerfest!, 25. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Tosca (Ga) (Audio CD)
Renata Tebaldi hatte es wirklich nicht leicht, wurde sie doch in den meisten Partien an Maria Callas gemessen und waren die Befürworter und Gegner der jeweiligen Partei oft gnadenlos bis grausam. Dabei hatte diese Streiterein eigentlich keine der beiden nötig, verfügte doch jede von ihnen über außergewöhnliche Qualitäten. Das Repertoire der beiden überschnitt sich zudem in viel weniger Partien, als man heute glauben möchte. Die Belcanto-Rollen der Callas wird man bei Tebaldi nicht oft finden, während das Verismo-Repertoire der letzteren nicht so häufig in Maria Callas' Auftrittslisten zu finden ist.

Die Tosca war allerdings eine Glanzrolle von beiden, und beide waren auf ihre Art und Weise großartig darin. Callas' Aufnahme unter De Sabata ist bis heute unübertroffen und ein Geniestreich, deshalb gebe ich auch nur ihr volle fünf Punkte.

Gleich danach in meiner Hitliste steht allerdings diese Version. Es ist Renata Tebaldis zweite Einspielung der Partie. Schon 1950 oder 51 hatte sie die Rolle für DECCA gesungen, damals in Mono, mit etwas langweiligen Partnern. Die Stimme war damals noch etwas frischer, aber die Interpretation der Tosca war über die Jahre wundervoll gereift, und Tebaldi spielt die Grandeur der Verismo-Diva genußvoll aus. Mit großer Geste und stimmlicher Opulenz begegnet uns hier eine Primadonna der Luxusklasse, und die hohen Töne leuchten und gleißen wie ein Feuerwerk. Auch von den späteren Intonationsprobleme der Sängerin ist hier nichts zu spüren. Das "Vissi d'arte" habe ich von keiner anderen Sopranistin so brillant gehört (höchstens von Leontyne Price). Den Mord an Scarpia und den Entsetzensschrei bei Marios Tod gestaltet sie naturgemäß weniger "schauspielerisch" als die Callas und bleibt dabei an Realismus ein wenig zurück, doch ist ihre Interpretation absolut überzeugend, dramatisch und bleibt ein Dokument von bleibendem Wert.

George London als Scarpia ist, rein stimmlich gesehen, der opulenteste Scarpia seiner Generation, allerdings nicht so ausdrucksstark und fein gezeichnet wie Tito Gobbis Interpretation. Aber gesanglich bietet auch er ein packendes Portrait und paßt somit hervorragend zur Tebaldi.

Mario del Monaco gilt als Tenor-Macho, weil er oft zu laut und zu eintönig sang. Er besaß ein unglaubliches stimmliches Potential, die Stimme hatte eine bronzene Farbe und wirkte ausgesprochen männlich. Erfreulicherweise nimmt er sich hier in der Arie im dritten Akt ziemlich zurück. Man hört von ihm ungewohnt melancholische Töne. Die Vittoria-Rufe im zweiten Akt werden natürlich geschmettert, aber an dieser Stelle darf das ruhig so sein. Stimmlich ist Del Monaco in Bestform, und meiner Meinung nach ist sein Cavaradossi eine seiner schönsten Aufnahmen.

Das Orchester und der Chor der Accademia di Santa Cecilia spielen unter Francesco Molinari-Pradelli farbig und mit satten Farben, trumpfen im Fortissimo mit ausladendem Blech auf und musizieren in den lyrischen Momenten zart, sinnlich und sehr gediegen. Der ideale Klangteppich für große Sänger.

Ein Klassiker, den man haben sollte!
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Italianità in edler Stimmkultur, 2. März 2008
Von 
Wilhelm Kaiser "Alexander" (Wiesbaden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Tosca (Ga) (Audio CD)
Diese Gesamtaufnahme bietet große Oper in denkbar bester Besetzung aller Partien. Bei den Kundenbesprechungen der verschiedenen Aufnahmen werden jeweils die eigenen Lieblinge herausgestellt; die Konkurrenz wird auf die Plätze verwiesen. Favoriten sind hierbei Maria Callas, Leontine Price, Katja Ricciarelli, Kiri Te Kanawa, wie auch Giuseppe die Stefano, Jussi Björling und viele andere. Renata Tebaldi taucht, wie auch Mario del Monaco, kaum noch auf. Bleibt noch Franco Corelli zu erwähnen, der scheinbar wie Mario del Monaco in der Publikumsgunst zurückgefallen sein dürfte. Er hatte allerdings Mario del Monaco krakeelend zu übertrumpfen versucht und jammert derart in der Schlussszene, dass man am liebsten mitweinen möchte. Konnte die Stimme von di Stefano einst schweben wie von Flügeln getragen, zeigt sie doch als Cavaradossi bei der Aufnahme mit Maria Callas schon deutliche Verschleißerscheinungen dort, wo das ganze Können abgefordert wird.

Obwohl die Fachwelt sich weitgehend darin einig zu sein scheint, dass die Aufnahme mit Maria Callas absoluten Referenzcharakter hat, kann ich dem in aller Bescheidenheit nicht
ohne weiteres folgen: Maria Callas, Leontine Price und Renata Tebaldi charakterisieren die Flora Tosca ganz unterschiedlich, jede Interpretation ist einzigartig, keine Protagonistin übertrifft die andere. Maria Callas zeigt ihre Stärke mehr im dramatischen Bereich, während die beiden anderen Damen sowohl in den lyrischen als auch in den hochdramatischen Szenarien glänzend überzeugen. Wegen der unterschiedlich reizvollen Interpretationen sollte man eigentlich alle drei Aufnahmen kaufen. Eine Gewichtung wäre so mühselig wie etwa ein Streit darüber, ob die Rose, Lilie oder Orchidee die schönste Blume ist. Allerdings bin ich schon der Meinung, dass Renata Tebaldi am italienischsten singt.

Mario del Monaco ist heute ganz zu Unrecht ins Hintertreffen geraten, war doch sein Cavaradossi eine der Glanzfiguren dieses Sängers. Sein italienisches Temperament begeistert nicht nur in den dramatischen Szenarien, sondern auch in den lyrischen Teilen. Er beweist, dass er auch schön singen konnte. Diese männlich schöne Tenorstimme mit trompetenartigem Glanz und glutvoller Lebenslust überzeugt auf der ganzen Linie. Nach Labelangaben datiert die Aufnahme aus dem Jahr 1959, jedoch ist sie wahrscheinlich bereits 1958 entstanden.
Ferner soll nicht unerwähnt bleiben, dass immerhin Gina Nazionale (Lollobrigida) stolz darauf war, für ihren Film Die schönste Frau der Welt Mario del Monaco als Cavaradossi zu gewinnen. Dass die Lollo keinen guten Geschmack gehabt hätte, wird man wohl kaum behaupten können.

Fast überflüssig zu erwähnen bleibt, dass George London mit ausdruckstarker Stimme den mächtigen Fiesling Scarpia eindrucksvoll charakterisiert. Auch die weiteren Rollen, wie bei den meisten Aufnahmen der damaligen Zeit, sind allerbestens besetzt. Die stereophone Klangtechnik lässt keine Wünsche offen.
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Tosca (Ga)
Tosca (Ga) von Tebaldi (Audio CD - 1991)
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