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Solo - Brendel spielt Bach
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Neben den berühmten größeren Zyklen für Tasteninstrument solo komponierte Johann Sebastian Bach auch einige kleinere Stücke für diese intime Besetzung. Bei diesen Stücken kann in keiner Weise der Vorwurf des Akademischen erhoben werden, diese Stücke stecken so voller Liebe und Hingabe, dass dem geneigten Hörer das Herz aufgeht. Die beiden Choralpräludien "Ich ruf' zu dir, Herr Jesu Christ" und "Nun komm' der Heiden Heiland" liegen in einem Arrangement von Ferruccio Busoni vor.

Das sogenannte "italienische Konzert" in F Dur BWV 971 ist ein lyrisches, inniges Stück. Es eröffnet mit einem pastoralen, friedlichen Allegro Teil. Herz des Werkes ist das berückende Andante, dessen Schlichtheit und Religiosität berauschen. Das abschließende Presto ist markig und spannt den Bogen zum Kopfsatz.
Neben dem "italienischen Konzert" steht die chromatische Fantasie und Fuge in d moll BWV 903 im Zentrum dieser Zusammenstellung. Hierbei handelt es sich um eines der besten Werke des Thomaskantors für Tasteninstrument solo. Die einleitende Fantasie steckt voller Wut. Erst die sich anschließende, an einigen Stellen beinahe halluzinogene Fuge findet Linderung und Versöhnung.

Vier Zugaben sind zudem dargeboten: Zum einen das Prélude in a moll BWV 922 und die Fantasie und Fuge in a moll BWV 904. Bei diesen beiden Stücken wiederum handelt es sich um geschmackvolle Miniaturen, die einerseits Bachs tiefe Gottverbundenheit zur Schau stellen und auf der anderen Seite umfangreich Zeugnis über sein geniales Gespür für Kontrapunktik ablegen.
Zum anderen sind die oben bereits angesprochenen Choralpräludien BWV 639 und 659 eingespielt. Die kontemplative Grundhaltung dieser Kompositionen zieht unwiderstehlich in ihren Bann. Hier empfiehlt es sich am besten, zu verweilen, zu genießen.

Alfred Brendel hat in seiner Karriere nicht allzu viel Bach gespielt. Diese Platte entstand im Jahre 1976, nachdem Brendel einige Jahre überhaupt keinen Bach gespielt hatte. Im einleitenden Interview erörtert er genau seine Vorgehensweise beim Spielen und, dass für ihn für die Darbietung nur das Klavier in Frage komme, da der Klangumfang des Cembalos nicht ausreiche, um moderne Konzertsäle zu erfüllen.
Er hat die richtige Wahl getroffen: Sein farbenreiches Spiel kann nur auf dem modernen Konzertflügel voll und ganz zur Geltung kommen. Weiterhin ist das Spiel auf dem Flügel weitaus transparenter, was - gepaart mit der für ihr Alter hervorragenden Aufnahmequalität - in einem einmaligen Klangereignis resultiert. Brendel akzentuiert sein Spiel kontrastreich, was den Tonus der Kompositionen erheblich steigert. Voller Demut nimmt er sich der Partitur an, stellt sich in ihren Dienst.

Fazit: Ein wertvolles Recital des großen Alfred Brendel, das in keiner Klassiksammlung fehlen sollte!
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am 22. Juni 2009
Es gab immer schon Pianisten, die Bach auf dem Flügel spielten. Immer schon habe ich den Flügel dem Cembalo vorgezogen. Ohne irgendeine Grundsatzfrage daraus zu machen, sagt es mir mehr zu, die Farben, die ein Flügel erzeugen kann der relativen Monotonie eines Cembalos vorzuziehen, auch wenn das "Barocke" als Gefühl dabei in den Hintergrund tritt.

Die Wahrnehmung der Bach'schen Musik für ein Tasteninstrument ist , sicher nicht nur bei mir,wesentlich durch die Interpretationen von Glenn Gould geprägt worden.Auch dann, wenn ich seine Interpretationen, ausser den Goldbergvariationen, gar nicht für den Maßstab eines Bach-Spiels halte und eine Argerich, einen Pogorelich, eines Pires vorziehe.

Dennoch, der Eindruck, das Gerüst ist der Rhythmus, hat sich fest eingegraben.

Höre ich Alfred Brendel, höre ich viel Klang. Diese Aufnahme wird sehr gelobt, zum Beispiel."Eine gut überlegte Zusammenstellung von Bachwerken. Alfred Brendel spielt auf bestem Niveau mit schönen Einfällen, die er sehr gut umzusetzen versteht; z.B. die Orgelhaften Oktavierungen in der Fantasie und Fuge BWV 904, die original nicht im Text stehen, aber auf Brendels Art hervorragend passen. Überaus empfehlenswert..."

Die Behauptung, Brendel könne alles spielen, egal ob Bach oder Mozart oder Schubert, stimmt von der technischen Seite natürlich uneingeschränkt.

Sein Bach überzeugt mich allerdings nicht. Er ist mir zu sehr weichgezeichnet. Ganz vom Anschlag her produziert Brendel schöne Töne.
Pedal ist auch deutlich dabei. Das kommt bei Gould ja auch höchst sparsam vor.

Damit geht für mich ein Teil des Gerüstes verloren.

Brendel hat wenig Bach eingespielt und ich denke, seine Begabungen lagen auf anderem Gebiet.

Ich würde diese Interpretation nicht heranziehen, wenn ich mich an diesen Stücken erfreuen will.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Mai 2002
Eine gut überlegte Zusammenstellung von Bachwerken. Alfred Brendel spielt auf bestem Niveau mit schönen Einfällen, die er sehr gut umzusetzen versteht; z.B. die Orgelhaften Oktavierungen in der Fantasie und Fuge BWV 904, die original nicht im Text stehen, aber auf Brendels Art hervorragend passen. Überaus empfehlenswert, zumal bekanntlich ein Tag ohne Bach ein verlorener Tag ist, wie bestimmte Fachleute zu sagen pflegten!
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am 1. Dezember 2013
Die bereits 1976 eingespielte Aufnahme von Alfred Brendel beginnt mit dem italienischen Konzert. Befürworter der historischen Aufführungspraxis werden die Nase rümpfen, weil Brendel meiner Ansicht nach überhaupt kein Vertreter dieser Praxis ist und außerdem ein Konzertflügel zum Einsatz kommt. Auch wenn ich einige geschätzte CDs dieser Schule im Regal habe bin Ich in diesem fall persönlich darüber sehr froh, weil ich den Cembaloklang auf dauer nicht so schätze und eine knapp einstündige Cembalo-CD mir viel zu stark an den Nerven sägen würde....^^

Das italienische Konzert, dass den ersten Teil der CD einnimmt, ist ein schönes Werk von Bach, aber meiner Ansicht nach kommen die Highlights erst im zweiten Teil mit den Choralen und, wie ich finde, vor allem mit den von Busoni arrangierten Fantasien und Fugen. Man hört hier Bach auf eine Art wie man ihn nicht oft hört und es zeigt sich, dass die Musik modern und zeitlos klingen kann und nicht ins Museum gehört.

Brendel spielt wie man ihn auch im Konzert kennt, gefühlvoll aber ohne zu dick aufzutragen und sich selbst zu stark in den Vordergrund zu drängen.

Zusammenfassend eine nicht nur interessante, sondern auch sehr schöne und bewegende Aufnahme, deren Kauf ich uneingeschränkt empfehlen kann!
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am 23. Oktober 2013
Auf dieser CD wird Bach sehr farbig und durchdacht dargeboten und man kann stellenweise kaum glauben, dass es sich hier um Musik des Barocks handelt. Stellenweise hatte ich eher das Gefühl, einer modernen Klavierimprovisation beizuwohnen. Bach-Puristen werden aufgrund Brendels Ansatzes vielleicht die Nase rümpfen, der Rest der Menschheit wird sich an seiner Spielkunst erfreuen, bei der niemals ewas beiläufig klingt verbunden mit einem wunderschönen farbig-lyrischen Anschlag. Insgesamt also ganz anders als Gulda oder Gould. Schade, dass es von Brendel keine Aufnahme des Wohltemperierten Klaviers gibt.

Der Klavierklang der CD ist voll und farbig und bringt Brendels Anschlagskunst hierdurch voll zur Geltung.
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am 15. November 2013
Ganz klares Muss für jeden Klassik-Fan. Das Italienische Konzert gehört zu meinen Lieblingsweken von Bach, weil zeitlos und modern. Sowohl Komposition als auch Spielweise überzeugen gleichermaßen. Über die klangqualitat lässt sich im Übrigen auch nichts Negatives sagen!

Höret und staunet!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. Dezember 2006
Alfred Brendel erläutert im Begleittext einer früheren Ausgabe dieser CD, dass Bach mit seiner Musik weit über seine Zeit hinausweist. Manchmal 100-200 Jahre, wie ich meine. Etwa BWV 922. Oder das Andante aus dem Italienischen Konzert. Musik, reduziert auf ihr Wesen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. März 2009
Ich glaube, zu Alfred Brendel muss man nicht viel sagen, er spielt einfach hervorragend Klavier und kann Bach genauso gut interpretieren, wie Schubert. Allein deshalb ist die CD jetzt zu dem Preis ein echtes Schnäppchen.
Allerdings gibt es darauf noch etwas anderes, nämlich die Fantasie und Fuge in A -moll BWV 904, die man, im Gegensatz zu allem anderen hier vorliegenden Einspielungen, wirklich relativ selten geboten bekommt. Ich kenne sie offengestanden nur in Brendels Einspielung und die ist sagenhaft. Schon in der Fantasie, mehr noch aber in der Fuge vermag Brendel einen Spannungsbogen so zu steigern, dass man wahrhaftig nicht mehr von "kühler, ausdrucksarmer Musik" bei Bach sprechen kann. Mir bleibt beim hören immer wieder "die Luft weg", so gut ist die Musik, aber auch die Interpretation.
Diese CD kann ich nur wärmstens empfehlen!
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. Januar 2004
Hat man schon einmal solch einen Klang vernommen? Sicher wer schon andere Aufnahmen von Alfred Brendel gehört hat, der kann sich an drei Fingern abzählen, dass dieses Werk hält, was es verspricht. Wer Bach mag, wird auch diese CD mögen.
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