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am 1. Januar 2004
Bin eher durch Zufall auf diese Platte gestoßen, nachdem mir durch zahlreiche Rezensionen nahegelegt wurde, doch mal reinzuhören. Auch wer sich mit Sonic Youth noch nicht eingehend beschäftigt hat, dem werden trotzdem immer ein paar Statements zu den Alternative Rock-Göttern einfallen, wie "ach...das sind doch die, die immer unhörbare Platten machen", "...die Kritiker-Lieblinge schlechthin", "...die waren doch zusammen mit den Pixies die Wegbereiter des Alternative Rock". Wer sich "Daydream Nation" völlig unbedarft nähert, wird auf jeden Fall überrascht sein. Klar isses zunächst eine Album, das nicht gerade einfach zu konsumieren ist, aber es wird mit jedem Hören besser und entfaltet erst nach und nach seinen ganzen Reiz. Hat man sich erst mal an den etwas dünnen und stechenden Sound und die gelegentlichen Feedback-Ausbrüche gewöhnt, findet man etliche grandiose Songs auf "Daydream Nation". Aber nicht nur in Sachen Songwriting punktet diese Platte...was noch erstaunlicher ist: Hier steckt fast alles drin, was sich seit Ende der 60er Jahre in Sachen kreativer Rockmusik ereignet hat. Die ewigen Vergleiche mit Velvet Underground und dem Grunge-Boom der 90er Jahre kann man zwar stehenlassen, meiner Meinung nach stehen Sonic Youth mit "Daydream Nation" aber viel näher an Television dran, weil sie ebenso wie diese Band ein kunstvolles Gewebe aus verschachtelt-atmosphärischen Melodien, minimalistischen Rhythmen und wütenden Vocals darbieten. Trotzdem klingt's ganz anders als alles, was man von einem klassichen Rock-Lineup gewohnt ist - nachzuhören auf "The sprawl", "Total trash" und dem Klassiker "Teen Age Riot". Mit dem 14-minütigen "Trilogy" geht's ab in Richtung Prog-Rock, und die Intros zu "Hey Joni", "Providence" und "Candle" könnten genauso gut von einer Post-Rock-Platte Ende der 90er Jahre stammen. Insgesamt also genau die Mischung aus attraktiven Songs, punkiger "Wir-machen-unser-eigenes-Ding"-Attitüde und einer geheimnisvollen Aura, die "Daydream Nation" schon bei seiner Erscheinung zu einem der kultigsten Alben der 80er Jahre machten.
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am 19. Mai 2001
Diese Platte hob Sonic Youth zum Olymp der Underground-Szene empor und das mit voller Berechtigung. Auf "Daydream Nation" findet sich alles wieder, was Sonic Youth ausmacht und das in bester Form. Ablehnung gegen geltende Normen ("Teenage Riot"), musikalischer Wahnsinn ("Silver Rocket", "Trilogy"), stille Zurückhaltung ("Providence") und die unglaubliche Schönheit, die die Musik dieser Band besitzt ("The Sprawl", "Candle"). Jedes einzelne Lied muß sich erst im Kopf festsetzen, damit man es versteht und seine Besonderheiten erkennt. Und gerade das macht "Daydream Nation" zu einem Evergreen. Die Platte hat sogar genug Potential, um trotz ihrer Underground-Wurzeln noch ein paar Mainstream-Typen zu gefallen *g*.
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am 18. Juni 2007
Die Sonic Youth-Diskographie ist eine beeindruckende - kein einziger wirklicher Ausrutscher, nicht mal viele nicht völlig überzeugende Werke. Der Spitzenleistungen hingegen gibt es viele - Dirty und Goo fallen einem als erste ein, aber auch das letztjährige Rather Ripped reiht sich nahtlos in die Liste der besten SY-Alben ein. Daydream Nation allerdings hält seit Erscheinen (1988) den Spitzenplatz, sowohl bei Fans als auch bei Kritikern und beinflusst bis heute Horden an jungen Bands. Als Manifest des Post-Punk Art Rock vereint es die Stärken der Band wie kein anderes Album: song-orientiert aber experimentell, kontrolliert aber wild, hypnotisch aber krachig, schräg aber eingängig, bietet Daydream Nation kompakt alles, was Sonic Youth zu einer der wichtigsten Bands der 80er/90er machte und das Album selbst zu einem echten Höhepunkt beider Dekaden - wer sonst konnte so beeindruckend zeigen, wie kompatibel und fruchtbar die Verbindung von Noise und Pop sein konnte? Zu schweigen von einigen der besten Songs in Sonic Youths Katalo, von der eröffnenden Antihymne Teen Age Riot" bis zum abschliessenden Magnum Opus Trilogy", die nach beinahe 20 Jahren noch immer so aufregend klingen wie bei Erscheinen.

Universals superbe neue Deluxe Edition bietet auf Disc 1 das Album remastered (mit vielleicht einem Hauch zuviel Kompression, dafür aber auch erhöhter Dynamik), plus ein schönes Demo von Eric's Trip". Disc 2 bietet das gesamte Album noch einmal in beeindruckenden Liveaufnahmen von 1988/9 (besonders gut Kissability" und The Wonder"), plus 4 tolle Coverversionen: Within You Without You" (Harrison), Touch Me I'm Sick" (Mudhoney), Computer Age" (Neil Young) und Electricity" (Cpt. Beefheart). Dazu schicke Verpackung und gute Linernotes, ergibt: Absolute Pflichtplatte sowohl für Fans wie auch für Neueinsteiger, die sich keine bessere Version eines der wichtigsten Alben der letzten Dekaden wünschen könnten.
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Ich entdeckte das Album erst etwas später, also nach der Veröffentlichung. Der damalige Vertreter von EFA (R.I.P., du tolle Indie-Plattenfirma), und die "Spex" waren voll des Lobes. "Musste haben!" Also bestelle ich mir in unsererm Laden, in dem ich nach dem Abi ein einige Zeit arbeitete, das Vinylalbum. Ganz andächtig fischte ich es aus dem Karton. Allein schon das tolle Klappcover war beeindruckend. Kein Vergleich zur lieblosen Plastikhüllen-CD.

Das erste Lied "Teen Age Riot" haute mich sofort um. Der coole "Gesang" von Kim Gordon, was nur eine Art Intro ist, dann der vergleichsweise melodische Gesang von Thurston Moore, die Melodie...einfach alles machten das sofort zum Indie-Ohrwurm.

Allerdings geht es nicht so eingängig weiter. Der Rest ist zwar auch "catchy", aber wesentlich härter, lauter.
Das war auch der einzige Grund, weswegen ich etwas zögerte 5 Sterne zu vergeben. Das Album am Stück zu hören, fällt mir auch heute noch nicht ganz leicht, obwohl es m.E. kein schlechtes Stück darauf gibt. Doch Sonic Youth geben die ganze Zeit wirklich Vollgas, so sehr, dass ich mir manchmal eine kleine Pause zum Durschnaufen gewünscht hätte. Das ist jedoch der einzige Kritikpunkt, ich habe mir die CD nach Jahren nicht grundlos noch mal gekauft. Ein sehr gutes Album für Mix-Tapes!

Damit hat vor allem, das, auch privat langjährige Paar Gordon/Moore, einen kühlen Meilenstein geschaffen.
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am 29. April 2013
Das Sonic Youth immer ein bisschen mehr als nur eine Rockband waren, zeigt mit welch unterschiedlichen Künstlern sie in ihrer langen Karriere zusammen gearbeitet haben. Ihre Quasi-Herkunft New York spielte dabei immer wieder eine wichtige Rolle. Für das Cover ihres sechsten Albums wählte die Band ein Gemälde vom Gerhard Richter. Musikalisch stand „Daydream Nation“ für das Ende eines langen Entwicklungsprozesses, dem sich Sonic Youth fünf Alben lang unterzogen. Immer auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen, loteten Sonic Youth stets die Grenzen konventioneller Strukturen und Muster in der zeitgenössischen Rockmusik aus. 1988 schien diese Suche nun endgültig beendet. „Daydream Nation“ brachte alle Tugenden der New Yorker auf einen Nenner und klang feiner und differenzierter als Alles, was die Band vorher gemacht hat. Noch viel wichtiger war aber die Erkenntnis, dass der Sound endlich so kraftvoll und effektiv geriet, wie er es schon auf den beiden Vorgängeralben gerne sein wollte. Mit beeindruckender Souveränität erschaffen Kim Gorden, Thursten Moore, Lee Ronaldo und Steve Shelley in „Teenage Riot“, “Candle“ und „Rain King“ zeitlose Hymnen, zerlegen in „Silver Rocket“ mit der Noiserock-Säge Punkrock in seine Einzelteile oder lassen sich auf anstrengende, auf über sieben Minuten anschwellende Noiserock-Experimenten in „The Sprawl“ und „Total Trash“ ein. Auch wenn Sonic Youth für dieses Album abermals das Label wechselten, sollte „Daydream Nation“ für viele Jahre ihr letztes Album auf einem unabhängigen Label sein. Ab hier sollten sie Vorbild für eine neu-heranwachsende Rock-Generation werden. Das Ablehnen geltender Normen, musikalische Ambitionen, Selbstbestimmtheit und Coolness sollten fortan ihre Leitthemen werden. „Daydream Nation“ gilt auch heute noch als „Dreh- und Angelpunkt“ ihrer gesamten Diskographie. Es war ein Unschulds- und Reifezeugnis zugleich.
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am 9. Mai 2011
Was kann man schreiben über "Daydream Nation"? Was kann man schreiben über ein Album, dessen Stellenwert von hunderten Anderen in zyklischen Intervallen neu ausgemessen und verkündet wurde? "Daydream Nation" haben ganze Heerscharen begeisterungsfähiger Indierock-Boys-&-Girls (nicht wenige davon Angehörige der musikjournalistischen Zunft, ja, ja, Kritikerlieblinge, und den Ruhm kriegen die Nachgeburten.) zur besten Platte eines definierten Zeitraums erklärt; des Moments, der Woche, des Monats, des Jahres, des Jahrzehnts, des Jahrhunderts, der Vergangenheit, der Gegenwart, aller Zeiten, inklusive der absehbaren Zukunft. Ich selbst gehörte selten zum Kreis derjenigen, die die Einschläge spüren, während sie einschlugen, geschweige vor ihrem Einschlag. Ich mußte mir oft von Anderen erklären lassen, dieses oder jenes wäre geil und relevant - und danach war ich froh und dankbar, erfüllt vom sicheren Gefühl des Verstehens-warum (Ich bin ja nicht bescheuert.) und fühlte mich ein bißchen besser, weil ich ES begriffen hatte und nun DAZUGEHÖRTE, WIEDER dazugehörte, denn Erweckungserlebnisse dieser Art ziehen sich durch mein ganzes Leben. Ich weiß also nach all den Jahren nicht mit letzter Sicherheit, warum "Daydream Nation" scheinbar auf einer Stufe steht mit der Erfindung des Rades, den zehn Geboten oder dem weltweiten Aussterben übergroßer Echsen. So ungefähr jedenfalls. Liegt es am Ausmaß ihrer Kanonisierung oder einfach nur daran, daß ich dieses Album unbeschreiblich gut finde?
Als ich 1988 "Daydream Nation" hörte, fragte ich mich (vielleicht, wahrscheinlich nicht, aber ich stelle es als biografische Schönfärberei mal so hin), wieso ich eigentlich die ganzen Jahre davor meine Zeit damit vergeudet hatte, vollständig non-visionäre Provinzkapellen wie BAP zu hören? Ich bin mir nichtmal sicher, ob ich "Daydream Nation" von Anfang an total großartig fand, ob sie mich überrollt, an die Wand gedrückt, rüde genommen oder mit Engelszungen dazu verführt hat, Dinge zu tun, nach denen ich mich wie ein anderer Mensch fühlte, nicht unbedingt besser aber auf jeden Fall interessanter. Losgelassen hat sie mich jedenfalls erstmal nicht.
"Daydream Nation" ist ein geradezu prototypisches Beispiel für eine Platte, die eben viel mehr ist als eine Reihe Lieder (und selbst davon mehr als üblich, denn "Daydream Nation" ist ein Doppelalbum, wie man das früher nannte). Sie ist ein in sich geschlossenes WERK und als solches bei den ersten Durchläufen schwer zu erfassen. Das liegt einerseits an ihrer schieren Masse, andererseits daran, daß sie äußerlich so verschwommen und monochrom daherkommt. "Daydream Nation" klingt manchmal wie die flirrende Hitze über dem aufgeheizten Asphalt einer pulsierenden Stadt (und diese Stadt ist mit großer Sicherheit New York, denn nur da können Bands wie Sonic Yout herkommen), in dessen züngelnder Textur Fata Morganas entstehen und vergehen. Wer sich das Covermotiv, ein Bild von Gerhard Richter, auf dem eine Kerze zu sehen ist und das "Kerze" heißt (und außerdem 2008 für läppische 10,5 Millionen €€€ von A nach B versteigert wurde), genau anschaut und nicht völlig abgestumpft ist, bekommt schon eine Idee davon, was für Musik sich auf dieser Platte befinden könnte. Selten paßte eine Verpackung so perfekt zum Inhalt, und es wäre nichtmal nötig gewesen, daß eins der schönsten Stücke auch noch "Candle" heißt. Ein anderes heißt "Teenage Riot" und ist nach meinem Dafürhalten einer der besten Rocksongs aller Zeiten, unbedingt vergleichbar mit NEIL YOUNGs "Powderfinger", DAVID BOWIES "Heroes" oder DYLANs "Like A Rolling Stone", breit angelegten und dennoch mit relativ wenig Struktur und harmonischem Material auskommenden Strömen, die sich selbst transzendieren und zum Himmel auffahren. Songs, die, wie man so sagt, MEHR SIND ALS DIE SUMME IHER TEILE und zwar sehr viel mehr.
Trotzdem wird man dem Album gar nicht gerecht, wenn man einfach nur sagen würde, daß "Teenage Riot" der beste Song ist und daß es daneben auch noch eine ganze Reihe anderer toller Songs gibt (gibt es ja: "Silver Rocket", "Hey Joni", "'Cross The Breeze", "The Sprawl", "Rain King" und natürlich "Trilogy", dessen Dreiteiligkeit einen der Höhepunkte des frühen Indie-Prog, äh, darstellt). Es geht gar nicht um einzelne Songs oder um ein-Song-nach-dem-anderen, wie weiter oben schon angedeutet wurde. Mit einem gewissen Abstand bzw. aus seinem Zentrum heraus betrachtet ist "Daydream Nation" EIN EINZIGER SONG. "Daydream Nation" ist Musik ohne Anfang und ohne Ende, und das mag zunächst dazu führen, daß ein Eindruck von Gleichförmigkeit, vielleicht gar Langeweile aufkommt (ähnlich wie bei THE CUREs "Disintegration", dessen "Meisterwerk"-Nimbus unbestritten, das allerdings im Vergleich mit "Daydream Nation" höchstens Kreisklasse ist). Sein Abwechselungsreichtum (welch ein profanes Oberflächenwort!), sein formwandlerisches Potential (besser!), seine Unendlichkeit (kommt der Sache schon näher...) liegt aber in seiner TIEFE. Aha. Ich gebe zu, das scheint eine etwas coitus-interruptus-artige Pointe zu sein für den eskalativen, Epochales verheißenden Climax-Aufbau davor. Aber nehmen wir mal eine Band wie GREEN DAY. Wenn Musik Höhe mal Breite mal Tiefe ist, dann verfügen Green Day über eine Menge Breite und ebenfalls über viel Höhe. Mit der Tiefe ist es dafür nicht so weit her, aber das reicht, um eine Mehrheit glauben zu lassen, Green Day würden "rocken", und mehr wollen die meisten Menschen ja auch gar nicht (und es ist OK). "Daydream Nation" (und etliche andere SY-Alben) haben aber im Vergleich zu Green Day schon auf den 1. Blick weniger Breite und Höhe, aber ohne Ende Tiefe. Sie sind wie zwei sich gegenüberstehende große Spiegel. Du stehst genau zwischen diesen Spiegeln, blickst nach links, blickst nach rechts und siehst, daß es ewig weiter geht. Etwas nüchterner betrachtet könnte man auch einfach sagen, du schaust in eine optische Feedback-Schleife. "Feedback" ist natürlich ein super Stichwort, wenn es um Sonic Youth geht. Anno 2011 gibt es sie seit 30 Jahren. Sie sind die Rolling Stones der Independentmusik (Ich überlege, ob ich diesen Satz für viel Geld ans "Visions"-Magazin verhökern könnte). Man kennt sie und hält sie manchmal für etwas Selbstverständliches. Darüber übersieht man leicht: Es gibt nach wie vor keine Gitarrenband, die am laufenden Meter immer wieder anders oszillierende Skulpturen aus SOUND zu errichten imstande ist. Thurston Moore und Lee Ranaldo sind die unverkennbarste 2-guitar section der Rockmusik. Steve Shelleys Drumming ist so wunderbar integer und dienlich. Und die mächtige Kim Gordon macht Sonic Youth allein durch ihre Anwesenheit zu einer besonderen Band (auch wenn ihre vocal contributions manchmal nerven - aber es darf nicht alles glatt sein im Leben).
Wir sprachen von "Tiefe". Von sich gegenüberstehenden Spiegeln. Und so ist es nunmal: Wenn man in einen Tunnel hineinschaut, erkennt man meist nicht, ob er nach ein paar Hundert Metern aufhört oder doch in weitem Bogen zum Mittelpunkt der Erde führt. "Daydream Nation" führt einen mindestens bis dorthin, wahrscheinlich noch weiter. Und rockt auf seine Art wie eine Lasterkolonne voller Ytong-Klötze, meinetwegen. Aber eigentlich ist Daydream Nation wie Lava; wie sich im Wind ständig verändernde und von der Sonne dramatisch schattierte Wolkenformationen; wie Luftaufnahmen gigantischer Metropolen im Zeitraffer. "Daydream Nation" ist Teil meiner Existenz, Teil meiner Persönlichkeit und einer der Gründe, weswegen vorzeitiger Gehörverlust direkt in den Selbstmord leiten könnte. Wer das nicht zumindest theoretisch versteht, wird nie mit mir auf einer Wellenlänge sein. Er kann mit mir mal einen Kaffee trinken. Aber kennen wird er mich nicht.
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am 15. August 2008
Ich hatte mich vorher nie so richtig an Sonic Youth herangetraut und kannte die Band eher durch ihre dauerhaft positive Presse als Indie-Heroen als durch ihre Musik. Die Befürchtung, die Musik könnte mir als andauernde Feedback-Orgie zu anstrengend sein, hat mich lange davon abgehalten, diesen Klassiker zu entdecken. Aber was soll ich sagen, die Befürchtung war komplett unbegründet. Daydream Nation ist nicht nur nicht unzugänglich, sondern hat mich schon beim ersten Hören komplett umgehauen. Die wunderbaren Melodien und faszinierenden Sounds stehen im Kontrast zu immer wieder auftauchenden ruhigen bis schrägen Instrumentalpassagen und gewinnen dadurch noch mehr an Wirkung. Also für alle, die bisher auch etwas Angst vor Sonic Youth hatten, aber offen für Musik jenseits des Mainstream sind: Daydream Nation ist zurecht ein Klassiker und gehört in jede vernünftige Sammlung!
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am 28. Oktober 2013
Ähnlich wie dirty, goo, washing mashine eine weitere super sonc youth CD. Die zweite CD mit live Konzert ist auch schwer zu empfehlen...
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am 15. Juni 2003
Neben Pixies "Doolittle" dürfte "DAYDREAM NATION" von SONIC YOUTH zu den einflußreichsten Scheiben der ausgehenden 80er in Sachen amerikanischer Indi-Rockmusik gehören.
Erschienen 1988, also ein Jahr vor "Doolittle" zeigte die New Yorker Noise-Truppe Sonic Youth wohin der Weg in den 90ern gehen sollte. Der aufgeblsene und verlogene Mainstream-Rock der 80er hatte nach "Daydream nation" engültig seine Berechtigung verloren und machte den Weg frei für unzählige Bands aus dem Underground, Seattle-Grunge und den heutigen Nu-Metall-Bands.
"Daydream nation" ist der Beweis, daß jede US-Undground-Band die etwas auf sich hielt bei Sonic Youth klauen mußte.
Kim Gordon, Thurston Moore, Lee Ronaldo und Steve Shelly führten allen Gitarristen bis zum heutigen Tag vor wie man Rock'n Roll zerstört und anschließend wieder neu erfindet.
"Daydream nation" ist die vieleicht beste Scheibe der New Yorker Avantgardisten, was aber die Qualität ihrer anderen Scheiben in keinster Weise schmälern soll und kann.
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am 26. September 2014
Ihre Fans behaupten hinter all dem Geschrabbel der Doppelgitarren, dem Bass-Donner, den Repetivdrums - mit anderen Worten all dem Krach - lägen wahre Lyrizismen verborgen, die man sich erst nach und nach frei hören muss. Mag sein. Ich jedenfalls bin nach dreißig Jahren und erstmaligem Hören nicht so weit, dass ich das von mir behaupen könnte. Meine Sonic Youth hießen bislang Yo La Tengo und die hab ich bei all ihren stilistischen Hakenschlägen immer noch verstanden - Sonic Youth nicht.

Aber, das muss ich zugeben, bei all meinem Nichtverstehen hat es doch was, auch wenn es mich verwundert wenn deutsche Rezensenten auf die Idee kommen sie mit Television zu vergleichen. Nur weil die auch aus dem New Yorker Umfeld kamen und ebenfalls im CBGB spielten....kein hinreichender Grund, wirklich nicht. Mich überrascht hingegen: ich höre den ersten Track....und das klingt britisch, klingt eindeutig nach Spätpunk, klingt wie Joy Divison im Übergang zu New Order - so circa Ceremony. Sehr überraschend! Aber vielleicht sind das auch nur meine ungeübten, ungelenken Sonic Youth Ohren....wird schon noch - oder auch nicht.
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