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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen unerreicht, 21. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: 4 Klavierkonzerte (Audio CD)
Sicherlich gibt es bei Rachmaninoff keine radikalen Wendungen, was die Entwicklung seiner Musik im Laufe seines Lebens anbelangt, blieb er doch zeit seines Lebens der tonalen Sprache mit seinen typischen düsteren Harmonien sehr treu. Dennoch kann man gerade in seinen Klavierkonzerten bzw. in seinen Werken für Klavier und Orchester beispielhaft seinen Werdegang als Komponisten ablesen. Das erste Klavierkonzert schrieb er bereits als Jugendlicher, bei der Uraufführung des bis heute ungemein beliebten zweiten Konzertes hatte Rachmaninoff eine gewaltige Krise - und damit verbunden große Selbstzweifel - hinter sich, im dritten Konzert verdichten sich die polyphonen Strukturen mit einer enormen erforderlichen Pianistik, im vierten Konzert hört man eher impressionistische Anklänge, während er in der Paganini Rhapsodie das vollendet, was bei ihm als Mittel schon so häufig zur Geltung kam, nämlich das bei ihm so kreative immer wieder aufs Neue Ersinnen von Variationen.
Es ist wirklich ein enormer Glücksfalls, dass Rachmaninoff als Pianist alle diese Werke einspielte und der Nachwelt hinterließ. Und es ist tragisch, dass wie es scheint nur wenige diese Einspielungen bislang kennen. Das Alter der Aufnahmen sollte keinen abschrecken: die Aufnahmen lassen sich hören und offenbaren welch ein begnadeter Pianist Rachmaninoff war. Rachmaninoff hatte das, was so viele Pianisten anstreben und vielleicht doch nicht erreichen, seinen individuellen und für sich charakteristischen Klang, seinen bronzenen Ton. Seine Aufnahmen sind anders als diejenigen der heutigen Zeit. Man spielte damals wesentlich rascher und zügiger (siehe beispielsweise Gieseking, Hofman, die frühen Aufnahmen von Horowitz und nicht zuletzt natürlich der große Rachmaninoff selbst). Des weiteren machte Rachmaninoff sehr wenig vom Pedal Gebrauch, und dass sein Spiel dabei trotzdem nicht trocken und oder auch nur im Entferntesten abgehackt klingt, bleibt wohl ein Rätsel seiner Kunst. Er war wie kaum ein zweiter seiner Zunft in der Lage Klarheit in den kompliziertesten Strukturen zu schaffen, wie etwa bei seinem dritten. Interessant auch seine Herangehensweise, sein musikalischer Ansatz in der Interpretation seiner eigenen Werke, ungemein lyrisch und poetisch ohne sentimental zu werden, immense Präzision, ohne an Leuchtkraft und Ausdruck zu verlieren. Harold Schonberg schrieb, dass es eine solche Pianistik nicht mehr gibt, dass sie ausgestorben sei. Und somit verbleiben diese Aufnahmen rund 60 Jahre nach Rachmaninoffs Tod das unerreichte non plus ultra an Gesamteinspielungen, und haben nicht nur historisch unschätzbaren Wert. Und man verzeiht ihm sogar die schrecklichen Kürzungen, die er im dritten Klavierkonzert vornimmt, nachdem man sich Glanzstellen wie die Solokadenz des ersten Konzertes angehört hat.
Ärgerlich nur, dass die Herren von RCA bei der Überspielung von Schellack auf CD etwas lieblos ans Werk gegangen sind, das haben die von Naxos etwas besser hinbekommen, und die sind obendrein auch noch günstiger...
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rachmaninov war eben selbst sein bester Interpret..., 25. September 2010
Von 
Andre Arnold "Lateingott" (Rödental, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 4 Klavierkonzerte (Audio CD)
Sergei Rachmaninov war gewiss einer der größten Pianisten des vergangenen Jahrhunderts. Zudem gilt er als der letzte Romantiker. Seine vier Klavierkonzerte gehören zum Standardrepertoire eines jeden modernen Pianisten. Kein Wunder, denn diese Stücke sind einzigartig in ihrer beinahe rhapsodischen Anlage, aber dennoch voller Tiefsinn und Melancholie.
Und da ist es doch interessant, zu erfahren, wie der Komponist selbst diese Werke zu interpretieren geruhte. Nach seiner Emigration in die USA war Rachmaninov insbesondere als Konzertpianist und Dirigent tätig. In den Jahren 1929 bis 1941 nahm er gemeinsam mit dem Philadelphia Orchestra alle seine Klavierkonzerte und die Paganini Rhapsodie auf. Es handelt sich dabei um faszinierende historische Dokumente.

Obwohl sein erstes Klavierkonzert fis moll op. 1 ein ausgesprochenes Frühwerk ist, so trägt es doch schon deutlich die Spuren der typisch rachmaninovschen Klangsprache, die von Schwermut und mürrischem Aufbegehren geprägt ist. Der ausschweifende Kopfsatz legt das Programm des Konzertes fest: Das Orchester tobt, bis das Klavier einsetzt und dem Plenum die Richtung vorgibt. Die burlesken Ausbrüche verleihen dem Werk das typisch Rhapsodische. Der langsame Satz ist schlicht und feierlich gehalten. Im Finale knüpft der Komponist unverhohlen an das kreative Chaos des Kopfsatzes an.

Sein beliebtestes Konzert ist das zweite in c moll op. 18. Das liegt besonders an der über allem schwebenden Lyrik. Rachmaninov schrieb dieses grandiose Werk nach einer schweren Lebenskrise, nachdem die Uraufführung seiner ersten Sinfonie zu einem persönlichen Desaster wurde. Der unheimlich erste Satz schwillt in einigen Passagen so weit an, dass das Orchester wütend die versöhnlichen Klänge des Klaviers übertönt. Aber besonders das melancholische, lyrische Adagio sostenuto brachte dem Werk seinen bis heute dauernden Ruhm. Originellerweise schloss der große Russe das Stück mit einer Art Scherzo ab, die der angespannten Stimmung vor allem des Kopfsatzes entgegenwirkt.

Auch sein drittes Klavierkonzert in d moll op. 30 gehört zu seinen bekannteren Werken. Es ist sein umfangreichstes Konzert und eröffnet mit einem mächtigen, schicksalsschweren Kopfsatz. Auch wenn der langsame Satz nur mit "Intermezzo" betitelt ist, so ist er doch sehr komplex und fragil. Das Finale ist in Form einer Stretta gehalten und stellt einen feurigen Kehraus dar.

Das knappste Klavierkonzert ist das vierte in g moll op. 40. Das verkappte, komplexe Stück hat bis heute keinen rechten Einzug in die Konzerthäuser der Welt gehalten, obwohl sowohl der Kopfsatz als auch das Finale von beinahe jugendlicher Beschwingtheit sind. Besonders der rhapsodische, improvisiert wirkende Aufbau des ersten Satzes ist wirklich herrlich. Auch der kurze, langsame Satz weiß zu überzeugen.

In seinen letzten Jahren hatte Sergei Rachmaninov kaum noch Zeit zum Komponieren. Das, was er aber schrieb, ist von besonderem Wert. Neben seiner dritten und letzten Sinfonie und den sinfonischen Tänzen, die er selbst für sein gelungensten Werk hielt, ist es besonders die Rhapsodie über ein Thema von Niccoló Paganini für Klavier und Orchester op. 43, die zu seinen ganz großen Stücken zählt. Nach einem kurzen Vorspiel setzt der Komponist prompt die erste Variation, bevor das eigentlich Thema - die berühmte 24. Caprice in a moll - produziert wird. Diese erste Variation entblößt das Thema bis aufs Gerüst. Im Laufe des Zyklus baut der Tonsetzer noch ein weiteres Thema ein, nämlich das des dies irae. Es entwickelt sich ein infernalischer Wirbel, der mit der 18. Variation, der großen Weise", eine willkommene Auszeit erfährt.

Wenn man sich diese alten Aufnahmen anhört, ist man vielleicht zunächst etwas befremdet. Rachmaninov legt ein enormes Tempo vor, verweilt sich nur in den langsamen Sätzen. Durch seine scharfe Akzentuierung, seine filigrane Farbgebung und seinen lyrisch melancholischen Anschlag aber - gepaart mit einer phänomenalen Orchesterleistung - interpretiert er seine eigenen Kompositionen über jeden Zweifel erhaben. Das Philadelphia Orchestra spielt zum einen unter dem Dirigat des legendären Eugene Ormandy und zum anderen unter der straffen Führung von Leopold Stokovsky (2. Konzert, Rhapsodie). Der Klang ist freilich alles andere als perfekt. In gewisser Weise passen das Rauschen und die Dumpfheit aber zu den nostalgischen, melancholischen Kompositionen. Es kommt beinahe Kaminfeuerromantik auf.

Fazit: Ich möchte diese Alternative nicht mehr missen, gibt sie uns doch die Möglichkeit, eine Interpretation aus erster Hand mitzuerleben. Und wenn diese dann auch noch so gelungen ist wie die vorliegende, was will man denn dann noch mehr?
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5.0 von 5 Sternen Genussmomente, 25. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 4 Klavierkonzerte (Audio CD)
Zwar hätte ich mir auf der CD lieber noch die Préludes und Moments Musicaux gewünscht, aber das lässt sich ja auch leicht auf Amazon nachbestellen.

>>> perfekte wunderschöne romantische Originalaufnahmen von einem der wenigen GENIES aller Zeiten zu Lebzeiten!!
Vielen Dank für den humanen Preis... Das war mir eine riesige Freude
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4 Klavierkonzerte
4 Klavierkonzerte von Rachmaninoff (Audio CD - 1994)
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