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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Karajans "Tristan und Isolde" - Eine Glanzleistung, 13. Juli 2003
Von 
Wolfgang-Armin Rittmeier (Päse) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tristan und Isolde (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Was für ein „Tristan"! Selten hat man eine so runde Aufnahme gehört, wie die Karajansche Studioaufnahme von 1971/1972. Da stimmt schlicht alles: Besetzung, Orchester und Dirigat - sämtliche Beteiligten präsentieren sich hier auf dem Zenit ihrer Möglichkeiten. So begeistert Jon Vickers' Tristan-Darstellung besonders im dritten Akt, in der er eine wahrhaft darstellerische Tour-de-force durchsingt. Da stört es sogar nicht so sehr, dass Vickers' Vokalfärbung stets etwas nasal und etwas zu breit ist (z.B. immer wieder bei Isoldää). Vielmehr gelingt es ihm, die manisch-depressiven Ausbrüche des fiebernden Tristan so intensiv, so lebendig darzustellen, dass es den Hörer in eine kaum zu ertragende, knapp 50-minütige Hochspannung versetzt. Auch Helga Derneschs Leistung ist beachtlich, sowohl in den Dialogen mit Brangäne, als auch in der Liebesmusik des zweiten Aktes. Auch sie steigert sich die gesamte Aufnahme hindurch, sodass ihr „Liebestod" zu den entrücktesten Darstellungen überhaupt gerechnet werden darf. Aber auch die Besetzung der Nebenfiguren ist von beachtlicher Qualität. So ist Christa Ludwigs Brangäne wohl kaum zu überbieten, Walter Berry gibt besonders im dritten Akt einen eindringlichen, mitfühlenden und charaktervollen Kurwenal und Karl Ridderbuschs König Marke verdeutlicht vorbildlich die Verwirrung und Fassungslosigkeit eines Mannes, der erfährt, dass ihn die zwei von ihm meistgeliebten Personen ihn hintergangen haben. Lediglich Bernd Weikls Melot bleibt blass. Doch trotz der sängerischen Höchstleistungen sind es die Berliner Philharmoniker mit Herbert von Karajan, die diese Aufnahme zu einem echten Erlebnis machen. Denn unter Karajans Stabführung entwickelt sich das Orchester gleichsam zur dritten Hauptperson. So wird jedwede Stimmung der Charaktere intuitiv erfasst und umgesetzt. Da rumort und dräut, drängt und sehnt es, da wird die dunkle Erotik des zweiten Aktes zu einem rauschhaften Erlebnis und über die Darbietung des opulenten dritten Aktes, in dem Karajan und seine Mannen nun aber wirklich jeden Ton - sei es der bedrückteste, oder aber der erregteste - dem Hörer unter die Haut spielen, kann man in aller Kürze nicht erschöpfend reden. Insgesamt eine Aufnahme, die ebenbürtig neben den „klassischen" Böhms und Soltis in den Plattenschrank gehört und auch hohen Klangansprüchen gerecht wird.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nur einer von dreien, 27. Januar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tristan und Isolde (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
aber wohl die 'homogenste' Produktion. Vergleichen wir Furtwängler mit Philharmonia London und Suthaus/Flagstad sowie Böhm aus Bayreuth mit Nilsson/Windgassen mit dieser Aufnahme, so beeindrucken zunächst die Berliner Philharmoniker unter Karajan durch, ja wie soll man es beschreiben ? Vielleicht 'gezügelte Glut'. Die Tempi erinnern an Knappertsbusch wobei der Klang weit transparenter und differenzierter daherkommt. Im zweiten Akt dann die pure Extase (Dernesch-Ludwig in einer beeindruckenden 'Tour de force'), kurzes Abklingen der Spannung zu Beginn des dritten Aktes um mit den Fieberphantasien (Vickers überzeugendste Momente)erneut aufzubrausen und dann in überirdischen Sphärenklängen mit dem Liebestod zu verklingen. Die Besetzung ist, wie gesagt, aus einem Guß. H. Dernesch, für mich ein lyrischer Mezzo, brilliert hier noch mit Höhe und Temperament, J. Vickers intelligent und zurückhaltend wie Windgassen aber im Gegensatz zu ihm durchaus mit großem Stimmvolumen in den dramatischen Ausbrüchen. Ch. Ludwig und W. Berry wohl die beste Brangäne und Kurwenal und auch Ridderbusch stimmlich perfekt und im Ausdruck verletzte Größe und nicht beleidigtes Gejammer. Ich kann wirklich nicht sagen, welcher der drei Aufnahmen der Vorzug zu geben ist, ich höre sie alle immer wieder mit dem gleichen Genuß. (Schade nur, daß Ch. Ludwigs Ausflug ins hochdramatische Fach vor diesen Salzburg-Produktionen endete.)
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19 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Meisterhafter Ausdruck des Leidens, 30. Juli 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Tristan und Isolde (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Jon Vickers verkörpert einen Tristan, der in Ausdruck und Leidensintensität unerreichte Tiefen offenbart. Hier wird das Hören zur vom Komponisten in mehreren Briefen angekündigten Höllenqual. Einer der bewegendsten Beiträge der Wagner-Diskographie.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr einheitlich, aber sehr langsam, 2. Januar 2005
Von 
vully "vully" (Neuhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Tristan und Isolde (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Eigentlich kann diese Aufnahme die einheitlichste Besetzung von allen vorweisen. Trotzdem finde ich sie weniger ergreifend als die Furtwängler-Aufnahme und weniger mitreißend als die Böhm-Einspielung.

Das liegt nicht an Jon Vickers: Er vereint die Kraft von Lauritz Melchior mit der Sensibilität von Ludwig Suthaus, ist ein intelligenter, mitreißender Tristan. Zu keiner anderen Rolle passte seine sehr voluminöse, aber in der Höhe nicht glänzende, sondern eher rauhe, fast brüchige Stimme so perfekt wie zu dieser. Etwas störend wirkt nur seine sehr offene und breite Aussprache der Vokale, insbesondere das "i" und "e" (Iiisoldäää). Deshalb bleibt Suthaus zwar mein persönlicher Lieblings-Tristan, trotzdem ist Vickers einer der wenigen ganz großen Darsteller dieser so extrem schwierigen Rolle.

Helga Dernesch ist eine jugendlich lyrische Isolde. Auffällig ist v. a. die stimmliche Ähnlichkeit mit der Brangäne Christa Ludwig. Beide Sängerinnen haben dunkel timbrierte, runde und weiche Stimmen, wobei Dernesch etwas rauher, härter klingt, was sicher gut zu dem erfahreneren Charakter der Isolde passt. Trotzdem habe ich mich ab und zu bei dem Wunsch ertappt, die Sängerinnen wären umgekehrt besetzt worden, auch weil Dernesch neben dem unglaublich ausdrucksvollen Vickers teilweise etwas kühl wirkt. Außerdem ist sie ihm vom Stimmvolumen her nicht wirklich gewachsen.

Die jugendlich warmherzige Brangäne von Christa Ludwig stellt für mich dagegen das Ideal dar. Obwohl die Isolde immer ihre Traumrolle war, war sie als Brangäne zwei Jahrzehnte lang unverzichtbar. Walter Berry als Kurwenal steht ihr nichts nach: Er singt fast so elegant wie Fischer-Dieskau unter Furtwängler, aber mit einer kräftigeren, volleren und tieferen Stimme - ein echter Baßbariton und einer der beiden besten Kurwenale auf Platte.

Karl Ridderbusch ist ein sehr lyrischer, melancholischer, großartiger König Marke, und auch Peter Schreier macht als junger Seemann und Hirte seine beiden Auftritte unvergesslich.

Herbert von Karajan wählt wie in allen seinen späteren Aufnahmen sehr langsame Tempi - sogar langsamer als Furtwängler. Und während ich bei letzterem das Gefühl hatte, dass er die Sänger auf den Wogen der Musik trägt, sie frei aussingen lässt, wirken Karajans Tempi eher zäh. Ich hatte beim Hören immer wieder das Gefühl, dass auch die Sänger sich damit ausgesprochen unwohl fühlen und lieber erheblich schneller singen würden.

Zudem ist - ebenfalls typisch für Karajans spätere Aufnahmen - das Orchester im Verhältnis zu den Sängern sehr weit in den Vordergrund gerückt und klingt - typisch für die EMI - sehr (zu?) samtig rund.

Zusammengefasst ist dies also eine insbesondere von den Sängerleistungen her hervorragende Aufnahme, aber wegen der zähen Tempi und des etwas mulmigen Klangs bleiben meine favorisierten Aufnahmen immer noch die unter Furtwängler und Böhm.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine gute Studio-Aufnahme, 31. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Tristan und Isolde (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Es ist nicht einfach, Tristans Aufnahmen von Furtwängler und Böhm zu toppen. Obwohl Karajan einen großen Wert auf technisch sauberen Klang legt, was ihm auch gelingt, die darstellerische Harmonie seiner beiden Vorgängern erreicht er nicht.
Mit Jon Vickers als Tristan und Christa Ludwig als Brangäne hat Karajan eine sehr gute Wahl getroffen, das allein würde den Kauf dieser Box rechtfertigen; leider ist Helga Dernesch keine so ausdrucksstarke Isolde, so daß sie neben Brangäne und Tristan etwas "blaß" aussieht.

Das sehr langsame Dirigat ist Geschmackssache (mein Geschmack wird hier nicht getroffen), aber unter dem Strich eine gelungene Aufnahme.
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