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5.0 von 5 Sternen Der Maßstab
Diese Aufnahme hat alle früheren übertroffen und für die späteren den Maßstab gesetzt, ohne wirklich erreicht zu werden.
Das liegt natürlich in erster Linie an Tito Gobbi und der Callas, die 1955 auf der Höhe ihrer Darstellungskunst und auch (noch) gut bei Stimme waren:
Gobbi fand bei der Darstellung des Narren genau das...
Am 22. Januar 2003 veröffentlicht

versus
3.0 von 5 Sternen Nicht mein Ideal
Etwas irritiert war ich schon, als ich immer wieder hervorragendste Rezensionen über diese Aufnahme las, denn mir persönlich gefällt dieser Rigoletto nicht ganz so gut, was hauptsächlich an den Besetzungen Callas und di Stefano liegt.
Tito Gobbi, um mal positiv zu beginnen, ist vielleicht nicht der stimmschönste Rigoletto, den es auf...
Veröffentlicht am 9. April 2011 von Thomas Ehlers


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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Maßstab, 22. Januar 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Verdi: Rigoletto (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Mailand 1955) (Audio CD)
Diese Aufnahme hat alle früheren übertroffen und für die späteren den Maßstab gesetzt, ohne wirklich erreicht zu werden.
Das liegt natürlich in erster Linie an Tito Gobbi und der Callas, die 1955 auf der Höhe ihrer Darstellungskunst und auch (noch) gut bei Stimme waren:
Gobbi fand bei der Darstellung des Narren genau das richtige Maß an Würde, Bitterkeit und Rachsucht, ohne die Rolle zur Karikatur zu machen. Dabei bleibt seine Stimme - von einigen "gehupt" wirkenden Spitzentönen abgesehen - bei aller Darstellungskunst stets edel und elegant, weil er mit musikalischen Mitteln interpretiert.
Die Callas wirkt als junges Mädchen glaubwürdig, zart und dennoch stark. Im Gegensatz zu der ansonsten hervorragenden Sutherland (bei Bonynge) kann sie ihr Timbre (mit dem sie zum Inbegriff von Rollen wie Lady Macbeth oder Norma geworden war!) der Gilda anpassen, ohne gekünstelt zu wirken. Technisch ist ihre Darstellung ohnehin der Maßstab schlechthin geworden - man höre nur ihr "Caro nome". Auch ihre Stimme klingt erstaunlich intakt - eigentlich waren 1955 meist schon erhebliche Verschleißerscheinungen zu hören. Hier nicht.
Dazu gibt Giuseppe di Stefano einen zwar etwas eindimensionalen, aber rollendeckenden Grafen (die Rolle verlangt nun mal einen Macho, und den singt er). Seine Stimme wirkt immer noch unglaublich überrumpelnd und erotisch. Schade nur, dass er entsprechend der damaligen Praxis die Stretta seiner 2. Arie wegläßt.
Die Nebenrollen sind rollendeckend besetzt, allen voran Nicola Zaccaria - damals einer der führenden italienischen Bässe - als Sparafucile.
Einziger Wermutstropfen ist vielleicht das nicht immer ganz lupenrein spielende Orchester, aber das läßt sich angesichts der Qualitäten der Aufnahme wirklich verschmerzen.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierende Gesamteinspielung, 17. September 2004
Rezension bezieht sich auf: Verdi: Rigoletto (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Mailand 1955) (Audio CD)
Diese Aufnahme von Giuseppe Verdis "Rigoletto" entstand zu einer Zeit, in der sich sowohl die Callas, als auch ihr Tenorpartner Giuseppe di Stefano auf dem Höhepunkt ihrer Karriere angelangt waren. Das Callas und Giuseppe di Stefano das Traumpaar der Oper waren, wissen wir zwar nicht erst seit dieser Aufnahme aus dem Jahre 1955, aber sie bestätigt diesen Eindruck. Beide Stimmen harmonieren unglaublich gut miteinander und der Gesamteindruck ist verblüffend.
Maria Callas singt die Rolle der Gilda. Sie singt die Partie mit einer sehr warmen und jugendlichen Stimme. Auch hier singt die Callas diese schwere Verdi-Oper im Stil des Belcanto und alle Verzierungen oder Koloraturen werden mit unglaublicher innerer Wärme und mit viel Gefühl gesungen. Besonders grandios ist die Arie "Caro nome", in der alle Spitzentöne und Koloraturen perfekt sitzen. Auch das große Duett mit Rigoletto, welcher von dem grandiosen Tito Gobbi gesungen wird, gehört zu den gesanglichen und darstellerischen Höhepunkten auf dieser Operngesamtaufnahme. Callas schließt das Duett mit einem dreigestrichenen es in alto ab und der Ton sitzt perfekt. Auch das Finale der Oper wird unglaublich anrührend und gefühlvoll gestaltet. Callas ist auch hier wieder eine absolute Idealbesetzung.
Auch Tito Gobbi, der die Titelrolle dieser Oper singt, ist ein idealer Darsteller für diesen Charakter. Seine Stimme eignet sich hervorragend für diese Rolle und auch sein wunderbares darstellerisches Talent ist wie gesachaffen für diese Rolle. Besonders schön ist das düstere Ende der Oper. Gobbi ist ein idealer Partner für die Callas, denn beide sind gleichrangig gute Sänger und auch Darsteller. Giuseppe di Stefano singt den Duca di Montava. Er ist für die Callas ein ebenso guter Partner, wie Tito Gobbi. Seine Stimme ist weich und in der Höhe sicher. Seine darstellerischen Fähigkeiten sind auch sehr zu bewundern. Seine Rolle nimmt man ihm als Zuhörer jedenfalls vollkommen ab. Die restlichen Darsteller sind ebenfalls alle hervorragend und alle Rollen sind gut besetzt. Besonders glänzt Nicola Zaccaria als Sparafucile.
Chor und Orchester der Mailänder Scala sind grandios. Ab und zu schwankt es im Orchestergraben ein wenig, dies ist aber eher der Aufnahmetechnik anzulasten. Tullio Serafin, der großr Mentor der Callas, führt hier den Tacktstock. Sie sind bereits ein eingespieltes Team, da Serafin schon einige Aufnahmen mit Callas produziert hatte. Das Dirigat ist dynamisch und rhytmisch genau. Greifen sie bei dieser Aufnahme schleunigst zu. Der Preis ist zwar alles andere als kundenfreundlich, aber es lohnt sich!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einer der allerbesten "Rigolettos"!, 14. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Verdi: Rigoletto (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Mailand 1955) (Audio CD)
Bei "Rigoletto"-Aufnahmen habe ich persönlich das Problem, daß ich keine einzige als vollkommen perfekte Referenz hervorheben kann. Mir gefallen viele, aber keine hebt sich absolut von allen anderen ab.
Diese hier ist aber in stilistischer und gesanglicher Hinsicht ganz hervorragend.

An erster Stelle steht für mich die absolut herausragende Darstellung der Titelfigur von Tito Gobbi, der die ausgefeilteste und berührendste Interpretation des tragischen Hofnarren abliefert, die ich je gehört habe. Beißender Spott, Angst, zärtliche Vaterliebe und brütender Schmerz, alle Facetten finden in Gobbis Darstellung unvergleichlich Ausdruck.
Auch Gobbis Stimme paßt hervorragend zur Figur. Technisch souveräner und klanglich brillanter haben die Rolle zwar einige andere Baritone gesungen, aber niemand reicht an diese tragische Größe heran. Ein Rigoletto, den man gehört haben muß!

Giuseppe di Stefano als Duca di Mantova ist ebenfalls hinreißend. 1955 war Di Stefanos Glanzzeit, und so strahlt sein herrlich schmelziger Tenor wie die Sonne über Sizilien. Ein paarmal forciert er, aber das fällt angesichts soviel Charme und Eleganz überhaupt nicht ins Gewicht. Bei diesem Herzog muß einfach jede Gilda schwach werden. Phänomenal auch das Diminuendo, mit dem er die letzte Wiederholung von "La donna é mobile" hinter der Szene ausblendet. Gänsehaut!
Auch Adriana Lazzarini und Nicola Zaccharia sind mit ihren dunklen, charakteristisch timbrierten Stimmen ideale Besetzungen für das mörderische Geschwisterpaar Maddalena und Sparafucile.
Tullio Serafins Dirigat ist in stilistischer Hinsicht ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Tempi, dynamische und klangliche Austarierung - einfach perfekt. Das Scala Orchester erreicht zwar nicht ganz die Brillanz der Wiener Philharmoniker, erbringt aber auch eine hochklassige Leistung. (Klanglich finde ich die Aufnahme nicht gerade eine Offenbarung. Vor allem der Orchesterpart klingt ein wenig trocken, nicht sehr transparent und zu sehr in den Hintergrund plaziert, aber das sind halt die technischen Gegebenheit jener Zeit. Aber akzeptabel ist es allemal.)

Zum Schluß die Gilda der Callas. Und obwohl mir wahrscheinlich gleich alle ihre Jünger den Kopf abreißen: ich finde sie in dieser Rolle nicht ganz unproblematisch. Die Stimme ist mir für diese engelsgleiche Rolle nicht süß genug und ein wenig zu scharf und sauer im Klang. Da finde ich einfach eine junge Sutherland, Güden oder Pagliughi passender. Was allerdings den Ausdruck betrifft: sie kann's halt einfach! Callas' Interpretation ist erfüllt von tiefster Innigkeit. Die zärtliche Unschuld, die Ängste und widersprüchlichen Gefühle, das Heranreifen zur übermenschlichen Größe bis in den Tod, all das kommt hier einmalig zum Ausdruck. Wenn jetzt auch noch die Stimme ätherisch schön wäre, wär's vielleicht zu schön, um wahr zu sein...

Sehr empfehlenswert!!!!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierend!, 9. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Verdi: Rigoletto (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Mailand 1955) (Audio CD)
Diese Aufnahme von Giuseppe Verdis "Rigoletto" entstand zu einer Zeit, in der sich sowohl die Callas, als auch ihr Tenorpartner Giuseppe di Stefano auf dem Höhepunkt ihrer Karriere angelangt waren. Das Callas und Giuseppe di Stefano das Traumpaar der Oper waren, wissen wir zwar nicht erst seit dieser Aufnahme aus dem Jahre 1955, aber sie bestätigt diesen Eindruck. Beide Stimmen harmonieren unglaublich gut miteinander und der Gesamteindruck ist verblüffend.
Maria Callas singt die Rolle der Gilda. Sie singt die Partie mit einer sehr warmen und jugendlichen Stimme. Auch hier singt die Callas diese schwere Verdi-Oper im Stil des Belcanto und alle Verzierungen oder Koloraturen werden mit unglaublicher innerer Wärme und mit viel Gefühl gesungen. Besonders grandios ist die Arie "Caro nome", in der alle Spitzentöne und Koloraturen perfekt sitzen. Auch das große Duett mit Rigoletto, welcher von dem grandiosen Tito Gobbi gesungen wird, gehört zu den gesanglichen und darstellerischen Höhepunkten auf dieser Operngesamtaufnahme. Callas schließt das Duett mit einem dreigestrichenen es in alto ab und der Ton sitzt perfekt. Auch das Finale der Oper wird unglaublich anrührend und gefühlvoll gestaltet. Callas ist auch hier wieder eine absolute Idealbesetzung.

Auch Tito Gobbi, der die Titelrolle dieser Oper singt, ist ein idealer Darsteller für diesen Charakter. Seine Stimme eignet sich hervorragend für diese Rolle und auch sein wunderbares darstellerisches Talent ist wie gesachaffen für diese Rolle. Besonders schön ist das düstere Ende der Oper. Gobbi ist ein idealer Partner für die Callas, denn beide sind gleichrangig gute Sänger und auch Darsteller. Giuseppe di Stefano singt den Duca di Montava. Er ist für die Callas ein ebenso guter Partner, wie Tito Gobbi. Seine Stimme ist weich und in der Höhe sicher. Seine darstellerischen Fähigkeiten sind auch sehr zu bewundern. Seine Rolle nimmt man ihm als Zuhörer jedenfalls vollkommen ab. Die restlichen Darsteller sind ebenfalls alle hervorragend und alle Rollen sind gut besetzt. Besonders glänzt Nicola Zaccaria als Sparafucile.

Chor und Orchester der Mailänder Scala sind grandios. Ab und zu schwankt es im Orchestergraben ein wenig, dies ist aber eher der Aufnahmetechnik anzulasten. Tullio Serafin, der großr Mentor der Callas, führt hier den Tacktstock. Sie sind bereits ein eingespieltes Team, da Serafin schon einige Aufnahmen mit Callas produziert hatte. Das Dirigat ist dynamisch und rhytmisch genau. Greifen sie bei dieser Aufnahme schleunigst zu. Der Preis ist zwar alles andere als kundenfreundlich, aber es lohnt sich!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Referenz, 7. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Verdi: Rigoletto (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Mailand 1955) (Audio CD)
Diese Aufnahme ist für mich die Referenzaufnahme. Hier stimmt alles, Serafin dirigiert wie immer gut, auch die Nebenrollen sind gut besetzt. Die Sänger sind gut bis hervorragend. Da die Oper nicht Gilda oder Herzog von Mantua heißt, fange ich mit Verdis geliebten Rigoletto/Triboulet an.

Tito Gobbi ist einfach DER Rigoletto und einer der Protagonisten meiner Träume von einer Zeitmaschine. Nicht weil er das tollste Pari siamo singt, das tut er nämlich nicht. Und sicher nicht wegen seiner reinen Stimmqualität, da ist ihm ein Titta Ruffo Lichtjahre voraus. Sondern für mich übertrifft er alle anderen wegen der Wucht seiner Interpretation, weil er der einzige Rigoletto ist, der so gut stimmlich weinen und wüten kann. Er formt ein herzergreifendes, psychologisch stimmiges Bild des getretenen Narren, der böse und gemein ist und doch ein liebender Vater. Und der sich selbst das einzige zerstört, was er geliebt hat: Gilda, seine Tochter. Die Höflingsszene ist zum Mitweinen mitreißend und keiner wütet so überzeugend in si vendetta, Rigolettos Rachearie, die Stunde der Wahrheit für den Bariton. Und die Sterbeszene... Tito Gobbi wäre alleine das Geld wert. Doch da ist ja noch...

die Callas. Auch wie kaum eine andere formt Maria Callas die Entwicklung von Gilda von dem unschuldigen Mädchen zur liebenden Frau, die dem untreuen Mann verzeiht. Was sie besonders macht, ist, daß sie es stimmlich formt, während sie anfangs mit einer naiven, unschuldigen Stimme singt, singt sie am Ende mit reifer, voller Stimme. Auch die Koloraturen der Partie machen bei ihr Sinn, sie singt sie als logische Folgen ihrer Gefühle.

Giuseppe di Stefano ist ein guter Herzog. Er singt einen überzeugenden Herzog und was mir immer wieder auffällt ist seine frappierend gute Diktion, man könnte mitschreiben.

Wenn jemand einen Rigoletto kaufen möchte und es nur einer sein soll (zunächst), dann sollte es dieser sein.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Grandiose Aufnahme, 29. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Verdi: Rigoletto (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Mailand 1955) (Audio CD)
Neben der Solti-Aufnahme ist dies meines Erachtens die beste Rigoletto-Einspielung. Tito Gobbi macht aus dem verkrüppelten Hofnarren eine ungeheuer dichte, vielschichtige Figur, gibt den Emotionen und Reflexionen des Charakters Tiefe und Farbe. Zwar haben andere (Warren, Merrill, Cappuccilli, Milnes) vokal mehr zu bieten, haben kräftigere, rundere und glanzvollere Stimmen, aber kein anderer Interpret läßt Rigoletto so lebendig werden wie der große Gobbi.

An seiner Seite steht Callas als Tochter Gilda. Andere Rezensenten haben beklagt, die Stimme der Callas würde nicht recht zum Charakter des Mädchens passen. Ich finde sie wunderbar. Natürlich - erwartet man eine völlig naive, unschuldige, schüchterne Gilda, ein Püppchen aus dem Gesellschaftsmief der 50er Jahre, dann ist man mit einer Soubrette wie Rita Streich oder Hilde Güden besser bedient. Callas jedoch macht aus dieser zugegebenermaßen auf den ersten Blick eindimensionalen Figur ein wirkliches Wesen aus Fleisch und Blut. Ihre Gilda ist eine junge Frau, voller Erwartungen, Träume, Wünsche und einer gehörigen Portion sexueller Neugier. Zudem singt Callas technisch so perfekt wie später nur Sutherland (die allerdings wie eine automatische Puppe wirkt). Erst Ileana Cotrubas hat eine (fast) so eindrucksvolle Gilda gesungen.

Giuseppe di Stefano ist, auf den ersten Blick, die Idealbesetzung des Herzogs. Er singt ihn elegant und verführerisch, leichtsinnig und selbstbewußt. Leider hat er erhebliche technische Probleme mit der schwierigen Rolle und klingt mehr als einmal überfordert und angestrengt. Wohl deshalb wurde ihm auch die Stretta "Possente amor" erspart, was allerdings mehr als schade ist.

Die übrigen Rollen sind ordentlich besetzt, Zaccaria ist ein nicht sehr furchteinflößender Sparafucile (im Unterschied zu Siepi, Ghiaurov oder Talvela).

Serafin dirigiert wie immer mit viel Gespür und Erfahrung. Summa summarum eine glänzende Einspielung mit kleineren Schwächen, die jedoch verschmerzt werden können.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unverzichtbarer Rigoletto, 4. September 2005
Von 
Rezension bezieht sich auf: Verdi: Rigoletto (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Mailand 1955) (Audio CD)
"Rigoletto" ist die erste Oper des bis heute ungebrochen populären Dreigestirns (mit "Il Trovatore" und "La Traviata"), das Verdis Weltruhm begründete. Dieses Werk bedeutet das Ende der "Galeerenjahre" und die Hinwendung des Komponisten zu genauester musikalischer Charakterisierung und tiefgehender Dramatik.
In den Jahren 1839 - 1850 hatte Verdi nicht weniger als 15 Opern komponiert, hatte jeden Auftrag annehmen müssen, um seine Stellung im Musiktheaterbetrieb zu festigen. Daß dabei keine Reihe von großen Meisterwerken entstehen konnte, versteht sich von selbst. Zwar findet sich so manche wertvolle Partitur, deren Wiederentdeckeung zweifellos ein Gewinn für die Oper ist ("Ernani, "Stiffelio", "Giovanna d'Arco", "Lusia Miller" und vor allem der "Macbeth"), doch blieb Verdi größtenteils einfach keine Zeit für musikalische Ausarbeitung, der mitreißende Effekt mußte im Vordergrund stehen, so daß einiges an Verdis frühen Werken etwas oberflächlich und platt wirkt.
Mit dem "Rigoletto" ändert sich die Arbeitsweise. Verdis weitere elf Opern sind auf einen Zeitraum von 43 Jahren verteilt und jede Figur, jede Situation wird ausgefeilt und erhält ihre unverwechselbare musikalische Charakterisierung.
Bereits im Jahr 1844 dürfte Verdi auf das Drama "Le roi s'amuse" von Victor Hugo aufmerksam geworden sein: König Franz I. von Frankreich, ein unverbesserlicher Schürzenjäger, verführt die geheimgehaltene Tochter seines häßlichen Hofnarren Triboulet, der ein Doppelleben als skrupelloser Spaßmacher und liebevoller Vater zu führen versucht. König und Narr wurden vom Vater eines geschändeten Mädchens mit einem Fluch belegt, der Fluch trifft Triboulet; als er den König ermorden lassen will, opfert sich seine Tochter für den Geliebten. Die Dramatik des Stoffes reizte Verdi zu einer musikalischen Großtat, für deren Komposition er nur 40 Tage benötigte. Dann kam der erste ernsthafte Zusammenstoß mit der habsburgischen Zensur: Aus dem König wurde so der Herzog von Mantua, ein längst ausgestorbenes Geschlecht, das durch die Förderung Claudio Monteverdis so etwas wie "Hebamme" der Oper wurde. Triboulet verwandelte sich in Rigoletto, die Uraufführung wurde ein historischer Triumph für Verdi.
Jede Figur bekommt ihre eigene, unverwechselbare Melodielinie zugeordnet, wird genauestens charakterisiert. Arien und Ensembles sind stets in die Handlung integriert und dramaturgisch begründet, alles treibt auf den tragischen Höhepunkt zu. Viele Melodien aus dem Rigoletto sind mittlerweile Volksgut geworden, so Gildas "Caro Nome", das berühmte Quartett "Bella figlia dell'amore", und natürlich "La donna e mobile", dieser Schlager für die Ewigkeit, der zugleich das Weltbild des leichtsinnigen und rücksichtslosen Herzogs so treffend darstellt.
Natürlich gibt es ,wie bei jedem anderen Werk von solcher Popularität, eine wahre Unzahl von Einspielungen, aber nach einigen eher unbefriedigenden Tests kristallisieren sich zwei hervorragende Aufnahmen heraus: Der Decca - Rigoletto unter Richard Bonygne mit Joan Sutherland, Sherill Milnes und Luciano Pavarotti von 1971, sowie diese hier, die mir noch etwas besser gefällt, was vor allem am eingespielten und hochklassigen Ensemble liegt.
Dieser "Rigoletto" ist ein Höhepunkt des Scala - Zyklus aus den 50er Jahren, der mit einer weitgehend festen Besetzung (Maria Callas, Giuseppe di Stefano, Tito Gobbi und Tullio Serafin am Pult) aufgenommen wurde und von dem einige Einspielungen bis heute zu Recht als unerreich gelten. Das Trio Callas - di Stefano - Gobbi sorgte für unvergessliche Vorstellungen auf der Bühne und auf Tonträger.
Maria Callas sang die Gilda nur ein einziges Mal auf der Bühne, nämlich 1952 in ihrer mexikanischen Saison. Sie war mit ihrer Leistung unzufrieden und verzichtete von da ab auf Auftritte in dieser Rolle. Zu schade. Was ihr an partiebezogener Bühnenerfahrung fehlt, macht sie jedoch mit ihrem bekannten Gestaltungsgenie wett. Die Frau, die eine fulminante Tosca war, eine geradezu monströse Medea, eine unwiederbringliche Violetta, verwandelt sich hier in ein naives junges Mädchen, das nichts kennt als ihren Vater und den Kirchgang, das verführt wird von einem vermeintlichen Studenten, von ihm entehrt und verlassen wird, und das sich schließlich für ihn opfert. Maria Callas zeigt sich hier auf dem absoluten Höhepunkt ihrer Bühnenkunst, ohne überhaupt auf der Bühne zu stehen, ist durchgehend glaubhaft und singt hervorragend. 1955 zeigte ihre Stimme bereits erste Verschleißerscheinungen. Diese Schwäche verschwindet in dieser Aufnahme vollkommen, kein scharfer Ton rutscht ihr heraus. Auch ihre irritierende Neigung, einige Vokale in ein kehliges "U" zu verwandeln, vermeidet sie völlig. Die Referenz - Gilda.
Eine ebenso hervorragende Leistung gelingt dem Rigoletto Tito Gobbi. Er galt für lange Zeit (bis Piero Cappuccilli kam) als Idealbesetzung für die Rolle und in dieser Aufnahme setzt er sich selbst ein Denkmal. Darstellerisch steht er der Gestaltungskunst Maria Callas' in nichts nach, die Vater - Tochter - Szenen sind Sternstunden von Zusammenspiel und Harmonie der Stimmen, sein Ausbruch gegenüber den herzlosen Entführern ist fulminant und bewegend. Gobbi verfügte über eine große und doch sehr schlanke, modulationsfähige Stimme mit breiter emotionaler Ausdruckskraft. Bei den Spitzentönen mußte er immer etwas forcieren, was den Gesamteindruck jedoch in keiner Weise negativ beeinträchtigt. Gobbi ist stimmlich wie schauspielerisch der überzeugendste Rigoletto, den ich kenne.
Auch Giuseppe di Stefano als Herzog von Mantua macht fast vollends glücklich. Leider nur fast. Er hatte zwar die perfekte Belcanto - Stimme, die für diese Partie nötig ist, jedoch auch eine sehr kraftraubende, unökonomische Stimmführung, die zum Zeitpunkt der Aufnahme schon ein wenig Schaden angerichtet hatte. Zudem war er nie ein "Ritter des hohen C", so daß die Spitzentöne ihm merklich Anstrengung kosten. Auch darstellerisch verliert er gegenüber Callas und Gobbi etwas an Profil, verläßt sich auf die Strahlkraft seiner Stimme. Insgesamt ist er zwar ein recht überzeugender Macho - Herzog, doch fehlt ihm das Quäntchen Laszivität, das Alfredo Kraus und vor allem der junge Pavarotti hatten.
Ausgezeichnet besetzt sind die Nebenrollen, etwa der damals führende italienische Baß Nicola Zaccaria als Sparafucile und Adriana Lazzarini als Maddalena. Das restliche Ensemble setzt sich aus aufeinander eingespielten Scala - Mitgliedern zusammen, wodurch optimale Homogenität entsteht.
Am Pult steht Tullio Serafin, der große Mentor von Maria Callas, ein "Kapellmeister" alter Schule, der seinen Verdi verinnerlicht hat und sich selbst nie in den Vordergrund zu drängen versucht. Dafür leitet er das sonst etwas zu kreativem Chaos neigende Scala - Orchester mit großer Stringenz und viel Temperament.
Eine uneingeschränkt empfehlenswerte Aufnahme, die noch immer keine Konkurrenz zu fürchten braucht.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Künstlerisch ein Genuß, 3. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Verdi: Rigoletto (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Mailand 1955) (Audio CD)
Diese Aufnahme war nie dazu bestimmt bis in das nächste Jahrtausend zu währen. Sie ist verrauscht und das Orchester ist manchmal etwas zu leise.
Aber die Stimmen sind der volle Genuß!
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5.0 von 5 Sternen Mailänder Scala, 26. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Verdi: Rigoletto (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Mailand 1955) (Audio CD)
Diese Aufnahme habe ich seit den 50er Jahren auf LPs. Die Qualität des Ensembles und der Solisten wurde, für mein Empfinden, nie wieder erreicht!
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3.0 von 5 Sternen Nicht mein Ideal, 9. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Verdi: Rigoletto (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Mailand 1955) (Audio CD)
Etwas irritiert war ich schon, als ich immer wieder hervorragendste Rezensionen über diese Aufnahme las, denn mir persönlich gefällt dieser Rigoletto nicht ganz so gut, was hauptsächlich an den Besetzungen Callas und di Stefano liegt.
Tito Gobbi, um mal positiv zu beginnen, ist vielleicht nicht der stimmschönste Rigoletto, den es auf Tonträgern gibt, aber seiner Genialität als Sängerdarsteller kann man sich auch hier nur schwer bis überhaupt nicht entziehen. Er zeichnet ein vielschichtiges Charakterportrait des Hofnarren, das immer wieder Bühnenluft zu atmen scheint; schier sensationell.
Rein technisch gibt es an Maria Callas' Gesang der Gilda nichts auszusetzen, sie rückt die Partie weg vom reinen Ziergesang ins rechte Belcantolicht. Allerdings ist mir persönlich ihre Stimme viel zu schwer für die Gilda; das geniale Mädchenportrait, das sie in ihrer Butterfly beispielsweise übermitteln kann, gelingt ihr hier nicht. Auch Giuseppe di Stefano überzeugt mich nur bedingt als Duca, stemmt er die Rolle doch im fas einheitlichen Forte. Das unterstreicht zwar den Haudrauf-Charakter der Partie, bleibt aber im Gesamtbild doch recht eindimensional; das reicht mir als Portraitzeichnung nicht aus.
Wirklich gut bis sehr gut sind die anderen Partien besetzt und auch das Orchester spielt trotz einiger Unachtsamkeiten unter der kompetenten Leistung Tullio Serafins doch inspiriert.
Für Callas-Fans ist diese Aufnahme sicherlich unverzichtbar, den einen oder anderen Hörer mag sie aber durchaus irritiert zurücklassen - meiner Idealvorstellung einer Rigolettoeinspielung entspricht sie nicht.
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