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Verdi: Aida (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Mailand 1955)
Format: Audio CDÄndern
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19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Es gibt insgesamt fünf wirklich herausragende Aufnahmen der Aida:

Unter Perlea (RCA, mit Milanov, Björling, Barbieri, Warren); Karajan (Decca, Tebaldi, Bergonzi, Simionato, MacNeill); Solti (Decca, Price, Vickers, Gorr); Muti (EMI, Caballe, Domingo, Cossotto, Cappuccilli) und diese! Welche man bevorzugt, ist dann Geschmackssache.

Diese Aufnahme zeichnet sich durch ihre genaue Charakterzeichnung und Dramatik aus, die vor allem anderen von der Callas transportiert wird, die jede Nuance der Aida erfasst - große Tragödie. Da wird kein Ton nebenbei gesungen. Niemals greift sie zum plakativen Effekt, immer sucht sie den richtigen Ausdruck, die richtige Phrasierung, den richtigen Klang - und findet ihn! Sie ist die sensibelste, verzweifeltste und glaubwürdigste aller Aidas. Wem das wichtiger ist als eine durchgehend makellos schöne Stimme, dem werden auch einige wackelige oder scharfe Spitzentöne nichts ausmachen.

Der zweite Trumpf dieser Aufnahme ist Tito Gobbi als Amonasro - er singt gerade in seinem großen Duett mit der Callas absolut magnetisch - auch bei ihm wird jedes Wort mit Bedeutung gefüllt. Auch er singt technisch nicht perfekt - die Spitzentöne wirken etwas "gehupt" - mich stört auch das eigentlich nicht.

Fedora Barbieris Amneris wirkt ungewohnt sympatisch - auch sehr sensibel. Allerdings hat auch sie nicht mehr die stimmliche Kraft ihrer ersten Aufnahme unter Cellini, die Stimme ist dünner und vibratoreicher - was aber gut zur gegenüber der Konkurrenz leichteren Stimme der Callas passt.

Richard Tucker singt - ausnahmsweise - fast ohne plakative und kitschige Effekte, ist damit ein ausgezeichneter, wenn auch aufgrund seines "cleanen" und körnigen Stimmklangs etwas nüchterner Radames. Von der reinen Stimmqualität her nicht schlechter als der beste Radames - Jussi Björling -, von der Phrasierung und Ausdruckstiefe her ziehe ich allerdings auch den eleganten, kernigen Carlo Bergonzi und den jugendlich überschwänglichen Placido Domingo vor.

Wer stimmliche Wucht und plakative Dramatik sucht, sollte zu Solti und den stimmlichen Schlachtrössern Vickers und Price greifen (nicht unbedingt meine Aufnahme), den perfekten Radames findet man in Jussi Björling, die ausgewogendste Besetzung mit Bergonzi, Tebaldi, Simionato bei Karajan und eine monderne, jugendlich temperamentvolle Aufnahme ohne jede Mängel bei Muti.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. März 2006
Der ägyptische Vizekönig Ismail Pascha war ein Mann, der wußte, wie man repräsentiert. Er war ein Anhänger europäischer Kultur, Freund Frankreichs und Verehrer Verdis. 1969 hatte er in Kairo eine italienische Oper eröffnet, natürlich mit einer Verdi - Oper (Rigoletto); im gleichen Jahr wurde der Suez - Kanal fertiggestellt und der italianophile Vize - Monarch wünschte, ihn mit einer Festoper einzuweihen, die von dem verehrten Maestro komponiert werden sollte. Dieser zeigte jedoch geraume Zeit nicht das geringste Interesse an einem solchen Projekt. Zu tief saß noch der Ärger über das Hin und Her, das sein Lieblingskind "Don Carlos" zu erleiden gehabt hatte. Doch ein erster Textentwurf und ein Kompositionsvertrag über 150 000 Goldfrancs (zu diesem Zeitpunkt das höchste Honorar der Musikgeschichte) stimmten den sturen "Bauern von Roncole" schließlich um. Zwar mußte der Kanal ohne Oper eingeweiht werden (Verdi wurde nicht rechtzeitig fertig) und die Uraufführung wurde beinahe durch den deutsch - französischen Krieg 1870/71 verhindert (die in Paris hergestellten Kulissen und Kostüme konnten lange nicht aus der eingeschlossenen Stadt transportiert werden), doch nach fieberhaften Proben erblickte "Aida" schließlich am 24. Dezember 1871 in Kairo das Licht der Bühne, wahrscheinlich das schönste Weihnachtsgeschenk, das der Welt je gemacht wurde. Die Uraufführung wurde ein sensationeller Erfolg und das Werk verbreitete sich in Windeseile über die ganze Erde.
"Aida" gilt als Höhepunkt der italienischen Oper schlechthin. Inhaltlich ist sie eine perfekte Mischung von beeindruckenden Massenszenen und berührenden, leisen Momenten, mit genau der richtigen Prise Exotik und altägyptischer Mystik gewürzt, um nicht klischeehaft zu wirken. Auch Verdis Fähigkeit, mit musikalischen Mitteln Stimmungen zu erzeugen und Charaktere zu zeichnen, ist auf einem Höhepunkt angelangt, der nur von seinen beiden letzten Opern "Othello" und "Falstaff" noch übertroffen werden sollte. Verdi komponierte das Werk komplett durch, die Nummernoper gehörte der Vergangenheit an. Die Figuren sind musikalisch genau gezeichnet und ihnen haftet nichts schablonenhaftes mehr an, so daß man auf der Bühne echte Menschen und wahre Gefühle zu sehen glaubt. In diesem über dreistündigen Werk gibt es keinen einzigen schwachen Augenblick und keine überflüssige Note.
"Aida" ist Verdis bekannteste und populärste Oper, viele ihrer Melodien sind Volksgut geworden (den Triumphmarsch hört man sogar noch, wenn Barmbek - Uhlenhorst gegen Altona '93 spielt)und man könnte ganze Schränke mit Aufnahmen füllen von denen (ein besonderer Fall) ungewöhnlich viele von hoher Qualität sind. Für mich ist diese Einspielung die rundeste und ausgeglichenste und sie hat drei große Trümpfe zu bieten: Maria Callas, Fedora Barbieri und Tito Gobbi, wobei auch das restliche Sängerensemble hervorragend ist.
Für Maria Callas war diese Aufnahme 1955 der Abschied von "Aida". 1948 war sie zum ersten Mal in dieser Rolle aufgetreten, fünf Jahre später stand sie zum letzten Mal als Aida auf der Bühne der Arena von Verona. Dazwischen liegt eine Tour um die ganze Welt mit vielen umjubelten Aufführungen. Besonders bekannt ist die Live - Aufnahme von 1951 aus Mexico City, in der sie am Ende der Triumphszene mit einem hohen Es der versammelten Mannschaft die Schau stiehlt. Vier Jahre später ging sie im Studio auf subtilere Weise an die Rolle heran und so gelingt ihr das Kunststück, aus dem etwas eindimensionalen Charakter der äthiopischen Sklavin einen Menschen aus Fleisch und Blut mit echten Gefühlen zu machen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie Maria Callas hervorragende schauspielerische Leistung und Gesang auf höchstem Niveau unter einen Hut bringen konnte. Man höre nur ihr "Ritorna vincitor", das Nilduett mit ihrem Stammpartner Tito Gobbi und den ergreifenden Schluß und trenne sich daraufhin nie wieder von dieser Aufnahme.
Als Radames überzeugt der Amerikaner Richard Tucker auf ganzer Linie, ohne allerdings besonders zu glänzen. Er war ein Tenor der alten Schule, so daß sein Stil und seine Diktion heute etwas antiquiert erscheinen mögen. Manchmal hatte er die Neigung, seine Darstellung durch Schluchzer zu untermalen (wohl eine Reverenz an Carusos "Bajazzo"), was er hier dankenswerterweise bleiben läßt. Seine Stimme ist allerdings von außergewöhnlicher Klarheit und Schönheit und erstrahlt in dieser Aufnahme durchgehend in vollem Glanz. Hat man sich erst an sein eigenwilliges Italienisch gewöhnt ("Si kwel gwerrier yo fossi"), kann man seinen Radames ungeteilt geniessen. Trotzdem schade, daß Jussi Björling hier nicht singt. Was wäre das für ein Traumpaar gewesen.
In der Rolle der Amneris glänzt Fedora Barbieri. Sie verleiht mit ihrer warmen Stimme und ihrer ebenfalls überdurchschnittlichen schauspielerischen Begabung der stolzen Pharaonentochter und Rivalin der Aida menschliche Züge, was nicht unbedingt jeder Darstellerin der Rolle gelingt. Auch gesanglich gibt es bei ihr nichts auszusetzen, ihre Amneris wirkt jung, attraktiv, lebendig und für diese Rolle ungewohnt sympathisch. Durchaus möglich, daß Radames auch ihr zufallen könnte.
Einen relativ kurzen, dafür umso beeindruckenderen Auftritt hat hier Tito Gobbi als Amonasro. Auch für den Vater der Aida trifft dieser großartige Sänger - Darsteller in jeder Situation genau den richtigen Ton. Der durch die Niederlage gedemütigte Äthiopierkönig gerät Gobbi nie zur Charge, auch mit ihm fühlt man stets mit und versteht seine Motivation. Die hypnotische Atmosphäre des Nilaktes ist zum großen Teil sein Verdienst und das Vater - Tochter - Duett einer der zahlreichen Höhepunkte dieser Aufnahme. Auch stimmlich reiht er sich in das hohe Niveau des Ensembles ein und hat seine wenigen Schwächen gut im Griff.
Auch die Nebenrollen sind hier ausgezeichnet besetzt. Giuseppe Modesti als Ramfis und Nicola Zaccaria als Pharao liefern ebenso hochklassige Leistungen ab, wie die mir zuvor völlig unbekannte Emilia Galassi in der kleinen Rolle der Priesterin.
Zusammengehalten und souverän geleitet wird hier alles vom stets zuverlässigen Tullio Serafin am Pult, bekannt vor allem als großer Mentor von Maria Callas. Daß er auch ein hervorragender Dirigent war, zeigt er hier einmal mehr. Er zieht das Tempo ein wenig an, so daß die Geschichte viel Zug gewinnt, läßt aber jeder Situation genug Raum, um sich voll zu entwickeln. Dabei hat er das Orchester der Mailänder Scala immer unter Kontrolle, nur der Triumphmarsch klingt ein wenig zu blechern.
Für die Tonqualität gilt, was man über alle Aufnahmen, die der legendäre Walter Legge zu verantworten hatte, sagen kann. Für eine Mono - Aufnahme aus den früheren 50ern klingt sie außergewöhnlich gut und lebendig, das Remastering tut ein Übriges, um dieser wundervollen "Aida" einen Ehrenplatz im Plattenschrank zu sichern.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. Oktober 2009
AIDA ist eine der schönsten Opern.
Ein Hörgenuss vom feinsten. Die Callas singt diese Oper einfach grandios.
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10 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. März 2002
Aida ist eine der schönsten Opern die je geschrieben wurde! Die berührende Liebesgeschichte zwischen Aida, einer äthiopischen Sklavin, und Radames, eines ägyptischen Feldherrn, kann kaum besser wiedergegeben werden als in dieser Aufnahme. Maria Callas ist eine unnachahmliche Sängerin!
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